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 Wiederholung: Sigmund Freud
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Zusammenfassung von Freuds Theorien, umfasst alle wesentlichen Aspekte: Sein psychoanalytisches Modell, seinen Kultur-Begriff, sein Verständnis von Liebe, "Fort-Da", den Analcharakter und seine Religionskritik.

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Wiederholung: Sigmund Freud Biographisches Freud wird 1856 in Freiberg geboren, schon bald zieht die jüdische Familie nach Wien, wo Freud später auch Medizin studiert, am physiologischen Institut forscht, im Krankenhaus arbeitet und doziert. Ab 1885 untersucht er in einer Pariser Nervenklinik Frauen mit seelischen Erkrankungen ohne organischen Befund, genannt,Hysterien'. 1897 formuliert er in einem Brief erstmals seine Wahrnehmung über den „Ödipus-Komplex“, nachdem er seine eigenen Gedanken analysiert hat, und 1900 erscheint sein Werk „Traumdeutung“, in dem er die Psychoanalyse einführt, er veröffentlicht einige Jahre später außerdem „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ und „Totem und Tabu". 1923 wird Freud Krebs diagnostiziert, im selben Jahr entwickelt und veröffentlicht er Theorien über den „psychischen Apparat“, 1930 erhält er den Goethepreis der Stadt Frankfurt, wogegen von antisemitischen Organisationen protestiert wird, und veröffentlicht „Das Unbehagen in der Kultur". Drei Jahre später erscheint „Warum Krieg?“, ein Werk, dass er mit Albert Einstein verfasste. Auch Freuds Werke werden von den Nationalsozialisten verbrannt. Er wird 1935 Ehrenmitglied der British Royal Society of Medicine, ab 1938 lebt er im Exil in London, wo er noch den Titel „Abriss der Psychoanalyse“ veröffentlichte, aber im September 1939 verstirbt. Das psychoanalytische Persönlichkeits- und Entwicklungsmodell nach Sigmund Freud Freud hat einen technischen Begriff des Menschen: Der Mensch ist ein psychischer Apparat, bestehend aus klaren Strukturen, weswegen sein Modell manchmal auch den...

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Namen ,,Instanzenmodell" trägt. Der Mensch ist aufgeteilt in das „Es“, das „Ich“ und das „Über-Ich“. Das Es, dass von den drei Instanzen am wenigsten Lernfähig ist, ist im Prinzip das Unterbewusstsein. Es umfasst Motivationen, also Wünsche, Ziele und Träume, nimmt Reize wahr, geht aber auch sexuellen Trieben nach und funktioniert generell nach dem Lustprinzip. Daraus formen sich die Bedürfnisse des Menschen. Das Über-Ich ist hingegen die moralische Kontrollinstanz, die sich nach Geboten und Verboten richtet. Das Über-Ich zieht die Richtlinien dabei aus den verschiedenen sozialen Millieus, in denen sich der Mensch aufhält, und aus den dort gesammelten Erfahrungen, die zu Werten, Normen und Traditionen geworden sind. Das Über-Ich und das Es ziehen beide ihre Substanz aus der Vergangenheit,, und zwischen beiden Instanzen herrscht eine konsequente Reizspannung. Das Ich hat die Aufgabe, diese Reizspannung auszugleichen beziehungsweise versöhnen. Es stellt also den kritischen Verstand dar, der durch Zulassen, Verschieben und Unterdrücken den Ort des Bewusstseins bildet und das Es und das Über- Ich kontrolliert. Versucht das Ich, die permanente Reizspannung zu lösen, verdeutlicht die Schwerpunktsetzung zwischen Über-Ich und Es die Persönlichkeit. Dabei muss vermieden werden, dass eine Seite stark überwiegt, da es dann eine Persönlichkeitsstörung gibt und keine gesunde, eigene Persönlichkeit gebildet werden kann. Das Ich ist also permanent im Kampf. Freud definierte auch den Begriff der „Triebsublimierung“: Wenn auf direkte Befriedigung verzichtet wird, heißt das im Prinzip nur, dass diese verschoben wird. Laut Freud passiert diese Verschiebung in den kulturellen Bereich des menschlichen Lebens. Freud geht generell davon aus, dass wir sind, wer wir sind, da wir unsere Persönlichkeit aus der Vergangenheit bilden und Erlebtes aktualisieren. Dabei ist der relevanteste Aspekt der Vergangenheit das, was der Mensch in seiner Kindheit erlebt. Schlimme Erlebnisse werden laut ihm von der kindlichen Psyche aufgrund eines automatischen