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Sandmann Charakterisierung Clara

Sandmann Charakterisierung Clara

 Charakterisierung Clara
Im Folgenden soll nun die Figur der Clara aus der 1817 verfassten Erzählung „Der
Sandmann" von E.T.A Hoffmann chara

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Lara

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11/12/13

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Heyy, hier ist meine Charakterisierung zur Figur Clara aus der Sandmann-Erzählung von ETA Hoffmann. Wurde von meiner Lehrerin mit 13 Punkten bewertet:)

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Charakterisierung Clara Im Folgenden soll nun die Figur der Clara aus der 1817 verfassten Erzählung „Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann charakterisiert werden. Diese gewinnt durch ihre Verlobung zum Protagonisten Nathanel an entscheidender Bedeutung. Im Laufe der Erzählung wird sie als eine unglaublich aufgeklärte Rationalistin dargestellt, woraus sich die Frage ergibt, ob ihr Charakter wirklich genauso eindimensional ist, wie der von Nathanel, oder ob ihr der Ausgleich zwischen Leben und Poesie gelingt. Diese soll nun unter Bezugnahme ihres Verhaltens, sowie ihren Äußerungen untersucht werden. Wie soeben erwähnt, handelt es sich bei Clara um eine junge Frau, welche mit dem Studenten Nathanael verlobt ist. Zusammen mit ihrem Bruder Lothar, welcher gelichzeitig auch Nathanaels bester Freund darstellt, lebt sie in dem Haus von Nathanael's Mutter. Dieses Arrangement lässt sich durch ihre gemeinsame Vorgeschichte, welche kurz angeschnitten wird, erklären. Demnach handelt es sich bei den Geschwistern um weitläufige Verwandte von Nathanaels Vater, welche kurz nach seinem Tod ebenfalls Waisen wurden. Aus diesem Grund nahm seine Frau die Beiden in ihr Haus auf, wo sie sich mit Nathanael anfreundeten. In den folgenden Jahren entwickelte sich zwischen Clara und Nathanael eine heftige Zuneigung, worauf dann die Verlobung folgte. Ihre noch zu Beginn liebevolle Beziehung endetet im Verlauf der Erzählung zunehmend in Entfremdung, da Clara Nathanaels zunehmend mystischen Gedanken kein Verständnis entgegenbringen kann. Dieser entscheidende Wendepunkt in...

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ihrer Beziehung soll später noch genauer analysiert werden. In der Stadt G. Physik, welcher den Studienort Nathanael's darstellt, wird er ihr mit Olimpia untreu, eine junge Frau, welche sich später als Automaten entpuppt. Trotz dieses Vertrauensbruchs, welcher durch Nathanaels Entgleisung in das Phantastische oder vielmehr in den Wahnsinn begründet wird, ist Clara froh als er davon geheilt zu sein scheint und plant mit ihm die Hochzeit. Doch als die beiden sich auf einem hohen Stadtturm befinden, entdeckt Clara den Advokaten Coppelius, welcher in Nathanael erneuten Wahn auslöst, sodass dieser versucht Clara vom Turm zu stoßen. Nur durch die Hilfe von Lothar bleibt Clara unversehrt, während Nathanel Suizid begeht. Abschließend erfährt der Leser, dass sich Clara mit einem neuen Mann und zwei Kindern ein neues Leben aufbauen konnte, in dem sie Erfüllung findet. Die äußere Erscheinung Claras wird in der Erzählung ausschließlich von männlichen Vertretern beschrieben. So bewundert der Architekt die „reinen Verhältnisse ihres Wuchses" (S.22, Z.38f.), der Maler dagegen „ihr wunderbares Magdalenenhaar" (S.23, Z.3). Nacken, Schulter und Brust seinen zudem keusch geformt (vgl.S23, Z1f.). Obwohl sich laut eines Fantasten in ihren Augen „buntes, heiteres Leben spiegelt" (S.23, Z.9) und sich auf ihren Lippen ein „schwebende[s], feine[s] Lächeln" (S.23, Z17) abzeichnet, gilt sie nicht im traditionellen Sinn als Schönheit. Stattdessen zeichnet sie sich vielmehr durch ihr Auftreten und ihren Charakter aus. Von Fremden wird Clara stets als „kalt, gefühlslos, prosaisch und gescholten" wahrgenommen. Dabei ist sie sich ihres Erscheinungsbilds vollkommend bewusst, da sie sich auch in ihrem Brief an Nathanel nüchtern als kaltes Gemüt, in welches kein Strahl des geheimnisvollen