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Medea Euripides Rezeption

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 Rezeption des Medea-Mythos: Bildende Kunst
Das Gemälde ,,Medea“ von Anthony Frederick Augustus Sandys entstand zwischen 1866 und
1868 und w
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Helene

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Rezeption des Medea Mythos‘ anhand der Verarbeitung in der Bildenden Kunst

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Rezeption des Medea-Mythos: Bildende Kunst Das Gemälde ,,Medea“ von Anthony Frederick Augustus Sandys entstand zwischen 1866 und 1868 und wurde in Öl auf Leinwand gemalt. Das Gemälde, welches im Birmingham Museum & Art Gallery ausgestellt ist, verarbeitet den Medea-Mythos mit zahlreichen Elementen. Sandys stellte dieses Portrait im Hochformat dar und teilte es in Vorder-, Mittel- und Hintergrund ein, wobei der Vordergrund den Großteil des Bildes einnimmt. Er verwendete überwiegend warme Farben, wie Rot, Braun, Gelb und Gold, welche jedoch im Kontrast mit milden kälteren Farben, wie beige, weiß und grau, stehen. Im Vordergrund ist ein Tisch zu erkennen, worauf sich verschiedene Objekte befinden. An der rechten Kante steht eine kleine, graue Statue, daneben befindet sich eine große dunkelgrüne Kröte mit orangenen Augen, auf welcher noch eine kleine braune Kröte sitzt und unmittelbar hinter ihnen liegen Lorbeerblätter. Des Weiteren lässt sich in der Mitte des Tisches etwas hellbraunes Geschnitztes erkennen, sowie daneben eine glänzende Muschelschale, welche einen roten Gegenstand oder eine rote Flüssigkeit beinhaltet. Diese Objekte werden schlussendlich von einem roten Faden umschlossen, welcher zu einer viereckigen braunen Schüssel im Zentrum führt. Die Schale ist an ihrem Rand mit Ornamenten verziert und in ihr brennt ein helles Feuer. Hinter dem Tisch sitzt eine Frau, welche den größten Teil des Gemäldes einnimmt. Sie trägt ein weiß-beiges Gewand, welches...

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mit Stickereien geschmückt ist, einen Armreif an ihrer rechten Hand, rote und grüne Perlenketten, sowie einen goldenen Haarschmuck, welcher auf ihren Schultern liegt. Ihr dunkles, lockiges Haar ist nach hinten gesteckt, woraufhin ihre markanten Gesichtszüge mit ihrer blassen Haut und den braunen Augen stärker zur Geltung kommen. Ihr Blick richtet sich nach rechts oben. Mit ihrer rechten Hand greift die Frau an ihre Halsketten, wobei ihre linke Hand ein gläsernes Gefäß hält, welches sie auf die Schale mit Feuer richtet. Der Fokus im Vordergrund liegt überwiegend auf der Frau, wobei er spezifisch jedoch zwischen der Hand an den Ketten, ihrem Gesicht und der Schale mit Feuer variiert. Das Feuer sticht dabei allerdings am meisten in das Auge, da der Künstler durch die Verwendung von grellem, auffälligem Gelb, ein gewisses Leuchten erschuf. Die Mimik und Gestik der Frau wirken zunächst durch den Blick, weg von ihrer Handlung, abwesend und durch den Griff ihrer Hand an ihre Ketten etwas hin- und hergerissen, von dem, was sie gerade macht. Im Mittelgrund lässt sich ein brauner Zaun oder eine Abgrenzung mit Ornamenten und Bildern erkennen. Die Borde des Zauns beinhaltet kleine Kreise, worin sich Tierbilder, wie das einer Eule, eines Hundes oder von Käfern befinden. Zwischen den Kreisen sind Abbildungen von Schlangen zu sehen. Auf