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„San Salvador“ Analyse Kurzgeschichte

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11/12/10

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„San Salvador“ Analyse Kurzgeschichte

 In der Kurzgeschichte „San Salvador", geschrieben von Peter Bichsel und
veröffentlicht 1964, geht es um die unumgänglichen und monotonen
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In der Kurzgeschichte „San Salvador", geschrieben von Peter Bichsel und veröffentlicht 1964, geht es um die unumgänglichen und monotonen Verpflichtungen des Familienlebens, die den eigenen Wünschen und Träumen im Weg stehen können, vor allem ausgelöst durch unzulängliche Kommunikation. Nachdem sich der Familienvater Paul eine Füllfeder gekauft hat, spielt er mit dem Gedanken, nach Südamerika auszuwandern und sich somit von Frau und Familie zu trennen. Er kann sich jedoch nicht zum sofortigen Verlassen entschließen und geht unnötigen Tätigkeiten, wie dem Mustern der Kinoinserate nach, obwohl er seine Abschiedsworte direkt zu Anfang aufsetzt. Auch der neuerworbene Füller wird Opfer seiner Prokrastination. Trotz seines deutlich benannten Wunsches, wird es immer offensichtlicher, dass er auf das Heimkommen seiner Frau Hildegard wartet, die sich gerade in einer Probe ihres Kirchenchores befindet. Ohne sich davon beirren zu lassen, spinnt Paul die Fantasien seiner überstürzten Auswanderung im Kopf weiter, hauptsächlich fokussiert er sich dabei auf die Reaktionen seiner Frau, wie ihr möglicher Anruf in seinem Stammlokal. In dieser halben Stunde vor der Rückkehr der Mutter seiner Kinder, setzt der Familienvater seine manisch wirkenden Handlungen fort. Mit dem Ankommen Hildegards und ihrer Frage, ob die Kinder schon schliefen, nimmt die gewohnte Alltagsroutine wieder ihren Lauf. 10.09.21 Der Umfang der Kurzgeschichte ist sehr gering, sowohl Anfang als auch Ende sind offen, wodurch auch die Figuren nicht weiter eingeführt werden....

