Ethik /

Verantwortung der Wissenschaft

Verantwortung der Wissenschaft

 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft
Autor: Dr. Peter Kührt
Kann der Bau einer Atombombe richtig sein?
ATE-INSPIRE
SIN
 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft
Autor: Dr. Peter Kührt
Kann der Bau einer Atombombe richtig sein?
ATE-INSPIRE
SIN
 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft
Autor: Dr. Peter Kührt
Kann der Bau einer Atombombe richtig sein?
ATE-INSPIRE
SIN

Kommentare (1)

Teilen

Speichern

17

Verantwortung der Wissenschaft

user profile picture

Jasmin

147 Followers
 

Ethik

 

10

Lernzettel

- 2 Arbeitsblätter mit Aufgabenstellungen - 1 PDF Dokument mit den Lösungen der Aufgaben

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt Kann der Bau einer Atombombe richtig sein? ATE-INSPIRE SINCS 1951 Die Vision einer Welt ohne Atombomben LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de Hiroshima: Erinnerung und Mahnung Am Morgen des 6. August 1945 warf der US-Bomber ,,Enola Gay" eine Atombombe über dem Shima- Krankenhaus mitten im Zentrum Hiroshimas ab. Der Name der Bombe, ,,Little Boy", klang harmlos; die Feuerwalze der Atomexplosion und ihre radioaktiven Verstrahlungen haben aber bis heute nichts von ihrem Schrecken verloren. Zur Zeit des Bombenabwurfs hielten sich etwa 350.000 Menschen in Hiroshima auf, darunter Solda- ten und Zwangsarbeiter aus Korea, Taiwan und Festlandchina sowie amerikanische Kriegsgefangene. Davon starben schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen sofort und weitere 70.000 in den Mona- ten danach. Die genaue Opferzahl wird sich nie ermitteln lassen, weil viele Menschen erst an den Spätfolgen der Strahlung starben. Eine zweite Bombe traf drei Tage später Nagasaki. Dort starben bis Jahresende etwa 70.000 Einwoh- ner. Es waren die ersten und bisher einzigen Nuklearwaffen-Angriffe der Kriegsgeschichte. Ihre Folgen waren aber so entsetzlich, dass es bis heute keine Regierung der Welt mehr gewagt hat, Atombomben einzusetzen. Vielmehr gab es viele Initiativen, die Zahl der vorhandenen Atomwaffen zu verringern und die Erde wieder atomwaffenfrei werden zu lassen. Leider waren diese Versuche erfolglos, und im Augenblick sieht es eher so aus, dass auch kleine Staaten versuchen,...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

