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Der Wiener Kongress & die Nation

Der Wiener Kongress & die Nation

 Phasen des Nationalismus in Deutschland
ERSTE PHASE: 1790-1815
wenige Intellektuelle wie z.B. Arndt, Schlegel und Schiller
•Deutsche galten
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Der Wiener Kongress & die Nation

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Hier findet ihr alles Mögliche zum Thema Wiener Kongress und der Nation aus dem Geschichte eA (Thüringen).

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Phasen des Nationalismus in Deutschland ERSTE PHASE: 1790-1815 wenige Intellektuelle wie z.B. Arndt, Schlegel und Schiller •Deutsche galten als auserwähltes Menschheitsvolk • Zukunftsgewissheit wurde mit einer Regeneration verbunden •Kriege gegen Napoleon als Antrieb Fürsten sahen eine Bedrohung ZWEITE PHASE: 1815-1849 • endete in der ersten Deutschen Revolution • Massenbewegung mit vielen verschiedenen Vertretern durch die Rheinkrise und den Schleswig Holstein Konflikt gestärkt • Versuch der Nationalstaatsgründung scheitert • erneut der Versuch der Unterdrückung DRITTE PHASE: 1871-1945 • nach Reichseinigung • neuer Nationalstaat: Kleindeutsch und aus einer revolutionären Schöpfung -Bildung zur eigentlichen Nation setzte 1871 ein jetzt gab es einen Funktionswandel des Nationalismus er wurde liberal, konservativ und expansionistisch • Radikalisierung des Überlegenheitsdenken -WK I verstärkte die Extremisierung · Niederlage im WK I hat ein Trauma bei den Deutschen erzeugt der Nationalsozialismus konnte aufgrund der radikal nationalistischen Massenbewegung aufsteigen ∙innen und außenpolitische Erfolge befriedigten den deutschen Nationalismus und sicherten das System Nach 1945 ist der Nationalismus erloschen." „Die Wiedervereinigung wird auch keine Wiederbelebung bringen.' || Reglichkeit für Vaterland Selbstopferung für das Land heiliges Vaterland Männlichkeit und Stärke Bravheit, Mut aufkommender Franzosenhass Vorbild und Anführer Bonaparte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit Nationalismus Treulosigkeit, Herrschsucht, Einbildung eigenes als höchstes Volk Kampf gegen Obrigkeit Beistand von Gott Kriegsbereitschaft Kampf für Freiheit Unabhängigkeit der Nation Sendungsbewusstsein Der Wiener Kongress: September 1814-Juni 1815 April 1814 Mai 1814 1. März 1815 20. März 1815 25. März 1815 8. Juni 1815 18. Juni 1815 22. Juni 1815 September 1815 VERLAUF Abdankung und Verbannung Napoleons nach Elba erster Pariser Frieden, Thronbestieg Ludwig XVII, Ende...

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der Koalitionskriege, vorläufige Bestimmungen Rückkehr Napoleons Einzug in Paris, Flucht Ludwig XVIII, Beginn Herrschaft der 100 Tage Erneuerung der Viererallianz Preußen, England, Russland, Österreich Unterzeichnung der Schlusskarte Niederlage Napoleons bel Waterloo endgültige Abdankung und Verbannung nach St. Helena Gründung der heiligen Allianz • Teilnahme von 200 Staaten • wesentliche Bestimmung der Neuordnung durch 5 Großmächte - Österreich: Verhandlungsführer Fürst von Metternich -Russland: Zar Alexander I -Preußen: Fürst von Hardenberg -Großbritannien: Lord Castlereagh - Frankreich: Charles de Talleyrand AKTEURE • es gab keine Aufteilung der Verhandlungspartner in Sleger und Besiegte LEITIDEEN UND ZIELE • Gleichgewicht der fünf europäischen Großmachte: Pentarchie • Restauration Wiederherstellung vorrevolutionärer politischer und gesellschaftlicher Ordnung ·Legitimiat Herleitung Herrschaftsanspruch aus dynastischen Rechten und Gottes Gnadentum • Solidarität •enge Verbindung und Zusammenarbeit der europäischen Fürsten gegen revolutionäre bzw. demokratische Umtriebe • Fürstenherrschaft - Wiener Kongressakte • Heilige Allianz • Beginn des Biedermeiers • Gründung der ersten Burschenschaften ERGEBNISSE UND FOLGEN Frankreich England Russland Preußen Österreich Deutscher Bund Grenzen von 1792, Verbleiben als Großmacht Malta, Ceylon, Helgoland, Mauritius großen Teil Polens mit Herzogtum Warschau: Kongresspolen" Nordteil Sachsens, Westfalen, Rheinprovinzen Zurückgewinnung alter Gebiete in Norditalien, Gewährung Schweiz einer immer währenden Neutralität Staatenbund mit 34 Fürstentümern und vier