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Schöne neue Sprachwelt

Schöne neue Sprachwelt

 Lilly Ehrenberg
Sg
Schöne neue Sprachwelt (2016)
-von Konrad Paul Liessmann
23.04.2020
„Schöne neue Sprachwelt“ von Paul Konrad Liessmann i

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Lilly Ehrenberg

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Erörterung zu dem Text von Konrad Paul Liebmann

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Lilly Ehrenberg Sg Schöne neue Sprachwelt (2016) -von Konrad Paul Liessmann 23.04.2020 „Schöne neue Sprachwelt“ von Paul Konrad Liessmann im Jahre 2016 erschienen, ist ein argumentierender Sachtext, indem Herr Liessmann den Verfall der deutschen Sprache und die Gefahr der Vereinfachung thematisiert. Er kritisiert die „Leichte Sprache“, welche sich mittlerweile in Deutschland etabliert. Sein zentrales Argument lautet, dass die Menschen heutzutage jegliche Anstrengung zu vermeiden versuchen und daher auf die „Leichte Sprache" zurückgreifen. Der Text lässt sich in fünf Sinnabschnitte gliedern. Zu Beginn im ersten Abschnitt (Z.1-15) schildert Herr Liessmann sein Problem der „Leichten Sprache" und dass sich diese aufgrund der Bequemlichkeit der Menschen weiter etabliert. Diese Bequemlichkeit unterstreicht Liessmann, indem er das Konzept für Menschen mit „geistigen Behinderungen“ (Z.14) und „sprachunkundigen Migranten“ (Z.14) reserviert. Woraufhin er im zweiten Abschnitt (Z.16-29) die „Leichte Sprache“ genauer definiert. Dabei sind die charakterlichen Merkmale des Konzeptes von Liessmann hervorgehoben. Sie würde auch als Varietät der deutschen Sprache bezeichnet werden. Im folgendem, drittem Abschnitt (Z.30-47) verdeutlicht Liessmann zusätzlich, wie Kritiker der „Leichten Sprache“ gehandhabt werden. Sie würden Menschen mit einem niedrigeren Bildungsstand diskriminieren und hingen an alten Traditionen und Bildungsidealen fest. Deswegen wird selbst bei den Behörden ein Schreiben, zum besseren Verständnis, in die „Leichte Sprache" übersetzt. Um dieser Diskrimination entgegenzuwirken müssten alle Kulturschriften und ähnliche in die „leichte Sprache“ übersetzt werden. Im vierten Abschnitt (Z.47-57) bemängelt Liessmann diese Übersetzungen stark, da somit die...