Schutzmechanismus ins Unterbewusste verdrängt. Auch wenn der Mensch dadurch zu einem späteren Zeitpunkt keine Erinnerung mehr an das Verdrängte haben sollte, kann das Verdrängte trotzdem zu einem beliebigen Augenblick wieder in Erscheinung treten. Freud nennt dies die ,,Wiederkehr des Verdrängten“. Dieser Verdrängungsmechanismus ist laut ihm die zentrale Ursache für Neurosen, als Beispiel nennt er die Erfahrung von sexueller Gewalt im Kindesalter. Da das Kind keine Möglichkeit hat, damit umzugehen äußern sich solche verdrängten Erlebnisse später durch Neurosen und Hysterie. Der Analcharakter Laut Freud gibt es vier Phasen der Kindheitsentwicklung: Die Oralphase, die Analphase, die Genitalphase und Latenzphase. Wenn bei einer dieser Phasen der Umgang mit ihr oder die Auslebung schief läuft, kommt das entsprechend der Wiederkehr des Verdrängten an einer späteren Stelle im Leben wieder hervor. Als Beispiel dafür nennt er den Analcharakter. Freud beschreibt den Analcharakter als eine sparsame, eigensinnige und ordentliche Person, letzteres sowohl körperlich als auch psychisch. Die Charakterzüge „sparsam“ und „eigensinnig“ können jedoch auch zu Geiz und Trotz führen. Freut sieht den Ursprung für eine solche Charakterentwicklung in der Kindheit: Der Analcharakter entsteht dadurch, dass die Menschen in ihrer Kindheit aus der Defäkation einen Lustgewinn gezogen haben, und im Laufe der Entwicklung verschob sich die erogene Bedeutung der Analzone so, dass sie nun mit Charaktereigenschaften ausgeglichen wird. Im Kontext seiner Anthropologie bedeutet das: Der Lustgewinn und die Unterdrückung sind Folgen einer ungleichen Kontrollierung des Es durch das Ich in der Kindheitsphase, und die Persönlichkeitsstörung des Analcharakters entsteht im späteren Leben durch die Wiederkehr des Verdrängten. Fort-Da Das Spiel „Fort-Da", welches Freud bei einem Kind beobachtet, ist ein weiteres von Freud gebrachtes Beispiel für seine These, dass in der Kindheit die wesentlichen Dinge der Persönlichkeitsentwicklung geschehen und der Mensch im Verlaufe seines weiteren Lebens probiert, damit umzugehen, und so beispielsweise beim Spielen Erfahrungen des Triebverzichts komprimiert werden. Freud beschreibt dabei das Spiel als eine Art Metapher für die Wirklichkeit, bei der die spielende Person Kontrolle über das Geschehen erlangen kann, also den Ausgang des Geschehenen selbst bestimmen kann, und zum eigenen Herr der Lage wird. Diese Kontrolle stellt eine Art symbolische Stimulation dar, wobei die Menschen des tatsächlichen Geschehens meistens durch Gegenstände ausgetauscht werden. Außerdem lassen sich durch das Spiel auch unterdrückte Gefühle oder Impulse wie Wut und Rache artikulieren, und kompensieren, ohne direkt unvernünftig zu handeln. Liebe Freud unterscheidet in genitale Liebe und zielgehemmte Liebe, wobei beide Formen das Ziel haben, die generelle Suche nach der „Glücksbefriedigung im Leben“ in geschlechtlichen Beziehungen zu finden. Genitale Liebe, der eine Familie entspringen kann, bezeichnet er als egoistisch, da sie nur existiert, um genitale Bedürfnisse zu befriedigen. Sie ist an ein Objekt gebunden, und das empfundene Glück kann schnell in Unglück verwandelt werden, da der Mensch sich durch diese Form der Liebe abhängig von der Person macht und dem größten Leiden ausgesetzt wird, wenn er von dieser Person Ablehnung erfährt oder diese Person stirbt. Zielgehemmte Liebe ist weniger egoistisch, sie ist objektungebunden und richtet sich beispielsweise an Freund*innen, wodurch sie eine größere Anzahl an Menschen aneinander bindet, was sie ungefährlicher für die liebende Person macht, da sie sich durch die gleiche Verteilung der Liebe gegen den zu befürchtenden Verlust schützt. Dabei ist relevant, dass diese Form der Liebe keinen Zusammenhang zur erotischen Liebe hat, sondern eine Art „zärtlichen Empfindens“ ist. Die Kultur Laut Freud gibt es im Prinzip drei Gründe, die das nicht-glücklichsein der Menschen erklären. Die Natur hat im weltlichen Geschehen die Übermacht, der menschliche Körper ist hinfällig, und die Einrichtungen, die die Menschen schufen, um die Gesellschaft zu regeln, seien