Analyse der zweiten Strophe und Terzette
In der zweiten Strophe und den Terzetten von Andreas Gryphius' "Menschliches Elende" wird die Thematik der Vergänglichkeit weiter vertieft. Der Dichter verwendet verschiedene rhetorische Mittel, um die Flüchtigkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes zu veranschaulichen.
Die zweite Strophe beginnt mit einem Hendiadyoin, das die Schnelligkeit der Vergänglichkeit betont. Metaphern wie "Des Schwachen leibes Kleid" und "und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit / Längst eingeschrieben sind" stellen den Tod dar und unterstreichen, dass der Körper nur eine vorübergehende Hülle ist.
Definition: Hendiadyoin - Eine rhetorische Figur, bei der ein Begriff durch zwei bedeutungsähnliche Wörter ausgedrückt wird.
In den Terzetten verwendet Gryphius Vergleiche wie "eitel Traum" und "wie ein Nebel vor der Sonne", um die Nichtigkeit und Vergänglichkeit menschlicher Errungenschaften zu betonen. Diese Bilder verstärken das Vanitas-Motiv und zeigen, dass selbst Ruhm und Ehre vergänglich sind.
Example: Der Vergleich des Lebens mit einem Traum verdeutlicht die Flüchtigkeit und Unwirklichkeit der menschlichen Existenz.
Die letzte Strophe wird durch eine Anapher "was" eingeleitet und endet mit einer rhetorischen Frage, die das Thema des Gedichts nochmals zusammenfasst. Der Vergleich "Wir vergehen wie Rauch von starken Winden" in der letzten Zeile dient als kraftvolle Pointe, die das Vanitas-Motiv ein letztes Mal unterstreicht.
Highlight: Die Pointe im letzten Vers fasst das zentrale Thema des Gedichts - die Vergänglichkeit alles Irdischen - prägnant zusammen.
Durch die Verwendung dieser vielfältigen stilistischen Mittel gelingt es Gryphius, die Epoche des Barock und ihre Beschäftigung mit der Vergänglichkeit eindrucksvoll zu repräsentieren. Das Gedicht "Menschliches Elende" steht somit exemplarisch für die barocke Dichtkunst und ihre Auseinandersetzung mit den großen Fragen des menschlichen Daseins.




