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Romantik als Kunst- und Literaturepoche

Romantik als Kunst- und Literaturepoche

 ROMANTIK als Kunst- und Literaturepoche (ca. 1795-1848) sowie als Lebensgefühl
Frühromantik: 1795 - 1804
Hochromantik: 1805 - 1815
Spätroma
 ROMANTIK als Kunst- und Literaturepoche (ca. 1795-1848) sowie als Lebensgefühl
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Kalea C.

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Romantik als Kunst- und Literaturepoche (ca. 1795-1848) sowie als Lebensgefühl -Gedichtvergleich - Auffassung zur Kunst - Merkmale der Literatur - Motive, Inhalte, Themen - Wertevorstellungen - prägende Gefühle - historischer Kontext -Phasen des Realismus

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ROMANTIK als Kunst- und Literaturepoche (ca. 1795-1848) sowie als Lebensgefühl Frühromantik: 1795 - 1804 Hochromantik: 1805 - 1815 Spätromantik: 1816-1830/40/48 Titel und Inhalt in Bezug Joseph von Eichendorff: Wünschelrute (1835) Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort. Wünschelrute = Y-förmig gegabeltes, aus einer Astgabel o. gebogenem Draht gefertigtes Instrument, das in der Hand eines sogenannten Rutengängers auf Anziehungskräfte oder Ausstrahlungen von Erzen und Metallen, (...) oder verborgenen Gegenständen im Erdreich reagieren soll 1. Vers: ,,Dinge" schlummern im Erdreich; ,,Lied" bezieht sich auf das Instrument Wünschelrute → „Dinge" erzeugen ein „Lied" 2. Vers: man „träumt" von verborgenen Schätzen 3. Vers: trifft die Wünschelrute das Verborgene, spielt das „Instrument“ („singen“) 4. Vers: wenn Wünschelrute auf Verborgenes (,,Zauberwort“) trifft, ,,singt die Welt"; „Zauberwort" kann aber auch als Zauberwort gedeutet werden, wie z. B. ein wunder Punkt bei einem Menschen trifft man bestimmten Bereich, löst es Gefühle, Reaktionen aus Novalis: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren (1800) Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen, Wenn die, so singen und küssen, Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freie Lebensgefühl Und in die Welt wird zurückbegeben, Wenn dann sich wieder Licht und Schatten Zu echter Klarheit werden gatten Und man in Märchen und Gedichten Erkennt die wahren Weltgeschichten, Dann fliegt vor Einem geheimen Wort Das ganze verkehrte Wesen fort. I Verbindung von Aufbau/ Satzstruktur und Aussagen Von Eichendorff beleuchtet in vier Versen die Beschreibung einer Wünschelrute und lässt trotzdem noch Spielraum für eine eigene Interpretation...

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zum Beispiel im Bezug auf den Menschen. Paarreim Komma trennt die Paarreim-Paare am Ende des Verses (außer Vers 8) Vers 1-7: jeder zweite Versanfang mit „Wenn“ ,,Gerader Vers" (1,4,6,8,10,12): beschäftigt sich mit „realitätsnahen" Inhalten (z.B. „Klarheit, ,,wahre Weltgeschichten") ,,Ungerader Vers" (2,3,5,7,9,11): fantasievoll, realitätsfern (z.B. ,,Märchen und Gedichten", „singen oder küssen",...) Novalis stellt in seinem Gedicht die nüchterne und die verspielte Seite gegenüber. Die Aussage des Gedichtes bezieht sich auf den Erhalt der Fantasie, denn wenn nur die nüchterne Welt existiert, verliert die Welt ein Stück („Dann fliegt [...]