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Analyse der Rede Papst Urbans

Analyse der Rede Papst Urbans

 Geschichte, 08.02.2021
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Analyse der Rede Papst Urbans
Die vorliegende Rede wurde am 27. November 1095 von Papst Urban II vor den Tor

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Analyse der Rede Papst Urbans vor den Toren Clermonts (Kreuzzüge, Kreuzzugsrede)

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Geschichte, 08.02.2021 Analyse Analyse der Rede Papst Urbans Die vorliegende Rede wurde am 27. November 1095 von Papst Urban II vor den Toren Clermonts vor dem Volk der Franken gehalten und anschließend im Jahr 1102 von Robertus Monarchus überliefert. Jene Rede richtete sich an die Gläubigen Bürger, welche vor jenen Toren versammelt waren. Im Folgenden wird näher auf die Rede und die Argumentationsweise dieser eingegangen, sowie auf die Frage, ob diese als effektiv anzusehen ist und erfolgreich war. Die Rede thematisiert den Angriff der Perser auf die Stadt Jerusalem, sowie die dortigen Morde an gläubigen Christen. Der angewandte Rede-Typ der Predigt ist das Appell, was direkt zu der Intention der Rede überleitet. Grund und Intention dieser Rede ist es, die Franken als „Auserwählte“ (Z.3) zu einem Kreuzzug aufzufordern. Die Rede setzt mit der Begrüßung des fränkischen Volkes durch Papst Urban ein (Z.1-10). Darauf folgt eine Zusammenfassung der Geschehnisse in Jerusalem, sowie der Taten und Angriffe gegenüber dem dort ansässigen Volk (Z. 10-36). Anschließend ruft Papst Urban dazu auf, die Betroffenen in Jerusalem zu befreien, da die Franken über die notwendigen Gegebenheiten verfügen (Z. 37-60). Jerusalem sei ein Paradies im Vergleich zu der Stadt der Zuhörer, was ausschlaggebend dafür sein soll, dass sie diese Stadt befreien (Z.61-90). Papst Urban bedient sich im Verlauf seiner Rede an einer Reihe verschiedenster...

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rhetorischer Mittel. Direkt in der Einleitung seiner Rede (Z.1-10) ist der Anlass seiner Predigt bereits zu erkennen. Zunächst gilt den Franken ein großes Lob, was mit dem Euphemismus ausgedrückt wird (Z.2-6). Auffallend ist ebenfalls die direkte Ansprache an das Volk mittels Personal pronomen wie „ihr“ und „euch". Diese dienen der direkten Einbeziehung des Volkes in sein Vorhaben. Infolgedessen setzt der Papst mit einer Erklärung des Sachverhalts fort, welche als Grundlage für seine spätere Aufforderung dient. Die Darstellung des herrschenden Volkes in Jerusalem als gottlose Menschenschänder (Z.14 ff.) dient nicht nur der Einschüchterung seiner Zuhörer, sondern unterstreicht ebenfalls die Dringlichkeit zum Handeln im Sinne der unterdrückten Bürger christlichen Glaubens in Jerusalem. Auf diese Einschüchterung folgt wieder eine Bekräftigung des Papstes, die Franken seien das ,,von Gott auserwählte Volk“ (vgl. Z. 37ff.), welches den Kampfgeist seiner Zuhörer erwecken soll und diese in dem Glauben lassen soll, sie seien die Richtigen für diesen Kreuzzug. Auch hier verzichtet Papst Urban nicht auf den Euphemismus, ebenso wenig wie auf Beschönigungen. Als Argument für den Aufbruch zu einem Kreuzzug werden namenhafte Menschen, wie beispielsweise Karl der Große genannt, was den Nutzen hat, dass das Volk diese nahe zu heldenhaften Größen als Vorbild, Motiv und Inspiration sehen (vgl. Z. 42 ff.). In Anbetracht der Tatsache, dass die Rede an ein sehr gläubiges Volk gerichtet ist, erscheint auch der Glauben als Argument als äußerst sinnvoll. Als besonderes Motiv zum Aufbruch gilt hier das „heilige Grab", welches von Ungläubigen besetzt ist (Z. 48 f.). Infolgedessen wird eine Stelle aus dem Evangelium als Argument hinzugezogen, welche besagt, dass keine Besitztümer oder Familienmitglieder über Gott erwählt werden sollten (Z. 54-60). Dieses Argument ist ebenfalls von großer Wirksamkeit, da es sich nach wie vor um ein sehr gläubiges Volk handelt, welches mit Bezügen zu religiösen Schriften vermutlich leichter zu überzeugen ist, beziehungsweise diese dazu beitragen, mögliche Zweifel zu mindern oder zu entfernen. Geschichte, 08.02.2021 Analyse Das wohl überzeugendste Argument für einen gläubigen Bürger jeder Gesellschaftsschicht im Jahre 1095 war jedoch das letzte von Papst Urban angebrachte Argument, welches die Vergebung der Sündenstrafe, so wie einen sicheren Platz im Himmelreich beinhaltet. Dieses Argument erscheint als besonders effizient, da jener Kreuzzug als nahezu ideale Möglichkeit erscheint, nicht nur ein Volk in einem paradiesischen Land zu befreien, sondern ebenfalls das Himmelreich zu erreichen. Schlussfolgernd kann man also sagen, dass der Aufruf Papst Urbans von großem Erfolg geprägt war, obgleich dieser den Prinzipien des Christentums widersprechen mag.

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Die vorliegende Rede wurde am 27. November 1095 von Papst Urban II vor den Tor

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