Spracherwerbstheorien: Grundlagen und Hauptansätze
Der Spracherwerb wird als unbewusster Prozess definiert, der beim Erlernen der Muttersprache in einer natürlichen Umgebung stattfindet. Dies geschieht im alltäglichen Kontakt mit anderen Menschen. Es gibt vier Haupttheorien, die versuchen, diesen komplexen Vorgang zu erklären: zwei klassische und zwei weiterführende Theorien.
Definition: Spracherwerb ist der unbewusste Prozess des Erlernens der Muttersprache in natürlicher Umgebung durch alltäglichen Kontakt mit anderen Menschen.
- Nativismus Spracherwerb: Diese Theorie basiert auf der Idee einer Universalgrammatik, die einen angeborenen Spracherwerbsmechanismus darstellt. Der Nativismus Spracherwerb geht von einer genetischen Veranlagung zum Spracherwerb aus.
Highlight: Der Nativismus Spracherwerb postuliert einen angeborenen Spracherwerbsmechanismus, der auf einer genetischen Veranlagung basiert.
- Kognitivismus Spracherwerb: Jean Piaget, ein wichtiger Vertreter des Kognitivismus Spracherwerb, argumentiert, dass der Spracherwerb von der Denkfähigkeit abhängt. Im Gegensatz zum Nativismus sieht diese Theorie keine Notwendigkeit für eine Universalgrammatik.
Example: Ein Kognitivismus Spracherwerb Beispiel wäre, dass ein Kind erst bestimmte kognitive Fähigkeiten entwickeln muss, bevor es komplexe sprachliche Strukturen verstehen und anwenden kann.
- Behaviorismus Spracherwerb: Diese Theorie konzentriert sich auf Nachahmung und Konditionierung. Der Spracherwerb wird als Ergebnis von Wiederholungen, Belohnungen und Strafen gesehen, wobei das Individuum eine eher passive Rolle einnimmt.
Vocabulary: Konditionierung im Behaviorismus Spracherwerb bezieht sich auf den Prozess, bei dem Verhaltensweisen durch Belohnung oder Bestrafung verstärkt oder abgeschwächt werden.
- Interaktionismus Spracherwerb: Diese Theorie betont die Bedeutung der Interaktion durch wechselseitige Kommunikation und gemeinsames Handeln für den Spracherwerb.
Definition: Interaktionismus Spracherwerb Definition: Ein Ansatz, der den Spracherwerb als Ergebnis der aktiven Interaktion und Kommunikation zwischen dem Kind und seiner Umgebung betrachtet.
Es ist wichtig zu beachten, dass sich diese Modelle teilweise überschneiden und möglicherweise Tendenzen zu anderen Ansätzen aufweisen. Die Debatte über das richtige Modell ist noch immer im Gange, und es bleibt die grundlegende Frage, ob Sprache eine kulturelle Errungenschaft (Phylogenese) oder ein angeborenes Bioprogramm (Ontogenese) ist.
Highlight: Die Kontroverse, ob Sprache eine kulturelle Errungenschaft oder ein angeborenes Bioprogramm ist, bleibt ein zentraler Diskussionspunkt in der Spracherwerbsforschung.