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Probeklausur Materialgestütztes Schreiben (Dialekt, Mundart)

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,,Mundartpflege in der Schule - Ja oder Nein?"
,,Wer Dialekt spricht, ist provinziell und ungebil

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Eine Probeklausur zum Themenblock Mundart / Dialekte; Materialgestütztes Schreiben Deutsch GK Q1

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Probeklausur Materialgestütztes Schreiben ,,Mundartpflege in der Schule - Ja oder Nein?" ,,Wer Dialekt spricht, ist provinziell und ungebildet" - oder doch: „Dialekt macht schlau"? Die gegensätzlichen Einstellungen, die in diesen beiden Zitaten zum Ausdruck kommen, sind die Grundlage für die diesem Leserbrief zugrunde liegende kontroverse Diskussion: „Mundartpflege in der Schule - Ja oder Nein?". Wie dies deutlich macht, wird diese Frage in unserer heutigen globalisierten Zeit, in der Dialekte immer mehr an Bedeutung verlieren, sehr unterschiedlich diskutiert. Im Folgenden möchte ich mich mit der Kontroverse, die dieses Thema umgibt, näher befassen. Folgende Aspekte werde ich in meinen Ausführungen näher beleuchten: Ich werde erklären, wie ein Dialekt definiert wird und wie sich die Dialekte in Deutschland entwickelt haben sowie welche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen. Die Problemfrage hat verschiedene Aspekte und sowohl die Befürworter als auch die Gegner der Mundartpflege in der Schule können überzeugende Argumente für die jeweilige Position vorbringen. Nachfolgend möchte ich daher beide Seiten zu Wort kommen lassen, bevor ich abschließend selbst zum Problem Stellung beziehen werde. Um sowohl die Pro- als auch die Contra-Argumente im Zusammenhang mit der Eingangsfrage nachvollziehen zu können, ist es in einem ersten Schritt notwendig, den Begriff ,,Dialekt“, auch „Mundart“ genannt, näher zu definieren. Der genannte Begriff wird laut einem Lexikon der Sprachwissenschaften als „Sprachsystem (…), das (…) zu anderen Systemen ein hohes...

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Maß an Ähnlichkeit aufweist“ definiert. Des Weiteren sei der Dialekt ,,regional gebunden" sowie nicht im schriftlichen Bereich vorzufinden. Laut einer Statistik bezüglich einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach sprechen nur noch knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren die Mundart der jeweiligen Gegend, davon nur gut ein Viertel permanent. Diese Entwicklung wird auch in einem Interview des Spiegels mit dem Sprachforscher Stephan Elspaß deutlich. Der Standpunkt des Wissenschaftlers zu der Frage, wie sich die Verbreitung der Dialekte entwickle, ist eindeutig. Er ist der klaren Überzeugung, dass „diese Vielfalt (der Dialekte) (...) in Deutschland keine Zukunft (hat)". Der Fachmann für Sprache unterstützt seine Position durch ein Beispiel. So gäbe es „zwei Haupttrends“, die die Dialekte verdrängen würden. Einerseits ,(wirken) politische Grenzen immer stärker sprachtrennend" und andererseits würden im Allgemeinen ,,nicht-dominante (...) Formen" mehr und mehr aussterben. Der Experte Karl-Heinz Göttert beschreibt die Entwicklung des Dialekts als Folge der Globalisierung und Modernisierung, während andere Wissenschaftler das langsame Aussterben der Dialekte auf folgende Faktoren schieben: Erstens sprächen Mütter mit ihren Kindern Hochdeutsch anstelle des Dialekts, damit diese keine Nachteile in der Schule erlitten sowie als ungebildet angesehen werden. Zweitens habe die Standardsprache vermehrt durch die Verbreitung der Medien in den Haushalten Einzug gehalten, wodurch die Dialekte mehr und mehr verdrängt würden. Drittens gilt das Standarddeutsch als „Kompromiss zur gemeinsamen