NS-Judenpolitik 1936 bis 1939: Von der Entrechtung zur Vertreibung
Das Jahr 1938 gilt als historischer Wendepunkt im Schicksal der deutschen Juden. Nach einer kurzen Phase der verlangsamten Verfolgungspolitik während der Olympiade 1936 in Berlin, wurden die diskriminierenden Maßnahmen wieder intensiviert:
- Im Januar 1938 trat das "Gesetz über die jüdischen Kulturvereinigungen" in Kraft, das Juden ihre rechtliche Stellung als Körperschaften des öffentlichen Rechts entzog.
- Im August 1938 wurden Juden gezwungen, einen jüdischen Namenszusatz anzunehmen.
- Im Oktober 1938 wurden die Reisepässe von Juden mit einem roten "J" gekennzeichnet.
Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die Reichspogromnacht am 9./10. November 1938:
Definition: Die Reichspogromnacht, auch als Reichskristallnacht bekannt, war ein von den Nationalsozialisten organisierter Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung im gesamten Deutschen Reich.
Was passierte am 9. November 1938 in Deutschland: NS-Trupps zerstörten Synagogen, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe. Über 20.000 Juden wurden verhaftet und in Konzentrationslager eingeliefert. 91 Menschen kamen ums Leben.
Die Folgen der Reichspogromnacht waren weitreichend:
- Juden wurden zu einer hohen Sondersteuer verpflichtet und mussten für die entstandenen Schäden aufkommen.
- Im November 1938 wurden Juden vom Besuch deutscher Schulen und Hochschulen ausgeschlossen.
- Im Dezember 1938 folgte der Entzug der Führerscheine.
Diese Maßnahmen zielten nicht mehr nur auf Diskriminierung und Ausgrenzung ab, sondern auf die vollständige Vertreibung und Auslöschung jüdischer Kultur in Deutschland.
Highlight: Die Reichspogromnacht markierte den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland.






