Triage Prinzip/ Vor- Nachteile/ Bewertung

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Triage Prinzip/ Vor- Nachteile/ Bewertung

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Triage in ethischer Beurteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)
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Religion-Hausaufgaben Triage in ethischer Beurteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Im nachfolgenden leicht veränderten Text (siehe Fußzeile) werdet ihr mit der Position der Deutschen Bischofskonferenz zur coronabedingten Triage konfrontiert. Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss von derzeit 68 katholischen Bischöfen und stellt insgesamt eine der wichtigsten katholischen Vereinigungen in Deutschland dar. So haben Beschlüsse der Bischofskonferenz beispielsweise auch Einfluss auf die Lehrpläne zur katholischen Religion in den Schulen. Triage: Probleme der Verteilung medizinischer Ressourcen angesichts der Covid-19- Pandemie (veröffentlicht von der DBK im April 2020) Die Covid-19-Pandemie führt zu Situationen und Problemstellungen, die die gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen offensichtlich schnell an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen. Eines der zentralen Probleme ist dabei die erhebliche Überlastung der Gesundheitssysteme. Die Situation in Ländern wie Italien und Spanien führt drastisch vor Augen, wie sich diese Dynamik innerhalb von Tagen zuspitzt, wenn es nicht gelingt, die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Mehrere namhafte medizinisc Gesellschaften haben aus gegebenem Anlass gemeinsame Handlungsempfehlungen für den Fall herausgegeben, dass auch in deutschen Kliniken aufgrund der Covid-19-Pandemie mehr Patienten eine intensivmedizinische Beatmung benötigen als Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. Im Fall einer solchen Knappheit medizinischer Ressourcen ist die ärztliche Heilkunst gezwungen, nach dem Prinzip der ,,Triage" (frz. ,,Sichtung, Sortierung, Auswahl") zu handeln. Dieses Prinzip hat seinen Ursprung in der Kriegs- und Katastrophenmedizin. Leicht abgewandelt wird die Triage auch im Bereich...

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der klinischen Notaufnahme angewandt, um mit vorübergehenden Überlastungssituationen umzugehen. Bei der Übertragung der Triage auf die aktuelle Pandemie-Situation ergeben sich allerdings auf medizinischer Ebene eine Reihe von Problematiken, die mit den Besonderheiten von Covid-19 zu tun haben. Anders als bei den Verletzungen infolge eines Großschadensereignisses oder bei der Bedarfseinschätzung in einer Notaufnahme kann hier nicht auf erprobte Methoden zurückgegriffen werden, wodurch Ärzte sehr schnell Entscheidungen treffen müssen, obwohl man nicht immer die Dringlichkeit oder Heilungsaussichten genau abschätzen kann. Aus ethischer Sicht ergeben sich aus einer solchen Situation ebenfalls weitreichende Problemstellen. Zunächst bedeutet die Triage, dass man nicht mehr alle Patienten gleich behandeln kann. Schließlich bekommen manche Patienten eine Behandlung, die andere wegen zu weniger medizinischer Ressourcen (bspw. Mangel an Beatmungsgeräten) nicht bekommen können. Das bedeutet, Ärzte sind dazu gezwungen, gegen ihre Verpflichtung zur Gleichbehandlung aller Patienten zu verstoßen, da von ihnen nichts Unmögliches verlangt werden darf. Triage ist an dieser Stelle der Versuch, in einer Notsituation nach Ausschluss aller anderen Alternativen als letztes Mittel so viele Leben wie möglich zu retten und dabei so viel Humanität, wie es die Situation zulässt, zu bewahren. Entscheidend sind an dieser Stelle die Kriterien zur Verteilung der medizinischen Behandlung und die dahinterliegende Begründungslogik. Hinsichtlich der Kriterien ist zunächst klar, dass alle Kriterien, die außerhalb der streng medizinischen Beurteilung liegen, von vorneherein ausscheiden müssen. Es darf also keinesfalls nach Lebensalter, Geschlecht, körperlicher oder geistiger Behinderung, Stand, wirtschaftlichem Nutzen, Bekanntheitsgrad oder sonstigen Kriterien entschieden werden. Schwieriger wird es bei dem Aspekt der Systemrelevanz": Bei