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Sind gut und Böse relativ- Spaemann

Sind gut und Böse relativ- Spaemann

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Zenab Kouyate

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Sind gut und Böse relativ- Spaemann

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FRAGEN DER MORAL UND ETHIK
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M1 Robert Spaemann:
Sind gut und böse relativ?
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15 82 FRAGEN DER MORAL UND ETHIK Gibt es universale Werte? umstellbad veränder bar M1 Robert Spaemann: Sind gut und böse relativ? Dass die Normensysteme in hohem Maße kulturabhängig sind, ist ein immer wieder vorgebrachter Einwand gegen die Möglichkeit einer philo- sophischen Ethik [...]. Was [...] [aber spricht gegen]! die Annahme, dass die Worte „gut“ und „böse“, „gut“ und schlecht" [...] eine allgemeingültige Bedeutung haben? [...] Wir wollen uns [der] Beantwortung der 10 Frage dadurch annähern, dass wir zwei extrem ent- gegengesetzte Standpunkte prüfen [...]. Die erste These lautet etwa: Jeder Mensch sollte der in seiner Gesellschaft herrschenden Moral folgen. Die zweite lautet: Jeder sollte seinem Belieben folgen und tun, wozu er Lust hat. Beide Thesen halten einer vernünf- tigen Prüfung nicht stand. Robert Spaemann ist einer der pro- filiertesten Vertreter des ethischen Universalismus. Betrachten wir zunächst die These: ,,Jeder sollte der in seiner Gesellschaft herrschenden Moral folgen." Diese Forderung verwickelt sich in [...] Widersprüche. 20 Es gibt gar nicht immer die herrschende Moral. Ge- rade in unserer pluralistischen Gesellschaft konkur- rieren verschiedene Moralauffassungen miteinander. Ein Teil der Gesellschaft zum Beispiel verurteilt die Abtreibung als Verbrechen. Ein anderer Teil akzep- 25 tiert sie [...]. Das Prinzip, sich der jeweils geltenden Moral anzuschließen, belehrt uns also gar nicht da- rüber, für welche der geltenden Moralen wir denn optieren sollen. [Außerdem gibt es] Gesellschaften, in denen das Ver- halten eines Stifters, eines Propheten, Reformers oder Revolutionärs als vorbildlich gilt - eines Mannes, der sich...

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seinerseits keineswegs der Moral seiner Zeit an- gepasst, sondern der diese verändert hat. Nun kann es zwar sein, dass wir seine Maßstäbe für gültig und 35 eine erneute grundsätzliche Änderung nicht für er- forderlich halten. Aber dann eben deshalb, weil wir von der inhaltlichen Richtigkeit seiner Weisungen überzeugt sind, und nicht deshalb, weil wir schlecht- hin Anpassung für das Richtige halten. Denn als vor- bildlich gilt uns hier gerade jemand, der sich seiner- seits nicht angepasst hat. [...] Die zweite These [...] verlangt, es solle jeder nach sei- nem Belieben handeln und nach seiner Fasson selig werden. [...] [Aber dies ist] eine zweideutige Regel. Sie kann meinen: Jeder soll mit dem Belieben der 45 anderen umgehen, wie es ihm selbst beliebt, fried- lich und tolerant oder gewalttätig und intolerant. Sie kann auch meinen, jeder soll das Belieben der an- deren respektieren. Eine solche allgemeine Toleranz- forderung schränkt aber das eigene Belieben gerade 50 ein. [...] Es ist [daher] weder immer gut, den eigenen Wünschen den Vorzug zu geben, noch denen des an- deren. Auch hier muss man wissen, welche Wünsche des einen mit welchen Wünschen des anderen kon- kurrieren. Eine zumutbare Lösung für beide freilich 55 gibt es nur, wenn es einen möglichen gemeinsamen und das heißt, einen wahrheitsfähigen Maßstab für die Beurteilung von Wünschen gibt. Der ethische Re- lativismus geht von der Beobachtung aus, dass gera- de diese Maßstäbe strittig sind. Aber dieses Argument 60 beweist das Gegenteil von dem, was es beweisen will. Denn jedem theoretischen Streit liegt bereits die Idee einer gemeinsamen Wahrheit zugrunde. Wenn jeder seine eigene Wahrheit hätte, gäbe es keinen Streit, es gäbe nur das gegenseitige Sichgeltenlassen bis zum 65 Konfliktfall. Der Konfliktfall aber ließe sich gar nicht durch vernünftiges Nachdenken [...] lösen, sondern nur durch das physische Recht des Stärkeren [...]. Der Streit um „gut“ und „böse" beweist, dass die Ethik strittig ist. Er beweist aber eben deshalb auch, 70 dass sie nicht bloß relativ ist [...]. Er beweist, dass bestimmte Handlungsweisen besser sind als andere - schlechthin besser, nicht nur besser für irgendjeman- den oder besser im Verhältnis zu bestimmten kultu- rellen Normen. Moralische Grundbegriffe (1982) 40 Sind gut und Böse relativ?- Robert Spaemann Fragestellung: Sind gut und böse relativ?/ "Was aber spricht gegen die Annahme, dass die Worte "gut" und "böse", "gut" und "schlecht" eine allgemeingültige Bedeutung haben?" (Z. 6-9) (Frage von Robert Spaemann) These 1: "Jeder sollte der in seiner Gesellschaft herrschenden Moral folgen." (Z.11-13) Argumente: Es gibt keine herrschende Moral, da wir Menschen in einer pluralistischen Gesellschaft leben. (vgl. Z.20f.) (Es gibt viele verschiedene Moralauffassungen) Die erste These gibt keine Antwort auf die Frage: Für welche Moral man sich entscheiden sollte? (vgl.Z.25fff.) Beispiel 1: Ein Teil der Gesellschaft verurteilt die Abtreibung und ein anderer Teil akzeptiert sie. (Vgl.Z.23ff.) Beispiel 2: Menschen, die sich der Moral nicht anpassten, sondern diese veränderten, gelten als vorbildlich. These 2: "Jeder sollte seinem Belieben folgen und tun, wozu er Lust hat." (Z.42ff.) -Die zweite These kann man unterschiedlich aufnehmen Argumente: 1) Jeder soll mit dem Belieben der anderen umgehen, wie es ihm selbst beliebt, friedlich und tolerant / gewalttätig und intolerant. (vgl.Z.45fff.) 2) Jeder soll das Belieben der anderen respektieren. Dass jeder nach seinem Belieben handeln darf, führt zu eine Toleranzforderung, die das eigene Belieben einschränkt.(vgl.Z.47ff.) Schlussfolgerung: Der Streit um "gut" und "böse" beweist, dass die Ethik strittig ist und nicht bloß relativ. (Bestimmte Handlungsweisen sind besser als andere)

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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