Exposition: I. Aufzug
Im ersten Aufzug von Nathan der Weise werden alle wichtigen Themenkomplexe eingeführt. Der jüdische Kaufmann Nathan kehrt von einer Geschäftsreise zurück und erfährt von seiner christlichen Dienerin Daja, dass sein Haus gebrannt hat und seine Adoptivtochter Recha von einem Tempelherrn gerettet wurde.
Beim Wiedersehen mit Recha zeigt sich, dass diese den Tempelherrn für einen Engel hält. Nathan versucht, sie von dieser Schwärmerei abzubringen und betont die Bedeutung rationalen Denkens. Hier wird der erste Religionskonflikt sichtbar, besonders durch Dajas christliche Einstellung gegenüber Nathans jüdischem Glauben.
💡 Lessings Drama beginnt sofort mit dem zentralen Thema: Die Überwindung religiöser Vorurteile durch vernünftiges Denken und humanistisches Handeln.
Der Aufzug führt die Hauptfiguren und ihre Beziehungen zueinander ein und legt den Grundstein für die weiteren Handlungsstränge. Nathan wird als wohlhabender, weiser Jude dargestellt, der das Prinzip des "gut Handelns" verkörpert - unabhängig von religiösen Dogmen.




































