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Hausarbeit zu Religionskritik

Hausarbeit zu Religionskritik

 RELIGIONSKRITIK
Hausarbeit Thema 2 Inhaltsverzeichnis
1.Bertrand Russells Sicht auf Religion
2. Bekannte religionskritische Ansätze in Russ

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Haurarbeit die sich mit Religionskritik von Russel auseinandersetzt

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RELIGIONSKRITIK Hausarbeit Thema 2 Inhaltsverzeichnis 1.Bertrand Russells Sicht auf Religion 2. Bekannte religionskritische Ansätze in Russells Kritik. 3. Positive Funktionen von Religion............ Eigenständigkeitserklärung . Quellen......... .…............. 2 2 3 5 5 1 1.Bertrand Russells Sicht auf Religion Der Text entstammt dem Essay „Warum ich kein Christ bin“, verfasst von dem britischen Philosophen Bertrand Russell, erschienen in der deutschen Übersetzung in Hamburg im Jahre 1974 und befasst sich mit Kritik an Religion im Allgemeinen, speziell aber mit dem Christentum. Dabei stellt Russell die Religion als schlechte, unmoralische Institution dar, welche die Angst und Unwissenheit der Menschen ausnutze. Er hat dabei mehrere Hauptaussagen und somit Hauptkritikpunkte an der Religion. Zum einen basiere die Religion auf der Angst der Menschen, zum anderen sei die Religion wissenschaftsfremd und feindlich. Darüber hinaus stelle Gott eine aufgezwungene Vorstellung fremder Gewaltherrschaften dar und eine gute Welt bräuchte statt Religion Wissen, Güte und Mut. Die Kritik bei seiner ersten Aussage gilt den grausamen Dingen, die im Namen Gottes und im Auftrag der Religion vorgefallen sind. Beispiele hierfür wären Hexenverbrennungen oder die Kreuzzüge, beides „entstanden“ durch Angst; die Angst vor fremden Kreaturen mit übermenschlichen Kräften, die Angst vor Naturphänomenen, welche man sich nicht erklären konnte, die Angst vor fremden Kulturen und Religionen. Er schreibt, dass die Angst mit der Grausamkeit einhergehe, deshalb sei es auch kein Wunder, dass Religion grausam sei. Die zweite Aussage basiert auf...

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der Kritik der Religion die Wissenschaft nicht zu akzeptieren. Die Wissenschaft müsse sich erst gegen die Erklärungen der Religion vorkämpfen. Durch Forschung und Ausarbeitung der Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), konnten Naturphänomene logisch erklärt werden, für die damals nur die Religion und Kirchen eine Erklärung hatten. Kritisiert wird hierbei, dass die Religion, genauer gesagt die Kirchen, zu Ende des Mittelalters an ihren Erklärungen festhielt und die Wissenschaft für ungültig und Humbug erklärte. Russell meint, dass unser Fokus darauf liegen sollte, die Welt zu einem schöneren Ort zu machen, anstatt sinnlos nach eingebildeten Verbündeten im Himmel zu suchen, was den Fokus der Religion kritisiert, der ins Jenseits und zu Gott gerichtet ist und darüber hinaus auch den Umgang mit der Welt kritisiert. Seine dritte Hauptaussage erklärt die Sicht der religiösen Menschen, die sich selbst erniedrigen und sich als Sünder bezeichnen für freie Menschen als unwürdig. Logisch argumentiert müsste die Vorstellung von Gott aufgezwungen sein, da sich ein freier Mensch mit Selbstachtung nicht freiwillig erniedrigen würde. Russells letzte Hauptaussage, dass die Welt statt Religion Wissen, Güte und Mut brauche, kritisiert die Bibel; einerseits das Alter der Texte und andererseits das, was in den Bibelgeschichten behandelt wird und was die Religion durch diese Geschichten mit den Menschen macht. Ebenso das Hervorrufen von Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, das Trauern um Menschen, die in den Geschichten gestorben sind und das stetige Erinnern daran. 