Die Weimarer Klassik - Grundlagen und Merkmale
Die Weimarer Klassik beschreibt eine literarische Epoche von 1786 bis 1832. Der Begriff leitet sich vom lateinischen "classicus" (gehobener Bürger) ab und bezeichnet Werke von zeitloser Gültigkeit. Für diese Epoche existieren zwei Definitionen: Sie bezieht sich entweder auf die vier wichtigsten literarischen Persönlichkeiten des Kulturraums Weimar-Jena oder speziell auf die elfjährige gemeinsame Schaffenszeit von Goethe und Schiller.
Die Merkmale der Weimarer Klassik spiegeln die Ideale dieser Zeit wider. Im Mittelpunkt stehen Harmonie, Toleranz, Schönheit und Menschlichkeit. Die Literatur zeichnet sich durch eine einheitliche, geregelte Sprache, formale Ordnung und kunstvoll durchgeformte Verssprache aus. Die französische Revolution (1789) mit ihren Leitgedanken Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit prägte den historischen Kontext dieser Epoche maßgeblich.
Zu den wichtigsten Werken der Weimarer Klassik zählen Goethes "Faust" und "Iphigenie auf Tauris" sowie Schillers "Maria Stuart" und "Wilhelm Tell". Auch Johann Gottfried Herder mit "Wind und Sonne" und Christoph Martin Wieland mit "Die Natur der Dinge" trugen bedeutend zu dieser Epoche bei. Die Dramatik galt als wichtigste literarische Gattung, während Lyrik und Epik eher Nebenrollen spielten.
Wusstest du? Weimar entwickelte sich von einer kleinen Residenzstadt zur europäischen Kulturmetropole, die Intellektuelle aus ganz Europa anzog. Der "Musenhof" in Weimar unter Herzogin Anna Amalia förderte die Künste in besonderem Maße und schuf das Fundament für die Blütezeit der deutschen Klassik.