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Gleichnisse und Bergpredigt

Gleichnisse und Bergpredigt

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Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. Jesus hat diese sprachliche Form für seine Verkündigung häufig benutzt. Gut ein Drittel der von ihm überlieferten Worte sind Gleichnisse. Inhaltlich geht es in ihnen um Gott und sein Reich. Sie zeigen, wie Gott ist, wie er mit den Menschen umgeht und was er von ihnen erwartet. Die Gleichnisse wollen die Zuhörer überzeugen, zum Mitdenken und zum Umdenken bewegen; sie fordern ihn zu einer Entscheidung heraus. (1) Ein Gleichnis im engeren Sinn ist ein Vergleich, der in Form einer Erzählung gestaltet ist. Jesus macht darin alltägliche Dinge wie Saat und Ernte, das Backen von Brot oder das Suchen eines verlorenen Geldstücks zum Bild für die Wirklichkeit des Reiches Gottes. So weist z.B. das Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4,30-32) auf den Kontrast zwischen dem winzigen Samenkorn und der großen Senfpflanze hin. So ermutigt es, darauf zu vertrauen, dass aus den unscheinbaren Anfängen, die in der Gegenwart schon sichtbar sind, tatsächlich etwas so unfassbar Großes wie das Reich Gottes erwächst. Die Verwendung der Bilder macht das Gemeinte unmittelbar verständlich und dient dazu, dass die Gleichnisse gut im Gedächtnis haften bleiben. (2) Die Parabel: Sie nimmt als Vergleichsgröße einen einmaligen außergewöhnlichen Fall (z.B. Die Arbeiter im Weinberg, Matthäus 20,1-15; Der verlorene Sohn, Lukas 15,11-32),...

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der die Botschaft, um die es geht, unmittelbar einleuchtend illustriert. Beim Gleichnis im engeren Sinn (1) und bei der Parabel (2) kommt es darauf an, den Vergleichspunkt, d.h. den »springenden Punkt« zu finden. Nicht alle Einzelzüge sollen ausgedeutet werden. (3) Die Allegorie: Im Unterschied dazu sind bei der Allegorie die einzelnen Bestandteile zu deuten (in Markus 12,1-12 z.B. der Weinberg, der Besitzer, der Pächter usw.). (4) Die Beispielerzählung: Sie führt die gemeint Sache an einem praktischen Fall vor, der als einladendes oder abschreckendes Beispiel dient (z.B. Der barmherzige Samariter, Lukas 10,29-37; Vom reichen Bauern, Lukas 12,16-21; Vom Pharisäer und Zolleinnehmer, Lukas 18,9-14). Das Reich Gottes entsteht nicht plötzlich, durch einen Umbruch oder revolutionären Akt, sondern durch allmähliches Wachstum, durch eine evolutionäre Entwicklung. Dieses Wachstum wird von Gott bewirkt. Gleichnis vom Wachstum der Saat (Mk 4,26-29) Das Reich Gottes verwirklicht sich unter den Menschen. Sie stellen das Feld dar, auf dem die Saat gedeiht und Frucht bringt. Nicht alle taugen für das Reich und so wird die Saat auch oftmals nicht aufgehen. Dies ist jedoch kein Grund für Ungeduld, Pessimismus oder gar Resignation. Denn diejenigen, die das Wort Gottes aufnehmen und den Heilswille Gottes leben, dienen dem Reich und bringen reichen Segen. Gleichnis vom Säemann (Mt 13,3-8; Mk 4, 3-8; Lk 8,5-8) Das Reich wächst aus unscheinbaren Anfängen heraus, lange Zeit sogar im Verborgenen. Doch es wird letztlich die ganze Welt umspannen. Das Gottesreich wächst extensiv, durch Nachfolger, welche in das Reich eintreten. Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13, 31-32; Mk 4, 30-32; Lk 13, 18-19) Und es wächst intensiv, indem es alle Lebensbereiche durchdringt Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33; Mk 13, 20-21) Das Reich Gottes polarisiert die Menschen. Am Gottesreich scheiden sich die Geister. Es ist jedoch nicht die Aufgabe von Menschen, zu richten. Jesus richtet die Welt nach sozialen Kriterien: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25, 40 Ohne soziale Kompetenz kann das Gottesreich und seine Gerechtigkeit nicht wahrgenommen werden. Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen ( Mt. 13,24-30) Doch keiner soll verloren gehen. Niemand wird aufgegeben. Und wenn die Verlorenen heim ins Gottesreich finden, ist das Heil - eine Zeit der Freude. Ein Schaf, das die Herde verloren hat, irrt umher. Schließlich legt es sich nieder. Es ist durch nichts zu bewegen, wieder aufzustehen. Der gute Hirte sucht es und wenn er es gefunden hat, nimmt er es über die Schulter und trägt es voll Freude in die Geborgenheit der Herde zurück. Gleichnis vom verlorenen Schaf (Mt 18, 12-13; Lk 15,3-7) Eine arme Frau hat Geld verloren. Als sie nun das Verlorenen wieder findet, ist die Freude groß. Und der Mensch als Ebenbild Gottes ist wertvoll. Er ist wert, ins Reich Gottes einzugehen. Wenn eine Mensch, der in Entfremdung von seinem eigenen Wesen unter Wert gelebt hat, ins Gottesreich eingeht, so ist dies Anlass zu tiefer Freude. von der verlorenen Drachme (Lk 15,8-10) Ein Sohn hat sich sein Erbteil auszahlen lassen und bringt es nun durch. Dann gerät er in tiefe Not. Er sieht schließlich keinen Ausweg mehr, als zurückzukommen und sich dem Vater zu stellen. Der Vater nimmt ihn liebevoll wieder auf und feiert zu seinem Ehren ein großes Freudenfest. Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) Das Gottesreich ist für jedem von großem Wert. denn es bedeutet Heil - die Vollendung des Menschen in der Gemeinschaft mit Gott. Das Reich Gottes gleicht einem Schatz, der in einem Acker gefunden wird. (Der Fund eines Schatzes im alten Orient war gleichbedeutend mit dem Gewinn eines gut gefüllten Jackpots heutzutage.) Doch ehe der wertvolle Schatz gehoben werden kann, muss der Acker erst erworben werden. Zum Eintritt ins Gottesreich bedarf es der Nachfolge und damit Einsatzes und Engagements. Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt. 13,44) Ein Kaufmann kann eine überaus kostbare Perle kaufen. Ihr Glanz ist so strahlend, dass er jeden Preis zahlt und alles dafür hingibt, was er hat. Der Erwerb der Perle erfüllt ihn mit tiefer Freude und Befriedigung. Dies ist vergleichbar mit der Freude im Gottesreich, die sich aus dem erhebenden Gefühl gleicher Gesinnung, gleichen Tun und Wollens und aus der Geborgenheit in der Obhut Gottes ergibt. Gleichnis von der köstlichen Perle (Mt 13, 45-46) Das Reich Gottes, seine Königsherrschaft kann Gott nur selbst bewirken. Doch er beruft Menschen zur Mitarbeit und damit zum Aufbruch in sein Reich. Deshalb heißt es hellwach zu sein. um den Ruf wahrzunehmen und den Willen Gottes zu tun. Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Mt 25, 1-13) Der Ruf Gottes löst immer eine Entscheidung aus, denn die Folgen sind einschneidend und verändern radikal das bisherige Leben. Hierbei ist eine Nein mit anschließendem Gesinnungswandel besser als ein Ja, dem kein Tun folgt. Gleichnis von den ungleichen Brüdern (Mt 21, 28-31) Im Gottesreich gilt es alle Talente einzusetzen. Denn das Wort Gottes ist den Menschen anvertraut. Mit den vorhandenen Pfunden soll gewuchert werden. Denn wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt. Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Mt 25,14-30) Dabei gilt es klug, besonnen, aber auch entschlossen und mutig zu handeln. Gleichnis vom klugen Haushalter (Lk 16, 1-8) Auch im Reich Gottes beruht die Existenz auf Arbeit. Gearbeitet wird so, wie es die wirtschaftliche Situation und der vorhandene Bedarf erfordert. Die Einen arbeiten länger, die Anderen kürzer. Privilegien gibt es keine. Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten - es gibt keinen Unterschied. Alle erhalten den Lohn, der ihnen eine gesicherte Existenz ermöglicht. Der Dämon der Arbeitslosigkeit ist gebannt. Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16) Im Reich Gottes gibt es keine Randgruppe und Marginalisierten. Alle sind zum großen Mahl - das als Metapher zum Gottesreich dient - geladen. Alles ist bereitet. Doch nicht alle erscheinen und einige misshandeln oder töten sogar diejenigen, welche die Einladung überbringen. Und so werden weitere eingeladen, auch Bettler und Obdachlose, bis auch der letzte Platz gefüllt ist. Die Erschienenen nehmen gleichberechtigt am Mahl teil. Es ist für alle genug zum Essen und Trinken da. Und es wird eine Tischgemeinschaft praktiziert, bei der alle sozialen Trennungen überwunden sind. Gleichnis vom großen Abendmahl (Mt 22, 1-10; Lk.14, 16-24) Bergpredigt: Die Bergpredigt ist die wohl bekannteste Rede, die Jesus gehalten hat. Darin verkündet er, worauf es im Zusammenleben der Menschen ankommt. Was er gesagt hat und warum die Predigt noch heute so wichtig ist - der Hintergrund. Die Bergpredigt ist eine Rede, die der Wanderprediger Jesus von Nazareth auf einem Berg im Norden Israels gehalten hat, als er ungefähr 30 Jahre alt war. Sie ist die wohl bekannteste Predigt Jesu und markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Darin legt er sozusagen sein Grundsatzprogramm dar und stellt Regeln für das Zusammenleben auf. In der Predigt, die in der Bibel im Matthäusevangelium (Kapitel 5-7) nachzulesen ist, ruft Jesus die Menschen dazu auf, ihre Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen. Er fordert sie auf, Gutes zu tun uns sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren. Die Bergpredigt enthält Textpassagen, die heute als Kernstücke des Christentums gelten, wie die Seligpreisungen, das Gebot der Feindesliebe, die "Goldene Regel" und das Vaterunser. Die Bergpredigt, die Jesus am Nordufer des Sees Genezareth gehalt hat, ist bis heute von Bedeutung. Sie enthält Handlungsanweisungen und Regeln für ein christliches Leben. Gleichzeitg ist sie herausfordernd: Die Appelle, den Feind zu lieben und radikal auf Gewalt zu verzichten, bieten viel Raum zur Diskussion. Auch der Aufruf "wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar" (Matthäus 5,39) löst immer wieder Debatten aus. Auch in der Politik spielte der Text eine Rolle. Er inspirierte den Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi bei seinem gewaltlosen Protest zur Befreiung Indiens von der englischen Kolonialmacht. Er war Wegbegleiter Martin Luther Kings bei seinem Kampf um die Gleichberechtigung der schwarzen Bürger in Amerika. Er inspirierte die Christen in der DDR bei der friedlichen Revolution im Osten Deutschlands. Die Goldene Regel Im zweiten Teil der Zehn Gebote geht es um unsere Beziehung zu anderen Menschen, darunter die, die uns ganz nahe sind wie Vater und Mutter oder der Ehepartner, aber auch zu solchen Menschen, die wir vielleicht gar nicht mit Namen kennen. Jesus sagt zu dem Gesetzeslehrer: ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Wer seinen Vater und seine Mutter liebt wie sich selbst, der ehrt seinen Vater und seine Mutter. Wer seinen Ehepartner liebt wie sich selbst, der bricht nicht die Ehe. Wer andere liebt wie sich selbst, der redet ihnen nicht übel nach, der verlangt nicht nach dem, was anderen gehört. Man kann das zusammenfassen in der Goldenen Regel: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen“ (Matthäus 7, 12). Das Doppelgebot der Liebe Ähnliches findet sich schon im Buch Leviticus: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Levitikus 19, 18). Es kommt aus dem Alten Testament, wenn Jesus zu dem Gesetzeslehrer sagt: ,,Ebenso wichtig ist das zweite Gebot: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Auch hier müssen wir uns fragen, ob wir das wirklich tun. Da gibt es einmal gar nicht wenige Menschen, die sich selbst hassen. Wer sich selbst hasst, kann andere nicht lieben. Und dann gibt es die Vielen, die sich selbst lieben, aber nicht die anderen. Doch was sagt Jesus? Er sagt: ,,An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten". Wer