der rechten Seite der Frau lässt sich ein Tier erkennen, welches braune, strukturierte Haut, lange Krallen und zwei helle Stoßzähne oder Hörner hat. Die genaue Gestalt des Tieres lässt sich nicht bestimmen, jedoch ähnelt es einem Drachen. Der Hintergrund umfasst den Teil neben dem Kopf der Frau, wobei jede Seite etwas anderes darstellt. Links von ihr sieht man das Meer, welches mit einer gold-gelben Farben und abstrahierten Wellen veranschaulicht wurde. Im Wasser befindet sich ein großes Schiff, mit einem weißen, gespannten Segel, Brettern an den Seiten, die wirken wie Flügel und einem Bug in Form eines Auges. Zudem lässt sich eine zahlreiche Besatzung auf dem Deck erkennen. Unmittelbar neben dem Schiff befindet sich ein Wal im Meer. Auf ihrer rechten Seite stehen vier hohe Bäumen, wessen Kronen hoch angelegt sind. Unter ihnen befinden sich drei Büsche. In den Kronen der zwei vorderen Bäume ist ein goldenes Fell mit einem Widderkopf festgemacht. Der Himmel des Gemäldes ist in einer goldenen Farbe visualisiert wurden, wobei diese Farbe Erfolg, Heiterkeit und Freude verdeutlichen. Am Himmel fliegen zudem einige Vögel, wobei der kleinere die Sonne über dem Schiff verdeckt. Das zentrale Motiv, die Frau und der Tisch, nehmen circa zwei Drittel und den Fokus des Bildes ein. Die Blickführung richtet sich dabei zunächst auf den Mittelpunkt und weiter auf die jeweiligen Seiten neben der Frau. Der Vordergrund steht im direkten Kontrast zu dem Hintergrund, da ihre unterschiedliche Farbgebung ihre Ausstrahlung verändert. Im Hintergrund wurde überwiegend mit Gold und Gelb gearbeitet und im Vordergrund variieren diese zwischen hellen und auffälligen Farben und ruhigen Farben. Durch das Verwenden von Schatten bei der Frau erschafft der Künstler eine Dreidimensionalität, wobei der Hintergrund dadurch zweidimensional wirkt. Bezüge zu Elementen des Mythos bzw. der Handlung bei Euripides Die Frau im Zentrum stellt, wie es der Titel des Bildes schon sagt, Medea dar. Durch ihren Schmuck und ihre saubere und edle Kleidung lässt sich darauf schließen, dass sie aus einer höheren gesellschaftlichen Schicht ist, da sie im Mythos auch als Tochter des Königs Aietes beschrieben wird. Außerdem besagt der Mythos, dass Medea eine Priesterin der Hekate ist und somit magische Kräfte besitzt. Der Künstler greift auch auf dieses Element zurück, indem er durch die Objekte auf dem Tisch darstellt, dass Medea momentan ein Ritual durchführt. Es wird nicht ersichtlich welches Ritual es ist, da es die Verjüngung Iasons, die Ermordung Pelias oder auch die Herstellung des vergifteten Gewands für Glauke sein könnte. Im Hintergrund wird die Argo mit den Argonauten dargestellt, welche nach Kolchis kamen, um das Goldene Vlies für sich zu gewinnen. Daraufhin ist das Widderfell in den Bäumen, das Goldene Vlies, was König Aietes in Besitz hatte. Ein anderes Element, welches nicht vordergründig ersichtlich wird, ist der Drachen neben Medea. Dieser hat im Mythos mehrere Bedeutungen. Zunächst musste Iason einen Drachen töten, welcher das Vlies hütete und daraufhin musste er Drachenzähne sähen und die, aus der Drachensaat entsprungenen, feuerspeienden Stiere bekämpfen. Zum Ende des Mythos bzw. der Handlung in Euripides' Werk flüchtet Medea aus Korinth in einem Wagen, welcher von Drachen gezogen wird. Das Zusammenspiel auf dem Gemälde zwischen der Argo, dem Vlies und Medeas Zauberei stellt die