freien Städten, die untereinander unabhängig sind und deren Bund nicht auflösbar ist, Bundestag unter Vorsitz Österreichs -Sohn eines ehemaligen Leibeigenen • studierte Theologie war Geschichtsprofessor Ernst Moritz Arndt • musste wegen Hetze gegen Napoleon 1806 nach Schweden fliehen • Karriere kaputt begann, als Schriftsteller tätig zu werden •floh 1812 aus Pommern nach St. Petersburg • Freiherr von Stein BIOGRAPHIE • kein ideologisch nationales Evangelium • Arndt von Fürsten sehr enttäuscht SEIN TEXT VON 1813 • Napoleon schon 10 Jahre an der Macht • nimmt für seine Ideologie alles auf sich: Flucht, Exil, persönliche Gefahren -Kriegspublizistik • zeigt sich im Lied Was ist des Deutschen Vaterland" sieht sich als Erzieher und Erwecker des deutschen Volkes, dem er Zorn einpflanzen will •verzichtet auf Argumente • Antithesen und Hass gibt zu, dass die Franzosen zum Gut der Menschheit beigetragen haben -keine verantwortungsvolle Publizistik • eigenes Volk als höchsten und absoluten Wert gesetzt • Hass unter anderem religios begründet •Ausgrenzung eines gesamten Volkes großdeutsch & kleindeuzsch Was ist des Deutschen Vaterland? Emst Moritz Arndt (1813) 1. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Preußenland? Ist's Schwabenland? Ist's, wo am Rhein die Rebe blüht? Ist's, wo am Belt¹ die Möwe zieht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 2. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Bayemland? Ist' Steierland? Ist's, wo des Marsen Rind sich steckt?? Ist's, wo der Märker Eisen reckt?³ O nein! nein! nein! →viel viel mehr Sein Vaterland muss größer sein! 3. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Pommerland? Westfalenland? Ist's, wo der Sand der Dünen weht? Ist's, wo die Donau brausend geht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 4. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Ist's Land der Schweizer? Ist's Tirol? Das Land und Volk gefiel mir wohl O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 5. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Gewiss, es ist das Österreich, An Ehren und an Siegen reich? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! Arbeitsaufträge: Antwort auf Frage 6. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne endlich mir das Land! So weit die deutsche Zunge klingt Und Gott im Himmel Lieder singt Das soll es sein! Das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein! 7. Das ist des Deutschen Vaterland Wo Eide schwört der Druck der Hand Wo Treue hell vom Auge blitzt Und Liebe warm im Herzen sitzt Das soll es sein! Das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein! 8. Das ist des Deutschen Vaterland Wo Zom vertilgt den welschen Tand Wo jeder Franzmann heißet Feind Wo jeder Deutsche heißet Freund Das soll es sein! Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein! 9. Das ganze Deutschland soll es sein! O Gott vom Himmel, sieh darein Und gib uns rechten deutschen Mut Daß wir es lieben treu und gut! Das soll es sein! Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein! letzte Frage, bis hierhin immer gleich Wo Deutsch gesprochen wird Bestätigung 1 Der Belt: Meeresengen um Dänemark, z.B. ,,Fehmarnbelt" 2 Westfalen 3 Brandenburg 4 Hier: welsch = französisch Treue, Liebe, Ehre Hass zu Franzosen zusammenfassende Parole Standartreportoire →nach Regierung →→→Burschenschaften, gegründet in Jena → Paarreim nach 1871 rausgefallen alles soll das Vaterland der Deutschen sein 1. Analysieren Sie, wie im Unterricht besprochen, das Lied von Arndt. 2. Arbeiten Sie die Antworten heraus, die Arndt auf die von ihm selbst aufgeworfene Frage „Was ist des Deutschen Vaterland?" gibt. (Stichpunkte und Textbelege) 3. Formulieren Sie politische Forderungen, die sich aus dem Text ableiten lassen, in jeweils einem Satz. | ↑ C←Konfessionen 4 Konfliktgefahr → Interpendenzen Bauern Adel A² Der Nationalismus Arbeiter Stufe der Elite -Massenbewegung Kampf um Nationalstaat Stände Stufen des Nationalismus after Zustand Bevölkerung Bürgertum benennt sich zu, lebt in, gehörig zu, Untertan von „Volk" Verunsicherung, weil / durch: • altes Weltbild, altes Wertesytsem, altes Herrschaftssystem verlieren an Glaubwürdigkeit • drohende und tatsächliche Feldherrschaft • religiöse Konflikte keine politische Autonomie •Stabilisierung •überlegenheitsgefühl • Xenophobie Agressionen gegen andere Nationen Exkl. d. Fremd. Recht a. Ausd. heil. Vaterl Tod. für VL. ural. Tradi. Brüderlichk heroi. Histor auserw. Volk Recht auf Freiheit Recht auf Einheit Regionen. Dynastien 1 ↓ | -E² Möglichkeiten der Verbreitung Eisenbahn, Post, Presse allgemeine Schulpflicht Schaffung einer gemeinsamen Volkssprache - allgemeine Wehrpflicht Vereine, feste, Erinnerungstage, Denkmäler, Lieder, Symbole Bewahrung des nationalen Erbes • zum Beispiel das Theater, die Oper, Vielzahl von Museen Nation MO im Mittelalter in der Neuzeit Nation 0 seit Französischer Revolution seit 19 und 20. Jhd. Die Nation als neues Wertekonzept neue Werte Gott | charismatischer Führer ✓ • Begriff aus dem lateinischen „natio"= geboren werden nicht eindeutig definiert zum Begriff Volk historischer Hintergrund Ideale der Nation in der Aufklärung entwickelt - historisch gewachsene, politisch aktive Gemeinschaft eines Volkes Bevölkerungsgruppe mit gleicher Abstammung Gemeinschaft mit gemeinschaftlichen Merkmalen wie z.B. Herkunft, Sprache und die sich dessen auch bewusst sind •Gegenmodel zu einer Ständegesellschaft Forderung: Nation als staatliches Souverän gemeinsamer Nationalstaat für die Nation Liberalismus als Freiheit des Individuums ist Teil des Nationalismus Nation N der Wille zum gemeinsamen politischen Handeln und einen eigenen Staat zu haben beruht auf dem Nationalismus die europäische Staatenordnung + Minderheiten, die in anderen Staaten leben • Entwicklung des National staatsgedanken • Napoleon verbreitete direkt und indirekt diese Ideen • durch das Image der französischen Volksarmee durch territoriale Um und Neugestaltung in DE • durch Reformen zur Modernisierung • Befreiungskriege als entscheidender Schub • selbst Monarchen mochten die Idee Wiener Kongress und Deutscher Bund enttäuschten • Sehnsucht nach Nation, Epoche der Romantik 11/G2 M 10 Warum wir die Franzosen hassen müssen Am 14. 6. 1813 schrieb Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Theologe, Schriftsteller und preußl- scher Reformer, in Berlin einen Aufsatz über ein ihn bewegendes Thema: Wo um die höchsten, menschlichen Dinge, wo um das Recht und die Freiheit der Kampf steht, da sind Hass und Rache also erlaubt, weil der irdische Mensch ohne lebendige Ge- fühle nichts Lebendiges und Kühnes tun und wagen kann. Gott will diesen Hass, ja er ge- bietet ihn. [...] • So muss bei den Teutschen jetzt der Hass brennen gegen die Franzosen, denn sie haben sich der Kühnheit erfrecht, ein Volk unterjochen zu wollen, das stärker und mächtiger wäre als sie, wenn ihre Hinterlist nicht schon lange verstanden hätte, es zu entzweien und zu zer- reißen. Wir sollen die Franzosen nicht allein wegen dessen hassen, was sie uns in den letz- ten zwanzig Jahren Übels getan haben, nicht wegen der Gräuel und Schanden allein, wo- 10 durch sie die letzten acht Jahre unsere hellige Erde entheiligt haben und noch jede Stunde entheiligen; nein, wir sollen sie hassen, weil sie schon über drei Jahrhunderte unsere Frei- heit hinterlistig belauert haben, weil sie von Geschlecht zu Geschlecht planmäßig gearbei- tet haben, diese Freiheit zu untergraben, bis sie unter ihren letzten Banditenstreichen hin. gefallen ist. Die Franzosen sind unsere mächtigsten und gefährlichsten Nachbarn [...]. Sie " können nie aufhören, unruhig, eitel, herrschsüchtig und treulos zu sein. Gottlob, die Zeit ist erschienen, wo der Widerwille, den das brave teutsche Volk immer noch gegen die Wel- schen und ihre Sitten empfunden hat, zu einem brennenden Hass werden kann, wo er in die Seelen der Kinder so eingepflanzt werden kann, wo er aus teutschen Brüsten künftig nicht mehr auszurotten ist: Die Zeit ist erschienen, wo die allmächtige Meinung der Men- 20schen der französischen Äfferei und Ziererei und aller der eitien Nichtigkeit, wodurch die sogenannten gebildeten Teutschen entteutscht waren, das Todesurteil spricht, wo das ehr- liche Teutsche oben schwimmen wird und nicht das lügnerische Welsche. Bis in den innersten Kern vergiftet war das Teutsche von dem Fremden, die ernste Männ- lichkeit zu Ziererei, die hohe Wahrheit zu Schmeichelei, der gerade Verstand