Ursachen und Folgen der Austrocknung des Toten Meeres
Die Austrocknung des Toten Meeres hat multiple Ursachen, wobei die Nutzung des Jordanwassers eine zentrale Rolle spielt. Der Jordan, einst der Hauptzufluss des Toten Meeres, lieferte bis 1960 jährlich etwa 1500 Millionen Kubikmeter Wasser. Heute sind es nur noch 40-100 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Highlight: Dem Jordan werden 98% seiner Wassermengen zur landwirtschaftlichen und industriellen Nutzung entnommen, bevor er das Tote Meer erreicht.
Die Wassernutzung teilt sich wie folgt auf:
- Israel: 47%
- Syrien: 25%
- Jordanien: 23%
- Westjordanland: 5%
Diese massive Wasserentnahme hat gravierende Folgen für das ökologische Gleichgewicht des Toten Meeres. Die Wasserbilanz zeigt ein deutliches Defizit: Während jährlich 700-750 Millionen Kubikmeter Wasser verdunsten, fließen nur etwa 290-310 Millionen Kubikmeter zu.
Vocabulary: Wasserbilanz - Die Gegenüberstellung von Wasserzuflüssen und -abflüssen in einem bestimmten Gebiet über einen definierten Zeitraum.
Die Folgen der Austrocknung sind vielfältig:
- Sinkender Wasserspiegel: Der Meeresspiegel liegt bereits 427 Meter unter dem Meeresspiegel und sinkt weiter.
- Erhöhter Salzgehalt: Mit 343 g/l ist der Salzgehalt des Toten Meeres fast zehnmal so hoch wie der durchschnittliche Salzgehalt von Meerwasser .
- Ökologische Veränderungen: Trotz des hohen Salzgehalts beherbergt das Gebiet eine erstaunliche Biodiversität, die nun bedroht ist.
- Wirtschaftliche Auswirkungen: Die chemische Industrie, die das Wasser des Toten Meeres nutzt, ist von den Veränderungen betroffen.
Diese Entwicklungen werfen die Frage auf: "Wieso heißt das Tote Meer Totes Meer?" Der Name bezieht sich auf den extrem hohen Salzgehalt, der das Überleben der meisten Organismen unmöglich macht. Dennoch ist das Ökosystem des Toten Meeres keineswegs "tot", sondern beherbergt speziell angepasste Lebensformen und ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel.






