Gewissensmodelle nach Kant und Freud
Immanuel Kant: Das Gewissen als innerer Gerichtshof
Für Immanuel Kant ist das Gewissen ein innerer Gerichtshof. Seine Theorie lässt sich so zusammenfassen:
- Jeder Mensch besitzt ein Gewissen
- Ein innerer Richter beobachtet und bedroht uns
- Diese "über die Gesetze wachende Gewalt" ist in unserem Wesen verankert
- Mit dem Gewissen beurteilen wir, ob unser Verhalten richtig oder falsch war
- Man kann sein schlechtes Gewissen ignorieren, aber es folgt einem wie ein Schatten
Wichtiger Begriff: Der "innere Gerichtshof" nach Kant bedeutet, dass wir selbst Richter über unsere Handlungen sind. Unser Gewissen urteilt ständig über das, was wir tun.
Sigmund Freud: Das Strukturmodell der Psyche
Sigmund Freud entwickelte eine andere Theorie des Gewissens in seinem psychischen Apparat, dem sogenannten Instanzenmodell:
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Das Es:
- Die Ebene unserer Triebe
- Will sich immer und überall ausleben
- Stellt das Triebhafte in uns dar
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Das Über-Ich:
- Enthält alles, was wir über gut und böse gelernt haben
- Umfasst Verbote, Tabus, Normen und Gesetze
- Beinhaltet auch Ängste und Vorurteile
- Entsteht durch Erziehung und gesellschaftliche Einflüsse
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Das Ich:
- Vermittelt zwischen dem Triebhaften (Es) und gesellschaftlichen Regeln (Über-Ich)
- Muss sich erst entwickeln
- Steht für bewusstes Denken
Schlüsselkonzept: Der Es-Ich-Über-Ich-Konflikt nach Freud erklärt, warum wir oft innere Konflikte erleben. Wenn das Es etwas will, was das Über-Ich verbietet, entsteht ein schlechtes Gewissen. Das Ich muss dann vermitteln.


