Die Reformbewegung von Cluny
Die Kirche war mit der Praxis der römisch-deutschen Könige und Kaiser nicht zufrieden und versuchte wiederholt, mit Reformen wieder Ordnung herzustellen. Besondere Bedeutung erlangte die Reformbewegung, die in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts vom Kloster Cluny ausging.
Definition: Die Cluniazenser waren eine Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens, die von der Abtei Cluny ausging und sich für eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen christlichen Werte einsetzte.
Die Reformbewegung von Cluny setzte sich für die Rückbesinnung auf das Urchristentum und die Benediktsregeln ein. Sie forderte die strenge Einhaltung des Zölibats und stellte sich gegen Ämterkauf und Laieninvestitur. Eine Besonderheit war, dass sich Cluny keinem weltlichen Herrscher unterstellte, sondern nur dem Papst. Die Mönche wählten dort ihren Abt selbst.
Example: Die Abtei Cluny wurde zum Vorbild für viele andere Klöster und ihre Reformideen verbreiteten sich in ganz Europa.
Die Reformbewegung von Cluny befeuerte den Konflikt zwischen Papsttum und Kaisertum im Mittelalter. Die Reform konnte nur erfolgreich sein, wenn es der Kirche gelänge, den Einfluss des Kaisers zu schmälern. Dies führte zum Höhepunkt des Konflikts: dem Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII.
Highlight: Der Investiturstreit war ein Machtkampf zwischen geistlicher und weltlicher Herrschaft um das Recht der Einsetzung von Geistlichen in ihre Ämter.
Der Kaiser sah in den Forderungen des Papstes einen ungeheuerlichen Eingriff in seinen Machtbereich, da er bisher bestimmt hatte, wer Bischof oder Reichsabt wurde. Papst Gregor VII. behauptete in seiner Schrift "Dictatus papae", dass er allein Ämter vergeben dürfe und dass der Kaiser seine Entscheidungen zu akzeptieren habe. Als Vertreter Christi auf Erden stellte er den Papst über den Kaiser.