diese beiden Gebote erfüllt: die Liebe zu Gott und die Liebe des Nächsten, der hat alle Gebote erfüllt. Liebe mit ganzem Herzen Man kann den ersten Teil der Zehn Gebote in dem Jesuswort ,,Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken" in unserer Geschichte zusammengefasst sehen, wobei Jesus damit Deuteronomium 6, 4f. zitiert: „Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft". Der zweite Teil der Zehn Gebote konzentriert sich in dem Satz ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Auch die Antithesen (Mt 5,21–48) bilden von ihrer formalen Struktur her eine eigene Texteinheit. Die einleitende Formel „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist.“ wird mit dem Gegensatz „Ich aber sage euch…“ zum Muster für die Thesen zu Zorn und Versöhnung, zur Ehe und Scheidung, zum Schwören, zur Gewaltlosigkeit und zur Nächsten- und Feindesliebe. Die Botschaft der Antithesen nimmt bei Jesus ihren Anfang und endet Handeln der Adressaten. So soll sich die überlieferte Botschaft vom Anbruch des Reich Gott der jeweiligen Gegenwart des Lesers und Hörers bewahrheiten - erst wenn diese ihr Leben nach dem Evangelium ausrichten, ist das Überlieferungsgeschehen vollendet. Die Antithesen zeichnen exemplarisch ein vollkommenes christliches Leben, in dem sie Konflikte des menschlichen Alltags mit Wegen der Versöhnung verbinden. Die Vision einer versöhnten Welt nimmt – in der Grundrichtung der jesuanischen Ethik – ihren Lauf von der inneren Heilung des Menschen zu einem umfassend gelungenen Leben in Wort und Tat. Thema Von Jesus zitierte alttestamentliche Regel Vom Töten Vom Ehebruch Vom Schwören Von der Vergeltung Von der Ehescheidung Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. (5,31) Von der Liebe zu den Feinden Du sollst nicht töten. (5,21) weitere Themen (Bezug auf 2. Mose 20,13 und 5. Mose 17,8-9; 12-13) Du sollst nicht die Ehe brechen. (5,27) Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. (5,33) Auge für Auge (5,38) (Bezug auf 2. Mose 21, 23-25 und 3. Mose 24,19-20) Ich aber sage euch... Drei Drohungen: ,,Wer mit seinem Bruder zürnt," ,,wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig, wer aber sagt: Du gottloser Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig" kein Hinweis auf herkömmliche Regeln Drei Drohungen: ,,Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht,"... ,,Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt," ... ,,wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt," ... Zwei Drohungen: „Wer seine Frau entlässt,“ … „und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist,"... Eine neue Forderung: „Schwört überhaupt nicht" Vier Forderungen: ,,wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt," ,,wenn dich einer vor Gericht bringen will," ,,wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen," ... ,,Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“ Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind. (5,43) Zwei Forderungen: ,,Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen," ... ,,Ihr sollt also vollkommen sein," ... Diverse Forderungen, insbesondere in Abgrenzung zu Heuchlern, die ihren Lohn bereits bekommen haben. Prominentester Abschnitt dürfte das ,,Vaterunser" (6,9-13) sein. Moses Gebote waren nur Gebote, an die man sich halten sollte, um ein friedliches Leben mit einander zu gewährleisten, aber durch die in der Bergpredigt hervorgebrachten Antithesen, wird daraus eine Art erpresserische Gesetzgebung, die für eine Sünde einen Tribut fordert. Feindesliebe: Feindesliebe ist eine besondere Form der Nächstenliebe. Sie geht über die Liebe hinaus, die an irgendeine Form der Sympathie und Überwindung der Fremdheit gekoppelt ist und umfasst dabei auch den unangenehmen und gefährlichen Mitmenschen. Darin liegt eine Besonderheit