eindringt, beschreibt (vgl S.16, Z.29). Demnach tut sie die Angst ihres Verlobten vor einer feindlichen äußeren Macht, welche in sein Leben eindringt und die Beziehung zu ihr zerstören will, als reines Konstrukt seines Gehirns ab. Sie bestreitet also die Existenz einer solchen dunklen, physischen Macht und bezeichnet sie viel mehr als „Phantom unseres eigenen Ichs" (S.17, Z.32). Indem sie ihm erklärt, dass „nur der Glaube an ihre feindliche Gewalt, sie in der Tat feindlich machen kann“ (S.18,Z.8), unterstellt sie ihm einen schwachen Geist, welchem innere, psychische Probleme zugrunde liegen. Sie betrachtet das Problem ihres Verlobten als seine sich selbsterfüllende Prophezeiung, d.h wenn man davon ausgeht, dass das Böse immer wieder in das eigene Leben eindringen wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies dann auch eintritt. In ihrem Versuch Nathanel aus seiner Verzweiflung zu helfen, geht sie ziemlich bedacht vor und erweist sich generell als sehr realitätsfixiert. Dies wird besonders auffällig, als sie Nathanaels Übertragungsmechanismus zwischen dem Sandmann und Coppelius feststellt und den Tod des Vaters als Unfall erklärt, welcher durch seine eigene Unvorsichtigkeit herbeigeführt worden sei (vgl. S.16, Z.19). Bei diesem Denkprozess lässt sie ihre emotionale Verbundenheit zu Nathanael und die Gefühle, die ihre Erklärung in ihm auslösen könnte völlig außen vor. Genau an dieser Stelle wird Clara als radikaler Gegensatz zu Nathanael entworfen. Sie analysiert stattdessen die Fakten und sucht nach rationalen Gründen. Alles was sich nicht beweisen lässt ist für sie fragwürdig, weshalb sie versucht Nathanael von seinen Hirngespinsten abzubringen. Diese Herangehensweise zeugt zusammen mit ihrer Leugnung des Wunderbaren für einen aufgeklärten Charakter. Ein Indiz hierfür bildet ebenfalls ihr Name, welcher aus dem Lateinischen übersetzt „klar“ oder „hell" bedeutet. Diese Erkenntnis lässt sich auch in Nathanaels Beschreibungen wiederfinden, wo er ihre „helle[n], holde[n], lächelnde Kinderaugen" (S.5,Z.9) oder ihren „hellen Blick“ (S.23,Z.27) bewundert. Da die Augen in der Erzählung oft als Spiegelbild der Seele bezeichnet werden, entsteht auch hier ein Bezug zur Aufklärung. Auch wenn ihre Erklärungen für Nathanaels Kindheitstrauma plausibel und psychologisch schlüssig erscheinen, verfolgt sie eine vollkommen unangemessene Bewältigungsstrategie für ihren Verlobten. Clara überschätzt dabei ihre Selbstheilungskräfte und geht davon aus, dass ihre logisch-nüchterne Argumentation ihn beruhigen wird. Ihr fehlt es dabei gänzlich an Einfühlungsvermögen, welches ihr nicht erlaubt sich auf Nathanaels Ängste einzulassen. Stattdessen versucht sie einem idealtypischen Romantiker zu zeigen, dass es in der Realität nichts Mystisches gibt und empfiehlt ihm Heiterkeit als Strategie der Lebensbewältiung, indem sie sagt „sei heiter-heiter!" (S.18,Z.14). Doch ihr starker Optimismus, hinter dem sich der für die Aufklärung typische Fortschrittsgedanke verbirgt, erreicht jedoch im stets pessimistisch veranlagten Nathanael eine gegenteilige Wirkung. Dieser fühlt sich alleingelassen und verspottet, wodurch sie die Entfremdung zwischen ihnen stark voran treibt. In dieser Situation werden wir Zeuge wie zwei völlig verschiedene Lebens- und Wirklichkeitsauffassungen zusammen prallen. Ein weiterer Grund für ihre Entfremdung stellt die ungleiche Dynamik ihrer Beziehung dar. Demnach ist diese stark von der überzeugten Persönlichkeit Claras geprägt und gibt somit Nathanael das Gefühl nicht akzeptiert zu werden. Für Künstler ist die Zuhörerschafft und das Trachten nach Anerkennung für ihr Werk stets von zentraler Bedeutung. Doch als Clara von seinen Dichtungen gelangweilt ist, ruft sie „Nathanael-mein herzliebender Nathanel!