Geschichte5.212Aktualisiert 6. Okt. 202614 Seiten

Die Industrialisierung in Deutschland und England: Ein Vergleich

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Livia @liviaschlesier_abvr
Die Industrialisierung in Deutschland war ein tiefgreifender Umwälzungsprozess, der das 19. Jahrhundert prägte und das Land nachhaltig veränderte. Sie begann später als in England und brachte revolutionäre Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik mit sich, die bis heute nachwirken.
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Die Industrielle Revolution - Grundlagen und Entwicklung in England

Die Industrielle Revolution setzte etwa 1760 in England ein und veränderte im 19. Jahrhundert ganz Europa. Sie war tatsächlich revolutionär, denn sie brachte einen umbruchhaften Wandel der Lebensverhältnisse mit sich.

Die Revolution zeichnete sich durch vier wesentliche Merkmale aus:

  • Breiter Einsatz neuer Technik
  • Massenhafte Nutzung bisher wenig verwendeter Rohstoffe
  • Konzentration der Produktion in Fabriken mit arbeitsteiligem System
  • Lohnarbeit als überwiegende Erwerbsform, was zur Trennung zwischen Arbeitern und Unternehmern führte

England wurde zum Mutterland der Industrialisierung durch mehrere günstige Voraussetzungen:

  • Starkes Bevölkerungswachstum, das die Nachfrage nach Gütern erhöhte
  • Fortschrittliche Landwirtschaft, die die wachsende Bevölkerung ernähren konnte
  • Durchlässigere Gesellschaftsschichtung als in Kontinentaleuropa
  • Auflösung feudaler Abhängigkeiten
  • "Flurbereinigungen" seit dem 17. Jahrhundert, die die landwirtschaftliche Produktivität steigerten

Wusstest du? Die Industrialisierung in England begann fast 80 Jahre früher als in Deutschland. Dieser Vorsprung ermöglichte England, zum führenden Weltmarkt aufzusteigen!

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Technik-Entwicklung im Vergleich - England und Deutschland

Die natürlichen Bedingungen in England waren für die Industrialisierung besonders günstig: Die Insellage bot Schutz, reiche Kohlevorkommen lieferten Energie, und England verfügte über ein einheitliches Handelsgebiet ohne innere Zölle.

Der Ausbau des Verkehrswesens, liberale Wirtschaftsordnungen und koloniale Ressourcen verstärkten Englands Vorsprung. Die Textilindustrie wurde zum ersten Leitsektor der Industrialisierung und führte zum Bau riesiger Fabriken.

Die technische Entwicklung zeigt den zeitlichen Vorsprung Englands deutlich:

Dampfmaschinen:

  • 1712: Erste brauchbare Dampfmaschine von Newcomen in England
  • 1765/69: James Watt verbessert die Dampfmaschine entscheidend
  • 1787: Erste betriebsfähige Dampfmaschine in Deutschland (aus England importiert!)

Textilgewerbe:

  • 1767: Erste Spinnmaschine (Spinning-Jenny) in England
  • 1771: Erste Fabrik zur maschinellen Textilherstellung durch Arkwright
  • 1781: Erste Spinnmaschine in Deutschland aufgestellt

Bergbau und Hüttenwesen:

  • 1709: Darby erfindet Verfahren zur Eisenschmelzung mit Koks
  • 1796: Erster Koksofen in Deutschland (87 Jahre später!)

Während England bereits industrialisierte, hinkte Deutschland technologisch deutlich hinterher. Die Wann-begann-die-Industrialisierung-Frage lässt sich also klar beantworten: In England um 1760, in Deutschland erst ab etwa 1835.

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Startbedingungen im Vergleich - Deutschland und England

Die Industrialisierung in Deutschland startete unter deutlich ungünstigeren Bedingungen als in Großbritannien. Der direkte Vergleich zeigt, warum Deutschland anfangs im Rückstand war:

England war ein einheitliches Wirtschaftsgebiet mit einer durchlässigen Gesellschaftsschichtung und liberaler Wirtschaftsordnung. Es verfügte über gut ausgebaute Handelsstrukturen, Kolonien für den Dreieckshandel und ausreichend Rohstoffe. Durch frühe Erfindungen in der Textilindustrie und bei Antriebskräften konnte England einen erheblichen technologischen Vorsprung entwickeln.

Deutschland hingegen war national-staatlich zersplittert mit unterschiedlichen Maßen und Währungen. Es herrschten schroffe Standesschranken und feudale Abhängigkeiten. Die merkantilistische Wirtschaftsordnung mit ihren Beschränkungen, mangelhafte Verkehrsverbindungen und fehlende Kolonien behinderten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Rohstoffvorkommen waren begrenzt, und das Zunfthandwerk stand Neuerungen im Weg.