2. Bekannte religionskritische Ansätze in Russells Kritik In Russells Kritik lassen sich die Ansätze bekannter Religionskritiker wie beispielsweise Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Sigmund Freud entdecken. In Ludwig Feuerbachs Kritik stellt der Mensch sich einen Gott als entgegengesetztes Wesen gegenüber. Der Mensch sei unvollkommen, endlich, unmächtig, sündhaft und zeitlich, Gott hingegen sei vollkommen, unendlich, mächtig, heilig und ewig. Während der Mensch schlichtweg negativ und nichtig sei, verkörpere Gott ausschließlich Positivität und Realität. Gott stelle das alte Ego des Menschen dar, in Gott ergänze er sich seine fehlende andere Hälfte. So könne der Mensch erst in Gott vollkommen sein. Laut Feuerbach stelle Gott die Projektion der Wünsche des Menschen dar, des Menschen Selbstbewusstsein spiegle sich in dem Bewusstsein Gottes. Aus seinem Gott könne man den Menschen erkennen und aus dem Menschen seinen Gott. Russells Kritik an der Erniedrigung der Menschen als Sünder findet seinen Ansatz in der Theorie, dass Gott ein 2 entgegengesetztes Wesen zum Menschen ist, da der Mensch in beiden Ansätzen als schlecht und nichtig bezeichnet wird. Der Punkt von Russell, die Kritik an der Angst, den Wunsch nicht allein zu sein und jemanden zu haben der einem beisteht, hat den gleichen Ansatz wie Feuerbachs Kritik, dass Gott die fehlende Hälfte des Menschen darstelle. Karl Marx kritisiert, dass der Mensch sich die Religion erfinde, um aus seinem Elend zu entkommen. Er sieht die Religion als eine kurzfristige Illusion an und als einen allgemeinen Trost- und Rechtfertigungsgrund. Russells Kritik hinsichtlich dessen, dass die Menschen nicht nach einer eingebildeten Hilfe, also einer Illusion suchen sollen, hat den gleichen Ansatz wie Karl Marx laut dessen Aussage Religion eine Illusion ist. Marx Kritik, dass Religion als Trost- und Rechtfertigungsgrund diene, legt den Grundstein für eine von Russells Hauptaussagen. Die Wissenschaft muss gegen die Religion kämpfen, welche als Rechtfertigung für die Feigheit der Menschen diene. Und die Wissenschaft könne dabei helfen die feige Furcht der Menschen zu überwinden. Sigmund Freuds Kritik setzt an einer anderen Stelle an. Er betrachtet die Religion aus psychologischer Sichtweise. In seinen Augen dient die Religion dazu die Angst vor Gefahren des Lebens zu beschwichtigen und somit die Einzelpsyche zu erleichtern. Er vergleicht und begründet dies am Beispiel der Hilflosigkeit eines Kindes, dessen Vater es beschützt und ihm Liebe gibt. Für die Hilflosigkeit im Leben allgemein braucht es einen mächtigeren Vater, also Gott, der vor den nun größeren Gefahren und Ängsten bewahren kann. Deshalb kommt Freud zu dem Schluss, dass Religion eine Illusion sei. Freuds Kritik lässt sich in den Ansätzen von Russell wiederfinden. Der Kritikpunkt, dass die Religion auf Angst basiere, findet den gleichen Ansatz von Freuds Kritik, dass die Religion, einen Gott als Vaterfigur zum Beschwichtigen von Angst nutze. So hat auch Russells Erklärung, dass die Religion den Wunsch einen Beschützer zu haben und die Angst vor Gefahren ausnütze, den gleichen Ansatz wie Freuds Kritik, dass man einen mächtigeren Vater aufgrund einer zurückgebliebenen Entwicklung im Vater-Kind- Komplex brauche, wenn die Gefahren größer werden. Abschließend lässt sich sagen, dass Russells Religionskritik oftmals ähnliche Ansätze wie die der berühmten Kritiker hat. 3. Positive Funktionen von Religion Trotz der vielen Kritik hat Religion auch positive Funktionen. Karl Marx könnte man entgegenhalten, dass die Religion nicht ein Trost- und Rechtfertigungsgrund ist, sondern vielmehr den Menschen einen Sinn für ihr Leben und die Leiden gibt¹. Der Mensch erfindet die Religion nicht um aus seinem Elend zu entfliehen, die Religion schenkt den Menschen Hoffnung und eine neue Perspektive, somit haben sie mehr Kraft und Durchhaltevermögen sich selbst aus ihrem Elend zu befreien. Die Menschen flüchten sich nicht in die Religion und nehmen diese als Entschuldigung, die Religion schenkt den Menschen Hoffnung, Trost und dadurch Kraft, was den Menschen dabei hilft ein besseres Leben führen zu können. Der Kritik Sigmund Freuds kann man entgegensetzen, dass die Religion den Menschen die Möglichkeit bietet mit