Schicht-/Hausmodell nach Rainer Geißler
Rainer Geißler entwickelte 2009 ein differenzierteres Modell sozialer Ungleichheit, das als Schicht- oder Hausmodell bekannt wurde. Es stellt die Gesellschaft als mehrstöckiges Haus dar und berücksichtigt folgende Gesellschaftsgruppen:
- Dienstleister
- Arbeiter
- Selbstständige
- Ausländer
Example: Die obere Dienstklasse umfasst abhängig Beschäftigte mit akademischem Hintergrund, wie höhere Beamte oder Manager in Großunternehmen, die sich im oberen Bereich des Hauses befinden. Facharbeiter mit qualifizierter Ausbildung, wie Elektriker oder Mechaniker, sind in der ersten Etage angesiedelt. Un- oder angelernte Dienstleister mit geringer Qualifikation, wie Kassierer oder Reinigungspersonal, befinden sich im Erdgeschoss.
Das Modell basiert auf vier Dimensionen sozialer Ungleichheit: Bildung, Einkommen, Macht und Prestige. Diese werden zu Berufsgruppen zusammengefasst, wobei Konsistenz angenommen wird.
Highlight: Eine Besonderheit des Modells ist, dass die Wände und Decken als durchlässig dargestellt werden, was die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs symbolisiert.
Vorteile des Modells:
- Es basiert auf Daten einer Langzeitumfrage und verwendet multiple Kriterien.
- Die differenzierte Einteilung ermöglicht eine genauere Bestimmung sozialer Positionen.
- Es berücksichtigt die Möglichkeit des Schichtwechsels (offene Decken).
- Ausländische Mitbürger werden einbezogen.
Kritikpunkte:
- Das Modell bildet nur die Verhältnisse in Westdeutschland ab.
- Inkonsistenzen werden nicht berücksichtigt.
- Alle Familienmitglieder werden nach dem Status der Familie zugeordnet.
Definition: Die "Überlappungshypothese" besagt, dass die Grenzen zwischen den Schichten fließend sind und sich überschneiden können.