des Christseins: Im Anspruch vollkommen zu sein in der Liebe und damit unabhängig von der Liebe, beziehungsweise sogar von dem Wohlwollen, des Gegenübers. (vgl. Mt 5,46-48) Dieser Anspruch leitet sich aus dem Reden und Wirken Jesu ab, der wohl als erster religiöser Lehrer explizit die Anweisung gibt ,,Liebt eure Feinde" (Mt 5,44) und im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) veranschaulicht, wie das zu verstehen ist: Der aus jüdischer Perspektive feindliche Samariter hilft einem Opfer der ,,Gegenseite", trotz des Risikos, entdeckt und bestraft zu werden. Schließlich lebt Jesus die von ihm geforderte Feindesliebe auch selbst vor, indem er sterbend am Kreuz für seine Peiniger bittet: ,,Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!". (Lk 23,34)

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der die Botschaft, um die es geht, unmittelbar einleuchtend illustriert. Beim Gleichnis im engeren Sinn (1) und bei der Parabel (2) kommt es darauf an, den Vergleichspunkt, d.h. den »springenden Punkt« zu finden. Nicht alle Einzelzüge sollen ausgedeutet werden. (3) Die Allegorie: Im Unterschied dazu sind bei der Allegorie die einzelnen Bestandteile zu deuten (in Markus 12,1-12 z.B. der Weinberg, der Besitzer, der Pächter usw.). (4) Die Beispielerzählung: Sie führt die gemeint Sache an einem praktischen Fall vor, der als einladendes oder abschreckendes Beispiel dient (z.B. Der barmherzige Samariter, Lukas 10,29-37; Vom reichen Bauern, Lukas 12,16-21; Vom Pharisäer und Zolleinnehmer, Lukas 18,9-14). Das Reich Gottes entsteht nicht plötzlich, durch einen Umbruch oder revolutionären Akt, sondern durch allmähliches Wachstum, durch eine evolutionäre Entwicklung. Dieses Wachstum wird von Gott bewirkt. Gleichnis vom Wachstum der Saat (Mk 4,26-29) Das Reich Gottes verwirklicht sich unter den Menschen. Sie stellen das Feld dar, auf dem die Saat gedeiht und Frucht bringt. Nicht alle taugen für das Reich und so wird die Saat auch oftmals nicht aufgehen. Dies ist jedoch kein Grund für Ungeduld, Pessimismus oder gar Resignation. Denn diejenigen, die das Wort Gottes aufnehmen und den Heilswille Gottes leben, dienen dem Reich und bringen reichen Segen. Gleichnis vom Säemann (Mt 13,3-8; Mk 4, 3-8; Lk 8,5-8) Das Reich wächst aus unscheinbaren Anfängen heraus, lange Zeit sogar im Verborgenen. Doch es wird letztlich die ganze Welt umspannen. Das Gottesreich wächst extensiv, durch Nachfolger, welche in das Reich eintreten. Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13, 31-32; Mk 4, 30-32; Lk 13, 18-19) Und es wächst intensiv, indem es alle Lebensbereiche durchdringt Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33; Mk 13, 20-21) Das Reich Gottes polarisiert die Menschen. Am Gottesreich scheiden sich die Geister. Es ist jedoch nicht die Aufgabe von Menschen, zu richten. Jesus richtet die Welt nach sozialen Kriterien: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25, 40 Ohne soziale Kompetenz kann das Gottesreich und seine Gerechtigkeit nicht wahrgenommen werden. Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen ( Mt. 13,24-30) Doch keiner soll verloren gehen. Niemand wird aufgegeben. Und wenn die Verlorenen heim ins Gottesreich finden, ist das Heil - eine Zeit der Freude. Ein Schaf, das die Herde verloren hat, irrt umher. Schließlich legt es sich nieder. Es ist durch nichts zu bewegen, wieder aufzustehen. Der gute Hirte sucht es und wenn er es gefunden hat, nimmt er es über die Schulter und trägt es voll Freude in die Geborgenheit der Herde zurück. Gleichnis vom verlorenen Schaf (Mt 18, 12-13; Lk 15,3-7) Eine arme Frau hat Geld verloren. Als sie nun das Verlorenen wieder findet, ist die Freude groß. Und der Mensch als Ebenbild Gottes ist wertvoll. Er ist wert, ins Reich Gottes einzugehen. Wenn eine Mensch, der in Entfremdung von seinem eigenen Wesen unter Wert gelebt hat, ins Gottesreich eingeht, so ist dies Anlass zu tiefer Freude. von der verlorenen Drachme (Lk 15,8-10) Ein Sohn hat sich sein Erbteil auszahlen lassen und bringt es nun durch. Dann gerät er in tiefe Not. Er sieht schließlich keinen Ausweg mehr, als zurückzukommen und sich dem Vater zu stellen. Der Vater nimmt ihn liebevoll wieder auf und feiert zu seinem Ehren ein großes Freudenfest. Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) Das Gottesreich ist für jedem von großem Wert. denn es bedeutet Heil - die Vollendung des Menschen in der Gemeinschaft mit Gott. Das Reich Gottes gleicht einem Schatz, der in einem Acker gefunden wird. (Der Fund eines Schatzes im alten Orient war gleichbedeutend mit dem Gewinn eines gut gefüllten Jackpots heutzutage.) Doch ehe der wertvolle Schatz gehoben werden kann, muss der Acker erst erworben werden. Zum Eintritt ins Gottesreich bedarf es der Nachfolge und damit Einsatzes und Engagements. Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt. 13,44) Ein Kaufmann kann eine überaus kostbare Perle kaufen. Ihr Glanz ist so strahlend, dass er jeden Preis zahlt und alles dafür hingibt, was er hat. Der Erwerb der Perle erfüllt ihn mit tiefer Freude und Befriedigung. Dies ist vergleichbar mit der Freude im Gottesreich, die sich aus dem erhebenden Gefühl gleicher Gesinnung, gleichen Tun und Wollens und aus der Geborgenheit in der Obhut Gottes ergibt. Gleichnis von der köstlichen Perle (Mt 13, 45-46) Das Reich Gottes, seine Königsherrschaft kann Gott nur selbst bewirken. Doch er beruft Menschen zur Mitarbeit und damit zum Aufbruch in sein Reich. Deshalb heißt es hellwach zu sein. um den Ruf wahrzunehmen und den Willen Gottes zu tun. Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Mt 25, 1-13) Der Ruf Gottes löst immer eine Entscheidung aus, denn die Folgen sind einschneidend und verändern radikal das bisherige Leben. Hierbei ist eine Nein mit anschließendem Gesinnungswandel besser als ein Ja, dem kein Tun folgt. Gleichnis von den ungleichen Brüdern (Mt 21, 28-31) Im Gottesreich gilt es alle Talente einzusetzen. Denn das Wort Gottes ist den Menschen anvertraut. Mit den vorhandenen Pfunden soll gewuchert werden. Denn wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt. Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Mt 25,14-30) Dabei gilt es klug, besonnen, aber auch entschlossen und mutig zu handeln. Gleichnis vom klugen Haushalter (Lk 16, 1-8) Auch im Reich Gottes beruht die Existenz auf Arbeit. Gearbeitet wird so, wie es die wirtschaftliche Situation und der vorhandene Bedarf erfordert. Die Einen arbeiten länger, die Anderen kürzer. Privilegien gibt es keine. Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten - es gibt keinen Unterschied. Alle erhalten den Lohn, der ihnen eine gesicherte Existenz ermöglicht. Der Dämon der Arbeitslosigkeit ist gebannt. Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16) Im Reich Gottes gibt es keine Randgruppe und Marginalisierten. Alle sind zum großen Mahl - das als Metapher zum Gottesreich dient - geladen. Alles ist bereitet. Doch nicht alle erscheinen und einige misshandeln oder töten sogar diejenigen, welche die Einladung überbringen. Und so werden weitere eingeladen, auch Bettler und Obdachlose, bis auch der letzte Platz gefüllt ist. Die Erschienenen nehmen gleichberechtigt am Mahl teil. Es ist für alle genug zum Essen und Trinken da. Und es wird eine Tischgemeinschaft praktiziert, bei der alle sozialen Trennungen überwunden sind. Gleichnis vom großen Abendmahl (Mt 22, 1-10; Lk.14, 16-24) Bergpredigt: Die Bergpredigt ist die wohl bekannteste Rede, die Jesus gehalten hat. Darin verkündet er, worauf es im Zusammenleben der Menschen ankommt. Was er gesagt hat und warum die Predigt noch heute so wichtig ist - der Hintergrund. Die