Sterbehilfe und ethische Schlussbetrachtung
Sterbehilfe umfasst alle Maßnahmen, die Sterbenden die Todesqualen erleichtern und den Tod menschenwürdiger gestalten. Es werden verschiedene Formen unterschieden:
- Indirekte Sterbehilfe: Verkürzung des Lebens wird als Folge schmerzlindernder Behandlung in Kauf genommen
- Passive Sterbehilfe: Einem unheilbar Kranken werden lebensverlängernde Hilfsmittel vorenthalten
- Aktive/direkte Sterbehilfe: Leiden wird auf Wunsch oder mit Einverständnis durch Tötung abgekürzt
Die ethische Bewertung dieser Formen ist höchst unterschiedlich und wird sowohl aus philosophischer als auch aus religiöser Perspektive kontrovers diskutiert. Während passive und indirekte Sterbehilfe weitgehend akzeptiert sind, ist die aktive Sterbehilfe in vielen Ländern, auch in Deutschland, umstritten oder verboten.
Der Hirntod als Todeskriterium spielt in dieser Debatte eine wichtige Rolle: Er gilt als endgültiger Tod, da keine Gehirnaktivität mehr feststellbar ist und der Körper nicht mehr eigenständig lebensfähig ist. Diese Definition ermöglicht die Organentnahme bei gleichzeitiger Wahrung der Menschenwürde des Verstorbenen.
💡 Die Diskussion um Sterbehilfe verbindet viele der zuvor behandelten ethischen Grundsatzfragen – ein ideales Beispiel für die Anwendung ethischer Modelle auf konkrete Lebenssituationen!
Für deine Ethik-Abiturprüfung ist es wichtig, die unterschiedlichen ethischen Positionen zu kennen und ihre Argumente nachvollziehen zu können. Die Fähigkeit, verschiedene Standpunkte zu verstehen und kritisch zu reflektieren, ist zentral für eine erfolgreiche mündliche Prüfung im Fach Ethik.