in den Besitz von Atomwaffen zu kommen, um deren Abschreckungspotential nutzen zu können. 2016 besuchte der damalige US-Präsident Obama Hiroshima und gedachte der Unschuldigen, die während des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen sind. Er wiederholte seine Vision einer Welt ohne Atombomben, die er schon zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2009 in einer Rede in Prag formu- liert hatte und wofür er im gleichen Jahr auch den Friedensnobelpreis erhielt. Obama hat sich allerdings bei den japanischen Opfern nicht entschuldigt. In der amerikanischen Öf- fentlichkeit besteht auch heute noch große Einigkeit darin, dass der Einsatz der Atombomben im Krieg gegen Japan gerechtfertigt gewesen sei und weiteres Leid verhindert hat. Diese Einschätzung wird in den USA von keiner Seite ernsthaft in Frage gestellt. Ein Nobelpreisträger und die Bombe Der deutsche Nobelpreisträger Hans Albrecht Bethe steht stellvertretend für die innerliche Zerrissen- heit zwischen Forschungsdrang und gesellschaftlicher Verantwortung. Bethe war 1967 für seine Ar- beiten zur Energie-Entstehung in Sternen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden. Er war aber auch maßgeblich an der Entwicklung und am Bau der Atombomben beteiligt, die auf Hiros- hima und Nagasaki abgeworfen wurden. Hans Bethe wurde 1906 als Sohn eines Physiologie-Professors in Straßburg geboren, das damals zu Deutschland gehörte. Er studierte in München Physik, als die weltberühmten Wissenschaftler und Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 1 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt SINCE LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de späteren Nobelpreisträger Erwin Schrödinger und Werner Heisenberg dort gerade die Quantenme- chanik entscheidend vorantrieben. Weil seine Mutter Jüdin war, wurde er 1933 von der Universität Tübingen ausgeschlossen, wo er eine Stelle als Assistenzprofessor hatte. Daraufhin wurde er Profes- sor an der US-amerikanischen Cornell University in Ithaca im Bundesstaat New York, die zu den re- nommiertesten Universitäten der Welt zählt. Aus Sorge, dass das Hitler-Deutschland die Atombombe zuerst bauen und den Krieg damit entschei- den könnte, unterstützte Hans Bethe die USA bei der Entwicklung einer solchen Bombe im Rahmen des ,,Manhattan Project". Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich zwar für die Ab- rüstung und Rüstungskontrolle, beteiligte sich aber trotz aller Bedenken während des Korea-Krieges nochmals kurze Zeit an der Entwicklung einer verbesserten Wasserstoffbombe. Unmittelbar danach räumte er aber ein, dass er in all den Jahren beständig Zweifel gehabt habe, ob er mit der Wirkung am Bau der Atombombe das Richtige getan habe. Später führte er Kampagnen zur friedlichen Nut- zung der Kernenergie an, äußerte sich kritisch zum „Star Wars"-Programm der amerikanischen Regie- rung und appellierte wiederholt an seine Wissenschaftskollegen, sich nicht länger an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu beteiligen. Bethe starb im Alter von 98 Jahren. Er war der letzte Überlebende einer großen Reihe von bedeuten- den deutschen Physikern. Aufgaben: Schauen Sie sich den Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an und beantworten Sie dann die folgenden Fragen. http://www.mediatheque.lindau-nobel.org/videos/33617/2014-mini-lecture-sience-ethics- society-de 1. Welche Folgen hatte der Abwurf der ersten beiden Atombomben in Japan? 2. Warum hält die Mehrheit der Amerikaner den Abwurf der Bomben dennoch auch heute noch für gerechtfertigt? 3. Warum hat der Nobelpreisträger Hans Bethe den Bau einer Atombombe zwar unter- stützt, aber immer das Gefühl gehabt, etwas Falsches getan zu haben? 4. Welche Forderung stellt der Nobelpreisträger Roald Hoffmann in dem Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an alle Wissenschaftler und Erfinder? 5. Können die Erfindung und der Bau einer schrecklichen Waffe zur Vernichtung von Menschen also richtig sein? Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 2 Verantwortung der Wissenschaft Womit assoziieren sie die Namen „Hiroshima“ und „Nagasaki“? US-amerikanische Atombombenabwürfe auf die beiden Städte Am 6. (Hiroschima) und 9. August 1945 (Nagasaki) Einziger Einsatz von Atomwaffen im Krieg Ziel: Kapitulation Japans Definition Verantwortung: wenn man für etwas die Verantwortung übernimmt, hat man die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass alles gut verläuft und keine Schäden entstehen/jemand zu Schaden kommt. Geht etwas schief trägt man die Schuld daran. Somit handelt man Pflichtbewusst und sorgt für die Sicherheit anderer und einen geregelten Ablauf. Aufgaben: 1. Welche Folgen hatte der Abwurf der ersten beiden Atombomben in Japan? - sehr viele Tote - unklar, wie viele Menschen an Spätfolgen starben - hohe radioaktive Verstrahlung - verstärktes Nachdenken über die Verantwortung 2. Warum hält die Mehrheit der Amerikaner den Abwurf der Bomben dennoch auch heute noch für gerechtfertigt? - da Japan so schnell zur Kapitulation gebracht werden konnte (war das Ziel des ganzen) - sind der Meinung es habe das Leben der eigenen Soldaten gerettet 3. Warum hat der Nobelpreisträger Hans Bethe den Bau einer Atombombe zwar unterstützt, aber immer das Gefühl gehabt, etwas Falsches getan zu haben? - wollte es im Sinne der Wissenschaft machen, sich jedoch nicht gegen die Menschheit stellen er wollte nicht, dass die Kernenergie im Sinne des Krieges gegen die Menschen verwendet wird, sondern dass sie friedlich genutzt wird hatte Angst das Deutschland zuerst eine Atombombe bauen könnte (unter Führung Hitlers) und unterstützte deshalb die USA 4. Welche Forderung stellt der Nobelpreisträger Roald Hoffmann in dem Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an alle Wissenschaftler und Erfinder? - jeder solle sich fragen, ob die Erfindung der Moral des Menschen entspricht und niemanden verletzt - Erfindung muss aus moralischer Sicht beurteilt werden - jeder solle die Folgen der Erfindung bedenken - Werte und Normen sollen im Umgang mit der Wissenschaft festgelegt werden - es darf nie ein Mensch zu Schaden kommen (Verantwortung der Wissenschaft) 5. Können die Erfindung und der Bau einer schrecklichen Waffe zur Vernichtung von Menschen also richtig sein? - nein, Erfindungen im Sinne der Wissenschaft und zum Fortschritt der Menschheit sind in Ordnung, jedoch keine Waffen oder zerstörerische Erfindungen, die der Menschheit Schaden und in Kriegen (oder auch so) gegeneinander eingesetzt werden - es ist nicht richtig andere Menschen zu töten (egal mit welcher Waffe) und deshalb sollte derartiges gar nicht erst erfunden werden Braucht die Freiheit der Wissenschaft Grenzen? 1. Im UN-Menschenrechtsabkommen wird gefordert, dass die Wissenschaft „frei“ sein müsse. Was bedeutet diese „Freiheit der Wissenschaft" für Forschende? Trotz Freiheit sollten sie Verantwortung tragen und die Folgen bedenken Nur weil alles machbar ist, heißt es nicht, dass man es auch machen sollte → Gründlich bedenken, was man tut 2. Video 3. Pro Klonen von Menschen Geliebte Menschen (welche zu früh verstorben sind) kann man zurückholen Organe können gezüchtet werden -> man muss nicht so lange auf Spenderorgan warten, hilft der Menschheit Man kann so viele Menschen erschaffen, wie man möchte -> man kann sie sogar vom Aussehen her anpassen Heilen von Krankheiten Kontra Trotzdem werden die geklonten Menschen nicht genauso sein, wie die ,,originalen" Menschen ➜ Klont man eine Verstorbene Person: Personen kann man nicht ersetzen oder nochmal erschaffen, da sie trotzdem ihren eigenen Charakter entwickeln; man bekommt nicht die Person zurück, die man verloren hat, sie wird nur so aussehen -> kann zu Enttäuschung führen Moralisch nicht richtig ➜ Für die geklonte Person ist es wahrscheinlich nicht schön zu wissen, dass man nur die künstliche Version eines anderen ist Klonen ist in jeglicher Form gegen die Natur (egal ob Tier oder Mensch) Passt man Menschen vom Aussehen her an und/oder klont sie, dann wird es keine Individualität mehr geben Als Wissenschaftler verantwortlich handeln 1. Weitere Forschungsergebnisse für diese Handlungsregeln: Schönheitsoperation: Anwendbar Forschungsergebnisse Arzneimitteltests am Menschen Künstlichen Intelligenz X Atomenergieproduktion Therapeutisches Klonen Anwendbar Züchtung von Gen-Weizen X Schönheitsoperationen X 2. Vorsichtsregel Eingriff in die Persönlichkeit Spätfolgen unklar Nicht anwendbar X X X ➜ OPs sollen reibungslos verlaufen Vor der Operation werden Risiken & Ablauf mit Patienten besprochen (auch Folgenberücksichtigungsregel) 3. Nicht-Schadensregel kann bei Schönheits-op nicht gerecht werden (ist jedoch keine Folge der Wissenschaft, sondern der OP an sich) Wohlfahrtsregel bei Schönheitsoperationen nicht existent. Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt EC Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nagasakibomb.jpg SINCS 2951 LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de Womit assoziieren Sie die Namen ,,Hiroshima“ und „Nagasaki"? Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 1