zu schiefer Al- 25 bernheit verdreht. [...] Ich will denn Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für lange Zeit, ich will ihn für immer. [...] Dieser Hass glühe als die Religion des teutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unserer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. [...] Wahrlich, wir wären wieder Menschen und Männer, hätten wir diese Pest unseres Lebens und unserer Sitten nie gekannt. [... Doch] was durch Tugend, Wissenschaft und Kunst bei einem Volke in seiner Art vortrefflich ist, das Große und Menschliche, was die erhabne Einheit und Göttlichkeit der Welt ausmacht, wird darum auch dem anderen Volke angehören und als Gemeingut der Menschheit von ihm ange- nommen und geehrt werden. Ernst Moritz Arndt: Über Volkshass. In: Michael Jaismann; Henning Ritter: Grenzfälle. Über neuen und alten Natio nalismus. Reclam Verlag, Leipzig 1993, S. 324; S. 329 f.; S. 334 (Preußischer Correspondent 46, 19. Juni 1813). Erläuterungen 1 weisch fremdländisch, hier - Franzosen. Arndt meint den großen Einfluss des Französischen und der franzö sischen Kultur in Deutschland, den man sich ähnlich vorzustellen hat wie heute den Einfluss des Englischen. eitles, albernes Verhalten 2 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 Aufgaben (M 10) 1. Bevor Sie mit der Lektüre beginnen, notieren Sie bitte spontan fünf Eigenschaften, die als typisch deutsch, und fünf, die als typisch französisch gelten. 2. Fassen Sie die wesentlichen Aussagen des Textes in einem Satz zusammen. 3. Stellen Sie die Aussagen über Deutsche und Franzosen einander gegenüber und ver- gleichen Sie die Aussagen über die Franzosen mit Ihren Einfällen aus der ersten Aufga- be. Versuchen Sie, die Unterschiede und Ähnlichkeiten zu begründen. 4. Erarbeiten Sie die Begründungen Arndts, Versuchen Sie, diese zunächst mit Blick auf den historischen Kontext zu verstehen, und nehmen Sie Stellung dazu. Tipp Wenden Sie Ihre Erkenntnisse aus M 9 und M 10 für die Interpretation des 1813 entstande- nen Liedes Was ist des Deutschen Vaterland" von Ernst Moritz Arndt an (http://www.volks- liederarchiv.de/text 2064.html). Tipp Zum Thema der Mythenbildung: Informieren Sie sich über Arminius/Hermann den Cherus- ker und über das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald (http://www.hermannsdenk- mal.de/index2.htm). Tipp Zum Thema Nation, die alle Stände und Schichten übergreift, sehen Sie sich Bilder des Krie- gerdenkmals 1870/71 in Kiel an: (http://www.kiel.de/kultur/stadtarchiv/erinnerungstage1.php?id=15 und http://kreuzungsper- spektive.de/kiel-stichwort/kriegerdenkmal-1870-71/). 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 A1 • typisch deutsch ist: - Pünktlichkeit - Spießigkeit - Organisation - Ernsthaftigkeit - Mangel an Humor - Obrigkeitsgehorsam • typisch französisch ist: - Emotionalität - Temperament - leichtes Leben gutes Essen - - mehr Drang zu Demonstrationen A2 Das, was der Franzose als hinterlistige Gestalt über die letzten Jahrhunderte verbrochen hat, muss um jeden Preis wiederhergestellt werden. A3 typisch deutsch ist: - Treue - Redlichkeit - Tapferkeit - Stärke - Macht - Bravheit - Intelligenz typisch französisch ist: - Schwäche -Feigheit - Unruhe - Eitelkeit - Hinterlistigkeit - Herrschsucht A4 •Kriege •Zerfall des HRRAN • Zerstörung des Ansehens in Deutschland •Befreiungskriege •Deutsche müssen Franzosen hassen •Franzose als hinterlistige Gestalt M 15 Die Erfindung der Nation 1983 erschien ein Buch eines amerikanischen Südostasien-Spezialisten, zu dessen These der imagined communities" 2002 bereits 160.000 Websites veröffentlicht waren. [... Ich schlage folgende Definition von Nation vor:] Sie ist eine vorgestellte politische Ge- meinschaft - vorgestellt als begrenzt und souverän. Vorgestellt ist sie deswegen, weil die Mitglieder selbst der kleinsten Nation die meisten an- deren niemals kennen, ihnen begegnen oder auch nur von ihnen hören werden, aber im 5 Kopf eines jeden die Vorstellung ihrer Gemeinschaft existiert. [...] In der Tat sind alle Ge- meinschaften, die größer sind als die dörflichen mit ihren Face-to-face-Kontakten, vorge- stellte Gemeinschaften. [...] Die Nation wird als begrenzt vorgestellt, weil selbst die größte von