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„Komplexität und Schönheit“ (Z.55) der deutschen Sprache verloren geht. Während dieser Übersetzungen büßt das Original außerdem viele Bedeutungen und Nuancen ein, um die Abhandlung so leicht, wie möglich, zu gestalten. Zusammenfassend kritisiert Liessmann im fünften Abschnitt (Z.57-62) jene Bürger, welche sich gegen die Vereinfachung aussprechen, jedoch nichts dafür tun, die Vielschichtigkeit aufrecht zu erhalten. Der erste Abschnitt dient als Einführung in das Thema und soll das Interesse des Lesers wecken. Gleich zu Beginn positioniert sich der Autor mit dem Satz „Leichte Sprache ist seichte Sprache“ (Z.2f.). Außerdem beschreibt er das Problem, weshalb Menschen überhaupt auf die „Leichte Sprache zurückgreifen. Liessmann beruft sich auf den Fakt, dass 40% aller Erwachsenen des Lesens und Schreibens entwöhnt sind (vgl. Z.6). Dabei stellt er Menschen, die sich der „Leichten Sprache“ bedienen, negative dar, da sie anspruchslos und faul seien. Ausgenommen davon sind Migranten und geistig Behinderte. Der Vergleich der Sprachkenntnisse eines sprachunkundigen Migranten mit dem eines gebürtigen Deutschen verdeutlicht seine negative Haltung zu dem Niveau des Konzepts. Im zweiten Abschnitt definiert Liessmann „Leichte Sprache“. Auffallend an der sprachlichen Gestaltung ist die rhetorische Frage „Was aber soll man Lilly Ehrenberg Sg 23.04.2020 unter „Leichter Sprache“ verstehen?“ (Z.16), welche den Leser weiter in das Thema führen soll. Herr Liessmann führt zusätzlich Argumente für die „Leichte Sprache“ an, die er jedoch sofort wieder entkräftet. Die Thesen, dass die „Leichte Sprache“, sowohl ein „Kunstprodukt“ (Z.24), als auch eine „Varietät der deutschen Sprache“ (Z.21) sei, schwächt er, indem er sie als Propaganda bezeichnet. Mit der Metapher „Katalog von Verboten“ (Z.26) stellt er die „Leichte Sprache“ in Frage und sorgt mit seiner Wortwahl für eine negative Anhaftung. Der dritte Abschnitt beginnt mit dem Titel des Textes „Schöne neue Sprachwelt" (Z.30). Die Ironie in dieser Ellipse demonstriert seine Abneigung gegen das neue Konzept und den Verlust verschiedener Sprachelemente. Um den Aktualitätsbezug und die rapide Zunahme der „Leichten Sprache" herzustellen, nutzt Liessmann die Metapher „Übersetzungsbüros schiessen aus dem Boden“ (Z.34f.). Die Beliebtheit vielschichtige Schriften zu vereinfachen gewinnt an Zustimmung. Jedoch werden Kritiker dieses Konzeptes stetig zurechtgewiesen. Liessmann bemängelt dies in Form einer Klimax: Das jeder Kritiker „hänge wohl einem reaktionären Bildungsideal an, vertrete kulturpessimistische Positionen und wolle Menschen (...) diskriminieren“ (Z.38ff.). Schlussendlich ist er selbst ein Kritiker dieses Konzeptes und versucht den Standard der deutschen Sprache aufrecht zu erhalten. Der Interpretation, dass Sprache nur zur Übermittlung von Informationen diene, schwächt er ab, indem er darauffolgend wichtige Werke benennt. So bezieht Liessmann sich auf bedeutsame Schriftstücke, wie die Bibel, Goethes „Faust“ und Thomas Manns „Zauberberg“ (vgl. Z.45f.). Dadurch werden die soeben genannten Autoritäten symbolisch mit der deutschen Sprache gleichgesetzt. Somit steigt die Wirkung, wenn er im nächsten Satz fordert auch diese großen Werke zu übersetzen, damit es ein Allgemeinverständnis gibt. Im vierten und vorletzten Abschnitt hebt Liessmann die Gefahr von Übersetzungen in die „Leichte Sprache“ hervor. Durch die Definition als „gefährlichen Euphemismus“ (Z. 48) unterstreicht er zum einen, dass die Übersetzungen beschönigt werden und zum anderem, dass er sich gerne der komplexen deutschen Sprache bedient. Es grenzt schon an Zynismus, dass er Wörter, wie Euphemismus, in seine Texte einbaut, wohlwissen, dass viele Menschen die Bedeutung nicht kennen. Sie brauchen wahrscheinlich eine Übersetzung! Er wertet diesen Vorgang stark ab, da bei diesen Übertragungen zu viel des Original Textes und deren vielfältigen Bedeutungsebenen verloren geht. Wie zu Beginn des Textes bezeichnet der Autor die „Leichte Sprache“ als seichte Sprache (vgl. Z.52 und Z.2f). Als eine Anapher sticht der kurze Satz hervor und pointiert, dass die „Leichte Sprache“ eine anspruchslose, geistlose Sprache für Herr Liessmann ist. Zum Abschluss des vierten Aspektes ist besonders auffällig, dass nun die positiven Aspekte der deutschen Sprache als individuelles Konstrukt genannt werden. Das Argument zu Beginn des Aspektes, Sprache diene der Informations Übermittlung, wird hier zermürbt. Denn für Liessmann wird in Sprache „gedacht“, „argumentiert“, „abgewogen“, „differenziert“ und „artikuliert“ (vgl. Z53f.). Die Vielfältigkeit wird von jenen, die sie nicht verstehen, als verzichtbar angesehen oder, laut des Autors, nicht erkannt. Lilly Ehrenberg Sg 23.04.2020 Indem Liessmann im letzten, fünften Abschnitt die Kritik an jene richtet, die den Fortschritt der „Leichten Sprache“ antreiben, sendet er einen Appell an jene. Während zum einem die vereinfachten, primitiven Ausdrücke im World Wide Web kritisiert wird, werben so Kritiker gleichzeitig für die „Leichte Sprache. Dabei nutzt er ein englisches Sprichwort, „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“ (Z.62), welches ironisch genutzt wird, um bei Handlungen auf verdeckte Motive hinzuweisen. Hier unterstellt Liessmann also den Kritikern die „Leichte Sprache“ sogar öffentlich zu bewerben. Im Allgemeinen hat Herr Liessmann seinen Text bewusst komplex verfasst, um sein drängen, die deutsche Sprache nicht zu reduzieren, zu verdeutlichen. Dabei hat er sämtliche Konstruktionen, welche in der „Leichte Sprache" im „Katalog von Verboten“ stehen, eingebaut. Konrad Paul Liessmann fordert in seiner Argumentation die Komplexität der deutschen Sprache aufrecht zu erhalten. Diese Forderung untermauert er, indem er den Verlust für die deutsche Sprache beschreibt, der mit den Übersetzungen einhergeht. Dadurch würde die Vielfalt an Kulturgütern zerstört werden. Sein Text ist appellativ, da er den Leser dazu auffordert sich nicht der Bequemlichkeit hinzugeben, sondern weiterhin der Komplexität der Sprache beizubehalten. Dabei beruft er sich besonders auf das Konzept der „Leichten Sprache“, die den Einstieg ins Deutsche für Migranten und geistig behinderte erleichtern sollte. Kritik sollte ernstgenommen werden und Kulturschriften nicht auf das Niveau der „Leichten Sprache“ hinabgesetzt werden. Denn die deutsche Sprache ist für Herr Liessmann ein schönes und komplexes Konstrukt, welches nicht durch simple Vereinfachung herabgesetzt werden sollte.