unzulänglich. Die ersten beiden Gründe sind natürliche Ursachen, an denen die Menschen nichts ändern können, und sie deshalb akzeptieren muss. Den dritte Aspekt bezeichnet er hingegen als „soziale Leidensquelle“ und zweite, „unbesiegbare“ Natur. Die Menschen jedoch verstehen diese Ursache nicht, da es für sie nicht begreifbar ist, weswegen ihre selbst erstellten Einrichtungen nicht vollkommen und perfekt sind, und wollen deshalb die Kultur und jegliche Moralvorschriften abschaffen, um sich glücklich zu machen, außerdem wollen sie durch Technik die Herrschaft über die Natur erlangen. Dass sie trotzdem nicht glücklich werden, zeigt, dass die Bedingung für das Glück der Menschen nicht sei, dass sie die Natur beherrschen können, und dass die Kultur für den Menschen notwendig ist, um ihn gegen die anderen Leidensursachen zu schützen. Freud definiert Kultur als einen Mechanismus, um menschliche Beziehungen untereinander und insgesamt das gesellschaftliche Zusammenleben zu regeln, also um den dritten Aspekt der Unzufriedenheit zu beseitigen: Die Kultur soll verhindern, dass alle nur ihren eigenen Interessen, konkreter Trieben, folgen wollen, was nur in einem Herrschaftskampf enden würde. Die Kultur dient also als „Triebsublimierung“, der Verzicht auf unmittelbare Befriedigung wird durch Kunst und Kultur komprimiert, dafür muss jeder Mensch die Bereitschaft aufbringen, „Triebopfer" zu leisten, und darf nicht versuchen, die geschaffene Ordnung zu seinen Gunsten zu durchbrechen. Außerdem soll die Kultur auch den Menschen durch sein Wissen vor der Natur schützen und dadurch dazu beitragen, dass er Herrschaft über diese erlangt. Zur Kultur zählen laut Freud die von Menschen geschaffenen Einrichtungen, ebenso aber auch Moralvorschriften, Naturwissenschaften und die Technik, allgemein alles, dass der Mensch einführt, um sich vor den Naturkräften zu schützen. Durch diesen, noch nicht abgeschlossenen, „Kulturerwerb“, hat sich der Mensch immer mehr seinem Ideal, den Göttern, angenähert, und wird dies durch die Zukünftige Wissenschaft immer mehr tun, Freud beschreibt dies mit dem Begriff des „Prothesengott“. Nun sagt Freud jedoch, dass der Mensch schon mit seiner bereits erlangten Gottähnlichkeit nicht glücklich ist, was sich auch durch weiteren technischen Fortschritt nicht verbessern wird. Einen weiteren relevanten Aspekt bei Freuds Verständnis des Kulturerwerbs spielt der Vergleich zur Libidoentwicklung. Laut ihm spielt bei beidem die „Triebsublimierung“ eine wichtige Rolle, also das Nutzen der Energie, die eigentlich für die Triebbefriedigung genutzt werden könnte, für allgemeine und gemeinnützige Tätigkeiten. Durch diese andere Verwendung der Energie können „höhere psychische Tätigkeiten“ ausgeführt werden und werden somit zu einem essentiellen Teil der Kultur, Kultur ist also Triebkontrolle, weswegen der Mensch mit Kompensation arbeiten muss, damit es nicht zu weitreichenden Störungen kommt. Insgesamt beschreibt Freud also, dass alles zur Kultur zählt, aus dem der Mensch einen Nutzen zu oben beschriebenen Zielen zieht, durch die Betrachtung der mentalen und sozialen Dimensionen zeigt sich, dass Freuds Naturbegriff ein bedeutungs- und wissensorientierter ist. Würde der Mensch die Kultur aufgeben, da er denkt, dass er dadurch glücklicher wird, würde er zugleich die Gerechtigkeit und Sicherheit aufgeben, liefe aber laut ihm nicht mehr der Gefahr, durch die Triebkontrolle unglücklich und neurotisch zu werden. Individuelle Freiheit Auch Freud geht auf die individuelle Freiheit des Menschen ein. Er sagt, dass diese zwar durch den Mechanismus der „Triebopfer“ und den Verbot der Durchbrechung der geschaffenen Ordnung eingeschränkt wird, der Mensch also vor der Erschaffung der Natur freier war, diese dort jedoch nicht verteidigen konnte. Dadurch wurde sie wertlos. Laut Freud gibt es einen existierenden Freiheitsdrang, dieser kann zwei Richtungen gehen, er kann mit der Kultur einhergehen und sich gegen eine bestehende Ungerechtigkeit richten, oder gegen die Kultur gehen, wenn es um die Äußerung der „ursprünglichen“ Persönlichkeit geht, also genauer um die Verfolgung