Diese unterschiedlichen Startbedingungen erklären, warum der Beginn der Industrialisierung weltweit so unterschiedlich verlief. Deutschland musste erst grundlegende strukturelle Veränderungen durchlaufen, bevor eine erfolgreiche Industrialisierung möglich wurde.

Merke: Die Industrialisierung breitete sich nicht gleichmäßig aus, sondern folgte den günstigsten Bedingungen. Dieser Entwicklungsunterschied prägte die wirtschaftliche Landkarte Europas für Generationen!

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Wirtschaftsliberalismus als Motor der Industrialisierung

Der Wirtschaftsliberalismus bildete die theoretische Grundlage für die Industrialisierung. Dieses Wirtschaftssystem basiert auf klaren Voraussetzungen und Merkmalen:

Voraussetzungen:

  • Angebot und Nachfrage treffen auf dem Markt aufeinander
  • Der Staat hält sich zurück
  • Alle halten sich an die Gesetze
  • Der Mensch handelt rational
  • Freiheit des Einzelnen ist gewährleistet

Merkmale:

  • Wirtschaftliche Freiheit
  • Wettbewerb und Konkurrenz
  • Gewinninteresse als Antrieb
  • Tauschwert bestimmt den Preis
  • Egoismus des Einzelnen fördert angeblich den Wohlstand aller

Im liberalen Menschenbild verfolgt jeder eigene Interessen, was automatisch das Allgemeinwohl fördern soll. Der Staat beschränkt sich auf Gesetzeskontrolle, Infrastrukturausbau und Schutzfunktionen, während der Markt zur wichtigsten Instanz der Interessenregulation wird.

Die Kritik am Wirtschaftsliberalismus richtet sich besonders gegen:

  • Monopolbildung durch Gewinnkonzentration
  • Fehlende Sozialpolitik
  • Wachsende Kluft zwischen arm und reich

Im System des Wirtschaftsliberalismus sind letztlich diejenigen im Vorteil, die über Kapital, Bildung und Erziehung verfügen. Dieses Prinzip prägte die 3. industrielle Revolution genauso wie die aktuellen Entwicklungen der 4. industriellen Revolution.

Wichtig zu verstehen: Der Wirtschaftsliberalismus schuf die Freiheit für Unternehmer, aber gleichzeitig verschärfte er die sozialen Probleme der Industrialisierung!

Industrialisierung  – Seite 5

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Rahmenbedingungen für die Industrialisierung in Deutschland

Wann war die industrielle Revolution in Deutschland? Sie begann später als in England, erst im 19. Jahrhundert, weil dafür zunächst grundlegende Reformen nötig waren. Deutschland war zu Beginn des 19. Jahrhunderts absolutistisch, konservativ und national zersplittert.

Die napoleonische Fremdherrschaft 1803−18091803-1809 brachte ungewollt wichtige Impulse:

  • Reformen nach französischem Vorbild
  • Aufhebung von Sonderprivilegien
  • Einheitliches Recht durch "Code Civil"
  • Freiheits- und Gleichheitsrechte, die wirtschaftliche Aktivitäten förderten

Die preußischen Reformen bildeten dann das Fundament für die spätere Industrialisierung:

  • Oktoberedikt (Bauernbefreiung)
  • Städteordnung mit kommunaler Selbstverwaltung
  • Reform des Wirtschaftswesens mit Gewerbefreiheit
  • Bildungs- und Heeresreform
  • Judenemanzipation

Die Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit 1810 war ein entscheidender Schritt zur wirtschaftlichen Liberalisierung. Auch die Bevölkerungsexplosion Anfang des 19. Jahrhunderts trug zur Industrialisierung bei durch:

  • Abschwächung der Krisensterblichkeit
  • Agrarreformen und verbesserte Nahrungsversorgung
  • Besseres Hygienebewusstsein
  • Medizinische Fortschritte

Diese Veränderungen schufen die Grundlage für den industriellen Zeitstrahl Deutschlands, der etwa 1835 mit ersten Industrialisierungsschritten begann.

Gut zu wissen: Die preußischen Reformen waren nicht für die Industrialisierung gedacht, haben sie aber entscheidend ermöglicht!

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Die erste Phase der Industrialisierung in Deutschland

Die Industrialisierung in Deutschland begann etwa um 1835. Als entscheidender Antrieb wirkte dabei die Eisenbahn, die oft als "Motor der Industrialisierung" bezeichnet wird. Durch den Eisenbahnbau wurde Preußen unabhängiger von britischer Konkurrenz, und es entstand ein großes Schienennetz, das zur wirtschaftlichen Einheit beitrug.