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Ausgenommen davon sind Migranten und geistig Behinderte. Der Vergleich der Sprachkenntnisse eines sprachunkundigen Migranten mit dem eines gebürtigen Deutschen verdeutlicht seine negative Haltung zu dem Niveau des Konzepts. Im zweiten Abschnitt definiert Liessmann „Leichte Sprache“. Auffallend an der sprachlichen Gestaltung ist die rhetorische Frage „Was aber soll man Lilly Ehrenberg Sg 23.04.2020 unter „Leichter Sprache“ verstehen?“ (Z.16), welche den Leser weiter in das Thema führen soll. Herr Liessmann führt zusätzlich Argumente für die „Leichte Sprache“ an, die er jedoch sofort wieder entkräftet. Die Thesen, dass die „Leichte Sprache“, sowohl ein „Kunstprodukt“ (Z.24), als auch eine „Varietät der deutschen Sprache“ (Z.21) sei, schwächt er, indem er sie als Propaganda bezeichnet. Mit der Metapher „Katalog von Verboten“ (Z.26) stellt er die „Leichte Sprache“ in Frage und sorgt mit seiner Wortwahl für eine negative Anhaftung. 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Lilly Ehrenberg Sg 23.04.2020 Indem Liessmann im letzten, fünften Abschnitt die Kritik an jene richtet, die den Fortschritt der „Leichten Sprache“ antreiben, sendet er einen Appell an jene. Während zum einem die vereinfachten, primitiven Ausdrücke im World Wide Web kritisiert wird, werben so Kritiker gleichzeitig für die „Leichte Sprache. Dabei nutzt er ein englisches Sprichwort, „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“ (Z.62), welches ironisch genutzt wird, um bei Handlungen auf verdeckte Motive hinzuweisen. Hier unterstellt Liessmann also den Kritikern die „Leichte Sprache“ sogar öffentlich zu bewerben. Im Allgemeinen hat Herr Liessmann seinen Text bewusst komplex verfasst, um sein drängen, die deutsche Sprache nicht zu reduzieren, zu verdeutlichen. Dabei hat er sämtliche Konstruktionen, welche in der „Leichte Sprache" im „Katalog von Verboten“ stehen, eingebaut. Konrad Paul Liessmann fordert in seiner Argumentation die Komplexität der deutschen Sprache aufrecht zu erhalten. Diese Forderung untermauert er, indem er den Verlust für die deutsche Sprache beschreibt, der mit den Übersetzungen einhergeht. Dadurch würde die Vielfalt an Kulturgütern zerstört werden. Sein Text ist appellativ, da er den Leser dazu auffordert sich nicht der Bequemlichkeit hinzugeben, sondern weiterhin der Komplexität der Sprache beizubehalten. Dabei beruft er sich besonders auf das Konzept der „Leichten Sprache“, die den Einstieg ins Deutsche für Migranten und geistig behinderte erleichtern sollte. Kritik sollte ernstgenommen werden und Kulturschriften nicht auf das Niveau der „Leichten Sprache“ hinabgesetzt werden. Denn die deutsche Sprache ist für Herr Liessmann ein schönes und komplexes Konstrukt, welches nicht durch simple Vereinfachung herabgesetzt werden sollte.