/ Das ganze verkehrte Wesen fort.") AUFFASSUNG ZUR KUNST „Sinn für Poesie“: […] der Sinn für das Eigentümliche, Personelle, Unbekannte, Geheimnisvolle, zu Offenbarende, das Notwendigzufällige. Er stellt das Undarstellbare dar. Er sieht das Unsichtbare, fühlt das Unfühlbare. (Novalis) „Die Welt muß romantisiert werden.“ (Novalis) → „qualitative Potenzierung“ („[…] dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe [...]") „Wenn ich [...] alles recht bedenke, so scheint es mir, als wenn ein Geschichtsschreiber notwendig auch ein Dichter sein müßte, [...]. [...] Es ist mehr Wahrheit in ihren Märchen als in gelehrten Chroniken." (Novalis) MERKMALE DER LITERATUR „Die Lyrik ist das Poetische schlechthin. [...] Sie ist die feinste und reizvollste Blüte der Dichtung. Sie ist Magie. Jedes Wort ist Beschwörung. Der Dichter ist ein Zauberer. [...] Seine Bilder sind Chiffre. Richtigkeit, Deutlichkeit, Vollständigkeit, Reinheit, Ordnung sind nicht das Ziel der Lyrik.“ (Novalis) fokussiert sich auf Gefühl, Leidenschaft, Individualität & setzt auf mittelalterliche Helden umfasst alle Gattungen (in Form von Romanen, Gedichten, Volkslieder, Märchen, Sagen) → Gattungsgrenzen sollten überwunden werden Neuerung: Kurzgeschichte (eingeführt von Edgar Allen Poe) Ideal der Universalpoesie progressive Universalpoesie = Künstler als freischaffendes Genie vereint Wissenschaft, Kunst und Poesie miteinander Motive ● ● ● ● ● Sprache: emotional, bildhaft Verwendung von mystischen Worten (Nebel, Geist,...) klassisches Rollenbild „gut gegen böse“ etablierte sich ● verschiedene Gattungen miteinander verbunden (in Roman wird Gedicht eingefügt) wiederkehrende Schauplätze (Natur, ruinenhafte Gebäude) + wiederkehrende Inhalte (einbrechende Nacht, Wechsel der Jahreszeiten) Sinnbild ,,Blaue Blume" Bewusstseinsebenen verbunden (Traum- Realität- Wahnvorstellung) Blaue Blume = wichtigstes Symbol der Romantik Themen Seele ● Zeitformen vermischt (Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft) Grenze zwischen Kunst und Realität aufheben Poetisierung des Lebens progressiv = verändert sich ständig (progressiv, weil sie ewig im Werden ist) Hang zur Improvisation, Phantasie und Kreativität steht über allem Roman = wichtigstes Instrument zur Veröffentlichung von Gedanken romantische Ironie: Autor kann sein Werk bzw. die erzeugte Stimmung bewusst zerstören (soll auf künstlichen Charakter des Textes hinweisen) offene Formen: Gedichte und Literatur haben kein festes Schema MOTIVE, INHALTE, THEMEN steht für romantische Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, Unendlichen u. Unbedingten Verbindung zw. Mensch und Natur Symbol der Wanderschaft (geht auf altdeutsche Sage zurück) → Novalis benutzte Symbol in ,,Heinrich von Ofterdingen“ – Ableitung des Sehnsuchtssymbol Fernweh Todessehnsucht Spiegel- und Nachtmotiv (steht nicht nur für Dunkelheit, sondern auch für das Geheimnisvolle, ebenso für die Quelle der Liebe, für Tod und Vergänglichkeit) Sehnsuchtsmotiv (Wanderer- und Reisemotiv) ● ● ● ● Gefühle Individualität Leidenschaft Vergangenheit ● Psyche → subjektive Gefühle stehen über dem Verstand Schauplätze: Natur, Ruinen, Burgen, Friedhöfe Inhalte soziale Umstände und gefühlskalte Welt veranlassen Romantiker zur Weltflucht in Mystizismus und Phantasie Schönheit der Natur und das Mittelalter wurden vereint Einheit von Mensch, Natur und Gott herstellen WERTVORSTELLUNGEN „Es gibt keinen wahren Realismus als den der Poesie." (Friedrich