Der ethnologische Gottesbeweis
Dieser Abschnitt behandelt den ethnologischen oder historischen Gottesbeweis, der auf Cicero zurückgeht. Es handelt sich um ein aposteriorisches Argument, das von Erfahrungstatsachen ausgeht.
Der Gedankengang wird wie folgt rekonstruiert:
- Es gab zu allen Zeiten und in allen Kulturen Religion.
- Religionen entstehen durch Erfahrungen mit dem "Göttlichen".
- Menschen haben überall und immer Erfahrungen mit dem "Göttlichen" gemacht.
- Es kommt nicht vor, dass sich alle Menschen irren.
- Folglich muss das "Göttliche" tatsächlich existieren.
Example: Ein Beispiel für die Universalität von Religion wäre, dass sowohl im antiken Ägypten als auch bei den Azteken und in modernen Gesellschaften religiöse Praktiken zu finden sind.
Der Text präsentiert auch Kritikpunkte an diesem Gottesbeweis. Es wird argumentiert, dass nicht alle Menschen religiös waren oder religiöse Erfahrungen gemacht haben. Zudem könnten andere Faktoren wie wissenschaftliche Unwissenheit oder Machtstreben zur Entstehung von Religionen geführt haben.
Highlight: Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass es in der Menschheitsgeschichte Beispiele für allgemeine Irrtümer gab, wie die Vorstellung einer flachen Erde.
Der ethnologische Gottesbeweis wird eher als Plausibilitätsargument denn als strenger Beweis eingestuft.