ihnen mit vielleicht einer Milliarde Menschen in genau bestimmten, wenn auch variablen Grenzen lebt, jenseits derer 10 andere Nationen liegen. Keine Nation setzt sich mit der Menschheit gleich. Selbst die glü- hendsten Nationalisten träumen nicht von dem Tag, da alle Mitglieder der menschlichen Rasse ihrer Nation angehören werden - anders als es in vergangenen Zeiten den Christen möglich war, von einem ganz und gar ,,christlichen" Planeten zu träumen. Die Nation wird als souverän vorgestellt, weil ihr Begriff in einer Zeit geboren wurde, als 15 Aufklärung und Revolution die Legitimität der als von Gottes Gnaden gedachten hierar- chisch-dynastischen Reiche zerstörten. [...] Deshalb träumen Nationen davon, frei zu sein, und dies unmittelbar - wenn auch unter Gott. Maßstab und Symbol dieser Freiheit ist der souveräne Staat. Schließlich wird die Nation als Gemeinschaft vorgestellt, weil sie, unabhängig von realer 20 Ungleichheit und Ausbeutung, als „kameradschaftlicher" Verbund von Gleichen verstan- den wird. Es war diese Brüderlichkeit, die es in den letzten zwei Jahrhunderten möglich ge- macht hat, dass Millionen von Menschen für so begrenzte Vorstellungen weniger getötet haben als vielmehr bereitwillig gestorben sind. Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. 2. Aufl. der Neuausgabe von 1996. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, S. 15-17. Aufgaben (M 15) 1. Lesen Sie den Text sorgfältig durch. Formulieren Sie die Aussagen in möglichst knappen und verständlicher Form. Erläutern Sie diese Theorie und äußern Sie sich kritisch zu ihr. 2. Sortieren Sie die bisherigen Bausteine des Nationalismus, sodass Sie gemeinsam ver- suchen können, eine Definition zu finden. df91e69621a0517a8e9e45d9060ca433 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M 11 Italienische politische Lyrik 1: eine Canzonetta Canzonetta, entstanden 1797 in Reggio Emilia Endlich höre ich den Klang der Kriegstrompetel Endlich dröhnt der ungewohnte Lärm der Waffen! Schon dreht sich die Fahne mit dem Wappen der Lombardei, um sich im Winde zu entfalten, und folgt den tapferen Franzosen ins Wagnisl Refrain: Mit den Waffen wird der Sieger Schutz und Schirm uns schaffen. In frohem Tone wird man singen: Es lebe die Freiheit! [...] Oh tapfre Söhne, das Vaterland vertraut auf euch, wenn Bonaparte der Führer bei eurem ersten Wagnis ist! Welch kriegerischer Geist, der in euren Gesichtern glänzt, welch Feuer, das euch entflammt, es ist euch vertraut. Aus dieser Wurzel sprießt der Keim, vor dem der Deutsche (Teutone) zittert; er entsinnt sich eurer Tap- ferkeit und erbleicht." Übersetzung eines transkribierton Textes aus der ständigen Ausstellung im Museo del Tricolore in Reggio Emilia. M 12 Italienische politische Lyrik 2: die Mailändische Hymne von 1796 „O Jugend, die du die Hoffnung und erste Ehre Italiens bist, geboren, um die Herrschaft der Despoten zu brechen [...]. Den Göttern des Himmels sollen diese Worte nicht unbekannt bleiben, und [... es] sollen die Gelübde nicht umsonst sein. Italien verlangt einmütig nach der alten Freiheit und danach, dass die verbrecherische Feindesschar der Könige vernichtet wird. Wir werden siegen, und der Italiener wird sich mit dem unbesiegten Gallier verbün- den. Ein erhabener Erlass hat den Königen und den Barbaren den Tod verkündet. [...] Krie- gerischer Mut wird uns lenken, und der Ägis¹ wird sich mit Mut bedecken, wir werden Taten begehen wie die Fabier und Scipionen²." In: Festanti, Maurizio: Il Museo del tricolore. Musel Civici Comune di Reggio Emilia 2000, S. 48. Übersetzung: 1. Braisch. Erläuterungen 1 Agis Schild des Zeus, der den Schutz symbolisierte, den die Götter den Menschen geben. * Fabler, Scipionen - Alte römische Patriziergeschlechter, die mit dem Aufstieg Roms eng verbunden sind. 