sich selbst und anderen besser klarzukommen, indem sie den Menschen hilft sich selbst anzunehmen. Diese Selbstakzeptanz fördert die seelische Gesundheit der Menschen, was Freud mit „Erleichterung der Einzelpsyche“ versucht in ein negatives Licht zustellen. Religion beschwichtigt nicht die Angst vor Gefahren des Lebens, Religion hilft den ¹ Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 2 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 3 Menschen dabei sich ihrer Angst zu stellen und sie zu überwinden³. Religion hilft nicht nur vor, sondern auch in Gefahren. Religion und Glaube helfen den Menschen Kraft und Willensstärke in schwierigen Situationen zu behalten und Krisensituationen zu bewältigen. Das kann man auch Russells Kritik entgegenhalten. Die Religion stützt sich nicht auf die Angst, sondern kann den Menschen helfen diese zu bewältigen. Russell schreibt, dass man sich im Gegensatz zu den Kirchen darauf fokussieren solle die Welt zu einem Ort zu machen in welchem es sich lohne zu leben. Doch genau das ist auch ein Ziel der Kirchen, sie legen Wert auf das Seelenheil der Menschen aber auch darauf, dass die Welt ein Ort ist/bleibt/wird, der es wert ist darin zu leben. Die Religion hilft den Menschen durch Selbstreflexion und Reflexion der Umstände von außen eine neutralere Sicht auf die Dinge zu bekommen, so kann Schuld besser erkannt und abgearbeitet werden. Es ist nicht unwürdig oder erniedrigend zu gestehen dass Menschen Sünder sind, das sind sie, denn: Wer hat noch nie etwas Falsches getan? Mit dem Zugeständnis von Schuld eröffnet sich dem Christen der Zugang zur Gnade, genauer gesagt Vergebung der Sünden. Sünde führt daher nicht zur Abwertung des Menschen, sondern zu einer Aufwertung. Dies ist generell eine Voraussetzung für eine bessere Welt. Russell kritisiert, dass die Religion zu sehr auf die Vergangenheit und eine veraltete Bibel fokussiert ist und dadurch auf Sehnsucht fixiert, anstatt Wissen, Güte und Mut zu fördern7. Die Bibel mag zwar vor langer Zeit geschrieben worden sein, die Aussagen der Inhalte und Themen sind aber immer noch topaktuell. Als Beispiel kann man die 10 Gebote betrachten, sie wurden Mose von Gott gegeben als das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste umherirrte. Dieses Ereignis fand etwa im 13.Jahrhundert v.Chr.8 statt, dennoch sind die 10 Gebote aktuell. Sie besagen unter anderem nicht zu töten und nicht zu stehlen; diese Gebote sind im Gebot der Nächstenliebe zusammengefasst und selbst im Grundgesetz verankert. Das belegt, dass die grundsätzlichen Aussagen und Inhalte der Bibel immer noch aktuell sind. Das Einhalten dieser Gesetze/Gebote führt unter anderem zu einem friedlichen und respektvollen Umgang und alles in allem zu einer besseren Welt. Entgegen der Auffassung von Russell ist die Religion nicht auf die Vergangenheit fokussiert, sondern auf die Zukunft ausgerichtet. Die Religion versinkt nicht in Sehnsucht, sondern schenkt Hoffnung, Friede, Glaube, Liebe und Freude, sie ermutigt die Menschen und fordert zu Güte und Barmherzigkeit auf. Die Zukunft beinhaltet das Streben nach dem Ziel des Glaubens, auf ewig bei Gott zu sein, ohne die Anfechtung des Bösen. Der Kritik Feuerbachs ist entgegenzuhalten, dass der Mensch sich Gott nicht als ein entgegengesetztes Wesen gegenüberstellen kann, denn der Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Das heißt nicht, dass man von dem Aussehen des Menschen auf das Aussehen von Gott schließen kann, sondern dass Gott den Menschen einen Anteil an göttlichen Wesensmerkmalen geschenkt hat. Gott ist allmächtig, völlig unabhängig, er verkörpert Liebe, Unsterblichkeit und Vernunft. Da Gott den Menschen göttliche Eigenschaften wie Liebe, Vernunft, Unsterblichkeit der Seele und Willens- sowie Handlungsfreiheit schenkt und mit ihnen redet, sich um sie sorgt, ist der Mensch ein Ebenbild Gottes ¹0. 3 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 4 Vgl. Katechismus, S.40 Frage 86 5 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 6 Vgl. Russell Zeile 15-18 7 Vgl. Russell Zeile 7-10, 19-21 8 Vgl. Bibel S. 54 9 Vgl. Katechismus, S.39 Frage 81& Vgl. Bibel, Mose 1,26.27 10 Vgl. Bibel, Mose 2,16.17 4