Verständigung“ durch zunehmende Mobilität. Um noch einmal zur Ausgangsfrage „Mundartpflege in der Schule Ja oder Nein?" zurückzukommen, werde ich im Anschluss die Argumente beider Lager entfalten, wobei ich den Schwerpunkt auf die Aspekte Kommunikation, Verständlichkeit und Identität legen werde. Befürworter der Förderung heben hervor, dass der Dialekt einen Teil der Heimat bewahre und widerspiegele und somit als Kulturgut zur Erhaltung der Sprache und zur eigenen sowie zur Identität der Heimat gehöre. Dagegen halten Kritiker, dass es unter Umständen zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten und Verständnisproblemen kommen könne, was wiederum zu Missverständnissen oder Uneinigkeiten führe. Eine Erfahrung, die beispielhaft angeführt wird, ist außerdem die des Lehrers Stefan Liebkind, der als Kunst- und Englischlehrer eine zeitlang an einer Schule in Niederbayern arbeitete. Dabei kam es zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten, da die Schüler größtenteils in ihrer bayerischen Mundart gesprochen haben, was wiederum von Stefan Liebkind nicht verstanden werden konnte. Daraus resultieren unter Umständen auch ungerechte Notenbewertungen, die zu Unzufriedenheit führt, da der Lehrer beispielsweise unverstandene Wortmeldungen gleichen Inhalts wie verstandene Wortmeldungen nicht bewerten kann. Andererseits halten Befürworter dem entgegen, dass wissenschaftlich gesehen die Dialekte keine Bedrohung für das Deutsche darstellen sondern das Gegenteil der Fall sei. So würden dialektsprechende Schüler rund 30 Prozent weniger Rechtschreibfehler machen als Schüler, die lediglich Hochdeutsch sprechen und schreiben können, nicht jedoch einen Dialekt. Das wurde außerdem wissenschaftlich über mehrere Jahre hinweg anhand einer Untersuchung der Universität Oldenburg herausgefunden. Einschränkend kann ferner angemerkt werden, dass eine Vermischung des Hochdeutschen und der Dialekte, auch „Sprachen-Multi-Kulti“ genannt, auch nicht Sinn und Zweck der Mundartförderung sei und dementsprechend der Fokus weniger auf die regionalen Dialekte und dafür vermehrt auf das Hochdeutsche gelegt werden sollte. Eine Vermischung der Sprachsysteme, also weder die Beherrschung der eigenen Mundart noch des Hochdeutschen, sei ein großes Problem, das es zu vermeiden gelte. Nach Betrachtung aller Aspekte des Problems kann man zusammenfassend feststellen, dass sowohl die Gegner als auch die Befürworter der Mundartpflege überzeugende Argumente und Beispiele für ihre jeweilige Einstellung bringen können. Ich persönlich ziehe aus diesen Überlegungen das Fazit, dass die Pflege des Dialekts zwar Teil des (deutschen) Kulturgutes ist und dementsprechend bewahrt und geschützt werden sollte, der Fokus jedoch nicht zu sehr auf diesen Sprachsystemen sondern eher auf der Standardsprache liegen sollte. Dies lässt sich unter anderem damit begründen, dass so Kommunikationsschwierigkeiten vermieden werden können und der Dialekt außerdem vor allem auf beruflicher Ebene immer noch als unprofessionell wahrgenommen wird. Des Weiteren denke ich, dass langfristig gesehen der durchweg gesunde und natürliche Sprachwandel nicht künstlich umgelenkt oder unterbrochen werden sollte. Es muss sich in den nächsten Jahren noch herausstellen, inwieweit die Dialekte eine Bedeutung haben und inwiefern sich die Identität mit der Heimat langfristig gesehen über Sprache definieren wird. Mit Blick auf das genannte Beispiel des Lehrers Stefan Liebkind wäre es sicherlich wünschenswert, dass die Standardsprache von jedem verstanden und angewendet werden kann, unabhängig davon, ob oder wie stark die eigene Mundart auch in der Schule gefördert wird. Dialekt definieren Materialgestütztes Verfassen eines Textes mit fachspezifischem Bezug (überwie- gend argumentativer Charakter) Aufgabenstellung Situation: Das Landestheater hat an unterschiedlichen Schulen ein Theaterstück in dem für Ihre Region typischen Dialekt aufgeführt. Ausgehend von diesen Aufführungen möchten mehrere Schulleitungen nun den Dialekt Ihrer Region stärker berücksichtigen und schlagen daher verschiedene Maßnahmen zur Mund- artpflege vor (AG, Projektkurs, Teilnahme an Wettbewerben, Dialekte im Deutsch- und Geschichtsun- terricht etc.). Probeklausur Eine regionale Tageszeitung hat das Thema aufgegriffen und in ihrem Lokalteil kritisch darüber be- richtet. Da auch an Ihrer Schule eine kontroverse Diskussion über das Thema entbrannt ist, haben Sie sich entschieden, einen Leserbrief an die Tageszeitung zu schicken, in dem Sie die Frage ,,Mundart- pflege in der Schule - Ja oder Nein?" erörtern und zu ihr aus Ihrer Sicht begründet Stellung nehmen. Sie wollen mit diesem Text zu einer fruchtbaren, fachlich fundierten Diskussion beitragen. Für Wieder -> Wissen =>Heining Schreibauftrag: Verfassen Sie auf der Grundlage der Materialien M 1 bis M 7 und Ihrer Kenntnisse aus dem Unterricht diesen Leserbrief, in dem Sie das Thema und seine Bedeutung einführend darlegen, Ausgangssituation die Entwicklung der Dialekte in Deutschland darstellen und die Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen, erläutern, objektiv, Reproduktion ● ● Argumente, die für und gegen eine stärkere Berücksichtigung des Dialekts in der Schule sprechen, darstellen und erläutern, zur Frage begründet Stellung nehmen Fazit und zugleich in Ihren Ausführungen relevante Aspekte fachlichen Kontextwissens einbeziehen. Der Text sollte mindestens zwei gedruckte DIN-A4-Seiten, also etwa fünf Spalten auf Klausurbögen, umfassen. Materialgrundlage M 1: Dialekt: Lexikonartikel → definieren M 2: Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch M 3: Statistik einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach M 4: Mütter, Medien, Mobilität - Warum Dialekte sterben M 5: Hans Kratzer: Dialekt macht schlau M 6: ,,In Deutschland sterben die Dialekte aus" (Interview) M 7: Raphael Geiger: Dialekt an Schulen. Bloß nicht nach Niederbayern! Erfahrungsbericht M 1 Dialekt: Lexikonartikel Sprachsystem [...], das (a) zu anderen Systemen ein hohes Maß an Ähnlichkeit aufweist, so daß eine - zumindest partielle - wechselseitige Verstehbarkeit möglich ist; (b) regional ge- bunden ist in dem Sinne, daß die regionale Verbreitung dieses Systems nicht das Gebrauchs- gebiet eines anderen Systems überlappt; (c) keine Schriftlichkeit bzw. Standardisierung im 5 Sinne offiziell normierter orthographischer und grammatischer Regeln aufweist. [...] Die Be- zeichnung D. (als Fremdwort) wird in der Regel synonym verwendet mit ,Mundart'. [...] Vorurteil Materialien Gegen- argumente Quelle: Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 4., durchgesehene und bibliograpisch ergänzte Auflage unter Mitarbeit von Hartmut Lauffer. Stuttgart: Kröner 2008, S. 131. M 2 Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch [...] Wer Dialekt spricht, ist provinziell und ungebildet: Dieses vernichtende Urteil galt bis in die 1960er Jahre. Dann machte sich die Globalisierung bemerkbar und brachte den Berufsnomaden mit fließendem Englisch und perfektem Hochdeutsch hervor. Das schien das endgültige Aus für den Dialekt. Kulturteil 5 Aber es kam anders. Die Dialekte kehren zurück!" So las man seit den 1970er Jahren immer wieder in den Feuilletons der gehobenen Presse. Spiegel und Zeit stellten Globalisierung und Dialekt in einen direkten Zusammenhang, sahen im Dialekt förmlich eine Konterrevolution gegen Internationalisierung und Mobilität, Modernisierung und Medienherrschaft Es war von sprachlicher ,,Nestwärme“ angesichts