strenger Anwendung medizinethischer Kriterien dürfen demnach z. B. auch Angehörige des Gesundheits- systems selbst nicht allein aufgrund dieser Eigenschaft vorgezogen werden. Auch sie unterliegen der ausschließlich medizinischen Beurteilung. Anderenfalls ist einer utilitaristischen Beurteilung unter dem Aspekt des zu erwartenden gesellschaftlichen Nutzens Tür und Tor geöffnet. Das aber verbietet sich angesichts Aufgabe 1) des Grundsatzes, dass jedes Leben gleich wertvoll ist und Menschenleben nicht gegeneinander abgewogen werden dürfen. Die medizinischen Kriterien selbst lassen sich in die beiden Kategorien Dringlichkeit und Prognose (Aussicht auf Heilung) einteilen. Während normalerweise der Blick besonders auf den Aspekt der Dringlichkeit fällt, ist bei der Triage die Aussicht auf Heilung wichtiger. Allerdings ist hier aus ethischer Perspektive Vorsicht geboten: Die klassische Maßgabe für die Triage, so viele Leben wie möglich zu retten, kann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur utilitaristischen Maxime vom ,,größten Glück der größten Zahl" (J. Bentham) dazu verleiten, junge und gesunde Patienten mit leichterem Verlauf intensivmedizinisch zu behandeln und ältere vorerkrankte Patienten nicht. Zudem käme dann in einer utilitaristischen Kosten-Nutzen-Rechnung schnell der Blick auf den größeren erwartbaren gesellschaftlichen Gesamtnutzen. Dass bei jungen Menschen ohne Vorerkrankung häufig keine große Dringlichkeit besteht, da sie auch ohne Intensivbehandlung eine immer noch gute Prognose haben, fiele dann weniger oder gar nicht ins Gewicht, während alte Menschen wenig Chancen auf intensivmedizinische Behandlung hätten. Eine Triage nach solchen Kriterien aber muss in ethischer Perspektive klar verworfen werden. Sie widerspricht den Werten des Arztber von Grund auf. Dennoch etwa die Italienische Gesellschaft für Anästhesie, Analgesie, Reanimations- und Intensivmedizin (SIAARTI) kürzlich empfohlen, möglichst viele erwartbare Lebensjahre zu retten. Eine solche Empfehlung bedeutet, dem Leben alter Menschen (mit weniger erwartbaren Lebensjahren) einen geringeren Wert zuzusprechen. Deutlich anschlussfähiger als eine rein utilitaristische Nutzen-Rechnung erweist sich hier eine gerechtigkeitstheoretische Begründungslogik. Diese geht davon aus, dass Kriterien aufgestellt werden müssen, denen alle unabhängig von eigener Betroffenheit vernünftigerweise zustimmen können. Ähnlich wie bei der Organspende würden sich auch bei der Triage die medizinischen Kriterien der Dringlichkeit und der Aussicht auf Heilung empfehlen. Nur an diesen Kriterien müsste man sich orientieren, um etwa eine altersdiskriminierende bloße Orientierung am Lebensalter der Patienten zu vermeiden. In jedem Fall sind die Behandlungsteams der Kliniken durch die gegenwärtigen Herausforderungen hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Die Dilemma-Situationen, in die sie dabei geraten können, verschärfen dies zusätzlich. Medizinischem Personal, das in solchen Situationen nach bestem Wissen und Gewissen handelt, gebührt allgemeine Anerkennung. Auch sie bedürfen aber des Schutzes und der Begleitung. Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger stehen stets nicht nur für die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte als Ansprechpersonen zur Verfügung. Insbesondere durch den Dienst der Krankenhausseelsorge will die Kirche dort sein, wo Not ist und den Menschen in diesen schwierigen Zeiten Nähe, mitmenschliche Solidarität und spirituellen Rückhalt anbieten. Aufgaben: 1) Welche Aspekte und Begründungen der vorliegenden Position der DBK wertest du als positiv / negativ? 2) Überprüfe, ob es tatsächlich stimmt, dass alle unabhängig von eigener Betroffenheit vernünftigerweise" den Kriterien Dringlichkeit und Aussichten auf Heilung als einzige Kriterien zur Triage-Entscheidung zustimmen können. Versetze dich dazu nacheinander in die Perspektive einer Person über 80 Jahre, einer jungen Person ohne Vorerkrankung und einer arbeitslosen Person ohne Familie. Beantworte aus der jeweiligen Perspektive knapp, ob du den Kriterien Dringlichkeit und Aussicht auf Heilung zustimmen würdest. 