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RELIGIONSKRITIK Hausarbeit Thema 2 Inhaltsverzeichnis 1.Bertrand Russells Sicht auf Religion 2. Bekannte religionskritische Ansätze in Russells Kritik. 3. Positive Funktionen von Religion............ Eigenständigkeitserklärung . Quellen......... .…............. 2 2 3 5 5 1 1.Bertrand Russells Sicht auf Religion Der Text entstammt dem Essay „Warum ich kein Christ bin“, verfasst von dem britischen Philosophen Bertrand Russell, erschienen in der deutschen Übersetzung in Hamburg im Jahre 1974 und befasst sich mit Kritik an Religion im Allgemeinen, speziell aber mit dem Christentum. Dabei stellt Russell die Religion als schlechte, unmoralische Institution dar, welche die Angst und Unwissenheit der Menschen ausnutze. Er hat dabei mehrere Hauptaussagen und somit Hauptkritikpunkte an der Religion. Zum einen basiere die Religion auf der Angst der Menschen, zum anderen sei die Religion wissenschaftsfremd und feindlich. Darüber hinaus stelle Gott eine aufgezwungene Vorstellung fremder Gewaltherrschaften dar und eine gute Welt bräuchte statt Religion Wissen, Güte und Mut. Die Kritik bei seiner ersten Aussage gilt den grausamen Dingen, die im Namen Gottes und im Auftrag der Religion vorgefallen sind. Beispiele hierfür wären Hexenverbrennungen oder die Kreuzzüge, beides „entstanden“ durch Angst; die Angst vor fremden Kreaturen mit übermenschlichen Kräften, die Angst vor Naturphänomenen, welche man sich nicht erklären konnte, die Angst vor fremden Kulturen und Religionen. Er schreibt, dass die Angst mit der Grausamkeit einhergehe, deshalb sei es auch kein Wunder, dass Religion grausam sei. Die zweite Aussage basiert auf...

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der Kritik der Religion die Wissenschaft nicht zu akzeptieren. Die Wissenschaft müsse sich erst gegen die Erklärungen der Religion vorkämpfen. Durch Forschung und Ausarbeitung der Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), konnten Naturphänomene logisch erklärt werden, für die damals nur die Religion und Kirchen eine Erklärung hatten. Kritisiert wird hierbei, dass die Religion, genauer gesagt die Kirchen, zu Ende des Mittelalters an ihren Erklärungen festhielt und die Wissenschaft für ungültig und Humbug erklärte. Russell meint, dass unser Fokus darauf liegen sollte, die Welt zu einem schöneren Ort zu machen, anstatt sinnlos nach eingebildeten Verbündeten im Himmel zu suchen, was den Fokus der Religion kritisiert, der ins Jenseits und zu Gott gerichtet ist und darüber hinaus auch den Umgang mit der Welt kritisiert. Seine dritte Hauptaussage erklärt die Sicht der religiösen Menschen, die sich selbst erniedrigen und sich als Sünder bezeichnen für freie Menschen als unwürdig. Logisch argumentiert müsste die Vorstellung von Gott aufgezwungen sein, da sich ein freier Mensch mit Selbstachtung nicht freiwillig erniedrigen würde. Russells letzte Hauptaussage, dass die Welt statt Religion Wissen, Güte und Mut brauche, kritisiert die Bibel; einerseits das Alter der Texte und andererseits das, was in den Bibelgeschichten behandelt wird und was die Religion durch diese Geschichten mit den Menschen macht. Ebenso das Hervorrufen von Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, das Trauern um Menschen, die in den Geschichten gestorben sind und das stetige Erinnern daran. 