der eigenen Triebe, die den Rahmen der gesellschaftlichen Vorschriften überschreiten könnten. So ist die Aufgabe des Menschen, die eigenen und kulturellen Ansprüche so miteinander zu versöhnen, dass der Mensch eine ausreichende Zufriedenheit erlangt, was eine besondere Herausforderung darstellt, da dieser Konflikt auch ein unversöhnlicher sein kann. Zur Willensfreiheit nimmt Freud als Konsequenz seines psychischen Apparates eine kritische Position ein. Willensfreiheit würde bedeuten, dass das Ich selbst bestimmen kann, was die Person will, und was nicht. Allein durch das Zitat "Das Ich ist nicht Herr im eigenen Hause" wird das Problem klar: Das Ich kann nicht frei entscheiden, was es tut und was nicht es ist Abhängig vom Über-Ich und vom Es und kann lediglich verschieben und vermitteln. Außerdem beruht sein Instanzenmodell darauf, dass nichts zufällig in den psychischen Äußerungen erscheint, sondern alles seinen Grund hat, genau so, wie es Vertreter*innen des Determinismus sagen würden. Religionskritik Freud sieht die Religion als einen Versuch, „die Natur zu vermenschlichen“, sie soll dem Menschen die gefahren der Natur bekanntmachen und so seine eigene Angst reduzieren. Laut Freud ist die Religion nur ein Mittel zur Stabilisierung der vom Menschen geschaffenen Kultur. Freud bezeichnet die Götter als „Vorstellungen“, welche ein Erzeugnisse des Ödipus Komplexes sind, da er als erstes Schockerlebnis eines Menschen das,Nein' des Vaters bezeichnet. Der Mensch sucht seit seiner Kindheit Schutz, um seine Hilflosigkeit in der Welt erträglich zu machen. So sind die Götter neue Vaterfiguren, die der Mensch sich schafft, sobald der leibliche Vater das Kind ablehnt oder den Menschen schlichtweg nicht mehr schützen kann, da einfache Menschen dem „überwältigen Eindruck" der Welt nicht gerecht werden könnten. Laut Freud haben die Götter nun drei Aufgaben: Sie sollen „mit der Grausamkeit des Schicksals versöhnen", den Menschen vor der Natur schützen und zuletzt das Leiden entschädigen, dass durch das kulturelle Zusammenleben und somit durch den Triebverzicht entstanden ist, also nimmt Gott die Angst und bringt Schutz. Auch stellt Freud einen anderen Aspekt des religiösen Denksystems dar: Am Ende wendet sich alles zum Guten, und wenn dies nicht mehr während des Lebens auf der Welt passiert, dann nach dem Tod, da dort eine neue Existenz beginnt, und alles schlechte ausgeglichen wird. So hat Gott eine weitere Funktion, er bringt Gerechtigkeit. Aus der religiösen Lehre sprechen laut Freud die Wünsche des Menschen, und am stärksten der Wunsch nach Schutz. Da die Religion dem Ödipuskomplex entspringt, bezeichnet Freud sie als eine „allgemein menschliche Zwangsneurose", und ordnet sie zwischen Illusion und Wahnidee ein, die den Menschen vor dem erwachsen werden hindert, da er immer etwas Übernatürliches für alles verantwortlich machen kann. Gegen Freuds Religionskritik lassen sich Argumente aufbringen: Sollte die Religion eine Folge von Wunschvorstellungen sein, können diese trotzdem auf der Wahrheit beruhen. Auch können die Menschen es schaffen, ihre Wünsche wahr zu machen, selbst wenn diese durch die Religion vermittelt werden. Freud bezeichnet die Religion als eine Neurose, was die Religion abwertet, obwohl es eigentlich etwas gutes sein sollte, wenn etwas die Hilfslosigkeit und Orientierungslosigkeit des Menschen verringern kann, und den Menschen an Richtlinien und ethische Maßstäbe erinnert. Zudem kommt die Beschreibung der Religion als Neurose durch die Untersuchung von Freud an seinen Patienten, beruht somit also auf einigen wenigen Beobachtungen. Auch entspricht ein Gott, der nur positive Werte umfasst, nicht den Gottesbildern der Bibel, da diese vielfältiger sind, und nicht nur den liebenden Gott umfassen, ebenso missachtet er die metaphorische Rede von Gott. Auch das Bild von Christus als ein rettendes Ideal, wie Freud es sieht, entspricht nicht dem Christus der Bibel, der versucht, eben diesem Wunschbild nicht zu entsprechen. Literatur: Jeweils Auszüge aus folgenden Werken von Sigmund Freud: Jenseits des Lustprinzips (1920) Charakter und Analerotik (1908) Die Zukunft einer Illusion (1927) Das Unbehagen in der Kultur (1930) Abriss der Psychoanalyse (1938)

