Keynesianismus und Multiplikatoreffekt
Der Keynesianismus, benannt nach dem Ökonomen John Maynard Keynes, betrachtet die gesamtwirtschaftliche Nachfrage als Indikator für den Zustand der Wirtschaft. Diese Theorie befürwortet eine aktive Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik.
Highlight: Der Keynesianismus geht davon aus, dass eine hohe Nachfrage zu einem wirtschaftlichen Aufschwung (Boom) führt.
Der Prozess läuft wie folgt ab:
- Die Nachfrage nach Investitionsgütern steigt
- Hersteller von Investitionsgütern stellen neue Mitarbeiter ein
- Die Kaufkraft der neuen Mitarbeiter steigt
- Die erhöhte Kaufkraft führt zu verstärktem Konsum
- Die Nachfrage bei Herstellern von Konsumgütern steigt
In Phasen schwacher Wirtschaftsleistung soll der Staat durch künstliche Nachfrage (Staatsausgaben) eingreifen. Dies wird als nachfrageorientierte Politik bezeichnet.
Example: Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 in Deutschland war eine Reaktion auf den Rückgang von Investitionen nach dem Wirtschaftswunder der 1950er Jahre.
Ein zentrales Konzept des Keynesianismus ist der Multiplikatoreffekt.
Definition: Der Multiplikatoreffekt beschreibt, wie stark sich das Gesamteinkommen oder die Gesamtnachfrage verändert, wenn wirtschaftliche Anreize gesetzt werden.
Keynes argumentierte, dass:
- Steigende Investitionen zu neuen Arbeitsplätzen führen
- Neue Arbeitsplätze generieren neues Einkommen für private Haushalte
- Ein Teil dieses Einkommens wird ausgegeben und erzeugt wiederum neues Einkommen
- Die resultierende Einkommenserhöhung ist oft um ein Vielfaches höher als der ursprüngliche Geldbetrag
Vocabulary: Das Akzelerationsprinzip beschreibt den Zusammenhang zwischen stark steigender Nachfrage der Verbraucher nach Konsumgütern und steigenden Investitionen in der Verbrauchsgüterindustrie.