2. Bekannte religionskritische Ansätze in Russells Kritik In Russells Kritik lassen sich die Ansätze bekannter Religionskritiker wie beispielsweise Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Sigmund Freud entdecken. In Ludwig Feuerbachs Kritik stellt der Mensch sich einen Gott als entgegengesetztes Wesen gegenüber. Der Mensch sei unvollkommen, endlich, unmächtig, sündhaft und zeitlich, Gott hingegen sei vollkommen, unendlich, mächtig, heilig und ewig. Während der Mensch schlichtweg negativ und nichtig sei, verkörpere Gott ausschließlich Positivität und Realität. Gott stelle das alte Ego des Menschen dar, in Gott ergänze er sich seine fehlende andere Hälfte. So könne der Mensch erst in Gott vollkommen sein. Laut Feuerbach stelle Gott die Projektion der Wünsche des Menschen dar, des Menschen Selbstbewusstsein spiegle sich in dem Bewusstsein Gottes. Aus seinem Gott könne man den Menschen erkennen und aus dem Menschen seinen Gott. Russells Kritik an der Erniedrigung der Menschen als Sünder findet seinen Ansatz in der Theorie, dass Gott ein 2 entgegengesetztes Wesen zum Menschen ist, da der Mensch in beiden Ansätzen als schlecht und nichtig bezeichnet wird. Der Punkt von Russell, die Kritik an der Angst, den Wunsch nicht allein zu sein und jemanden zu haben der einem beisteht, hat den gleichen Ansatz wie Feuerbachs Kritik, dass Gott die fehlende Hälfte des Menschen darstelle. Karl Marx kritisiert, dass der Mensch sich die Religion erfinde, um aus seinem Elend zu entkommen. Er sieht die Religion als eine kurzfristige Illusion an und als einen allgemeinen Trost- und Rechtfertigungsgrund. Russells Kritik hinsichtlich dessen, dass die Menschen nicht nach einer eingebildeten Hilfe, also einer Illusion suchen sollen, hat den gleichen Ansatz wie Karl Marx laut dessen Aussage Religion eine Illusion ist. Marx Kritik, dass Religion als Trost- und Rechtfertigungsgrund diene, legt den Grundstein für eine von Russells Hauptaussagen. Die Wissenschaft muss gegen die Religion kämpfen, welche als Rechtfertigung für die Feigheit der Menschen diene. Und die Wissenschaft könne dabei helfen die feige Furcht der Menschen zu überwinden. Sigmund Freuds Kritik setzt an einer anderen Stelle an. Er betrachtet die Religion aus psychologischer Sichtweise. In seinen Augen dient die Religion dazu die Angst vor Gefahren des Lebens zu beschwichtigen und somit die Einzelpsyche zu erleichtern. Er vergleicht und begründet dies am Beispiel der Hilflosigkeit eines Kindes, dessen Vater es beschützt und ihm Liebe gibt. Für die Hilflosigkeit im Leben allgemein braucht es einen mächtigeren Vater, also Gott, der vor den nun größeren Gefahren und Ängsten bewahren kann. Deshalb kommt Freud zu dem Schluss, dass Religion eine Illusion sei. Freuds Kritik lässt sich in den Ansätzen von Russell wiederfinden. Der Kritikpunkt, dass die Religion auf Angst basiere, findet den gleichen Ansatz von Freuds Kritik, dass die Religion, einen Gott als Vaterfigur zum Beschwichtigen von Angst nutze. So hat auch Russells Erklärung, dass die Religion den Wunsch einen Beschützer zu haben und die Angst vor Gefahren ausnütze, den gleichen Ansatz wie Freuds Kritik, dass man einen mächtigeren Vater aufgrund einer zurückgebliebenen Entwicklung im Vater-Kind- Komplex brauche, wenn die Gefahren größer werden. Abschließend lässt sich sagen, dass Russells Religionskritik oftmals ähnliche Ansätze wie die der berühmten Kritiker hat. 3. Positive Funktionen von Religion Trotz der vielen Kritik hat Religion auch positive Funktionen. Karl Marx könnte man entgegenhalten, dass die Religion nicht ein Trost- und Rechtfertigungsgrund ist, sondern vielmehr den Menschen einen Sinn für ihr Leben und die Leiden gibt¹. Der Mensch erfindet die Religion nicht um aus seinem Elend zu entfliehen, die Religion schenkt den Menschen Hoffnung und eine neue Perspektive, somit haben sie mehr Kraft und Durchhaltevermögen sich selbst aus ihrem Elend zu befreien. Die Menschen flüchten sich nicht in die Religion und nehmen diese als Entschuldigung, die Religion schenkt den Menschen Hoffnung, Trost und dadurch Kraft, was den Menschen dabei hilft ein besseres Leben führen zu können. Der Kritik Sigmund Freuds kann man entgegensetzen, dass die Religion den Menschen die Möglichkeit bietet mit sich selbst und anderen besser klarzukommen, indem sie den Menschen hilft sich selbst anzunehmen. Diese Selbstakzeptanz fördert die seelische Gesundheit der Menschen, was Freud mit „Erleichterung