Aristoteles Gerechtigkeit einfach erklärt
Die austeilende Gerechtigkeit (auch distributive Gerechtigkeit genannt) basiert auf dem Prinzip der Würdigkeit und schafft eine relative Gleichheit. Hier wird nach bestimmten Kriterien wie Fähigkeiten, Vermögen oder Bedürftigkeit verteilt. Stell dir vor, drei Personen mit unterschiedlich großem Hunger bekommen Brötchen: Die Person mit wenig Hunger erhält ein halbes, die mit mittlerem Hunger ein ganzes und die mit großem Hunger eineinhalb Brötchen.
Die ausgleichende Gerechtigkeit (auch kommutative Gerechtigkeit) folgt dagegen dem Prinzip der numerischen Gleichheit. Sie strebt einen 1:1-Austausch an, bei dem jeder gleich behandelt wird, unabhängig von individuellen Unterschieden. Im gleichen Beispiel würde jede Person genau ein Brötchen bekommen, egal wie hungrig sie ist.
Denkanstoss: Überlege, welche Art von Gerechtigkeit in deinem Alltag häufiger vorkommt. Wenn du mit Geschwistern teilen musst, wird nach Bedürfnis (austeilend) oder nach gleichen Teilen (ausgleichend) geteilt?
Zusammengefasst entscheidet bei der austeilenden Gerechtigkeit die individuelle Würdigkeit über die Verteilung. Bei der ausgleichenden Gerechtigkeit zählt dagegen der gleichwertige Austausch ohne Ansehen der Person. Letztere findet besonders Anwendung in der Tausch-, Wiedergutmachungs- und Strafgerechtigkeit unseres Alltags und Rechtssystems.