Die erste Industrialisierungsphase konzentrierte sich auf bestimmte Regionen:

  • Rheinprovinz
  • Brandenburg und Berlin
  • Westfalen
  • Sachsen
  • Oberschlesien
  • Nürnberg und Augsburg

Die Industrialisierung verlief also sehr regional und nicht flächendeckend. Fünf wichtige Sektoren prägten diese Phase:

  1. Textilindustrie
  2. Eisenbahnbau
  3. Maschinenbau
  4. Kohlebergbau
  5. Eisenindustrie

Die Textilindustrie brachte die Industrialisierung zunächst in Gang, entwickelte sich aber langsamer als erwartet. Der Import von Rohstoffen und der Export von Fertigwaren kennzeichneten diesen Sektor. Zuerst entwickelte sich die Baumwollspinnerei, später dann die Maschinenspinnerei.

Verglichen mit England verlief die Industrialisierung in Deutschland zwar verzögert, nahm dann aber eine eigene, zunehmend erfolgreiche Entwicklung. Die Erfindungen der Industrialisierung wurden anfangs aus England übernommen, bevor Deutschland eigene technologische Innovationen entwickelte.

Spannend: Während in England die Textilindustrie den Industrialisierungsprozess dominierte, war in Deutschland der Eisenbahnbau der wichtigste Treiber der Industrialisierung!

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Die zweite Phase der Industrialisierung in Deutschland

Der Eisenbahnbau wurde ab 1835 zum entscheidenden Sektor der deutschen Industrialisierung. Bis 1850 entstanden etwa 6.000 km Streckennetz, was zahlreiche Vorteile brachte:

  • Sinkende Transportkosten
  • Höhere Transportgeschwindigkeit
  • Bessere Kalkulierbarkeit
  • Ausgleich von Standortnachteilen

Anfangs förderte Preußen den privaten Eisenbahnbau, später kaufte der Staat fast alle Strecken auf. Deutschland wurde führend in der Ausbildung von Ingenieuren und Technikern, was für die weitere Entwicklung entscheidend war.

Die zweite Industrialisierungsphase konzentrierte sich besonders auf die Rheinprovinz, Sachsen und Westfalen mit ihren Eisenerz- und Kohlevorkommen. Die Förderung der Stahlindustrie wurde zur Voraussetzung für Deutschlands Aufstieg zur Industriemacht. Diese Phase umfasste mehrere wirtschaftliche Zyklen:

  • 1871-1874: Extremer wirtschaftlicher Aufschwung
  • 1873-1896: "Große Depression" (in Deutschland weniger dramatisch dank Innovationen in Chemie und Elektrotechnologie)
  • 1896-1913: Wirtschaftliche Expansion

Die klassischen Leitsektoren (Eisenerzeugung, Werkbau, Eisenbahnbau) verloren allmählich an Bedeutung, während neue Bereiche aufstiegen:

  • Elektrotechnik
  • Motorenbau
  • Großchemie
  • Metall- und Baugewerbe
  • Feinmechanik und Optik

Parallel entwickelte sich der Dienstleistungssektor, besonders durch verbesserte Nachrichtenübertragung. Um 1895 hatte sich das System moderner industrieller Großunternehmen etabliert, und durch Konzern- und Kartellbildung sollten Stabilität und Gewinnchancen verbessert werden.

Wusstest du? Deutschland holte so schnell auf, dass es gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur drittstärksten Wirtschaftsmacht aufstieg und in manchen Branchen sogar England überholen konnte!

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Banken und Schutzzölle - Stützen der deutschen Industrialisierung

Im Zuge der zweiten Industrialisierungsphase entwickelte sich eine neue Form der Wirtschaft: der organisierte Kapitalismus. Der Staat griff vermehrt in wirtschaftliche Bereiche ein, etwa durch Schutzzölle oder Einfuhrbegünstigungen für bestimmte Waren.

Die Arbeitskräftesituation veränderte sich durch:

  • Ausländische Wanderarbeiter
  • Verstärkte Binnenwanderung

Banken spielten eine entscheidende Rolle für die Industrialisierung:

  • Gründung von Handelsbanken
  • Darlehensgebung zur Wirtschaftsförderung
  • Unterstützung bei der Gründung von Aktiengesellschaften

Es entstand eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Bank- und Industriekapital. Die Verschmelzung des Bankwesens beschleunigte die Konzentration in der Industrie. Internationale Beziehungen zwischen Banken förderten den Außenhandel.

Die Schutzzollpolitik war ein weiteres wichtiges Instrument:

  • Zölle auf Eisen, Getreide und Industriewaren
  • Schutz der heimischen Industrie vor ausländischer Konkurrenz
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie

Diese Entwicklungen zeigen, dass die Industrielle Revolution in Deutschland einen eigenen Weg nahm. Anders als in England, wo der Staat sich weitgehend zurückhielt, entwickelte sich in Deutschland ein gemischtes Wirtschaftssystem mit staatlichen Eingriffen.