von ,,Nation-Hopping" die Rede. Der Dialekt erschien 10 als gesprochene Heimat, als Heimat auf der Zunge". [...] Statt Ende also Wende? Einiges spricht dafür. Wer Moderatoren in Rundfunk und Fernsehen ,,aufs Maul schaut", erkennt leichte dialektale Färbungen, die früher tabu waren. Man fürchtet sich mittlerweile offenbar nicht mehr oder jedenfalls weniger vor dem regionalen Erken- nungszeichen, das längst kein soziales mehr ist. Die Kommissare in den Fernsehkrimis bayern 15 sogar recht kräftig daher oder snacken niederdeutsch. Und oft sind es die Täter, die ein reines Hochdeutsch sprechen. Die Sympathieverteilung ist also eindeutig: Dialekt weckt Vertrauen. Mag Hochdeutsch im Beruf Prestige verleihen, im Gespräch mit dem fremden Kunden oder dem ausländischen Geschäftspartner Seriosität signalisieren - Wärme erzeugt es nicht, für Nähe sorgt eher der Dialekt. 20 Und doch ist bei der Beurteilung Vorsicht geboten: Die Dialekte kehren nicht in der Form zurück, wie man sie aus wirklich alten Zeiten kennt, als die Schwaben die Rheinländer nicht verstanden und umgekehrt. ,,Rückkehr der Dialekte" meint nicht, dass die Hochsprache ihre alten Konkurrenten mit eigener Aussprache und speziellem Wortschatz zurückerhält. Diese Art von Dialekt befindet sich im Gegenteil heute in Schwierigkeiten. In Norddeutschland ist 25 sein Rückgang dramatisch, im Süden eher schleichend. Selbst in einer Region mit guter Dia- lektbasis wie der Pfalz verliert einer Untersuchung des Jahres 1990 zufolge jede Generation neun Prozent des dialektalen Wortschatzes. Verhältnisse wie im 19. und auch noch frühen 20. Jahrhundert, als die meisten Menschen neben der Hochsprache für die Schrift einen Dialekt für den mündlichen Verkehr beherrschten, sind endgültig Geschichte. Man kann, muss dies 30 jedoch nicht bedauern. [...] Quelle: Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch. Ein Streifzug durch unsere Dialekte. Berlin: Ullstein 2011, S. 11f. defi- nieren

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Formen" mehr und mehr aussterben. Der Experte Karl-Heinz Göttert beschreibt die Entwicklung des Dialekts als Folge der Globalisierung und Modernisierung, während andere Wissenschaftler das langsame Aussterben der Dialekte auf folgende Faktoren schieben: Erstens sprächen Mütter mit ihren Kindern Hochdeutsch anstelle des Dialekts, damit diese keine Nachteile in der Schule erlitten sowie als ungebildet angesehen werden. Zweitens habe die Standardsprache vermehrt durch die Verbreitung der Medien in den Haushalten Einzug gehalten, wodurch die Dialekte mehr und mehr verdrängt würden. Drittens gilt das Standarddeutsch als „Kompromiss zur gemeinsamen Verständigung“ durch zunehmende Mobilität. Um noch einmal zur Ausgangsfrage „Mundartpflege in der Schule Ja oder Nein?" zurückzukommen, werde ich im Anschluss die Argumente beider Lager entfalten, wobei ich den Schwerpunkt auf die Aspekte Kommunikation, Verständlichkeit und Identität legen werde. Befürworter der Förderung heben hervor, dass der Dialekt einen Teil der Heimat bewahre und widerspiegele und somit als Kulturgut zur Erhaltung der Sprache und zur eigenen sowie zur Identität der Heimat gehöre. Dagegen halten Kritiker, dass es unter Umständen zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten und Verständnisproblemen kommen könne, was wiederum zu Missverständnissen oder Uneinigkeiten führe. Eine Erfahrung, die beispielhaft angeführt wird, ist außerdem die des Lehrers Stefan Liebkind, der als Kunst- und Englischlehrer eine zeitlang an einer Schule in Niederbayern arbeitete. Dabei kam es zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten, da die Schüler größtenteils in ihrer bayerischen Mundart gesprochen haben, was wiederum von Stefan Liebkind