Schlegel) „Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht." (Caspar David Friedrich) reges Gefühlsleben der Menschen PRÄGENDE GEFÜHLE „Den nüchternen, kahlen Boden des Alltags verlassen, in gesteigerter Gefühlstätigkeit sich ahnungsvoll dem Unbeschreiblichen nähern […]“ ( Waldemar Oehlke) → Ziel: Realität und den schwierigen Alltag durch Poesie zu überwinden ,,Der wesentliche Sinne des Lebens ist Gefühl. Zu fühlen, dass wir sind, und sei es durch den Schmerz." (Lord Byron) Fantasie, Gefühle, Träume Weltschmerz, Wahnsinn, Angst HISTORISCHER KONTEXT Deutschland zum Ende des 18. Jahrhunderts im Wechsel von feudaler zur bürgerlichen Gesellschaft Französische Revolution (1789) prägte Gesellschaft weitere historische Ereignisse: Selbstkrönung Napoleons 1804, Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806, Gründung des Rheinbundes, Preußischen Reformen (1807, 1814), Befreiungskriege, Deutscher Bund (1815), Entfaltung der national-liberalen Bewegung ● Beginn des industriellen Zeitalters und der wirtschaftlichen Revolution Leistungsgesellschaft entstand, neue soziale Schichten entstanden, neue Erfindungen industrielle Gesellschaft (harte Arbeit - wenig Lohn) Romantiker übten Kritik an neuen Gesellschaftsnormen → befürchteten Entfremdung des Menschen von sich selbst Bürger sehnten sich nach Identität und Nationalgefühl PHASEN Frühromantik (1795-1804) Jenaer Romantik ● ● ● kritisch-wissenschaftlich eingestellt enge Verbindung zum Christentum (katholische Religion besonders) keine systematischen Texte veröffentlicht Zeitschrift „Äthenäum“ (1798-1800) als literarisches Organ ODPOPE ● ● ● Fichte (1762-1814), Schelling (1775-1854), Schleiermacher (1768-1834), Novalis (1772-1801), Friedrich Schlegel (1772-1829), August Wilhelm Schlegel (1767-1845) Vertreter: Fichte, Schelling, Schleiermacher, Novalis Wortführer: August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel Abwendung von antiken Mustern Rückbesinnung auf mittelalterliche Dichtung Hochromantik (1805-1815) Heidelberger Romantik (Nebenzentrum: Berlin) Vertreter: Wilhelm und Jacob Grimm, Brentano, Görres, Achim von Arnim nachfolgende Generationen der Jenaer Strömung griffen theoretischen Konzepte aus Jena aus & bezogen sich kritisch auf sie Wertschätzung nationaler Traditionen ● ● ● Bemühen um geistige Einheit Volkspoesie alte Stoffe (Sagen, Fabeln, ...) gesammelt, teilweise überarbeitet und neu publiziert beschäftigten sich mit Sprach-, Geschichts- und Mythenforschung (→ sollten auch deutschem Nationalbewusstsein zuarbeiten) waren der Ansicht, Tugenden und Fähigkeiten der Vorzeit würden schlummern und warten, wiederentdeckt zu werden Zeitschrift „Zeitung für Einsiedler" (1808) erstmals gewann dt. Literatur großen Einfluss auf ausländisches Schrifttum Joseph von Eichendorff (178-1857): Sehnsucht Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. 