-wirf das tolle-unsinnige-wahnsinnige Märchen ins Feuer,“ (S.28,Z.1) und kreiert so eine unüberwindbare Distanz zwischen ihnen. In diesem Moment zerbricht für Nathanael die Idylle mit Clara, denn für ihn ist sie nun lediglich ein „verdammter, lebloser Automat" Er ist von ihrer Abgrenzung zum Übernatürlichen und ihrer nüchternen Denkweise so erschüttert, dass er sich von ihr abwendet. Aus Claras ursprünglich hellen Augen, blickt ihm nun der Tod entgegen (S.27, Z1). Jedoch lässt sich ebenfalls einwenden, dass ihre Beziehung auch zu guten Zeiten von befremdlicher Kommunikation und Distanz geprägt war. Demnach gelten Nathanaels Briefe nämlich Lothar und nicht Clara und diese erfuhr auch erst in dem Brief, wie Nathanaels Vater umgekommen sei: „Erst jetzt vernahm ich, wie dein guter alter Vater solch entsetzlichen, gewaltsamen Todes starb." (S.15,Z.23). Generell wird Clara als eine eher wortkarge Persönlichkeit beschrieben, wodurch sich eine Parallelezu Olimpia ziehen lässt. Doch hinter ihrer „schweigsamen Natur" (S.23,Z.26) verbirgt sich ein wacher, „scharf sichtender Verstand" (S.23,Z.23), welcher sie wiederum von dem Automaten abgrenzt. Im bisherigen Verlauf der Analyse könnte man meinen, dass Clara durch ihr rationales, logisches Weltbild genauso eindimensional wie Nathanael erscheinen müsste. Doch neben ihrer Unfähigkeit im puncto Einfühlungsvermögen, offenbart sie v.a. in der Beziehung zu ihrem Bruder eine ganz neue, emotionale Seite. So fordert sie aktiv seine Meinung bezüglich Nathanaels Kindheitstrauma und scheint diesen auch, im Gegensatz zu Nathanaels Ansichten, zu akzeptieren. So schreibt sie Nathanael: ,,Seine letzten Worte verstehe ich nicht ganz [...], und doch ist es mir, als sei alles sehr wahr“ (S.18, Z.4). Ihre Fähigkeit zur Emotionalität äußert sich auch in ihren vielen liebevollen Anreden, wie „Ach mein herzlich geliebter Nathanel!" (S.17,Z.1) oder „mein herzinnigstgeliebter Nathanael“ (S.18,Z.22). Hierdurch wird der Eindruck erweckt, dass sie tatsächlich Liebe für ihn empfindet, trotz ihrer fundamentalen Unterschiede in ihrer Denkweise. Dieser Eindruck wird auch nochmal bestätigt, als sie ihm trotz seiner Untreue, nach der „Olimpia-Episode" vergibt und zu ihm steht: ,,Endlich, endlich, o mein herzlieber Nathanael- nun bist du wieder mein!" (S.43,Z.26). Und auch wenn der Zustand nicht lange anhielt, so war sie doch ziemlich erschüttert von dem Brief ihres Verlobten und machte sich ernsthafte Sorgen (vgl.S.15, Z.16,30). Obwohl ihr Nathanael das idyllische spießbürgerliche Leben, welches sie sich eigentlich wünscht niemals geben kann, scheint ihr der Gedanke einer Trennung unaussprechlich: ,,"Trennung von dir, dich niemals wiedersehen, der Gedanke durchfuhr meine Brust wie ein glühender Dolchstich" (S.15, Z.20). Im Gegensatz dazu steht nochmal Nathanel, welcher sie oft als engelsgleich beschreibt und sie somit idealisiert. Daraus lässt sich jedoch auch schließen, dass Nathanael nur die Idealisierung und keineswegs die Person dahinter liebt. Die Position, dass sie nicht nur rationale Denkmuster aufweist, wird zusätzlich durch die Beschreibung des auktorialen Erzählers unterstützt, welcher sie als „tiefes weiblich zartes Gemüt" mit einer „lebenskräftigen Fantasie des heiteren unbefangenen, kindischen Kindes“ (S.23,Z.21) bezeichnet. Dadurch ergibt sich in dem Charakter Clara eine zweite Dimension, welche sie von Nathanael abhebt. Zu diesem Entschluss gelangt ebenfalls Jochen Schmidt in seinem Text ,,Zum Verhältnis von Leben und Poesie" im Anhang der Erzählung. Er erkennt, dass nur diejenigen Romantiker die eindimensional funktionieren, Clara auf ihre Rationalität und auf ihren Verstand reduzieren. Manch andere Personen, die sich nicht in einer einzigen Epochenströmung verrennen, werden erkennen, dass Clara somit keineswegs eine absolute Vertreterin der Aufklärung darstellt. Demzufolge ist Clara steht dazu bemüht eine gesunde Balance zwischen Verstand und Phantasie, sowie auch zwischen sozialer und persönlicher Identität aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Clara und Nathanael von Liebe zu innerer Entfremdung, interpretiert Schmidt als Ausgleichsversuch Zwischen Leben und Poesie (vgl.S.82,Z.16). Clara ist dieser gelungen, was man an ihrem Verhalten beim ersten Brief von Nathanael erkennen kann. Zunächst war sie zutiefst erschüttert über die Geschehnisse, welche ihr berichtet