3) Nehme abschließend eine Einschätzung bzw. Bewertung des Triage Konzeptes vor. Positiv: als Triage wird das System bezeichnet, welches die medizinische Hilfestellung ist, wenn zu viele Fälle auftreten, um alle gleichzeitig behandelt zu können -es wird anhand des Schweregrad der Beschwerden entschieden, wer eine unmittelbare Behandlung bedarf und wessen Behandlung Aufschub braucht. -vierstufiges Konzept- akute Bedrohung, schwer erkrankt, leicht erkrankt und ohne Überlebenschance -Die Menschen werden gerecht behandelt und nach dem ernst der Fälle aufgerufen Negativ: -es ist negativ, da man nie weiß wie viele Patienten gerade ein Notfall sind, weshalb die Ärzte sehr schnell arbeiten müssen und dadurch Fehler entstehen können. -durch das Triage Prinzip werden nur die ernsten Fälle behandelt, D.h. nicht jeder besitzt die Chance von einem Arzt kontrolliert zu werden beziehungsweise behandelt. Aufgabe2 80-Jahre: aufgrund des hohen Alters, würde ich davon ausgehen, dass die Dame oder der Herr schon vor Erkrankungen leidet, weshalb die Heilung wahrscheinlich nicht möglich sein wird. Aus diesem Grund würde ich wahrscheinlich als Arzt eher anderen Menschen den Vorrang bieten. Junge Person: auf grund des Aspekt ist, dass die Person keine Vorerkrankungen hat wird es wahrscheinlich einfacher sein sie zu heilen. Außerdem ist die Person ja noch jung. Ich würde sie aber trotzdem nicht als sehr dringlichen Fall einstufen, da das Immunsystem wahrscheinlich noch stark ist und die junge Person sich wahrscheinlich selber heilen könnte. Arbeitslos und ohne Familie: ich als Arzt, würde jetzt nicht unbedingt nach ihrem Familienstatus dir oder nach ihrem Beruf, sondern eher nach ihrer gesundheitlichen Dringlichkeit. D.h. also, falls die Person sehr krank ist würde ich ihr den Vorrang bieten. Aufgabe 3 Ich finde das Triage Prinzip, vor allem während einer Pandemie so wie heutzutage, sehr gut und finde auch das ist eine sehr gute Idee ist. Somit werden die Patienten schneller behandelt ` und es wird nicht unnötig Zeit eingenommen. Andererseits könnte man dies auch als unfair sehen, so wie ich, da einige Menschen gar nicht erst behandelt werden, da sie keine Chance auf eine Heilung haben.

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K

Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Religion-Hausaufgaben Triage in ethischer Beurteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Im nachfolgenden leicht veränderten Text (siehe Fußzeile) werdet ihr mit der Position der Deutschen Bischofskonferenz zur coronabedingten Triage konfrontiert. Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss von derzeit 68 katholischen Bischöfen und stellt insgesamt eine der wichtigsten katholischen Vereinigungen in Deutschland dar. So haben Beschlüsse der Bischofskonferenz beispielsweise auch Einfluss auf die Lehrpläne zur katholischen Religion in den Schulen. Triage: Probleme der Verteilung medizinischer Ressourcen angesichts der Covid-19- Pandemie (veröffentlicht von der DBK im April 2020) Die Covid-19-Pandemie führt zu Situationen und Problemstellungen, die die gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen offensichtlich schnell an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen. Eines der zentralen Probleme ist dabei die erhebliche Überlastung der Gesundheitssysteme. Die Situation in Ländern wie Italien und Spanien führt drastisch vor Augen, wie sich diese Dynamik innerhalb von Tagen zuspitzt, wenn es nicht gelingt, die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Mehrere namhafte medizinisc Gesellschaften haben aus gegebenem Anlass gemeinsame Handlungsempfehlungen für den Fall herausgegeben, dass auch in deutschen Kliniken aufgrund der Covid-19-Pandemie mehr Patienten eine intensivmedizinische Beatmung benötigen als Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. Im Fall einer solchen Knappheit medizinischer Ressourcen ist die ärztliche Heilkunst gezwungen, nach dem Prinzip der ,,Triage" (frz. ,,Sichtung, Sortierung, Auswahl") zu handeln. Dieses Prinzip hat seinen Ursprung in der Kriegs- und Katastrophenmedizin. Leicht abgewandelt wird die Triage auch im Bereich...