5 Das Herz mir im Leibe entbrennte, Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Titel Autor Epoche Stimmung Thema Lyrische Situation Lyrischer Sprecher Reimschema Metrum Aufbau inhaltliche Analyse Sehnsucht Joseph von Eichendorff 1834, Romantik ● ● ● ● Zwei junge Gesellen gingen 10 Vorüber am Bergeshang, Ich hörte im Wandern sie singen Die stille Gegend entlang: Von schwindelnden Felsenschlüften, Wo die Wälder rauschen so sacht, 15 Von Quellen, die von den Klüften Sich stürzen in die Waldesnacht. Reiselust, Fernweh, Wunsch Pantheismus ● Motive: Nacht, Sehnsucht, Reiselust sentimental, melancholisch, träumerisch anfangs traurig, später aufmunternde Vorstellungen ● nachts am offenen Fenster (V. 2) hört Horn in Ferne (V. 4) schaut in die Ferne (V. 3) Lyrisches Ich Kreuzreim (abab) 3-hebiges Metrum zwei Ebenen: Gegenwart (lyr. Ich im Zimmer) und Fantasie (lyr. Ich in der Ferne auf Reisen) (→ Universalpoesie ?) Sie sangen von Marmorbildern, Von Gärten, die überm Gestein In dämmernden Lauben verwildern, 20 Palästen im Mondenschein, Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.- erscheinen Art des Gedichts: Lied (vierversige Strophengliederung; einfaches, singbares Reimschema) • 2. Strophe ist Schwerpunkt/Mitte des Gedichtes 1. Strophe: 3 Strophen mit je 8 Versen mehrere Enjambements lässt Gedichtverse flüssiger lyrische Situation wird vorgestellt Lyrisches Ich scheint „gefangen zu sein" → schaut nur aus Fenster ist „einsam" (V. 2) sehnt sich nach der Ferne (vgl. V. 5) Nacht (vgl. V. 1) Wunsch nach Mitreise (vgl. V. 7) endet mit „[...]nacht" (V. 8) Sprache stilistische Mittel 2. Strophe: ● ● ● 3. Strophe: ● Fernweh zieht Lyrisches Ich vom Fenster weg → scheint das Reisen mitzuerleben ● Naturbilder werden verwendet harmonische Stimmung in Bergesnähe (vgl. V.10-12) würde mir ,,jungen Gesellen" (V. 9) am liebsten mitwandern → symbolisieren Freiheit, nachdem sich das lyrische Ich sehnt personifizierte Naturvorstellungen endet ebenfalls auf „[...]nacht“ (V. 16) keine „natürliche“ Natur mehr →→ „Gärten“, „Lauben" (V. 18-19) Vers 17-20: passen nicht in das Gedicht künstlich, zeigt romantische Ironie lyrischer Sprecher zerstört harmonische Naturgedanken mit künstlicher Natur und Bauten („Palästen“ V. 20, ,,Marmorbildern" V. 17) „Marmorbilder" (V. 17) → Anspielung/Kritik an Antike/Klassik Wiederkehren des Substantivs „Fenster" (V. 21) → Strophe 1 und 3 bilden Rahmen im Gegensatz zur „stillen Gegend“ (V. 12) jetzt ein „Laute[r] Klang" (V. 22) neben den „jungen Gesellen“ (V. 9) kommt andere Figuren, „die Mädchen" (V. 21) in das Geschehen (→ evtl. auch Sehnsucht nach Liebe) endet ebenfalls auf „[...]nacht“ (V. 24) → „Sommernacht“ wie in erster Strophe → auch Bezug auf Jahreszeiten schlichte, volksnahe Wortwahl keine komplizierten Wörter/Sätze typische mystische Wörter: „Sterne“ (V. 1), „Waldesnacht" (V. 16), ,,Mondenschein" (V. 20) Personifikation: „Klang erwacht" (V. 22) Personifikation: „Brunnen verschlafen rauschen" (V. 24) Interjektion: „Ach" (V. 7) Metapher: ,,Herz mir im Leib entbrennte" (V. 5) → Wunsch nach Freiheit und Mitreisen wird verdeutlicht; neue Dimension Gegensatz: „Fenster [...] [...] Ferne“ (V. 2-3) → lyrische Situation dargestellt und Leser empfindet nachfolgende Inversion: „Am Fenster ich einsam stand“ (V. 2) → Situation wird eindringlicher Enjambement: „Am Fenster [...]/ […] / […] im stillen Land" (V. 2- 4)- → Leser wird vertrauter mit der Situation, bessere Vorstellung Symbol: ,,Fenster“ (V. 2) → Motiv für Romantik, Weg zur Freiheit, Symbol für Sehnsucht