wurden. Doch dann ließ sie ihren Verstand Oberhand gewinnen, wodurch sie sich den Vorfall rational erklären und zudem eine Bewältigungsstrategie entwickeln konnte. Während es Clara also gelang, eine objektive Sichteise anzunehmen, versank Nathanael in die Subjektivität. Dadurch lässt sich auch erklären, warum Claras Rat ihm nicht weiterhelfen konnte, obwohl dieser sie selbst sehr wohl weiterbrachte. Ursache ist, dass sie sich auf unterschiedlichen Ebenen befinden, Objektivität steht im Kontrast zur Subjektivität, welches eine vernünftige Kommunikation unmöglich macht. Mit der Tatsache. Dass Clara Nathanael nicht durch vernünftige Argumentation retten kann, bezieht die Erzählung kritisch Stellung zum Vernunfts- und Fortschrittsglauben der Aufklärung und zeigt deren Grenzen auf. Laut Charles Haydes gilt die Figur der Clara zudem als Typus des Bürgertums und ist nicht als Individuum zu verstehen. Demnach werden menschliche Triebe unterdrückt und es besteht keine Akzeptanz gegenüber irrationalen Dingen wie Träumen, Phantasien und Mystik. Stattdessen solle aus gesundem Menschenverstand gehandelt werden, welcher zudem nur optimistisches Denken zulässt. Letzteres ist dabei zentral für den Fortschrittsglauben. Zudem erfahren wir während der gesamten Erzählung, von keiner einzigen erotischen Situation zwischen Clara und Nathanael. Für Clara gilt das Prinzip der Triebverdrängung und Nathanael trachtet eigentlich nur nach Zuhörerschaft für seine Kunst. Durch die bürgerliche Ordnungsliebe versucht Clara zudem stets die spießbürgerliche Idylle von einer Ehe und Mutterglück zu erreichen (vgl. S84, Z.24). Dies gelingt ihr auch nach dem Suizid Nathanaels, da man sie Hand in Hand mit einem freundlichen Mann vor der Türe eines schönen Landhauses gesehen hat, mit „zwei munteren Knaben“ (S. 46, Z.1) davor. Aus den Augen des Bürgertums hat sie somit das Ideal des häuslichen Glücks erreicht, welches sie mit Nathanel nie hätte schaffen können. Jedoch lässt einen die Formulierung ,,will gesehen haben“ (S.45,Z.40) und „es wäre daraus zu schließen“ (S.46,Z.3) den Leser skeptisch werden ob Clara letzend endlich wirklich glücklich ist. Vielmehr noch vergleicht Charles Hayes Clara aber mit einer Marionette und so mit einem ,,völlig geistlosen, leblosen Gegenstand" (S.84,Z.16). Schon zu Beginn der Analyse wurde eine Parallelität zu Olimpia bezüglich ihrer „schweigsamen Natur" (S.83, Z.33) hergestellt, dessen Vokabular nur das Wort „Ach“ umfasst. Daraus lässt sich schließen, dass Frauen zur damaligen Zeit sich sehr passiv zu verhalten hatten und keinen Widerspruch leisten sollten. Dies lässt sich auch in der Szene erkennen, als Clara die Dichtungen von Nathanael langweilig findet, oder als sie die Existenz einer inneren, dunklen Macht leugnet. All dies hat die Folge, dass Nathanael sich von ihr abwendet und zu einem völlig passiven Automaten überspringt, welche sich seinen Vorstellungen stets beugt. Zudem zeugt allein die Tatsache, dass sich ein geistloser Automat so lange erfolgreich als eine Frau ausgeben kann, von einem unglaublich schwachen Frauenbild, welches Hoffmann zu kritisieren versucht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei Clara sehr wohl um eine mehrdimensionale Frau handelt. Demnach ist sie neben dem rationalen und aufklärerischen Denken sehr wohl zu emotionaler Verbundenheit fähig. Dies erkenn man an ihrer anfänglichen Beziehung zu Nathanael, da sie sich sehr um ihn sorgt und vor allem auch an der zu ihrem Bruder. Letzte Beobachtungen geben jedoch zu erkennen, dass Clara eigentlich nur als eine Marionette des Bürgertums zu verstehen ist und in dem damaligen Frauenbild gefangen bleibt. So scheint ihr Optimismus und ihr Trachten nach einem spießbürgerlichen Leben, wie aufgezwungen. Somit verbirgt sich hinter der Figur Clara nicht nur eine Kritik Hoffmans an dem Bürgertum, sondern ebenfalls an dem Frauenbild. Dass sie am Ende ihr bürgerliches Glück gefunden hat, würde ich nicht als Weiterentwicklung bezeichnen, sondern viel mehr als Rückschritt, da sie sich so für die bürgerlichen Ideale entscheidet.