Ethik /

Verantwortung der Wissenschaft

Verantwortung der Wissenschaft

user profile picture

Jasmin

147 Followers
 

Ethik

 

10

Lernzettel

Verantwortung der Wissenschaft

Dieser Inhalt ist nur in der Knowunity App verfügbar.

 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft
Autor: Dr. Peter Kührt
Kann der Bau einer Atombombe richtig sein?
ATE-INSPIRE
SIN

App öffnen

Teilen

Speichern

17

Kommentare (1)

B

Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

- 2 Arbeitsblätter mit Aufgabenstellungen - 1 PDF Dokument mit den Lösungen der Aufgaben

Ähnliche Knows

1

Hans Jonas

Know Hans Jonas thumbnail

19

 

11

12

Widerstand im Nationsozialismus

Know Widerstand im Nationsozialismus thumbnail

24

 

10

Hans Jonas

Know Hans Jonas thumbnail

88

 

11/12/13

Sünde und Umgang mit Schuld

Know Sünde und Umgang mit Schuld thumbnail

27

 

13

Mehr

Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt Kann der Bau einer Atombombe richtig sein? ATE-INSPIRE SINCS 1951 Die Vision einer Welt ohne Atombomben LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de Hiroshima: Erinnerung und Mahnung Am Morgen des 6. August 1945 warf der US-Bomber ,,Enola Gay" eine Atombombe über dem Shima- Krankenhaus mitten im Zentrum Hiroshimas ab. Der Name der Bombe, ,,Little Boy", klang harmlos; die Feuerwalze der Atomexplosion und ihre radioaktiven Verstrahlungen haben aber bis heute nichts von ihrem Schrecken verloren. Zur Zeit des Bombenabwurfs hielten sich etwa 350.000 Menschen in Hiroshima auf, darunter Solda- ten und Zwangsarbeiter aus Korea, Taiwan und Festlandchina sowie amerikanische Kriegsgefangene. Davon starben schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen sofort und weitere 70.000 in den Mona- ten danach. Die genaue Opferzahl wird sich nie ermitteln lassen, weil viele Menschen erst an den Spätfolgen der Strahlung starben. Eine zweite Bombe traf drei Tage später Nagasaki. Dort starben bis Jahresende etwa 70.000 Einwoh- ner. Es waren die ersten und bisher einzigen Nuklearwaffen-Angriffe der Kriegsgeschichte. Ihre Folgen waren aber so entsetzlich, dass es bis heute keine Regierung der Welt mehr gewagt hat, Atombomben einzusetzen. Vielmehr gab es viele Initiativen, die Zahl der vorhandenen Atomwaffen zu verringern und die Erde wieder atomwaffenfrei werden zu lassen. Leider waren diese Versuche erfolglos, und im Augenblick sieht es eher so aus, dass auch kleine Staaten versuchen,...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich Einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

