Friedrich August von Hayeks liberale Staatstheorie
Im Gegensatz zu Rawls vertritt Friedrich August von Hayek eine liberale Staatstheorie, die staatliche Eingriffe zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit ablehnt.
Highlight: Von Hayek argumentiert, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Der Staat solle lediglich Freiheitsrechte garantieren und schützen.
Von Hayek stützt seine Theorie auf zwei Hauptthesen:
- Das Allgemeinwohl lässt sich nicht bestimmen, da es nur eine Summe sich ständig wandelnder individueller Interessen gibt.
Definition: Dieser Ansatz wird als normativer Individualismus bezeichnet, der von der Freiheit und Ungebundenheit des Menschen ausgeht.
- Der Begriff "soziale Gerechtigkeit" ist nicht auf eine Gesellschaft als Ganzes anwendbar, sondern nur auf individuelles menschliches Handeln.
Example: Ein Autofahrer, der zur Arbeit fährt, verfolgt sein Einzelinteresse. Er kann nicht für die unbeabsichtigten Folgen seines Handelns, wie den Beitrag zum Klimawandel, zur Rechenschaft gezogen werden.
Von Hayek plädiert für einen "Nachtwächterstaat", der sich auf den Schutz der Freiheitsrechte beschränkt und nicht in Wirtschaft oder Politik eingreift, um soziale Gerechtigkeit herzustellen.
Quote: "Ethik hat nichts in der Politik oder Wirtschaft zu suchen, nur im Privaten."
Diese Position steht in starkem Kontrast zu Rawls' Forderung nach einem aktiven Staat, der Ungleichheiten ausgleicht und Chancengleichheit herstellt.



