Bergpredigt ist eine Rede, die der Wanderprediger Jesus von Nazareth auf einem Berg im Norden Israels gehalten hat, als er ungefähr 30 Jahre alt war. Sie ist die wohl bekannteste Predigt Jesu und markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Darin legt er sozusagen sein Grundsatzprogramm dar und stellt Regeln für das Zusammenleben auf. In der Predigt, die in der Bibel im Matthäusevangelium (Kapitel 5-7) nachzulesen ist, ruft Jesus die Menschen dazu auf, ihre Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen. Er fordert sie auf, Gutes zu tun uns sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren. Die Bergpredigt enthält Textpassagen, die heute als Kernstücke des Christentums gelten, wie die Seligpreisungen, das Gebot der Feindesliebe, die "Goldene Regel" und das Vaterunser. Die Bergpredigt, die Jesus am Nordufer des Sees Genezareth gehalt hat, ist bis heute von Bedeutung. Sie enthält Handlungsanweisungen und Regeln für ein christliches Leben. Gleichzeitg ist sie herausfordernd: Die Appelle, den Feind zu lieben und radikal auf Gewalt zu verzichten, bieten viel Raum zur Diskussion. Auch der Aufruf "wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar" (Matthäus 5,39) löst immer wieder Debatten aus. Auch in der Politik spielte der Text eine Rolle. Er inspirierte den Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi bei seinem gewaltlosen Protest zur Befreiung Indiens von der englischen Kolonialmacht. Er war Wegbegleiter Martin Luther Kings bei seinem Kampf um die Gleichberechtigung der schwarzen Bürger in Amerika. Er inspirierte die Christen in der DDR bei der friedlichen Revolution im Osten Deutschlands. Die Goldene Regel Im zweiten Teil der Zehn Gebote geht es um unsere Beziehung zu anderen Menschen, darunter die, die uns ganz nahe sind wie Vater und Mutter oder der Ehepartner, aber auch zu solchen Menschen, die wir vielleicht gar nicht mit Namen kennen. Jesus sagt zu dem Gesetzeslehrer: ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Wer seinen Vater und seine Mutter liebt wie sich selbst, der ehrt seinen Vater und seine Mutter. Wer seinen Ehepartner liebt wie sich selbst, der bricht nicht die Ehe. Wer andere liebt wie sich selbst, der redet ihnen nicht übel nach, der verlangt nicht nach dem, was anderen gehört. Man kann das zusammenfassen in der Goldenen Regel: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen“ (Matthäus 7, 12). Das Doppelgebot der Liebe Ähnliches findet sich schon im Buch Leviticus: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Levitikus 19, 18). Es kommt aus dem Alten Testament, wenn Jesus zu dem Gesetzeslehrer sagt: ,,Ebenso wichtig ist das zweite Gebot: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Auch hier müssen wir uns fragen, ob wir das wirklich tun. Da gibt es einmal gar nicht wenige Menschen, die sich selbst hassen. Wer sich selbst hasst, kann andere nicht lieben. Und dann gibt es die Vielen, die sich selbst lieben, aber nicht die anderen. Doch was sagt Jesus? Er sagt: ,,An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten". Wer diese beiden Gebote erfüllt: die Liebe zu Gott und die Liebe des Nächsten, der hat alle Gebote erfüllt. Liebe mit ganzem Herzen Man kann den ersten Teil der Zehn Gebote in dem Jesuswort ,,Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken" in unserer Geschichte zusammengefasst sehen, wobei Jesus damit Deuteronomium 6, 4f. zitiert: „Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft". Der zweite Teil der Zehn Gebote konzentriert sich in dem Satz ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Auch die Antithesen (Mt 5,21–48) bilden von ihrer formalen Struktur her eine eigene Texteinheit. Die einleitende Formel „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist.“ wird mit dem Gegensatz „Ich aber sage euch…“ zum Muster für die Thesen zu Zorn und Versöhnung, zur Ehe und Scheidung, zum Schwören, zur Gewaltlosigkeit und zur Nächsten- und Feindesliebe. Die Botschaft der Antithesen nimmt bei Jesus ihren Anfang und endet Handeln der Adressaten. So soll sich die überlieferte Botschaft vom Anbruch des Reich Gott der jeweiligen Gegenwart des Lesers und Hörers bewahrheiten - erst wenn diese ihr Leben nach dem Evangelium ausrichten, ist das Überlieferungsgeschehen vollendet. Die Antithesen zeichnen exemplarisch ein vollkommenes christliches Leben, in dem sie Konflikte des menschlichen Alltags mit Wegen der Versöhnung verbinden. Die Vision einer versöhnten Welt nimmt – in der Grundrichtung der jesuanischen Ethik – ihren Lauf von der inneren Heilung des Menschen zu einem umfassend gelungenen Leben in Wort und Tat. Thema Von Jesus zitierte alttestamentliche Regel Vom Töten Vom Ehebruch Vom Schwören Von der Vergeltung Von der Ehescheidung Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. (5,31) Von der Liebe zu den Feinden Du sollst nicht töten. (5,21) weitere Themen (Bezug auf 2. Mose 20,13 und 5. Mose 17,8-9; 12-13) Du sollst nicht die Ehe brechen. (5,27) Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. (5,33) Auge für Auge (5,38) (Bezug auf 2. Mose 21, 23-25 und 3. Mose 24,19-20) Ich aber sage euch... Drei Drohungen: ,,Wer mit seinem Bruder zürnt," ,,wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig, wer aber sagt: Du gottloser Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig" kein Hinweis auf herkömmliche Regeln Drei Drohungen: ,,Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht,"... ,,Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt," ... ,,wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt," ... Zwei Drohungen: „Wer seine Frau entlässt,“ … „und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist,"... Eine neue Forderung: „Schwört überhaupt nicht" Vier Forderungen: ,,wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt," ,,wenn dich einer vor Gericht bringen will," ,,wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen," ... ,,Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“ Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind. (5,43) Zwei Forderungen: ,,Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen," ... ,,Ihr sollt also vollkommen sein," ... Diverse Forderungen, insbesondere in Abgrenzung zu Heuchlern, die ihren Lohn bereits bekommen haben. Prominentester Abschnitt dürfte das ,,Vaterunser" (6,9-13) sein. Moses Gebote waren nur Gebote, an die man sich halten sollte, um ein friedliches Leben mit einander zu gewährleisten, aber durch die in der Bergpredigt hervorgebrachten Antithesen, wird daraus eine Art erpresserische Gesetzgebung, die für eine Sünde einen Tribut fordert. Feindesliebe: Feindesliebe ist eine besondere Form der Nächstenliebe. Sie geht über die Liebe hinaus, die an irgendeine Form der Sympathie und Überwindung der Fremdheit gekoppelt ist und umfasst dabei auch den unangenehmen und gefährlichen Mitmenschen. Darin liegt eine Besonderheit des Christseins: Im Anspruch vollkommen zu sein in der Liebe und damit unabhängig von der Liebe, beziehungsweise sogar von dem Wohlwollen, des Gegenübers. (vgl. Mt 5,46-48) Dieser Anspruch leitet sich aus dem Reden und Wirken Jesu ab, der wohl als erster religiöser Lehrer explizit die Anweisung gibt ,,Liebt eure Feinde" (Mt 5,44) und im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) veranschaulicht, wie das zu verstehen ist: Der aus jüdischer Perspektive feindliche Samariter hilft einem Opfer der ,,Gegenseite", trotz des Risikos, entdeckt und bestraft zu werden. Schließlich lebt Jesus die von ihm geforderte Feindesliebe auch selbst vor, indem er sterbend am Kreuz für seine Peiniger bittet: ,,Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!". (Lk 23,34)