in den Besitz von Atomwaffen zu kommen, um deren Abschreckungspotential nutzen zu können. 2016 besuchte der damalige US-Präsident Obama Hiroshima und gedachte der Unschuldigen, die während des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen sind. Er wiederholte seine Vision einer Welt ohne Atombomben, die er schon zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2009 in einer Rede in Prag formu- liert hatte und wofür er im gleichen Jahr auch den Friedensnobelpreis erhielt. Obama hat sich allerdings bei den japanischen Opfern nicht entschuldigt. In der amerikanischen Öf- fentlichkeit besteht auch heute noch große Einigkeit darin, dass der Einsatz der Atombomben im Krieg gegen Japan gerechtfertigt gewesen sei und weiteres Leid verhindert hat. Diese Einschätzung wird in den USA von keiner Seite ernsthaft in Frage gestellt. Ein Nobelpreisträger und die Bombe Der deutsche Nobelpreisträger Hans Albrecht Bethe steht stellvertretend für die innerliche Zerrissen- heit zwischen Forschungsdrang und gesellschaftlicher Verantwortung. Bethe war 1967 für seine Ar- beiten zur Energie-Entstehung in Sternen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden. Er war aber auch maßgeblich an der Entwicklung und am Bau der Atombomben beteiligt, die auf Hiros- hima und Nagasaki abgeworfen wurden. Hans Bethe wurde 1906 als Sohn eines Physiologie-Professors in Straßburg geboren, das damals zu Deutschland gehörte. Er studierte in München Physik, als die weltberühmten Wissenschaftler und Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 1 Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt SINCE LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de späteren Nobelpreisträger Erwin Schrödinger und Werner Heisenberg dort gerade die Quantenme- chanik entscheidend vorantrieben. Weil seine Mutter Jüdin war, wurde er 1933 von der Universität Tübingen ausgeschlossen, wo er eine Stelle als Assistenzprofessor hatte. Daraufhin wurde er Profes- sor an der US-amerikanischen Cornell University in Ithaca im Bundesstaat New York, die zu den re- nommiertesten Universitäten der Welt zählt. Aus Sorge, dass das Hitler-Deutschland die Atombombe zuerst bauen und den Krieg damit entschei- den könnte, unterstützte Hans Bethe die USA bei der Entwicklung einer solchen Bombe im Rahmen des ,,Manhattan Project". Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich zwar für die Ab- rüstung und Rüstungskontrolle, beteiligte sich aber trotz aller Bedenken während des Korea-Krieges nochmals kurze Zeit an der Entwicklung einer verbesserten Wasserstoffbombe. Unmittelbar danach räumte er aber ein, dass er in all den Jahren beständig Zweifel gehabt habe, ob er mit der Wirkung am Bau der Atombombe das Richtige getan habe. Später führte er Kampagnen zur friedlichen Nut- zung der Kernenergie an, äußerte sich kritisch zum „Star Wars"-Programm der amerikanischen Regie- rung und appellierte wiederholt an seine Wissenschaftskollegen, sich nicht länger an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu beteiligen. Bethe starb im Alter von 98 Jahren. Er war der letzte Überlebende einer großen Reihe von bedeuten- den deutschen Physikern. Aufgaben: Schauen Sie sich den Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an und beantworten Sie dann die folgenden Fragen. http://www.mediatheque.lindau-nobel.org/videos/33617/2014-mini-lecture-sience-ethics- society-de 1. Welche Folgen hatte der Abwurf der ersten beiden Atombomben in Japan? 2. Warum hält die Mehrheit der Amerikaner den Abwurf der Bomben dennoch auch heute noch für gerechtfertigt? 3. Warum hat der Nobelpreisträger Hans Bethe den Bau einer Atombombe zwar unter- stützt, aber immer das Gefühl gehabt, etwas Falsches getan zu haben? 4. Welche Forderung stellt der Nobelpreisträger Roald Hoffmann in dem Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an alle Wissenschaftler und Erfinder? 5. Können die Erfindung und der Bau einer schrecklichen Waffe zur Vernichtung von Menschen also richtig sein? Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 2 Verantwortung der Wissenschaft Womit assoziieren sie die Namen „Hiroshima“ und „Nagasaki“? US-amerikanische Atombombenabwürfe auf die beiden Städte Am 6. (Hiroschima) und 9. August 1945 (Nagasaki) Einziger Einsatz von Atomwaffen im Krieg Ziel: Kapitulation Japans Definition Verantwortung: wenn man für etwas die Verantwortung übernimmt, hat man die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass alles gut verläuft und keine Schäden entstehen/jemand zu Schaden kommt. Geht etwas schief trägt man die Schuld daran. Somit handelt man Pflichtbewusst und sorgt für die Sicherheit anderer und einen geregelten Ablauf. Aufgaben: 1. Welche Folgen hatte der Abwurf der ersten beiden Atombomben in Japan? - sehr viele Tote - unklar, wie viele Menschen an Spätfolgen starben - hohe radioaktive Verstrahlung - verstärktes Nachdenken über die Verantwortung 2. Warum hält die Mehrheit der Amerikaner den Abwurf der Bomben dennoch auch heute noch für gerechtfertigt? - da Japan so schnell zur Kapitulation gebracht werden konnte (war das Ziel des ganzen) - sind der Meinung es habe das Leben der eigenen Soldaten gerettet 3. Warum hat der Nobelpreisträger Hans Bethe den Bau einer Atombombe zwar unterstützt, aber immer das Gefühl gehabt, etwas Falsches getan zu haben? - wollte es im Sinne der Wissenschaft machen, sich jedoch nicht gegen die Menschheit stellen er wollte nicht, dass die Kernenergie im Sinne des Krieges gegen die Menschen verwendet wird, sondern dass sie friedlich genutzt wird hatte Angst das Deutschland zuerst eine Atombombe bauen könnte (unter Führung Hitlers) und unterstützte deshalb die USA 4. Welche Forderung stellt der Nobelpreisträger Roald Hoffmann in dem Video-Clip ,,Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft" an alle Wissenschaftler und Erfinder? - jeder solle sich fragen, ob die Erfindung der Moral des Menschen entspricht und niemanden verletzt - Erfindung muss aus moralischer Sicht beurteilt werden - jeder solle die Folgen der Erfindung bedenken - Werte und Normen sollen im Umgang mit der Wissenschaft festgelegt werden - es darf nie ein Mensch zu Schaden kommen (Verantwortung der Wissenschaft) 5. Können die Erfindung und der Bau einer schrecklichen Waffe zur Vernichtung von Menschen also richtig sein? - nein, Erfindungen im Sinne der Wissenschaft und zum Fortschritt der Menschheit sind in Ordnung, jedoch keine Waffen oder zerstörerische Erfindungen, die der Menschheit Schaden und in Kriegen (oder auch so) gegeneinander eingesetzt werden - es ist nicht richtig andere Menschen zu töten (egal mit welcher Waffe) und deshalb sollte derartiges gar nicht erst erfunden werden Braucht die Freiheit der Wissenschaft Grenzen? 1. Im UN-Menschenrechtsabkommen wird gefordert, dass die Wissenschaft „frei“ sein müsse. Was bedeutet diese „Freiheit der Wissenschaft" für Forschende? Trotz Freiheit sollten sie Verantwortung tragen und die Folgen bedenken Nur weil alles machbar ist, heißt es nicht, dass man es auch machen sollte → Gründlich bedenken, was man tut 2. Video 3. Pro Klonen von Menschen Geliebte Menschen (welche zu früh verstorben sind) kann man zurückholen Organe können gezüchtet werden -> man muss nicht so lange auf Spenderorgan warten, hilft der Menschheit Man kann so viele Menschen erschaffen, wie man möchte -> man kann sie sogar vom Aussehen her anpassen Heilen von Krankheiten Kontra Trotzdem werden die geklonten Menschen nicht genauso sein, wie die ,,originalen" Menschen ➜ Klont man eine Verstorbene Person: Personen kann man nicht ersetzen oder nochmal erschaffen, da sie trotzdem ihren eigenen Charakter entwickeln; man bekommt nicht die Person zurück, die man verloren hat, sie wird nur so aussehen -> kann zu Enttäuschung führen Moralisch nicht richtig ➜ Für die geklonte Person ist es wahrscheinlich nicht schön zu wissen, dass man nur die künstliche Version eines anderen ist Klonen ist in jeglicher Form gegen die Natur (egal ob Tier oder Mensch) Passt man Menschen vom Aussehen her an und/oder klont sie, dann wird es keine Individualität mehr geben Als Wissenschaftler verantwortlich handeln 1. Weitere Forschungsergebnisse für diese Handlungsregeln: Schönheitsoperation: Anwendbar Forschungsergebnisse Arzneimitteltests am Menschen Künstlichen Intelligenz X Atomenergieproduktion Therapeutisches Klonen Anwendbar Züchtung von Gen-Weizen X Schönheitsoperationen X 2. Vorsichtsregel Eingriff in die Persönlichkeit Spätfolgen unklar Nicht anwendbar X X X ➜ OPs sollen reibungslos verlaufen Vor der Operation werden Risiken & Ablauf mit Patienten besprochen (auch Folgenberücksichtigungsregel) 3. Nicht-Schadensregel kann bei Schönheits-op nicht gerecht werden (ist jedoch keine Folge der Wissenschaft, sondern der OP an sich) Wohlfahrtsregel bei Schönheitsoperationen nicht existent. Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft Autor: Dr. Peter Kührt EC Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nagasakibomb.jpg SINCS 2951 LINDAU NOBEL LAUREATE lehrer-online MEETINGS www.lehrer-online.de Womit assoziieren Sie die Namen ,,Hiroshima“ und „Nagasaki"? Ⓒ Eduversum Verlag in Kooperation mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau (B) e.V., 2017 1