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ihrer Beziehung soll später noch genauer analysiert werden. In der Stadt G. Physik, welcher den Studienort Nathanael's darstellt, wird er ihr mit Olimpia untreu, eine junge Frau, welche sich später als Automaten entpuppt. Trotz dieses Vertrauensbruchs, welcher durch Nathanaels Entgleisung in das Phantastische oder vielmehr in den Wahnsinn begründet wird, ist Clara froh als er davon geheilt zu sein scheint und plant mit ihm die Hochzeit. Doch als die beiden sich auf einem hohen Stadtturm befinden, entdeckt Clara den Advokaten Coppelius, welcher in Nathanael erneuten Wahn auslöst, sodass dieser versucht Clara vom Turm zu stoßen. Nur durch die Hilfe von Lothar bleibt Clara unversehrt, während Nathanel Suizid begeht. Abschließend erfährt der Leser, dass sich Clara mit einem neuen Mann und zwei Kindern ein neues Leben aufbauen konnte, in dem sie Erfüllung findet. Die äußere Erscheinung Claras wird in der Erzählung ausschließlich von männlichen Vertretern beschrieben. So bewundert der Architekt die „reinen Verhältnisse ihres Wuchses" (S.22, Z.38f.), der Maler dagegen „ihr wunderbares Magdalenenhaar" (S.23, Z.3). Nacken, Schulter und Brust seinen zudem keusch geformt (vgl.S23, Z1f.). Obwohl sich laut eines Fantasten in ihren Augen „buntes, heiteres Leben spiegelt" (S.23, Z.9) und sich auf ihren Lippen ein „schwebende[s], feine[s] Lächeln" (S.23, Z17) abzeichnet, gilt sie nicht im traditionellen Sinn als Schönheit. Stattdessen zeichnet sie sich vielmehr durch ihr Auftreten und ihren Charakter aus. Von Fremden wird Clara stets als „kalt, gefühlslos, prosaisch und gescholten" wahrgenommen. Dabei ist sie sich ihres Erscheinungsbilds vollkommend bewusst, da sie sich auch in ihrem Brief an Nathanel nüchtern als kaltes Gemüt, in welches kein Strahl des geheimnisvollen eindringt, beschreibt (vgl S.16, Z.29). Demnach tut sie die Angst ihres Verlobten vor einer feindlichen äußeren Macht, welche in sein Leben eindringt und die Beziehung zu ihr zerstören will, als reines Konstrukt seines Gehirns ab. Sie bestreitet also die Existenz einer solchen dunklen, physischen Macht und bezeichnet sie viel mehr als „Phantom unseres eigenen Ichs" (S.17, Z.32). Indem sie ihm erklärt, dass „nur der Glaube an ihre feindliche Gewalt, sie in der Tat feindlich machen kann“ (S.18,Z.8), unterstellt sie ihm einen schwachen Geist, welchem innere, psychische Probleme zugrunde liegen. Sie betrachtet das Problem ihres Verlobten als seine sich selbsterfüllende Prophezeiung, d.h wenn man davon ausgeht, dass das Böse immer wieder in das eigene Leben eindringen wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies dann auch eintritt. In ihrem Versuch Nathanel aus seiner Verzweiflung zu helfen, geht sie ziemlich bedacht vor und erweist sich generell als sehr realitätsfixiert. Dies wird besonders auffällig, als sie Nathanaels Übertragungsmechanismus zwischen dem Sandmann und Coppelius feststellt und den Tod des Vaters als Unfall erklärt, welcher durch seine eigene Unvorsichtigkeit herbeigeführt worden sei (vgl. S.16, Z.19). Bei diesem Denkprozess lässt sie ihre emotionale Verbundenheit zu Nathanael und die Gefühle, die ihre Erklärung in ihm auslösen könnte völlig außen vor. Genau an dieser Stelle wird Clara als radikaler Gegensatz zu Nathanael entworfen. Sie analysiert stattdessen die Fakten und sucht nach rationalen Gründen. Alles was sich nicht beweisen lässt ist für sie fragwürdig, weshalb sie versucht Nathanael von seinen Hirngespinsten