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Freud wird 1856 in Freiberg geboren, schon bald zieht die jüdische Familie nach Wien, wo Freud
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Wiederholung: Sigmund Freud Biographisches Freud wird 1856 in Freiberg geboren, schon bald zieht die jüdische Familie nach Wien, wo Freud später auch Medizin studiert, am physiologischen Institut forscht, im Krankenhaus arbeitet und doziert. Ab 1885 untersucht er in einer Pariser Nervenklinik Frauen mit seelischen Erkrankungen ohne organischen Befund, genannt,Hysterien'. 1897 formuliert er in einem Brief erstmals seine Wahrnehmung über den „Ödipus-Komplex“, nachdem er seine eigenen Gedanken analysiert hat, und 1900 erscheint sein Werk „Traumdeutung“, in dem er die Psychoanalyse einführt, er veröffentlicht einige Jahre später außerdem „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ und „Totem und Tabu". 1923 wird Freud Krebs diagnostiziert, im selben Jahr entwickelt und veröffentlicht er Theorien über den „psychischen Apparat“, 1930 erhält er den Goethepreis der Stadt Frankfurt, wogegen von antisemitischen Organisationen protestiert wird, und veröffentlicht „Das Unbehagen in der Kultur". Drei Jahre später erscheint „Warum Krieg?“, ein Werk, dass er mit Albert Einstein verfasste. Auch Freuds Werke werden von den Nationalsozialisten verbrannt. Er wird 1935 Ehrenmitglied der British Royal Society of Medicine, ab 1938 lebt er im Exil in London, wo er noch den Titel „Abriss der Psychoanalyse“ veröffentlichte, aber im September 1939 verstirbt. Das psychoanalytische Persönlichkeits- und Entwicklungsmodell nach Sigmund Freud Freud hat einen technischen Begriff des Menschen: Der Mensch ist ein psychischer Apparat, bestehend aus klaren Strukturen, weswegen sein Modell manchmal auch den...

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Namen ,,Instanzenmodell" trägt. Der Mensch ist aufgeteilt in das „Es“, das „Ich“ und das „Über-Ich“. Das Es, dass von den drei Instanzen am wenigsten Lernfähig ist, ist im Prinzip das Unterbewusstsein. Es umfasst Motivationen, also Wünsche, Ziele und Träume, nimmt Reize wahr, geht aber auch sexuellen Trieben nach und funktioniert generell nach dem Lustprinzip. Daraus formen sich die Bedürfnisse des Menschen. Das Über-Ich ist hingegen die moralische Kontrollinstanz, die sich nach Geboten und Verboten richtet. Das Über-Ich zieht die Richtlinien dabei aus den verschiedenen sozialen Millieus, in denen sich der Mensch aufhält, und aus den dort gesammelten Erfahrungen, die zu Werten, Normen und Traditionen geworden sind. Das Über-Ich und das Es ziehen beide ihre Substanz aus der Vergangenheit,, und zwischen beiden Instanzen herrscht eine konsequente Reizspannung. Das Ich hat die Aufgabe, diese Reizspannung auszugleichen beziehungsweise versöhnen. Es stellt also den kritischen Verstand dar, der durch Zulassen, Verschieben und Unterdrücken den Ort des Bewusstseins bildet und das Es und das Über- Ich kontrolliert. Versucht das Ich, die permanente Reizspannung zu lösen, verdeutlicht die Schwerpunktsetzung zwischen Über-Ich und Es die Persönlichkeit. Dabei muss vermieden werden, dass eine Seite stark überwiegt, da es dann eine Persönlichkeitsstörung gibt und keine gesunde, eigene Persönlichkeit gebildet werden kann. Das Ich ist also permanent im Kampf. Freud definierte auch den Begriff der „Triebsublimierung“: Wenn auf direkte Befriedigung verzichtet wird, heißt das im Prinzip nur, dass diese verschoben wird. Laut Freud passiert diese Verschiebung in den kulturellen Bereich des menschlichen Lebens. Freud geht generell davon aus, dass wir sind, wer wir sind, da wir unsere Persönlichkeit aus der Vergangenheit bilden und Erlebtes aktualisieren. Dabei ist der relevanteste Aspekt der Vergangenheit das, was der Mensch in seiner Kindheit erlebt. Schlimme Erlebnisse werden laut ihm von der kindlichen Psyche aufgrund eines automatischen Schutzmechanismus ins Unterbewusste verdrängt. Auch wenn der Mensch dadurch zu einem späteren Zeitpunkt