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Der Handlungsverlauf ist dennoch stark steigend, der Wendepunkte ist gleichzeitig das Ende. Peter Bichsels Werk ist außerdem in einfacher Sprache geschrieben, die den Augenblick eines Dilemmas im Alltag einer gewöhnlichen Familie unterstreicht. Während Paul sich in seinen Gedanken (im Konjunktiv) Vorausdeutenden ausmalt, ist der Rest der Geschichte zunächst zeitdeckend, und nach einem Zeitsprung (vgl. Z.15) schließlich meist zeitraffend verfasst. Berichtet wird die Handlung aus der Sicht eines personalen Erzählers (Paul), in der Er-/Sie-Erzählform. Zudem weist der Text einen Wechsel zwischen stark verschachtelten und stark verkürzten Sätzen auf, die Satzlänge verringert sich, umso näher die Rückkehr Hildegards rückt. Dies verdeutlicht die sich steigernde innere Unruhe, Nervosität und Resignation des Protagonisten, es wird immer klarer, dass er sein Vorhaben nicht mehr wird verwirklichen können. Gestützt wird dieser Aspekt durch mehrere Ellipsen, (vgl. Z.50; Z.23f) die zum einen die Gedankenfetzen widerspiegeln und zum anderen eine gewisse angespannte Atmosphäre vermitteln. Die bereits benannte Prokrastination wird hingegen von zeilenlangen Aufzählungen (vgl. Z.1-6) charakterisiert, die Hauptfigur wirkt zum einen abgelenkt und gedankenverloren, zum anderen jedoch bestimmt. Dieser Effekt wird ebenfalls durch viele sich wiederholende Elemente (vgl. Z.25, Z.14 und 50) verstärkt. Ein weiterer, sich durch die ganze Kurzgeschichte ziehender Faktor, ist die komplizierte Beziehung zwischen Hildegard und Paul. Ihr Verhältnis scheint am Boden, ein Indikator hierfür wären die Worte „Sich damit abfinden“ (Z.37 f) die Paul seiner Frau in den Mund legt, nachdem er davon fantasiert Auszuwandern und seine Familie hinter sich zu lassen. Auch die Liebe Hildegards scheint durch die Alltagsroutine wie verloren, die einzige Verbundenheit stellt der gemeinsame Nachwuchs (vgl. Z.52) und die vergangenen Jahre dar, die beiden scheinen sich wie auswendig zu kennen (vgl. Z.39-42). Dies steht jedoch im Kontrast zu der mangelnden Kommunikation des Ehepaars, Paul stellt es schließlich so dar, als wäre seine Frau zumindest anfangs von seinem Plan überrascht (vgl. Z.37f.). Dennoch ist relativ schnell klar, dass der Familienvater seine Wunschvorstellungen, die vorerst durch den Kauf des Füllers realer erschienen, nie in die Tat umsetzen wird. Gegen Ende liest er nochmals die Gebrauchsanweisung des Füllers und lässt seine ursprüngliche Intention wie zum Abschied revue passieren. Der Titel der Geschichte, „San Salvador" der übersetzt so viel wie ,,Heiliger Erlöser" bedeutet, ist zusätzlich ein bewusst ausgewähltes Element. Er ist außerdem der Name einer der größten Städte Mittelamerikas, einem der Orte, zu dem die Hauptfigur zu gerne entfliehen würde. Er symbolisiert folglich abermals dessen überwältigendes Drängen nach einem Neuanfang, der für den Vater fast einer Erlösung gleichkäme. Der bereits erwähnte Füllfederhalter stellt in der Kurzgeschichte das Leitmotiv dar. Für Paul scheint er wie ein Schlüssel zur Freiheit, wie eine Möglichkeit der für ihn eintönigen Routine als Familienvater und Ehemann zu entgehen. Somit kann abschließend gesagt werden, dass es Peter Bichsel gelungen ist, die fehlende Kommunikation und die damit verbundene Unzufriedenheit im Alltag vieler Paare realistisch und ansprechend zu veranschaulichen.

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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In der Kurzgeschichte „San Salvador", geschrieben von Peter Bichsel und veröffentlicht 1964, geht es um die unumgänglichen und monotonen Verpflichtungen des Familienlebens, die den eigenen Wünschen und Träumen im Weg stehen können, vor allem ausgelöst durch unzulängliche Kommunikation. Nachdem sich der Familienvater Paul eine Füllfeder gekauft hat, spielt er mit dem Gedanken, nach Südamerika auszuwandern und sich somit von Frau und Familie zu trennen. Er kann sich jedoch nicht zum sofortigen Verlassen entschließen und geht unnötigen Tätigkeiten, wie dem Mustern der Kinoinserate nach, obwohl er seine Abschiedsworte direkt zu Anfang aufsetzt. Auch der neuerworbene Füller wird Opfer seiner Prokrastination. Trotz seines deutlich benannten Wunsches, wird es immer offensichtlicher, dass er auf das Heimkommen seiner Frau Hildegard wartet, die sich gerade in einer Probe ihres Kirchenchores befindet. Ohne sich davon beirren zu lassen, spinnt Paul die Fantasien seiner überstürzten Auswanderung im Kopf weiter, hauptsächlich fokussiert er sich dabei auf die Reaktionen seiner Frau, wie ihr möglicher Anruf in seinem Stammlokal. In dieser halben Stunde vor der Rückkehr der Mutter seiner Kinder, setzt der Familienvater seine manisch wirkenden Handlungen fort. Mit dem Ankommen Hildegards und ihrer Frage, ob die Kinder schon schliefen, nimmt die gewohnte Alltagsroutine wieder ihren Lauf. 10.09.21 Der Umfang der Kurzgeschichte ist sehr gering, sowohl Anfang als auch Ende sind offen, wodurch auch die Figuren nicht weiter eingeführt werden....