Die zeitliche Abfolge der Industrialisierung lässt sich auf einem industriellen Zeitstrahl darstellen, der von den 1830er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg reicht und verschiedene Entwicklungsphasen umfasst.

Interessant: Während England auf Freihandel setzte, schützte Deutschland seine aufstrebende Industrie durch Zölle – eine Strategie, die später von vielen Entwicklungsländern kopiert wurde!

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Die soziale Frage: Lebensverhältnisse der Industriearbeiter

Die Industrialisierung in Deutschland brachte nicht nur wirtschaftlichen Fortschritt, sondern auch gravierende soziale Probleme. Die Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft waren geprägt von Armut und harten Bedingungen.

Familienstruktur und Tagesablauf:

  • Typische Familien bestanden aus Eltern und etwa vier Kindern
  • Eltern arbeiteten ganztägig, Beaufsichtigung der Kinder kaum möglich
  • Kinder mussten früh mitarbeiten
  • Typischer Arbeitstag: 3 Uhr aufstehen, 5-19 Uhr Arbeit, 22 Uhr schlafen
  • Chronischer Schlafmangel und Erschöpfung

Lebensalltag:

  • Lebenserwartung nur 30-40 Jahre
  • Wöchentliche Arbeitszeit bis zu 84 Stunden
  • Frauen- und Kinderarbeit weit verbreitet
  • Einkommen kaum höher als Ausgaben, Sparen unmöglich
  • Mangelhafte Ernährung: meist nur Kartoffeln und Brot

Arbeitsbedingungen:

  • Arbeit und Tempo an Maschinen ausgerichtet
  • Eintönige, sich wiederholende Tätigkeiten
  • Hohe Belastung durch Lärm, Hitze, Staub und Gestank
  • Kaum Sicherheitsvorkehrungen, häufige Arbeitsunfälle
  • Strenge Fabrikordnungen mit harten Strafen

Die soziale Frage der Industrialisierung bezog sich auf diese prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ihre Definition umfasst die dürftigen Lebensverhältnisse einer wachsenden Bevölkerungsschicht während der Industrialisierung.

Denk mal: Der durchschnittliche Arbeiter verbrachte zwei Drittel seiner wachen Zeit in der Fabrik - und das sechs Tage die Woche! Was bedeutet das für Familienleben und persönliche Entwicklung?

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Wohnungselend und Arbeitsverhältnisse im 19. Jahrhundert

Die Wohnverhältnisse der Industriearbeiter waren katastrophal und prägten die soziale Frage im 19. Jahrhundert:

Wohngebiete:

  • Nahe der Industriegebiete zwischen Schutt und Geröll
  • Lärmbelastung durch Fabriken
  • Trostloser Anblick
  • Extreme Überbevölkerung (10 Personen auf 14m²)

Häuser:

  • 3-4 stöckige Gebäude in schlechtem Zustand
  • Löcher in Wänden, morsche Treppen
  • Kein Regenschutz
  • Keine Sicherheitsvorkehrungen
  • Toiletten im Innenhof für mehrere Haushalte gemeinsam

Wohnungen:

  • 1-3 Zimmer für 6-9-köpfige Familien
  • Pestartiger Geruch, Schimmelbefall
  • Rattenbefall, feucht und dunkel
  • Zu wenige Betten
  • Oft Untermieter (Schlafgänger) zur Kostendeckung

Der Arbeitsalltag war nicht besser:

  • 10-12, oft sogar 17 Stunden täglich bei 6-Tage-Woche
  • Staatliche Begrenzung der Arbeitszeit erst spät eingeführt
  • Urlaub nur für Beamte
  • Trennung von Arbeitsplatz und Wohnung

Das Verhältnis zwischen Lohnarbeitern und Unternehmern war extrem ungleich:

  • Unternehmer in hierarchisch hoher Position
  • Gegenseitige Abhängigkeit (Arbeiter vom Lohn, Unternehmer von Arbeitskraft)
  • Arbeiter sollten "wie Maschinen schuften"

Die Armut, mangelnde Hygiene und fehlende Zeit für Sauberkeit führten zu verheerenden Krankheiten wie Cholera, Tuberkulose und Diphtherie. Diese Zustände bilden den Kern der sozialen Frage der Industrialisierung, für die erst später Lösungsansätze entwickelt wurden.

Erschreckend: In manchen Arbeitervierteln starb jedes zweite Kind vor dem fünften Lebensjahr aufgrund der katastrophalen hygienischen und ernährungsbedingten Verhältnisse.

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