keine Erinnerung mehr an das Verdrängte haben sollte, kann das Verdrängte trotzdem zu einem beliebigen Augenblick wieder in Erscheinung treten. Freud nennt dies die ,,Wiederkehr des Verdrängten“. Dieser Verdrängungsmechanismus ist laut ihm die zentrale Ursache für Neurosen, als Beispiel nennt er die Erfahrung von sexueller Gewalt im Kindesalter. Da das Kind keine Möglichkeit hat, damit umzugehen äußern sich solche verdrängten Erlebnisse später durch Neurosen und Hysterie. Der Analcharakter Laut Freud gibt es vier Phasen der Kindheitsentwicklung: Die Oralphase, die Analphase, die Genitalphase und Latenzphase. Wenn bei einer dieser Phasen der Umgang mit ihr oder die Auslebung schief läuft, kommt das entsprechend der Wiederkehr des Verdrängten an einer späteren Stelle im Leben wieder hervor. Als Beispiel dafür nennt er den Analcharakter. Freud beschreibt den Analcharakter als eine sparsame, eigensinnige und ordentliche Person, letzteres sowohl körperlich als auch psychisch. Die Charakterzüge „sparsam“ und „eigensinnig“ können jedoch auch zu Geiz und Trotz führen. Freut sieht den Ursprung für eine solche Charakterentwicklung in der Kindheit: Der Analcharakter entsteht dadurch, dass die Menschen in ihrer Kindheit aus der Defäkation einen Lustgewinn gezogen haben, und im Laufe der Entwicklung verschob sich die erogene Bedeutung der Analzone so, dass sie nun mit Charaktereigenschaften ausgeglichen wird. Im Kontext seiner Anthropologie bedeutet das: Der Lustgewinn und die Unterdrückung sind Folgen einer ungleichen Kontrollierung des Es durch das Ich in der Kindheitsphase, und die Persönlichkeitsstörung des Analcharakters entsteht im späteren Leben durch die Wiederkehr des Verdrängten. Fort-Da Das Spiel „Fort-Da", welches Freud bei einem Kind beobachtet, ist ein weiteres von Freud gebrachtes Beispiel für seine These, dass in der Kindheit die wesentlichen Dinge der Persönlichkeitsentwicklung geschehen und der Mensch im Verlaufe seines weiteren Lebens probiert, damit umzugehen, und so beispielsweise beim Spielen Erfahrungen des Triebverzichts komprimiert werden. Freud beschreibt dabei das Spiel als eine Art Metapher für die Wirklichkeit, bei der die spielende Person Kontrolle über das Geschehen erlangen kann, also den Ausgang des Geschehenen selbst bestimmen kann, und zum eigenen Herr der Lage wird. Diese Kontrolle stellt eine Art symbolische Stimulation dar, wobei die Menschen des tatsächlichen Geschehens meistens durch Gegenstände ausgetauscht werden. Außerdem lassen sich durch das Spiel auch unterdrückte Gefühle oder Impulse wie Wut und Rache artikulieren, und kompensieren, ohne direkt unvernünftig zu handeln. Liebe Freud unterscheidet in genitale Liebe und zielgehemmte Liebe, wobei beide Formen das Ziel haben, die generelle Suche nach der „Glücksbefriedigung im Leben“ in geschlechtlichen Beziehungen zu finden. Genitale Liebe, der eine Familie entspringen kann, bezeichnet er als egoistisch, da sie nur existiert, um genitale Bedürfnisse zu befriedigen. Sie ist an ein Objekt gebunden, und das empfundene Glück kann schnell in Unglück verwandelt werden, da der Mensch sich durch diese Form der Liebe abhängig von der Person macht und dem größten Leiden ausgesetzt wird, wenn er von dieser Person Ablehnung erfährt oder diese Person stirbt. Zielgehemmte Liebe ist weniger egoistisch, sie ist objektungebunden und richtet sich beispielsweise an Freund*innen, wodurch sie eine größere Anzahl an Menschen aneinander bindet, was sie ungefährlicher für die liebende Person macht, da sie sich durch die gleiche Verteilung der Liebe gegen den zu befürchtenden Verlust schützt. Dabei ist relevant, dass diese Form der Liebe keinen Zusammenhang zur erotischen Liebe hat, sondern eine Art „zärtlichen Empfindens“ ist. Die Kultur Laut Freud gibt es im Prinzip drei Gründe, die das nicht-glücklichsein der Menschen erklären. Die Natur hat im weltlichen Geschehen die Übermacht, der menschliche Körper ist hinfällig, und die Einrichtungen, die die Menschen schufen, um die Gesellschaft zu regeln, seien unzulänglich. Die ersten beiden Gründe sind natürliche Ursachen, an denen die Menschen nichts