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M 13 Ein Tag der Verheißung Carlo Altoviti, ein Patrizier, der nach der Auflösung der Republik Venedig fliehen musste, befindet sich am 21. November 1797 mit einer jungen Griechin in Mailand. „Eine gewaltige und festlich gestimmte Menschenmenge wogte von Straße zu Straße. [...) Die Geschütze donnerten, Tausende von Trikoloren wurden geschwenkt; man hörte festli- ches Glockengeläut, Geschrel, Hüte wurden in die Luft geworfen, man ließ Tücher flattern, Köpfe und Arme bewegten sich. [... Carlo und Aglaura hält es nicht länger im Zimmer) wir s mischten uns unter die Leute, mehr als zufrieden, rechtzeitig zu einem so feierlichen und denkwürdigen Schauspiel gekommen zu sein. Wir kamen an den Platz, wo der Erzbischof die Fahnen zwischen dem Alter Gottes und dem des Vaterlandes weihte, inmitten einer zahllosen erregten Menschenmenge, vor den Volksvertretern der neuen Regierung und der glorreichen Schirmherrschaft Bonapartes, der auf einem Ehrenplatz saß. Ich muss geste- 10 hen, dass ich alle Bedenken vergaß. Hier war wirklich zu spüren, dass das Volk aufgewacht war und lebte, und ob es nun Franzosen oder Türken aufgeweckt hatten, war egal. Diese Ge- sichter, diese Herzen, diese Rufe waren voller Enthusiasmus und Vorahnungen von Glück und Größe: Diese plötzliche Einigkeit von vielen Provinzen, die durch Fremdherrschaft zer- rissen waren, um eine einzige Unabhängigkeit, eine einzige Freiheit zu schaffen, feuerte den 15 Geist an, Größeres zu hoffen. Als Serbelloni, Präsident des neuen Direktoriums, bel Curtius, Cato und Scaevola¹ schwor, das Direktorium, die Verfassung, die Gesetze mit dem Einsatz seines Lebens zu schützen, da passten diese großen römischen Namen wunderbar zur Fei- erlichkeit des Momentes." Ippolito Nievo: Confessioni d'un Italiano (Die Bekenntnisse eines Italieners). 2. Bd. 12. Aufl. Garzanti: Mailand 2005, S. 567 f. (entstanden 1857/58, posthum 1867 unter dem Titel „Die Bekenntnisse eines Achtzigjährigen" veröffent- licht). Übersetzung: 1. Braisch. Erläuterung 1 Curtius und Scaevola opferten für Roms Rettung der Sage nach ihr Leben bzw. eine Hand. Mit Cato ist wahr- scheinlich der jüngere Cato gemeint, der für die Republik kämpfte und sich das Leben nahm, als er die Aus- sichtslosigkeit saines Kampfos begriff. Aufgaben (M 11-M 13) 1. Erarbeiten Sie die Wertvorstellungen aus den Texten M 11-M 13. 2. Informieren Sie sich kurz über den historischen Hintergrund. 3. Vergleichen Sie die Werte mit denen aus M 9 und M 10. Tipp Wenden Sie Ihre Erkenntnisse auf die Interpretation der italienischen Nationalhymne von Mamelli an (Informationen, Text und Übersetzung unter: http://italienisch-lernen- online.net/hoeren/fratelli-ditalia-die-italienische-nationalhymne/#more-72). Tipp Verschaffen Sie sich eine Inhaltsangabe der Verdi-Oper „Die Schlacht von Legnano" und der Geschichte ihrer Erstaufführung. Tipp Untersuchen Sie den Film,Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin" auf die Darstellung der na- tionalen Bewegungen in Ungarn und Italien hin. 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M11 Bündnis für Napoleon: Koalitionskrieg •Aufruf zum Krieg gegen Deutschland •Canzonetta, 1797 nicht kirchliche Volkskomposition in Italien, ein weltliches Gesangsstück „endlich" ..der Deutsche zittert" dreht sich Fahne mit Wappen Lombardei" Hauptstadt Mailand, 15. Mai 1796 M12 • mailändische Hymne von 1796 • Herrschaft Despoten brechen innenpolitischer Nationalismus „alte Freiheit" -Bund mit unbesiegten Galliern •Straffeldzug gegen Papst Pius VI Gegner der Revolution M13 • 1867 Bekenntnisse eines 80 Jährigen 21. November 1797 Altoviti • Mitglied des altrömischen Adels Patrizier •Flucht nach Auflösung der Republik Venedig nach Mailand • Verlust des Amts •14. Mai 1797 Besetzung Auflösung der Adelsrepublik glorreiche Bonapartes, auf Ehrenplatz" ,,Einigkeit von vielen Provinzen" ,,Direktorium, Verfassung. Gesetze mit Einsatz seines Lebens"

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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der Koalitionskriege, vorläufige Bestimmungen Rückkehr Napoleons Einzug in Paris, Flucht Ludwig XVIII, Beginn Herrschaft der 100 Tage Erneuerung der Viererallianz Preußen, England, Russland, Österreich Unterzeichnung der Schlusskarte Niederlage Napoleons bel Waterloo endgültige Abdankung und Verbannung nach St. Helena Gründung der heiligen Allianz • Teilnahme von 200 Staaten • wesentliche Bestimmung der Neuordnung durch 5 Großmächte - Österreich: Verhandlungsführer Fürst von Metternich -Russland: Zar Alexander I -Preußen: Fürst von Hardenberg -Großbritannien: Lord Castlereagh - Frankreich: Charles