abzubringen. Diese Herangehensweise zeugt zusammen mit ihrer Leugnung des Wunderbaren für einen aufgeklärten Charakter. Ein Indiz hierfür bildet ebenfalls ihr Name, welcher aus dem Lateinischen übersetzt „klar“ oder „hell" bedeutet. Diese Erkenntnis lässt sich auch in Nathanaels Beschreibungen wiederfinden, wo er ihre „helle[n], holde[n], lächelnde Kinderaugen" (S.5,Z.9) oder ihren „hellen Blick“ (S.23,Z.27) bewundert. Da die Augen in der Erzählung oft als Spiegelbild der Seele bezeichnet werden, entsteht auch hier ein Bezug zur Aufklärung. Auch wenn ihre Erklärungen für Nathanaels Kindheitstrauma plausibel und psychologisch schlüssig erscheinen, verfolgt sie eine vollkommen unangemessene Bewältigungsstrategie für ihren Verlobten. Clara überschätzt dabei ihre Selbstheilungskräfte und geht davon aus, dass ihre logisch-nüchterne Argumentation ihn beruhigen wird. Ihr fehlt es dabei gänzlich an Einfühlungsvermögen, welches ihr nicht erlaubt sich auf Nathanaels Ängste einzulassen. Stattdessen versucht sie einem idealtypischen Romantiker zu zeigen, dass es in der Realität nichts Mystisches gibt und empfiehlt ihm Heiterkeit als Strategie der Lebensbewältiung, indem sie sagt „sei heiter-heiter!" (S.18,Z.14). Doch ihr starker Optimismus, hinter dem sich der für die Aufklärung typische Fortschrittsgedanke verbirgt, erreicht jedoch im stets pessimistisch veranlagten Nathanael eine gegenteilige Wirkung. Dieser fühlt sich alleingelassen und verspottet, wodurch sie die Entfremdung zwischen ihnen stark voran treibt. In dieser Situation werden wir Zeuge wie zwei völlig verschiedene Lebens- und Wirklichkeitsauffassungen zusammen prallen. Ein weiterer Grund für ihre Entfremdung stellt die ungleiche Dynamik ihrer Beziehung dar. Demnach ist diese stark von der überzeugten Persönlichkeit Claras geprägt und gibt somit Nathanael das Gefühl nicht akzeptiert zu werden. Für Künstler ist die Zuhörerschafft und das Trachten nach Anerkennung für ihr Werk stets von zentraler Bedeutung. Doch als Clara von seinen Dichtungen gelangweilt ist, ruft sie „Nathanael-mein herzliebender Nathanel!-wirf das tolle-unsinnige-wahnsinnige Märchen ins Feuer,“ (S.28,Z.1) und kreiert so eine unüberwindbare Distanz zwischen ihnen. In diesem Moment zerbricht für Nathanael die Idylle mit Clara, denn für ihn ist sie nun lediglich ein „verdammter, lebloser Automat" Er ist von ihrer Abgrenzung zum Übernatürlichen und ihrer nüchternen Denkweise so erschüttert, dass er sich von ihr abwendet. Aus Claras ursprünglich hellen Augen, blickt ihm nun der Tod entgegen (S.27, Z1). Jedoch lässt sich ebenfalls einwenden, dass ihre Beziehung auch zu guten Zeiten von befremdlicher Kommunikation und Distanz geprägt war. Demnach gelten Nathanaels Briefe nämlich Lothar und nicht Clara und diese erfuhr auch erst in dem Brief, wie Nathanaels Vater umgekommen sei: „Erst jetzt vernahm ich, wie dein guter alter Vater solch entsetzlichen, gewaltsamen Todes starb." (S.15,Z.23). Generell wird Clara als eine eher wortkarge Persönlichkeit beschrieben, wodurch sich eine Parallelezu Olimpia ziehen lässt. Doch hinter ihrer „schweigsamen Natur" (S.23,Z.26) verbirgt sich ein wacher, „scharf sichtender Verstand" (S.23,Z.23), welcher sie wiederum von dem Automaten abgrenzt. Im bisherigen Verlauf der Analyse könnte man meinen, dass Clara durch ihr rationales, logisches Weltbild genauso eindimensional wie Nathanael erscheinen müsste. Doch neben ihrer Unfähigkeit im puncto Einfühlungsvermögen, offenbart sie v.a. in der Beziehung zu ihrem Bruder