Der Naturalismus und Symbolismus im Deutschen Reich
Die Zeit des Naturalismus und Symbolismus war eine prägende Epoche der deutschen Geschichte und Literatur, die eng mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts verbunden war. Der historische Hintergrund dieser Zeit war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen im neu gegründeten Deutschen Reich.
Nach der Reichsgründung 1871 befand sich Deutschland in einer Phase des Umbruchs. Die Ära wurde maßgeblich durch zwei konträre Persönlichkeiten bestimmt: Otto von Bismarck und Kaiser Wilhelm II. Bismarcks außenpolitische Strategie basierte auf einem komplexen Bündnissystem, das dem jungen Reich Sicherheit gewährleisten sollte. Mit der Entlassung Bismarcks 1890 und der Machtübernahme durch Wilhelm II. änderte sich der politische Kurs drastisch.
Die neue Politik Wilhelms II. führte zu einer zunehmenden Isolation Deutschlands. Die Nicht-Verlängerung wichtiger außenpolitischer Bündnisse und das einsetzende Wettrüsten zwischen den europäischen Großmächten schufen ein Klima des Misstrauens, das letztlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrug.
Hinweis: Die politische Isolation Deutschlands und das Wettrüsten waren entscheidende Faktoren, die die literarischen Strömungen des Naturalismus und Symbolismus beeinflussten.