nicht verstanden werden konnte. Daraus resultieren unter Umständen auch ungerechte Notenbewertungen, die zu Unzufriedenheit führt, da der Lehrer beispielsweise unverstandene Wortmeldungen gleichen Inhalts wie verstandene Wortmeldungen nicht bewerten kann. Andererseits halten Befürworter dem entgegen, dass wissenschaftlich gesehen die Dialekte keine Bedrohung für das Deutsche darstellen sondern das Gegenteil der Fall sei. So würden dialektsprechende Schüler rund 30 Prozent weniger Rechtschreibfehler machen als Schüler, die lediglich Hochdeutsch sprechen und schreiben können, nicht jedoch einen Dialekt. Das wurde außerdem wissenschaftlich über mehrere Jahre hinweg anhand einer Untersuchung der Universität Oldenburg herausgefunden. Einschränkend kann ferner angemerkt werden, dass eine Vermischung des Hochdeutschen und der Dialekte, auch „Sprachen-Multi-Kulti“ genannt, auch nicht Sinn und Zweck der Mundartförderung sei und dementsprechend der Fokus weniger auf die regionalen Dialekte und dafür vermehrt auf das Hochdeutsche gelegt werden sollte. Eine Vermischung der Sprachsysteme, also weder die Beherrschung der eigenen Mundart noch des Hochdeutschen, sei ein großes Problem, das es zu vermeiden gelte. Nach Betrachtung aller Aspekte des Problems kann man zusammenfassend feststellen, dass sowohl die Gegner als auch die Befürworter der Mundartpflege überzeugende Argumente und Beispiele für ihre jeweilige Einstellung bringen können. Ich persönlich ziehe aus diesen Überlegungen das Fazit, dass die Pflege des Dialekts zwar Teil des (deutschen) Kulturgutes ist und dementsprechend bewahrt und geschützt werden sollte, der Fokus jedoch nicht zu sehr auf diesen Sprachsystemen sondern eher auf der Standardsprache liegen sollte. Dies lässt sich unter anderem damit begründen, dass so Kommunikationsschwierigkeiten vermieden werden können und der Dialekt außerdem vor allem auf beruflicher Ebene immer noch als unprofessionell wahrgenommen wird. Des Weiteren denke ich, dass langfristig gesehen der durchweg gesunde und natürliche Sprachwandel nicht künstlich umgelenkt oder unterbrochen werden sollte. Es muss sich in den nächsten Jahren noch herausstellen, inwieweit die Dialekte eine Bedeutung haben und inwiefern sich die Identität mit der Heimat langfristig gesehen über Sprache definieren wird. Mit Blick auf das genannte Beispiel des Lehrers Stefan Liebkind wäre es sicherlich wünschenswert, dass die Standardsprache von jedem verstanden und angewendet werden kann, unabhängig davon, ob oder wie stark die eigene Mundart auch in der Schule gefördert wird. Dialekt definieren Materialgestütztes Verfassen eines Textes mit fachspezifischem Bezug (überwie- gend argumentativer Charakter) Aufgabenstellung Situation: Das Landestheater hat an unterschiedlichen Schulen ein Theaterstück in dem für Ihre Region typischen Dialekt aufgeführt. Ausgehend von diesen Aufführungen möchten mehrere Schulleitungen nun den Dialekt Ihrer Region stärker berücksichtigen und schlagen daher verschiedene Maßnahmen zur Mund- artpflege vor (AG, Projektkurs, Teilnahme an Wettbewerben, Dialekte im Deutsch- und Geschichtsun- terricht etc.). Probeklausur Eine regionale Tageszeitung hat das Thema aufgegriffen und in ihrem Lokalteil kritisch darüber be- richtet. Da auch an Ihrer Schule eine kontroverse Diskussion über das Thema entbrannt ist, haben Sie sich entschieden, einen Leserbrief an die Tageszeitung zu schicken, in dem Sie die Frage ,,Mundart- pflege in der Schule - Ja oder Nein?" erörtern und zu ihr aus Ihrer Sicht begründet Stellung nehmen. Sie wollen mit diesem Text zu einer fruchtbaren, fachlich fundierten Diskussion beitragen. Für Wieder -> Wissen =>Heining Schreibauftrag: Verfassen Sie auf der Grundlage der Materialien M 1 