eine ganz neue, emotionale Seite. So fordert sie aktiv seine Meinung bezüglich Nathanaels Kindheitstrauma und scheint diesen auch, im Gegensatz zu Nathanaels Ansichten, zu akzeptieren. So schreibt sie Nathanael: ,,Seine letzten Worte verstehe ich nicht ganz [...], und doch ist es mir, als sei alles sehr wahr“ (S.18, Z.4). Ihre Fähigkeit zur Emotionalität äußert sich auch in ihren vielen liebevollen Anreden, wie „Ach mein herzlich geliebter Nathanel!" (S.17,Z.1) oder „mein herzinnigstgeliebter Nathanael“ (S.18,Z.22). Hierdurch wird der Eindruck erweckt, dass sie tatsächlich Liebe für ihn empfindet, trotz ihrer fundamentalen Unterschiede in ihrer Denkweise. Dieser Eindruck wird auch nochmal bestätigt, als sie ihm trotz seiner Untreue, nach der „Olimpia-Episode" vergibt und zu ihm steht: ,,Endlich, endlich, o mein herzlieber Nathanael- nun bist du wieder mein!" (S.43,Z.26). Und auch wenn der Zustand nicht lange anhielt, so war sie doch ziemlich erschüttert von dem Brief ihres Verlobten und machte sich ernsthafte Sorgen (vgl.S.15, Z.16,30). Obwohl ihr Nathanael das idyllische spießbürgerliche Leben, welches sie sich eigentlich wünscht niemals geben kann, scheint ihr der Gedanke einer Trennung unaussprechlich: ,,"Trennung von dir, dich niemals wiedersehen, der Gedanke durchfuhr meine Brust wie ein glühender Dolchstich" (S.15, Z.20). Im Gegensatz dazu steht nochmal Nathanel, welcher sie oft als engelsgleich beschreibt und sie somit idealisiert. Daraus lässt sich jedoch auch schließen, dass Nathanael nur die Idealisierung und keineswegs die Person dahinter liebt. Die Position, dass sie nicht nur rationale Denkmuster aufweist, wird zusätzlich durch die Beschreibung des auktorialen Erzählers unterstützt, welcher sie als „tiefes weiblich zartes Gemüt" mit einer „lebenskräftigen Fantasie des heiteren unbefangenen, kindischen Kindes“ (S.23,Z.21) bezeichnet. Dadurch ergibt sich in dem Charakter Clara eine zweite Dimension, welche sie von Nathanael abhebt. Zu diesem Entschluss gelangt ebenfalls Jochen Schmidt in seinem Text ,,Zum Verhältnis von Leben und Poesie" im Anhang der Erzählung. Er erkennt, dass nur diejenigen Romantiker die eindimensional funktionieren, Clara auf ihre Rationalität und auf ihren Verstand reduzieren. Manch andere Personen, die sich nicht in einer einzigen Epochenströmung verrennen, werden erkennen, dass Clara somit keineswegs eine absolute Vertreterin der Aufklärung darstellt. Demzufolge ist Clara steht dazu bemüht eine gesunde Balance zwischen Verstand und Phantasie, sowie auch zwischen sozialer und persönlicher Identität aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Clara und Nathanael von Liebe zu innerer Entfremdung, interpretiert Schmidt als Ausgleichsversuch Zwischen Leben und Poesie (vgl.S.82,Z.16). Clara ist dieser gelungen, was man an ihrem Verhalten beim ersten Brief von Nathanael erkennen kann. Zunächst war sie zutiefst erschüttert über die Geschehnisse, welche ihr berichtet wurden. Doch dann ließ sie ihren Verstand Oberhand gewinnen, wodurch sie sich den Vorfall rational erklären und zudem eine Bewältigungsstrategie entwickeln konnte. Während es Clara also gelang, eine objektive Sichteise anzunehmen, versank Nathanael in die Subjektivität. Dadurch lässt sich auch erklären, warum Claras Rat ihm nicht weiterhelfen konnte, obwohl dieser sie selbst sehr wohl weiterbrachte. Ursache ist, dass sie sich auf unterschiedlichen Ebenen befinden, Objektivität steht im Kontrast zur Subjektivität, welches eine vernünftige Kommunikation