Vorgeschichte von Medea und Iason dar. Das Goldene Vlies scheint sich noch in Kolchis zu befinden, da die Argo auch noch auf dem Meer treibt. Dabei hilft Medea Iason durch ihre Zauberkünste das Vlies zu erlangen und alle Prüfungen zu bestehen. Verarbeitung und Deutung der Figur in dem Bild Der Künstler Sandys verarbeitet einige Elemente des Medea-Mythos in seinem Bild, wobei er jedoch hauptsächlich auf Elemente zum Zeitpunkt des Erlangens des Goldenen Vlies zurückgreift. Medea wird offensichtlich als zauberkundige Frau dargestellt, die für ihre Liebe zu Iason alles tun würde. Die Mimik und die Gestik der Frau strahlen allerdings eine gewisse Befangenheit im Bezug ihrer momentanen Gefühlslage aus. Sie scheint sich sicher zu sein, was sie momentan tut, da sie ihre Handlung auch nicht bewusst beobachtet, sondern in die Ferne schaut, was verdeutlicht, dass Medea viel Wissen über die Zauberkunst hat und es womöglich nicht das erste Mal ist, dass sie etwas in dieser Art durchführt. Allerdings zeigt ihr Blick auch Zweifel, welcher durch ihren Griff an ihre Ketten verstärkt wird. Sie ist sich bewusst, was auf dem Spiel steht, wenn sie Iason hilft und ihre Familie verrät, aber es scheint ihr nicht vollständig leicht zu fallen. Dieser Zwiespalt schon am Anfang der Begegnung zwischen Iason und Medea wird im Mythos nicht deutlich. Im Mythos hilft Medea Iason bei allem, ohne die Konsequenzen zu hinterfragen, da sie von Eros dazu gelenkt wurde, sich in Iason unsterblich zu verlieben. Diese Leidenschaft kommt in dem Gemälde teilweise zum Ausdruck, wird aber durch Zweifel etwas überdeckt. Im weiteren Verlauf des Mythos' entwickelt sich Medea schlussendlich zu einer rachsüchtigen, boshaften Frau, welche zu allem fähig ist. Zunächst tötet sie aus Leidenschaft zu ihrem Geliebten seine Feinde, später verändert sich das Mordmotiv allerdings. Durch den Verrat Iasons prägt der Drang nach Rache jegliche Handlungen von Medea, wobei sie nicht mehr unterscheidet zwischen Freund und Feind und selbst das Glück ihrer Kinder außer Acht lässt. Der Mythos bringt allerdings nicht nur diesen einen Entwicklungsprozess von Medea hervor, jedoch ist dies derjenige, den Euripides verarbeitet hat und mit welchem Medea zunehmend assoziiert wurde. Andere Fassungen des Mythos' berichten, dass Medeas Kinder bei dem Versuch sie unsterblich zu machen umgekommen seien, was auf den ausgeprägten Sinn hindeutet, ihre Familie für immer bei sich zu haben oder, dass die Kinder von der Bevölkerung Korinths ermordet wurden seien, was Medea als Opfer und nicht als Täterin dastehen lässt. Mit diesen Fassungen wird ein von Grund auf anderes Bild von Medea erschaffen, wobei ihr Familie wichtiger ist als die besagte Rache, welche Euripides als Hauptmotiv verwendet. Wie man sieht, entstehen allein schon aus verschiedenen Versionen des Mythos' andere Bilder von Medea. Im Mythos lassen sich unterschiedliche Entwicklungen Medeas feststellen, wobei die Deutung in dem Gemälde nur eine Momentaufnahme vor ihrer Reise von Kolchis nach Korinth ist. Der Künstler hat die Figur in seinem Bild als von Leidenschaft aus Liebe getriebene Frau dargestellt und das spätere Rachemotiv nicht mit einbezogen. Sie wirkt selbstbewusst und andererseits jedoch auch schwach, was sich in ihrer Haltung und den möglichen Zweifeln zu ihrer Zukunft äußert. Euripides Verarbeitung des Mythos hat das Verständnis der Figur Medea