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Nathan der Weise Analyse III/6

Nathan der Weise Analyse III/6

 Analyse III/6
Das Drama ,,Nathan der Weise“ verfasst von Gotthold Ephraim Lessing im Jahre 1779
spielt zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem

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Diana

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11/12/10

Ausarbeitung

Hier findet ihr eine ausarbeitete Analyse, die ich zur Klausurvorbereitung geschrieben hatte. Ich hoffe diese kann euch weiterhelfen!

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Analyse III/6 Das Drama ,,Nathan der Weise“ verfasst von Gotthold Ephraim Lessing im Jahre 1779 spielt zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem und handelt von den Religionskonflikten zwischen Judentum, Christentum und dem Islam und deren Versöhnung. Der sechste Auftritt des dritten Aufzuges ist ein Monolog des Protagonisten Nathan, indem er über die Frage, welche der drei Weltreligionen die Ware sei, spekuliert. Der Autor möchte mit dieser Szene den Leser zum Denken anregen, um bei ihm eine bessere Einsicht und Toleranz gegenüber den verschiedenen Religionen zu erzielen. Zu dieser Situation ist es gekommen, da Nathan zu Sultan Saladin eingeladen wurde, wobei Nathan denkt, dass Saladins Geldnot der Grund für seinen Besuch ist. Insgeheim planen der Sultan und Sittah, die die Schwester von Saladin ist, Nathan zu testen und ihm eine Falle zu stellen, in dem die Frage gestellt wird, welcher Glaube der Wahre wäre. In dem Monolog äußert Nathan seine Verwunderung über Saladins Frage. Zum Anfang fragt Nathan sich, wie er auf diese Frage antworten soll (V.1865-1867) und wägt danach seine Gedankengänge ab (V.1868-1888), wobei er realisiert, dass er vorsichtig sein muss (V.1883 f.), da diese Frage eine Falle sein könnte. (V. 1877-1878). Seine eigene Religion, das Judentum, als Antwort zu wählen keine Option wäre (V. 1884-1886). Zum Schluss kommt er auf die Ringparabel und ist sich nun...

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sicher, eine Antwort auf diese Frage zu geben (V.1888-1990). Denn schnell reift Nathan der rettende Plan, dem Sultan ein „Märchen" (V.1890) zu erzählen. Da Nathan, während er über das Geschehen reflektiert, misstrauisch wird und die Falle ahnt. Der Monolog beinhaltet eine große Menge an sprachlichen-rhetorischen Mitteln, welche die Gedankengänge von Nathan besonders hervorbringen. Die Unsicherheit zu Beginn des Monologs richtig sofort durch die hohe Anzahl an Fragen, die er sich selbst stellt, hervor. Fragen wie zum Beispiel: „Wie ist mir denn? Was ist mir denn? Was will der Sultan? Was?" (V.1865,f.). In der Kombination mit den darauf folgenden Ellipsen: „ich bin auf Geld Geld gefasst und er will - Wahrheit Wahrheit! Und will sie so, - so war, so blank, als ob die Wahrheit eine Münze wäre!“ (V.1866-1869). Zusätzlich wird sehr oft das Wort „Wahrheit" wiederholt, um darauf aufmerksam zu machen. Damit die Leser dazu angeregt werden nachzudenken, ob es denn hierbei eine Wahrheit gibt? Somit zeigt Nathan seine Ratlosigkeit und Überforderung mit der Situation in der er sich gerade befindet. Die Münze wird hier von Nathan als Symbol verwendet, um die Wahrheit mit einer Münze zu vergleichen. Denn Nathan realisiert, dass Sultan Saladin die blanke Wahrheit möchte, so blank wie eine uralte Münze. (V.1867-1870) ,,Eine neue Münze, die nur der Stempel macht" (V.1871,f) wäre demnach nicht die angemessene Wahrheit. Also muss die Antwort der kompletten Wahrheit entsprechen und nicht nur einer scheinheiligen, leichtgläubigen Wahrheit. Dies ist die erste Erkenntnis die Nathan bekommt. Nach weiteren unsicheren Gedankengängen, welche durch viele Fragen und Ellipsen, wie zum Beispiel: ,, wer ist denn hier der Jude? Ich oder er? -doch wie?" (V.1875,f) erfolgen, wird ihm klar, dass die Frage womöglich eine Falle Saladins sein könnte. Dieser Gedanke unterstreicht nochmals seine Unsicherheit, welche besonders an der Wiederholung, welches fast wie stottern wirkt, auffällig wird: „zwar, zwar (…)“. (V.1877,f) Zuerst will sich Nathan einreden, dass der Verdacht zu klein wäre, dass Saladin die Wahrheit als Falle bräuchte (V.1877-1879) welches an der Exclamatio „wär auch gar zu klein!" (V.1879) zu erkennen ist. Dabei ist er sich jedoch nicht sicher, denn er wiederholt nun ellipsenartig als rhetorische Frage den Satz: „Zu klein? Das ist für einen großen denn zu klein?" und kommt auf die zweite Erkenntnis, nämlich dass er vorsichtig sein sollte: „Ich muss behutsam gehen!" (V.1883,f), wenn er Saladin die Antwort gibt. Nach dieser Erkenntnis kommt die nächste Frage auf, welches seine Unsicherheit weiter zuspitzt. Hierbei werden wieder Ellipsen, Wiederholungen und Gedankenstriche genutzt: ,,-und wie? Wie das? -So ganz Stockjude sein zu wollen geht schon nicht-." (V.1884,f). Darauf folgt die letzte Erkenntnis und somit das Ergebnis beziehungsweise die Antwort, die er geben wird, um Saladin zu erziehen, weshalb er ihn mit Kindern vergleicht: „nicht die Kinder los speist man mit Märchen ab. (V.1889-1890). Er fühlt sich demnach dem Saladin gegenüber geistig überlegen und seine Selbstsicherheit wird zusätzlich durch die Nutzung von Exclamatio unterstrichen: „das war's! Das kann mich retten!" (V.1888,f). Zusammenfassend kann man sagen, dass Nathan im Laufe des Monologes viele Erkenntnisse bekommt, die ihn weise wirken lassen. Durch seine verstrickten Gedankengänge kommt Nathan der Weise immer wieder zu neuen Sichtweisen. Dennoch steht, obwohl er ,,Nathan der Weise" genannt wird, auch seine Menschlichkeit, welche durch die Unsicherheit und Rastlosigkeit ausgedrückt wird, im Mittelpunkt. Der Autor möchte nicht nur beim Leser eine besseres Verständnis, bessere Toleranz für die drei Weltreligionen hervorbringen, sondern auch die Wahrheit in Bezug auf die Religionen vermitteln, diese Wahrheit von der gesprochen wird, wird in der nachfolgenden Szene durch das Märchen „die Ringparabel" besonders thematisiert, wodurch der Leser teils erzogen wird und eine neue Sichtweise gewinnen kann. Somit bleibt die Frage, was nun die Wahrheit ist, bei den Lesern und motiviert diese weiter zu lesen.

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