ändern können, und sie deshalb akzeptieren muss. Den dritte Aspekt bezeichnet er hingegen als „soziale Leidensquelle“ und zweite, „unbesiegbare“ Natur. Die Menschen jedoch verstehen diese Ursache nicht, da es für sie nicht begreifbar ist, weswegen ihre selbst erstellten Einrichtungen nicht vollkommen und perfekt sind, und wollen deshalb die Kultur und jegliche Moralvorschriften abschaffen, um sich glücklich zu machen, außerdem wollen sie durch Technik die Herrschaft über die Natur erlangen. Dass sie trotzdem nicht glücklich werden, zeigt, dass die Bedingung für das Glück der Menschen nicht sei, dass sie die Natur beherrschen können, und dass die Kultur für den Menschen notwendig ist, um ihn gegen die anderen Leidensursachen zu schützen. Freud definiert Kultur als einen Mechanismus, um menschliche Beziehungen untereinander und insgesamt das gesellschaftliche Zusammenleben zu regeln, also um den dritten Aspekt der Unzufriedenheit zu beseitigen: Die Kultur soll verhindern, dass alle nur ihren eigenen Interessen, konkreter Trieben, folgen wollen, was nur in einem Herrschaftskampf enden würde. Die Kultur dient also als „Triebsublimierung“, der Verzicht auf unmittelbare Befriedigung wird durch Kunst und Kultur komprimiert, dafür muss jeder Mensch die Bereitschaft aufbringen, „Triebopfer" zu leisten, und darf nicht versuchen, die geschaffene Ordnung zu seinen Gunsten zu durchbrechen. Außerdem soll die Kultur auch den Menschen durch sein Wissen vor der Natur schützen und dadurch dazu beitragen, dass er Herrschaft über diese erlangt. Zur Kultur zählen laut Freud die von Menschen geschaffenen Einrichtungen, ebenso aber auch Moralvorschriften, Naturwissenschaften und die Technik, allgemein alles, dass der Mensch einführt, um sich vor den Naturkräften zu schützen. Durch diesen, noch nicht abgeschlossenen, „Kulturerwerb“, hat sich der Mensch immer mehr seinem Ideal, den Göttern, angenähert, und wird dies durch die Zukünftige Wissenschaft immer mehr tun, Freud beschreibt dies mit dem Begriff des „Prothesengott“. Nun sagt Freud jedoch, dass der Mensch schon mit seiner bereits erlangten Gottähnlichkeit nicht glücklich ist, was sich auch durch weiteren technischen Fortschritt nicht verbessern wird. Einen weiteren relevanten Aspekt bei Freuds Verständnis des Kulturerwerbs spielt der Vergleich zur Libidoentwicklung. Laut ihm spielt bei beidem die „Triebsublimierung“ eine wichtige Rolle, also das Nutzen der Energie, die eigentlich für die Triebbefriedigung genutzt werden könnte, für allgemeine und gemeinnützige Tätigkeiten. Durch diese andere Verwendung der Energie können „höhere psychische Tätigkeiten“ ausgeführt werden und werden somit zu einem essentiellen Teil der Kultur, Kultur ist also Triebkontrolle, weswegen der Mensch mit Kompensation arbeiten muss, damit es nicht zu weitreichenden Störungen kommt. Insgesamt beschreibt Freud also, dass alles zur Kultur zählt, aus dem der Mensch einen Nutzen zu oben beschriebenen Zielen zieht, durch die Betrachtung der mentalen und sozialen Dimensionen zeigt sich, dass Freuds Naturbegriff ein bedeutungs- und wissensorientierter ist. Würde der Mensch die Kultur aufgeben, da er denkt, dass er dadurch glücklicher wird, würde er zugleich die Gerechtigkeit und Sicherheit aufgeben, liefe aber laut ihm nicht mehr der Gefahr, durch die Triebkontrolle unglücklich und neurotisch zu werden. Individuelle Freiheit Auch Freud geht auf die individuelle Freiheit des Menschen ein. Er sagt, dass diese zwar durch den Mechanismus der „Triebopfer“ und den Verbot der Durchbrechung der geschaffenen Ordnung eingeschränkt wird, der Mensch also vor der Erschaffung der Natur freier war, diese dort jedoch nicht verteidigen konnte. Dadurch wurde sie wertlos. Laut Freud gibt es einen existierenden Freiheitsdrang, dieser kann zwei Richtungen gehen, er kann mit der Kultur einhergehen und sich gegen eine bestehende Ungerechtigkeit richten, oder gegen die Kultur gehen, wenn es um die Äußerung der „ursprünglichen“ Persönlichkeit geht, also genauer um die Verfolgung der eigenen Triebe, die den Rahmen der gesellschaftlichen Vorschriften überschreiten könnten. So