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Richtigkeit, Deutlichkeit, Vollständigkeit, Reinheit, Ordnung sind nicht das Ziel der Lyrik.“ (Novalis) fokussiert sich auf Gefühl, Leidenschaft, Individualität & setzt auf mittelalterliche Helden umfasst alle Gattungen (in Form von Romanen, Gedichten, Volkslieder, Märchen, Sagen) → Gattungsgrenzen sollten überwunden werden Neuerung: Kurzgeschichte (eingeführt von Edgar Allen Poe) Ideal der Universalpoesie progressive Universalpoesie = Künstler als freischaffendes Genie vereint Wissenschaft, Kunst und Poesie miteinander Motive ● ● ● ● ● Sprache: emotional, bildhaft Verwendung von mystischen Worten (Nebel, Geist,...) klassisches Rollenbild „gut gegen böse“ etablierte sich ● verschiedene Gattungen miteinander verbunden (in Roman wird Gedicht eingefügt) wiederkehrende Schauplätze (Natur, ruinenhafte Gebäude) + wiederkehrende Inhalte (einbrechende Nacht, Wechsel der Jahreszeiten) Sinnbild ,,Blaue Blume" Bewusstseinsebenen verbunden (Traum- Realität- Wahnvorstellung) Blaue Blume = wichtigstes Symbol der Romantik Themen Seele ● Zeitformen vermischt (Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft) Grenze zwischen Kunst und Realität aufheben Poetisierung des Lebens progressiv = verändert sich ständig (progressiv, weil sie ewig im Werden ist) Hang zur Improvisation, Phantasie und Kreativität steht über allem Roman = wichtigstes Instrument zur Veröffentlichung von Gedanken romantische Ironie: Autor kann sein Werk bzw. die erzeugte Stimmung bewusst zerstören (soll auf künstlichen Charakter des Textes hinweisen) offene Formen: Gedichte und Literatur haben kein festes Schema MOTIVE, INHALTE, THEMEN steht für romantische Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, Unendlichen u. 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Jahrhunderts im Wechsel von feudaler zur bürgerlichen Gesellschaft Französische Revolution (1789) prägte Gesellschaft weitere historische Ereignisse: Selbstkrönung Napoleons 1804, Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806, Gründung des Rheinbundes, Preußischen Reformen (1807, 1814), Befreiungskriege, Deutscher Bund (1815), Entfaltung der national-liberalen Bewegung ● Beginn des industriellen Zeitalters und der wirtschaftlichen Revolution Leistungsgesellschaft entstand, neue soziale Schichten entstanden, neue Erfindungen industrielle Gesellschaft (harte Arbeit - wenig Lohn) Romantiker übten Kritik an neuen Gesellschaftsnormen → befürchteten Entfremdung des Menschen von sich selbst Bürger sehnten sich nach Identität und Nationalgefühl PHASEN Frühromantik (1795-1804) Jenaer Romantik ● ● ● kritisch-wissenschaftlich eingestellt enge Verbindung zum Christentum (katholische Religion besonders) keine systematischen Texte veröffentlicht Zeitschrift „Äthenäum“ (1798-1800) als literarisches Organ ODPOPE ● ● ● Fichte (1762-1814), Schelling (1775-1854), Schleiermacher (1768-1834), Novalis (1772-1801), Friedrich Schlegel (1772-1829), August Wilhelm Schlegel (1767-1845) Vertreter: Fichte, Schelling, Schleiermacher, Novalis Wortführer: August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel Abwendung von antiken Mustern Rückbesinnung auf mittelalterliche Dichtung Hochromantik (1805-1815) Heidelberger Romantik (Nebenzentrum: Berlin) Vertreter: Wilhelm und Jacob Grimm, Brentano, Görres, Achim von Arnim nachfolgende Generationen der Jenaer Strömung griffen theoretischen Konzepte aus Jena aus & bezogen sich kritisch auf sie Wertschätzung nationaler Traditionen ● ● ● Bemühen um geistige Einheit Volkspoesie alte Stoffe (Sagen, Fabeln, ...) gesammelt, teilweise überarbeitet und neu publiziert beschäftigten sich mit Sprach-, Geschichts- und Mythenforschung (→ sollten auch deutschem Nationalbewusstsein zuarbeiten) waren der Ansicht, Tugenden und Fähigkeiten der Vorzeit würden schlummern und warten, wiederentdeckt zu werden Zeitschrift „Zeitung für Einsiedler" (1808) erstmals gewann dt. 