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Das bedeutet, Ärzte sind dazu gezwungen, gegen ihre Verpflichtung zur Gleichbehandlung aller Patienten zu verstoßen, da von ihnen nichts Unmögliches verlangt werden darf. Triage ist an dieser Stelle der Versuch, in einer Notsituation nach Ausschluss aller anderen Alternativen als letztes Mittel so viele Leben wie möglich zu retten und dabei so viel Humanität, wie es die Situation zulässt, zu bewahren. Entscheidend sind an dieser Stelle die Kriterien zur Verteilung der medizinischen Behandlung und die dahinterliegende Begründungslogik. Hinsichtlich der Kriterien ist zunächst klar, dass alle Kriterien, die außerhalb der streng medizinischen Beurteilung liegen, von vorneherein ausscheiden müssen. Es darf also keinesfalls nach Lebensalter, Geschlecht, körperlicher oder geistiger Behinderung, Stand, wirtschaftlichem Nutzen, Bekanntheitsgrad oder sonstigen Kriterien entschieden werden. Schwieriger wird es bei dem Aspekt der Systemrelevanz": Bei strenger Anwendung medizinethischer Kriterien dürfen demnach z. B. auch Angehörige des Gesundheits- systems selbst nicht allein aufgrund dieser Eigenschaft vorgezogen werden. Auch sie unterliegen der ausschließlich medizinischen Beurteilung. Anderenfalls ist einer utilitaristischen Beurteilung unter dem Aspekt des zu erwartenden gesellschaftlichen Nutzens Tür und Tor geöffnet. Das aber verbietet sich angesichts Aufgabe 1) des Grundsatzes, dass jedes Leben gleich wertvoll ist und Menschenleben nicht gegeneinander abgewogen werden dürfen. Die medizinischen Kriterien selbst lassen sich in die beiden Kategorien Dringlichkeit und Prognose (Aussicht auf Heilung) einteilen. Während normalerweise der Blick besonders auf den Aspekt der Dringlichkeit fällt, ist bei der Triage die Aussicht auf Heilung wichtiger. Allerdings ist hier aus ethischer Perspektive Vorsicht geboten: Die klassische Maßgabe für die Triage, so viele Leben wie möglich zu retten, kann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur utilitaristischen Maxime vom ,,größten Glück der größten Zahl" (J. Bentham) dazu verleiten, junge und gesunde Patienten mit leichterem Verlauf intensivmedizinisch zu behandeln und ältere vorerkrankte Patienten nicht. Zudem käme dann in einer utilitaristischen Kosten-Nutzen-Rechnung schnell der Blick auf den größeren erwartbaren gesellschaftlichen Gesamtnutzen. Dass bei jungen Menschen ohne Vorerkrankung häufig keine große Dringlichkeit besteht, da sie auch ohne Intensivbehandlung eine immer noch gute Prognose haben, fiele dann weniger oder gar nicht ins Gewicht, während alte Menschen wenig Chancen auf intensivmedizinische Behandlung hätten. Eine Triage nach solchen Kriterien aber muss in ethischer Perspektive klar verworfen werden. Sie widerspricht den Werten des Arztber von Grund auf. Dennoch etwa die Italienische Gesellschaft für Anästhesie, Analgesie, Reanimations- und Intensivmedizin (SIAARTI) kürzlich empfohlen, möglichst viele erwartbare Lebensjahre zu retten. Eine solche Empfehlung bedeutet, dem Leben alter Menschen (mit weniger erwartbaren Lebensjahren) einen geringeren Wert zuzusprechen. Deutlich anschlussfähiger als eine rein utilitaristische Nutzen-Rechnung erweist sich hier eine gerechtigkeitstheoretische Begründungslogik. Diese geht davon aus, dass Kriterien aufgestellt werden müssen, denen alle unabhängig von eigener Betroffenheit vernünftigerweise zustimmen können. Ähnlich wie bei der Organspende würden sich auch bei der Triage die medizinischen Kriterien der Dringlichkeit und der Aussicht auf Heilung empfehlen. Nur an diesen Kriterien müsste man sich orientieren, um etwa eine altersdiskriminierende bloße Orientierung am Lebensalter der Patienten zu vermeiden. In jedem Fall sind die Behandlungsteams der Kliniken durch die gegenwärtigen Herausforderungen hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Die Dilemma-Situationen, in die sie dabei geraten können, verschärfen dies zusätzlich. Medizinischem Personal, das in solchen Situationen nach bestem Wissen und Gewissen handelt, gebührt allgemeine Anerkennung. Auch sie bedürfen aber des Schutzes und der Begleitung. Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger stehen stets nicht nur für die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte als Ansprechpersonen zur Verfügung. Insbesondere durch den Dienst der Krankenhausseelsorge will die Kirche dort sein, wo Not ist und den Menschen in diesen schwierigen Zeiten Nähe, mitmenschliche Solidarität und spirituellen Rückhalt anbieten. Aufgaben: 1) Welche Aspekte und Begründungen der vorliegenden Position der DBK wertest du als positiv / negativ? 2) Überprüfe, ob es tatsächlich stimmt, dass alle unabhängig von eigener Betroffenheit vernünftigerweise" den Kriterien Dringlichkeit und Aussichten auf Heilung als einzige Kriterien zur Triage-Entscheidung zustimmen können. Versetze dich dazu nacheinander in die Perspektive einer Person über 80 Jahre, einer jungen Person ohne Vorerkrankung und einer arbeitslosen Person ohne Familie. Beantworte aus der jeweiligen Perspektive knapp, ob du den Kriterien Dringlichkeit und Aussicht auf Heilung zustimmen würdest. 3) Nehme abschließend eine Einschätzung bzw. Bewertung des Triage Konzeptes vor. Positiv: als Triage wird das System bezeichnet, welches die medizinische Hilfestellung ist, wenn zu viele Fälle auftreten, um alle gleichzeitig behandelt zu können -es wird anhand des Schweregrad der Beschwerden entschieden, wer eine unmittelbare Behandlung bedarf und wessen Behandlung Aufschub braucht. -vierstufiges Konzept- akute Bedrohung, schwer erkrankt, leicht erkrankt und ohne Überlebenschance -Die Menschen werden gerecht behandelt und nach dem ernst der Fälle aufgerufen Negativ: -es ist negativ, da man nie weiß wie viele Patienten gerade ein Notfall sind, weshalb die Ärzte sehr schnell arbeiten müssen und dadurch Fehler entstehen können. -durch das Triage Prinzip werden nur die ernsten Fälle behandelt, D.h. nicht jeder besitzt die Chance von einem Arzt kontrolliert zu werden beziehungsweise behandelt. Aufgabe2 80-Jahre: aufgrund des hohen Alters, würde ich davon ausgehen, dass die Dame oder der Herr schon vor Erkrankungen leidet, weshalb die Heilung wahrscheinlich nicht möglich sein wird. Aus diesem Grund würde ich wahrscheinlich als Arzt eher anderen Menschen den Vorrang bieten. Junge Person: auf grund des Aspekt ist, dass die Person keine Vorerkrankungen hat wird es wahrscheinlich einfacher sein sie zu heilen. Außerdem ist die Person ja noch jung. Ich würde sie aber trotzdem nicht als sehr dringlichen Fall einstufen, da das Immunsystem wahrscheinlich noch stark ist und die junge Person sich wahrscheinlich selber heilen könnte. Arbeitslos und ohne Familie: ich als Arzt, würde jetzt nicht unbedingt nach ihrem Familienstatus dir oder nach ihrem Beruf, sondern eher nach ihrer gesundheitlichen Dringlichkeit. D.h. also, falls die Person sehr krank ist würde ich ihr den Vorrang bieten. Aufgabe 3 Ich finde das Triage Prinzip, vor allem während einer Pandemie so wie heutzutage, sehr gut und finde auch das ist eine sehr gute Idee ist. Somit werden die Patienten schneller behandelt ` und es wird nicht unnötig Zeit eingenommen. Andererseits könnte man dies auch als unfair sehen, so wie ich, da einige Menschen gar nicht erst behandelt werden, da sie keine Chance auf eine Heilung haben.