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Der Handlungsverlauf ist dennoch stark steigend, der Wendepunkte ist gleichzeitig das Ende. Peter Bichsels Werk ist außerdem in einfacher Sprache geschrieben, die den Augenblick eines Dilemmas im Alltag einer gewöhnlichen Familie unterstreicht. Während Paul sich in seinen Gedanken (im Konjunktiv) Vorausdeutenden ausmalt, ist der Rest der Geschichte zunächst zeitdeckend, und nach einem Zeitsprung (vgl. Z.15) schließlich meist zeitraffend verfasst. Berichtet wird die Handlung aus der Sicht eines personalen Erzählers (Paul), in der Er-/Sie-Erzählform. Zudem weist der Text einen Wechsel zwischen stark verschachtelten und stark verkürzten Sätzen auf, die Satzlänge verringert sich, umso näher die Rückkehr Hildegards rückt. Dies verdeutlicht die sich steigernde innere Unruhe, Nervosität und Resignation des Protagonisten, es wird immer klarer, dass er sein Vorhaben nicht mehr wird verwirklichen können. Gestützt wird dieser Aspekt durch mehrere Ellipsen, (vgl. Z.50; Z.23f) die zum einen die Gedankenfetzen widerspiegeln und zum anderen eine gewisse angespannte Atmosphäre vermitteln. Die bereits benannte Prokrastination wird hingegen von zeilenlangen Aufzählungen (vgl. Z.1-6) charakterisiert, die Hauptfigur wirkt zum einen abgelenkt und gedankenverloren, zum anderen jedoch bestimmt. Dieser Effekt wird ebenfalls durch viele sich wiederholende Elemente (vgl. Z.25, Z.14 und 50) verstärkt. Ein weiterer, sich durch die ganze Kurzgeschichte ziehender Faktor, ist die komplizierte Beziehung zwischen Hildegard und Paul. Ihr Verhältnis scheint am Boden, ein Indikator hierfür wären die Worte „Sich damit abfinden“ (Z.37 f) die Paul seiner Frau in den Mund legt, nachdem er davon fantasiert Auszuwandern und seine Familie hinter sich zu lassen. Auch die Liebe Hildegards scheint durch die Alltagsroutine wie verloren, die einzige Verbundenheit stellt der gemeinsame Nachwuchs (vgl. Z.52) und die vergangenen Jahre dar, die beiden scheinen sich wie auswendig zu kennen (vgl. Z.39-42). Dies steht jedoch im Kontrast zu der mangelnden Kommunikation des Ehepaars, Paul stellt es schließlich so dar, als wäre seine Frau zumindest anfangs von seinem Plan überrascht (vgl. Z.37f.). Dennoch ist relativ schnell klar, dass der Familienvater seine Wunschvorstellungen, die vorerst durch den Kauf des Füllers realer erschienen, nie in die Tat umsetzen wird. Gegen Ende liest er nochmals die Gebrauchsanweisung des Füllers und lässt seine ursprüngliche Intention wie zum Abschied revue passieren. Der Titel der Geschichte, „San Salvador" der übersetzt so viel wie ,,Heiliger Erlöser" bedeutet, ist zusätzlich ein bewusst ausgewähltes Element. Er ist außerdem der Name einer der größten Städte Mittelamerikas, einem der Orte, zu dem die Hauptfigur zu gerne entfliehen würde. Er symbolisiert folglich abermals dessen überwältigendes Drängen nach einem Neuanfang, der für den Vater fast einer Erlösung gleichkäme. Der bereits erwähnte Füllfederhalter stellt in der Kurzgeschichte das Leitmotiv dar. Für Paul scheint er wie ein Schlüssel zur Freiheit, wie eine Möglichkeit der für ihn eintönigen Routine als Familienvater und Ehemann zu entgehen. Somit kann abschließend gesagt werden, dass es Peter Bichsel gelungen ist, die fehlende Kommunikation und die damit verbundene Unzufriedenheit im Alltag vieler Paare realistisch und ansprechend zu veranschaulichen.