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Reiselust, Fernweh, Wunsch Pantheismus ● Motive: Nacht, Sehnsucht, Reiselust sentimental, melancholisch, träumerisch anfangs traurig, später aufmunternde Vorstellungen ● nachts am offenen Fenster (V. 2) hört Horn in Ferne (V. 4) schaut in die Ferne (V. 3) Lyrisches Ich Kreuzreim (abab) 3-hebiges Metrum zwei Ebenen: Gegenwart (lyr. Ich im Zimmer) und Fantasie (lyr. Ich in der Ferne auf Reisen) (→ Universalpoesie ?) Sie sangen von Marmorbildern, Von Gärten, die überm Gestein In dämmernden Lauben verwildern, 20 Palästen im Mondenschein, Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.- erscheinen Art des Gedichts: Lied (vierversige Strophengliederung; einfaches, singbares Reimschema) • 2. Strophe ist Schwerpunkt/Mitte des Gedichtes 1. Strophe: 3 Strophen mit je 8 Versen mehrere Enjambements lässt Gedichtverse flüssiger lyrische Situation wird vorgestellt Lyrisches Ich scheint „gefangen zu sein" → schaut nur aus Fenster ist „einsam" (V. 2) sehnt sich nach der Ferne (vgl. V. 5) Nacht (vgl. V. 1) Wunsch nach Mitreise (vgl. V. 7) endet mit „[...]nacht" (V. 8) Sprache stilistische Mittel 2. Strophe: ● ● ● 3. Strophe: ● Fernweh zieht Lyrisches Ich vom Fenster weg → scheint das Reisen mitzuerleben ● Naturbilder werden verwendet harmonische Stimmung in Bergesnähe (vgl. V.10-12) würde mir ,,jungen Gesellen" (V. 9) am liebsten mitwandern → symbolisieren Freiheit, nachdem sich das lyrische Ich sehnt personifizierte Naturvorstellungen endet ebenfalls auf „[...]nacht“ (V. 16) keine „natürliche“ Natur mehr →→ „Gärten“, „Lauben" (V. 18-19) Vers 17-20: passen nicht in das Gedicht künstlich, zeigt romantische Ironie lyrischer Sprecher zerstört harmonische Naturgedanken mit künstlicher Natur und Bauten („Palästen“ V. 20, ,,Marmorbildern" V. 17) „Marmorbilder" (V. 17) → Anspielung/Kritik an Antike/Klassik Wiederkehren des Substantivs „Fenster" (V. 21) → Strophe 1 und 3 bilden Rahmen im Gegensatz zur „stillen Gegend“ (V. 12) jetzt ein „Laute[r] Klang" (V. 22) neben den „jungen Gesellen“ (V. 9) kommt andere Figuren, „die Mädchen" (V. 21) in das Geschehen (→ evtl. auch Sehnsucht nach Liebe) endet ebenfalls auf „[...]nacht“ (V. 24) → „Sommernacht“ wie in erster Strophe → auch Bezug auf Jahreszeiten schlichte, volksnahe Wortwahl keine komplizierten Wörter/Sätze typische mystische Wörter: „Sterne“ (V. 1), „Waldesnacht" (V. 16), ,,Mondenschein" (V. 20) Personifikation: „Klang erwacht" (V. 22) Personifikation: „Brunnen verschlafen rauschen" (V. 24) Interjektion: „Ach" (V. 7) Metapher: ,,Herz mir im Leib entbrennte" (V. 5) → Wunsch nach Freiheit und Mitreisen wird verdeutlicht; neue Dimension Gegensatz: „Fenster [...] [...] Ferne“ (V. 2-3) → lyrische Situation dargestellt und Leser empfindet nachfolgende Inversion: „Am Fenster ich einsam stand“ (V. 2) → Situation wird eindringlicher Enjambement: „Am Fenster [...]/ […] / […] im stillen Land" (V. 2- 4)- → Leser wird vertrauter mit der Situation, bessere Vorstellung Symbol: ,,Fenster“ (V. 2) → Motiv für Romantik, Weg zur Freiheit, Symbol für Sehnsucht