ist die Aufgabe des Menschen, die eigenen und kulturellen Ansprüche so miteinander zu versöhnen, dass der Mensch eine ausreichende Zufriedenheit erlangt, was eine besondere Herausforderung darstellt, da dieser Konflikt auch ein unversöhnlicher sein kann. Zur Willensfreiheit nimmt Freud als Konsequenz seines psychischen Apparates eine kritische Position ein. Willensfreiheit würde bedeuten, dass das Ich selbst bestimmen kann, was die Person will, und was nicht. Allein durch das Zitat "Das Ich ist nicht Herr im eigenen Hause" wird das Problem klar: Das Ich kann nicht frei entscheiden, was es tut und was nicht es ist Abhängig vom Über-Ich und vom Es und kann lediglich verschieben und vermitteln. Außerdem beruht sein Instanzenmodell darauf, dass nichts zufällig in den psychischen Äußerungen erscheint, sondern alles seinen Grund hat, genau so, wie es Vertreter*innen des Determinismus sagen würden. Religionskritik Freud sieht die Religion als einen Versuch, „die Natur zu vermenschlichen“, sie soll dem Menschen die gefahren der Natur bekanntmachen und so seine eigene Angst reduzieren. Laut Freud ist die Religion nur ein Mittel zur Stabilisierung der vom Menschen geschaffenen Kultur. Freud bezeichnet die Götter als „Vorstellungen“, welche ein Erzeugnisse des Ödipus Komplexes sind, da er als erstes Schockerlebnis eines Menschen das,Nein' des Vaters bezeichnet. Der Mensch sucht seit seiner Kindheit Schutz, um seine Hilflosigkeit in der Welt erträglich zu machen. So sind die Götter neue Vaterfiguren, die der Mensch sich schafft, sobald der leibliche Vater das Kind ablehnt oder den Menschen schlichtweg nicht mehr schützen kann, da einfache Menschen dem „überwältigen Eindruck" der Welt nicht gerecht werden könnten. Laut Freud haben die Götter nun drei Aufgaben: Sie sollen „mit der Grausamkeit des Schicksals versöhnen", den Menschen vor der Natur schützen und zuletzt das Leiden entschädigen, dass durch das kulturelle Zusammenleben und somit durch den Triebverzicht entstanden ist, also nimmt Gott die Angst und bringt Schutz. Auch stellt Freud einen anderen Aspekt des religiösen Denksystems dar: Am Ende wendet sich alles zum Guten, und wenn dies nicht mehr während des Lebens auf der Welt passiert, dann nach dem Tod, da dort eine neue Existenz beginnt, und alles schlechte ausgeglichen wird. So hat Gott eine weitere Funktion, er bringt Gerechtigkeit. Aus der religiösen Lehre sprechen laut Freud die Wünsche des Menschen, und am stärksten der Wunsch nach Schutz. Da die Religion dem Ödipuskomplex entspringt, bezeichnet Freud sie als eine „allgemein menschliche Zwangsneurose", und ordnet sie zwischen Illusion und Wahnidee ein, die den Menschen vor dem erwachsen werden hindert, da er immer etwas Übernatürliches für alles verantwortlich machen kann. Gegen Freuds Religionskritik lassen sich Argumente aufbringen: Sollte die Religion eine Folge von Wunschvorstellungen sein, können diese trotzdem auf der Wahrheit beruhen. Auch können die Menschen es schaffen, ihre Wünsche wahr zu machen, selbst wenn diese durch die Religion vermittelt werden. Freud bezeichnet die Religion als eine Neurose, was die Religion abwertet, obwohl es eigentlich etwas gutes sein sollte, wenn etwas die Hilfslosigkeit und Orientierungslosigkeit des Menschen verringern kann, und den Menschen an Richtlinien und ethische Maßstäbe erinnert. Zudem kommt die Beschreibung der Religion als Neurose durch die Untersuchung von Freud an seinen Patienten, beruht somit also auf einigen wenigen Beobachtungen. Auch entspricht ein Gott, der nur positive Werte umfasst, nicht den Gottesbildern der Bibel, da diese vielfältiger sind, und nicht nur den liebenden Gott umfassen, ebenso missachtet er die metaphorische Rede von Gott. Auch das Bild von Christus als ein rettendes Ideal, wie Freud es sieht, entspricht nicht dem Christus der Bibel, der versucht, eben diesem Wunschbild nicht zu entsprechen. Literatur: Jeweils Auszüge aus folgenden Werken von Sigmund Freud: Jenseits des Lustprinzips (1920) Charakter und Analerotik (1908) Die Zukunft einer Illusion (1927) Das Unbehagen in der Kultur (1930) Abriss der Psychoanalyse (1938)