der Einzelpsyche“ versucht in ein negatives Licht zustellen. Religion beschwichtigt nicht die Angst vor Gefahren des Lebens, Religion hilft den ¹ Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 2 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 3 Menschen dabei sich ihrer Angst zu stellen und sie zu überwinden³. Religion hilft nicht nur vor, sondern auch in Gefahren. Religion und Glaube helfen den Menschen Kraft und Willensstärke in schwierigen Situationen zu behalten und Krisensituationen zu bewältigen. Das kann man auch Russells Kritik entgegenhalten. Die Religion stützt sich nicht auf die Angst, sondern kann den Menschen helfen diese zu bewältigen. Russell schreibt, dass man sich im Gegensatz zu den Kirchen darauf fokussieren solle die Welt zu einem Ort zu machen in welchem es sich lohne zu leben. Doch genau das ist auch ein Ziel der Kirchen, sie legen Wert auf das Seelenheil der Menschen aber auch darauf, dass die Welt ein Ort ist/bleibt/wird, der es wert ist darin zu leben. Die Religion hilft den Menschen durch Selbstreflexion und Reflexion der Umstände von außen eine neutralere Sicht auf die Dinge zu bekommen, so kann Schuld besser erkannt und abgearbeitet werden. Es ist nicht unwürdig oder erniedrigend zu gestehen dass Menschen Sünder sind, das sind sie, denn: Wer hat noch nie etwas Falsches getan? Mit dem Zugeständnis von Schuld eröffnet sich dem Christen der Zugang zur Gnade, genauer gesagt Vergebung der Sünden. Sünde führt daher nicht zur Abwertung des Menschen, sondern zu einer Aufwertung. Dies ist generell eine Voraussetzung für eine bessere Welt. Russell kritisiert, dass die Religion zu sehr auf die Vergangenheit und eine veraltete Bibel fokussiert ist und dadurch auf Sehnsucht fixiert, anstatt Wissen, Güte und Mut zu fördern7. Die Bibel mag zwar vor langer Zeit geschrieben worden sein, die Aussagen der Inhalte und Themen sind aber immer noch topaktuell. Als Beispiel kann man die 10 Gebote betrachten, sie wurden Mose von Gott gegeben als das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste umherirrte. Dieses Ereignis fand etwa im 13.Jahrhundert v.Chr.8 statt, dennoch sind die 10 Gebote aktuell. Sie besagen unter anderem nicht zu töten und nicht zu stehlen; diese Gebote sind im Gebot der Nächstenliebe zusammengefasst und selbst im Grundgesetz verankert. Das belegt, dass die grundsätzlichen Aussagen und Inhalte der Bibel immer noch aktuell sind. Das Einhalten dieser Gesetze/Gebote führt unter anderem zu einem friedlichen und respektvollen Umgang und alles in allem zu einer besseren Welt. Entgegen der Auffassung von Russell ist die Religion nicht auf die Vergangenheit fokussiert, sondern auf die Zukunft ausgerichtet. Die Religion versinkt nicht in Sehnsucht, sondern schenkt Hoffnung, Friede, Glaube, Liebe und Freude, sie ermutigt die Menschen und fordert zu Güte und Barmherzigkeit auf. Die Zukunft beinhaltet das Streben nach dem Ziel des Glaubens, auf ewig bei Gott zu sein, ohne die Anfechtung des Bösen. Der Kritik Feuerbachs ist entgegenzuhalten, dass der Mensch sich Gott nicht als ein entgegengesetztes Wesen gegenüberstellen kann, denn der Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Das heißt nicht, dass man von dem Aussehen des Menschen auf das Aussehen von Gott schließen kann, sondern dass Gott den Menschen einen Anteil an göttlichen Wesensmerkmalen geschenkt hat. Gott ist allmächtig, völlig unabhängig, er verkörpert Liebe, Unsterblichkeit und Vernunft. Da Gott den Menschen göttliche Eigenschaften wie Liebe, Vernunft, Unsterblichkeit der Seele und Willens- sowie Handlungsfreiheit schenkt und mit ihnen redet, sich um sie sorgt, ist der Mensch ein Ebenbild Gottes ¹0. 3 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 4 Vgl. Katechismus, S.40 Frage 86 5 Vgl. http://digitale-schule-bayern.de/dsdaten/552/41.pdf_S.2 6 Vgl. Russell Zeile 15-18 7 Vgl. Russell Zeile 7-10, 19-21 8 Vgl. Bibel S. 54 9 Vgl. Katechismus, S.39 Frage 81& Vgl. Bibel, Mose 1,26.27 10 Vgl. Bibel, Mose 2,16.17 4