bis M 7 und Ihrer Kenntnisse aus dem Unterricht diesen Leserbrief, in dem Sie das Thema und seine Bedeutung einführend darlegen, Ausgangssituation die Entwicklung der Dialekte in Deutschland darstellen und die Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen, erläutern, objektiv, Reproduktion ● ● Argumente, die für und gegen eine stärkere Berücksichtigung des Dialekts in der Schule sprechen, darstellen und erläutern, zur Frage begründet Stellung nehmen Fazit und zugleich in Ihren Ausführungen relevante Aspekte fachlichen Kontextwissens einbeziehen. Der Text sollte mindestens zwei gedruckte DIN-A4-Seiten, also etwa fünf Spalten auf Klausurbögen, umfassen. Materialgrundlage M 1: Dialekt: Lexikonartikel → definieren M 2: Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch M 3: Statistik einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach M 4: Mütter, Medien, Mobilität - Warum Dialekte sterben M 5: Hans Kratzer: Dialekt macht schlau M 6: ,,In Deutschland sterben die Dialekte aus" (Interview) M 7: Raphael Geiger: Dialekt an Schulen. Bloß nicht nach Niederbayern! Erfahrungsbericht M 1 Dialekt: Lexikonartikel Sprachsystem [...], das (a) zu anderen Systemen ein hohes Maß an Ähnlichkeit aufweist, so daß eine - zumindest partielle - wechselseitige Verstehbarkeit möglich ist; (b) regional ge- bunden ist in dem Sinne, daß die regionale Verbreitung dieses Systems nicht das Gebrauchs- gebiet eines anderen Systems überlappt; (c) keine Schriftlichkeit bzw. Standardisierung im 5 Sinne offiziell normierter orthographischer und grammatischer Regeln aufweist. [...] Die Be- zeichnung D. (als Fremdwort) wird in der Regel synonym verwendet mit ,Mundart'. [...] Vorurteil Materialien Gegen- argumente Quelle: Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 4., durchgesehene und bibliograpisch ergänzte Auflage unter Mitarbeit von Hartmut Lauffer. Stuttgart: Kröner 2008, S. 131. M 2 Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch [...] Wer Dialekt spricht, ist provinziell und ungebildet: Dieses vernichtende Urteil galt bis in die 1960er Jahre. Dann machte sich die Globalisierung bemerkbar und brachte den Berufsnomaden mit fließendem Englisch und perfektem Hochdeutsch hervor. Das schien das endgültige Aus für den Dialekt. Kulturteil 5 Aber es kam anders. Die Dialekte kehren zurück!" So las man seit den 1970er Jahren immer wieder in den Feuilletons der gehobenen Presse. 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Mag Hochdeutsch im Beruf Prestige verleihen, im Gespräch mit dem fremden Kunden oder dem ausländischen Geschäftspartner Seriosität signalisieren - Wärme erzeugt es nicht, für Nähe sorgt eher der Dialekt. 20 Und doch ist bei der Beurteilung Vorsicht geboten: Die Dialekte kehren nicht in der Form zurück, wie man sie aus wirklich alten Zeiten kennt, als die Schwaben die Rheinländer nicht verstanden und umgekehrt. ,,Rückkehr der Dialekte" meint nicht, dass die Hochsprache ihre alten Konkurrenten mit eigener Aussprache und speziellem Wortschatz zurückerhält. Diese Art von Dialekt befindet sich im Gegenteil heute in Schwierigkeiten. In Norddeutschland ist 25 sein Rückgang dramatisch, im Süden eher schleichend. Selbst in einer Region mit guter Dia- lektbasis wie der Pfalz verliert einer Untersuchung des Jahres 1990 zufolge jede Generation neun Prozent des dialektalen Wortschatzes. Verhältnisse wie im 19. und auch noch frühen 20. Jahrhundert, als die meisten Menschen neben der Hochsprache für die Schrift einen Dialekt für den mündlichen Verkehr beherrschten, sind endgültig Geschichte. Man kann, muss dies 30 jedoch nicht bedauern. [...] Quelle: Karl-Heinz Göttert: Alles außer Hochdeutsch. Ein Streifzug durch unsere Dialekte. Berlin: Ullstein 2011, S. 11f. defi- nieren