stark geprägt, wenn man jedoch andere Handlungsmotive und Ereignisse in Betracht zieht verändert sich diese Vorstellung. Am Anfang ihrer Reise ist sie noch eine naive Frau, welche aus Liebe zu einem Mann alles aufgibt, ihre Familie verrät und ihr Heimatland verlässt, um ein neues Leben aufzubauen. Auf der Reise entwickelt sich langsam die Vorstellung Medeas von einer mordlustigen Frau, welche keine großen Motive benötigt, um jemanden umzubringen. Das Ende ihrer Geschichte spaltet dann das Verständnis der Frau. Zum Einen ist sie boshaft, stur und von Rache getrieben, andererseits auch hilflos und bemitleidenswert, aufgrund ihrer Stellung als Frau in der damaligen Gesellschaft. Die Fassung, in der die Bevölkerung Korinths ihre Kinder getötet haben soll, stellt sie dann jedoch als Frau da, der alles genommen wurde, was sie sich immer gewünscht hat. Das Verständnis der Figur Medea hängt immer davon ab, auf welche Motive und Entwicklungsprozesse man sich konzentriert und inwiefern man sich in die Rolle dieser Frau hineinversetzen kann. SA 66 SO OS

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Die Mimik und Gestik der Frau wirken zunächst durch den Blick, weg von ihrer Handlung, abwesend und durch den Griff ihrer Hand an ihre Ketten etwas hin- und hergerissen, von dem, was sie gerade macht. Im Mittelgrund lässt sich ein brauner Zaun oder eine Abgrenzung mit Ornamenten und Bildern erkennen. Die Borde des Zauns beinhaltet kleine Kreise, worin sich Tierbilder, wie das einer Eule, eines Hundes oder von Käfern befinden. Zwischen den Kreisen sind Abbildungen von Schlangen zu sehen. Auf der rechten Seite der Frau lässt sich ein Tier erkennen, welches braune, strukturierte Haut, lange Krallen und zwei helle Stoßzähne oder Hörner hat. Die genaue Gestalt des Tieres lässt sich nicht bestimmen, jedoch ähnelt es einem Drachen. Der Hintergrund umfasst den Teil neben dem Kopf der Frau, wobei jede Seite etwas anderes darstellt. Links von ihr sieht man das Meer, welches mit einer gold-gelben Farben und abstrahierten Wellen veranschaulicht wurde. 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Zum Ende des Mythos bzw. der Handlung in Euripides' Werk flüchtet Medea aus Korinth in einem Wagen, welcher von Drachen gezogen wird. Das Zusammenspiel auf dem Gemälde zwischen der Argo, dem Vlies und Medeas Zauberei stellt die Vorgeschichte von Medea und Iason dar. Das Goldene Vlies scheint sich noch in Kolchis zu befinden, da die Argo auch noch auf dem Meer treibt. Dabei hilft Medea Iason durch ihre Zauberkünste das Vlies zu erlangen und alle Prüfungen zu bestehen. Verarbeitung und Deutung der Figur in dem Bild Der Künstler Sandys verarbeitet einige Elemente des Medea-Mythos in seinem Bild, wobei er jedoch hauptsächlich auf Elemente zum Zeitpunkt des Erlangens des Goldenen Vlies zurückgreift. Medea wird offensichtlich als zauberkundige Frau dargestellt, die für ihre Liebe zu Iason alles tun würde. Die Mimik und die Gestik der Frau strahlen allerdings eine gewisse Befangenheit im Bezug ihrer momentanen Gefühlslage aus. Sie scheint sich sicher zu sein, was sie momentan tut, da sie ihre Handlung auch nicht bewusst beobachtet, sondern in die Ferne schaut, was verdeutlicht, dass Medea viel Wissen über die Zauberkunst hat und es womöglich nicht das erste Mal ist, dass sie etwas in dieser Art durchführt. Allerdings zeigt ihr Blick auch Zweifel, welcher durch ihren