Menschenbild und Anthropologie
Unser Menschenbild und Weltbild bestimmen unterbewusst unser Verhalten und dienen oft als Rechtfertigung für unsere Handlungen. Die philosophische Anthropologie beschäftigt sich mit Kants Grundfrage "Was ist der Mensch?" und untersucht, was den Menschen ausmacht.
Nach Arnold Gehlen ist der Mensch ein Mängelwesen - biologisch unspezialisiert, aber mit großer Intelligenz und Vernunft ausgestattet. Diese Unspezialisiertheit ist kein Nachteil, sondern der Antrieb, Neues zu erschaffen. Der Mensch gleicht seine biologischen Defizite durch Kultur aus und schafft Institutionen zur Stabilisierung von Gewohnheiten.
Immanuel Kant sieht den Menschen als Wesen, das sich durch technische, pragmatische und moralische Anlagen auszeichnet. Die Vernunft ermöglicht dem Menschen, die Natur an sich anzupassen und wird zum "animal rational" (vernünftiges Tier). Der Mensch hat die Fähigkeit, durch Kultur seinen Charakter selbst zu schaffen und zu perfektionieren.
💡 Die Unspezialisiertheit des Menschen zwingt ihn zur Kulturbildung. Anders als Tiere mit ihren festen Instinkten muss der Mensch seine "zweite Natur" in Form von Kultur erst erschaffen.
Was den Menschen also besonders ausmacht, ist sein ausgeprägter Verstand, seine Vernunft, seine Weltoffenheit und die Fähigkeit, über sein gewohntes Milieu hinauszugehen.