unmöglich macht. Mit der Tatsache. Dass Clara Nathanael nicht durch vernünftige Argumentation retten kann, bezieht die Erzählung kritisch Stellung zum Vernunfts- und Fortschrittsglauben der Aufklärung und zeigt deren Grenzen auf. Laut Charles Haydes gilt die Figur der Clara zudem als Typus des Bürgertums und ist nicht als Individuum zu verstehen. Demnach werden menschliche Triebe unterdrückt und es besteht keine Akzeptanz gegenüber irrationalen Dingen wie Träumen, Phantasien und Mystik. Stattdessen solle aus gesundem Menschenverstand gehandelt werden, welcher zudem nur optimistisches Denken zulässt. Letzteres ist dabei zentral für den Fortschrittsglauben. Zudem erfahren wir während der gesamten Erzählung, von keiner einzigen erotischen Situation zwischen Clara und Nathanael. Für Clara gilt das Prinzip der Triebverdrängung und Nathanael trachtet eigentlich nur nach Zuhörerschaft für seine Kunst. Durch die bürgerliche Ordnungsliebe versucht Clara zudem stets die spießbürgerliche Idylle von einer Ehe und Mutterglück zu erreichen (vgl. S84, Z.24). Dies gelingt ihr auch nach dem Suizid Nathanaels, da man sie Hand in Hand mit einem freundlichen Mann vor der Türe eines schönen Landhauses gesehen hat, mit „zwei munteren Knaben“ (S. 46, Z.1) davor. Aus den Augen des Bürgertums hat sie somit das Ideal des häuslichen Glücks erreicht, welches sie mit Nathanel nie hätte schaffen können. Jedoch lässt einen die Formulierung ,,will gesehen haben“ (S.45,Z.40) und „es wäre daraus zu schließen“ (S.46,Z.3) den Leser skeptisch werden ob Clara letzend endlich wirklich glücklich ist. Vielmehr noch vergleicht Charles Hayes Clara aber mit einer Marionette und so mit einem ,,völlig geistlosen, leblosen Gegenstand" (S.84,Z.16). Schon zu Beginn der Analyse wurde eine Parallelität zu Olimpia bezüglich ihrer „schweigsamen Natur" (S.83, Z.33) hergestellt, dessen Vokabular nur das Wort „Ach“ umfasst. Daraus lässt sich schließen, dass Frauen zur damaligen Zeit sich sehr passiv zu verhalten hatten und keinen Widerspruch leisten sollten. Dies lässt sich auch in der Szene erkennen, als Clara die Dichtungen von Nathanael langweilig findet, oder als sie die Existenz einer inneren, dunklen Macht leugnet. All dies hat die Folge, dass Nathanael sich von ihr abwendet und zu einem völlig passiven Automaten überspringt, welche sich seinen Vorstellungen stets beugt. Zudem zeugt allein die Tatsache, dass sich ein geistloser Automat so lange erfolgreich als eine Frau ausgeben kann, von einem unglaublich schwachen Frauenbild, welches Hoffmann zu kritisieren versucht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei Clara sehr wohl um eine mehrdimensionale Frau handelt. Demnach ist sie neben dem rationalen und aufklärerischen Denken sehr wohl zu emotionaler Verbundenheit fähig. Dies erkenn man an ihrer anfänglichen Beziehung zu Nathanael, da sie sich sehr um ihn sorgt und vor allem auch an der zu ihrem Bruder. Letzte Beobachtungen geben jedoch zu erkennen, dass Clara eigentlich nur als eine Marionette des Bürgertums zu verstehen ist und in dem damaligen Frauenbild gefangen bleibt. So scheint ihr Optimismus und ihr Trachten nach einem spießbürgerlichen Leben, wie aufgezwungen. Somit verbirgt sich hinter der Figur Clara nicht nur eine Kritik Hoffmans an dem Bürgertum, sondern ebenfalls an dem Frauenbild. Dass sie am Ende ihr bürgerliches Glück gefunden hat, würde ich nicht als Weiterentwicklung bezeichnen, sondern viel mehr als Rückschritt, da sie sich so für die bürgerlichen Ideale entscheidet.