Griff an ihre Ketten verstärkt wird. Sie ist sich bewusst, was auf dem Spiel steht, wenn sie Iason hilft und ihre Familie verrät, aber es scheint ihr nicht vollständig leicht zu fallen. Dieser Zwiespalt schon am Anfang der Begegnung zwischen Iason und Medea wird im Mythos nicht deutlich. Im Mythos hilft Medea Iason bei allem, ohne die Konsequenzen zu hinterfragen, da sie von Eros dazu gelenkt wurde, sich in Iason unsterblich zu verlieben. Diese Leidenschaft kommt in dem Gemälde teilweise zum Ausdruck, wird aber durch Zweifel etwas überdeckt. Im weiteren Verlauf des Mythos' entwickelt sich Medea schlussendlich zu einer rachsüchtigen, boshaften Frau, welche zu allem fähig ist. Zunächst tötet sie aus Leidenschaft zu ihrem Geliebten seine Feinde, später verändert sich das Mordmotiv allerdings. Durch den Verrat Iasons prägt der Drang nach Rache jegliche Handlungen von Medea, wobei sie nicht mehr unterscheidet zwischen Freund und Feind und selbst das Glück ihrer Kinder außer Acht lässt. Der Mythos bringt allerdings nicht nur diesen einen Entwicklungsprozess von Medea hervor, jedoch ist dies derjenige, den Euripides verarbeitet hat und mit welchem Medea zunehmend assoziiert wurde. Andere Fassungen des Mythos' berichten, dass Medeas Kinder bei dem Versuch sie unsterblich zu machen umgekommen seien, was auf den ausgeprägten Sinn hindeutet, ihre Familie für immer bei sich zu haben oder, dass die Kinder von der Bevölkerung Korinths ermordet wurden seien, was Medea als Opfer und nicht als Täterin dastehen lässt. Mit diesen Fassungen wird ein von Grund auf anderes Bild von Medea erschaffen, wobei ihr Familie wichtiger ist als die besagte Rache, welche Euripides als Hauptmotiv verwendet. Wie man sieht, entstehen allein schon aus verschiedenen Versionen des Mythos' andere Bilder von Medea. Im Mythos lassen sich unterschiedliche Entwicklungen Medeas feststellen, wobei die Deutung in dem Gemälde nur eine Momentaufnahme vor ihrer Reise von Kolchis nach Korinth ist. Der Künstler hat die Figur in seinem Bild als von Leidenschaft aus Liebe getriebene Frau dargestellt und das spätere Rachemotiv nicht mit einbezogen. Sie wirkt selbstbewusst und andererseits jedoch auch schwach, was sich in ihrer Haltung und den möglichen Zweifeln zu ihrer Zukunft äußert. Euripides Verarbeitung des Mythos hat das Verständnis der Figur Medea stark geprägt, wenn man jedoch andere Handlungsmotive und Ereignisse in Betracht zieht verändert sich diese Vorstellung. Am Anfang ihrer Reise ist sie noch eine naive Frau, welche aus Liebe zu einem Mann alles aufgibt, ihre Familie verrät und ihr Heimatland verlässt, um ein neues Leben aufzubauen. Auf der Reise entwickelt sich langsam die Vorstellung Medeas von einer mordlustigen Frau, welche keine großen Motive benötigt, um jemanden umzubringen. Das Ende ihrer Geschichte spaltet dann das Verständnis der Frau. Zum Einen ist sie boshaft, stur und von Rache getrieben, andererseits auch hilflos und bemitleidenswert, aufgrund ihrer Stellung als Frau in der damaligen Gesellschaft. Die Fassung, in der die Bevölkerung Korinths ihre Kinder getötet haben soll, stellt sie dann jedoch als Frau da, der alles genommen wurde, was sie sich immer gewünscht hat. Das Verständnis der Figur Medea hängt immer davon ab, auf welche Motive und Entwicklungsprozesse man sich konzentriert und inwiefern man sich in die Rolle dieser Frau hineinversetzen kann. SA 66 SO OS