de Talleyrand AKTEURE • es gab keine Aufteilung der Verhandlungspartner in Sleger und Besiegte LEITIDEEN UND ZIELE • Gleichgewicht der fünf europäischen Großmachte: Pentarchie • Restauration Wiederherstellung vorrevolutionärer politischer und gesellschaftlicher Ordnung ·Legitimiat Herleitung Herrschaftsanspruch aus dynastischen Rechten und Gottes Gnadentum • Solidarität •enge Verbindung und Zusammenarbeit der europäischen Fürsten gegen revolutionäre bzw. demokratische Umtriebe • Fürstenherrschaft - Wiener Kongressakte • Heilige Allianz • Beginn des Biedermeiers • Gründung der ersten Burschenschaften ERGEBNISSE UND FOLGEN Frankreich England Russland Preußen Österreich Deutscher Bund Grenzen von 1792, Verbleiben als Großmacht Malta, Ceylon, Helgoland, Mauritius großen Teil Polens mit Herzogtum Warschau: Kongresspolen" Nordteil Sachsens, Westfalen, Rheinprovinzen Zurückgewinnung alter Gebiete in Norditalien, Gewährung Schweiz einer immer währenden Neutralität Staatenbund mit 34 Fürstentümern und vier freien Städten, die untereinander unabhängig sind und deren Bund nicht auflösbar ist, Bundestag unter Vorsitz Österreichs -Sohn eines ehemaligen Leibeigenen • studierte Theologie war Geschichtsprofessor Ernst Moritz Arndt • musste wegen Hetze gegen Napoleon 1806 nach Schweden fliehen • Karriere kaputt begann, als Schriftsteller tätig zu werden •floh 1812 aus Pommern nach St. Petersburg • Freiherr von Stein BIOGRAPHIE • kein ideologisch nationales Evangelium • Arndt von Fürsten sehr enttäuscht SEIN TEXT VON 1813 • Napoleon schon 10 Jahre an der Macht • nimmt für seine Ideologie alles auf sich: Flucht, Exil, persönliche Gefahren -Kriegspublizistik • zeigt sich im Lied Was ist des Deutschen Vaterland" sieht sich als Erzieher und Erwecker des deutschen Volkes, dem er Zorn einpflanzen will •verzichtet auf Argumente • Antithesen und Hass gibt zu, dass die Franzosen zum Gut der Menschheit beigetragen haben -keine verantwortungsvolle Publizistik • eigenes Volk als höchsten und absoluten Wert gesetzt • Hass unter anderem religios begründet •Ausgrenzung eines gesamten Volkes großdeutsch & kleindeuzsch Was ist des Deutschen Vaterland? Emst Moritz Arndt (1813) 1. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Preußenland? Ist's Schwabenland? Ist's, wo am Rhein die Rebe blüht? Ist's, wo am Belt¹ die Möwe zieht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 2. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Bayemland? Ist' Steierland? Ist's, wo des Marsen Rind sich steckt?? Ist's, wo der Märker Eisen reckt?³ O nein! nein! nein! →viel viel mehr Sein Vaterland muss größer sein! 3. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Pommerland? Westfalenland? Ist's, wo der Sand der Dünen weht? Ist's, wo die Donau brausend geht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 4. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Ist's Land der Schweizer? Ist's Tirol? Das Land und Volk gefiel mir wohl O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! 5. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Gewiss, es ist das Österreich, An Ehren und an Siegen reich? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss größer sein! Arbeitsaufträge: Antwort auf Frage 6. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne endlich mir das Land! So weit die deutsche Zunge klingt Und Gott im Himmel Lieder singt Das soll es sein! Das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein! 7. Das ist des Deutschen Vaterland Wo Eide schwört der Druck der Hand Wo Treue hell vom Auge blitzt Und Liebe warm im Herzen sitzt Das soll es sein! Das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein! 8. Das ist des Deutschen Vaterland Wo Zom vertilgt den welschen Tand Wo jeder Franzmann heißet Feind Wo jeder Deutsche heißet Freund Das soll es sein! Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein! 9. Das ganze Deutschland soll es sein! O Gott vom Himmel, sieh darein Und gib uns rechten deutschen Mut Daß wir es lieben treu und gut! Das soll es sein! Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein! letzte Frage, bis hierhin immer gleich Wo Deutsch gesprochen wird Bestätigung 1 Der Belt: Meeresengen um Dänemark, z.B. ,,Fehmarnbelt" 2 Westfalen 3 Brandenburg 4 Hier: welsch = französisch Treue, Liebe, Ehre Hass zu Franzosen zusammenfassende Parole Standartreportoire →nach Regierung →→→Burschenschaften, gegründet in Jena → Paarreim nach 1871 rausgefallen alles soll das Vaterland der Deutschen sein 1. Analysieren Sie, wie im Unterricht besprochen, das Lied von Arndt. 2. Arbeiten Sie die Antworten heraus, die Arndt auf die von ihm selbst aufgeworfene Frage „Was ist des Deutschen Vaterland?" gibt. (Stichpunkte und Textbelege) 3. Formulieren Sie politische Forderungen, die sich aus dem Text ableiten lassen, in jeweils einem Satz. | ↑ C←Konfessionen 4 Konfliktgefahr → Interpendenzen Bauern Adel A² Der Nationalismus Arbeiter Stufe der Elite -Massenbewegung Kampf um Nationalstaat Stände Stufen des Nationalismus after Zustand Bevölkerung Bürgertum benennt sich zu, lebt in, gehörig zu, Untertan von „Volk" Verunsicherung, weil / durch: • altes Weltbild, altes Wertesytsem, altes Herrschaftssystem verlieren an Glaubwürdigkeit • drohende und tatsächliche Feldherrschaft • religiöse Konflikte keine politische Autonomie •Stabilisierung •überlegenheitsgefühl • Xenophobie Agressionen gegen andere Nationen Exkl. d. Fremd. Recht a. Ausd. heil. Vaterl Tod. für VL. ural. Tradi. Brüderlichk heroi. Histor auserw. Volk Recht auf Freiheit Recht auf Einheit Regionen. Dynastien 1 ↓ | -E² Möglichkeiten der Verbreitung Eisenbahn, Post, Presse allgemeine Schulpflicht Schaffung einer gemeinsamen Volkssprache - allgemeine Wehrpflicht Vereine, feste, Erinnerungstage, Denkmäler, Lieder, Symbole Bewahrung des nationalen Erbes • zum Beispiel das Theater, die Oper, Vielzahl von Museen Nation MO im Mittelalter in der Neuzeit Nation 0 seit Französischer Revolution seit 19 und 20. Jhd. Die Nation als neues Wertekonzept neue Werte Gott | charismatischer Führer ✓ • Begriff aus dem lateinischen „natio"= geboren werden nicht eindeutig definiert zum Begriff Volk historischer Hintergrund Ideale der Nation in der Aufklärung entwickelt - historisch gewachsene, politisch aktive Gemeinschaft eines Volkes Bevölkerungsgruppe mit gleicher Abstammung Gemeinschaft mit gemeinschaftlichen Merkmalen wie z.B. Herkunft, Sprache und die sich dessen auch bewusst sind •Gegenmodel zu einer Ständegesellschaft Forderung: Nation als staatliches Souverän gemeinsamer Nationalstaat für die Nation Liberalismus als Freiheit des Individuums ist Teil des Nationalismus Nation N der Wille zum gemeinsamen politischen Handeln und einen eigenen Staat zu haben beruht auf dem Nationalismus die europäische Staatenordnung + Minderheiten, die in anderen Staaten leben • Entwicklung des National staatsgedanken • Napoleon verbreitete direkt und indirekt diese Ideen • durch das Image der französischen Volksarmee durch territoriale Um und Neugestaltung in DE • durch Reformen zur Modernisierung • Befreiungskriege als entscheidender Schub • selbst Monarchen mochten die Idee Wiener Kongress und Deutscher Bund enttäuschten • Sehnsucht nach Nation, Epoche der Romantik 11/G2 M 10 Warum wir die Franzosen hassen müssen Am 14. 6. 1813 schrieb Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Theologe, Schriftsteller und preußl- scher Reformer, in Berlin einen Aufsatz über ein ihn bewegendes Thema: Wo um die höchsten, menschlichen Dinge, wo um das Recht und die Freiheit der Kampf steht, da sind Hass und Rache also erlaubt, weil der irdische Mensch ohne lebendige Ge- fühle nichts Lebendiges und Kühnes tun und wagen kann. Gott will diesen Hass, ja er ge- bietet ihn. [...] • So muss bei den Teutschen jetzt der Hass brennen gegen die Franzosen, denn sie haben sich der Kühnheit erfrecht, ein Volk unterjochen zu wollen, das stärker und mächtiger wäre als sie, wenn ihre Hinterlist nicht schon lange verstanden hätte, es zu entzweien und zu zer- reißen. Wir sollen die Franzosen nicht allein wegen dessen hassen, was sie uns in den letz- ten zwanzig Jahren Übels getan haben, nicht wegen der Gräuel und Schanden allein, wo- 10 durch sie die letzten acht Jahre unsere hellige Erde entheiligt haben und noch jede Stunde entheiligen; nein, wir sollen sie hassen, weil sie schon über drei Jahrhunderte unsere Frei- heit hinterlistig belauert haben, weil sie von Geschlecht zu Geschlecht planmäßig gearbei- tet haben, diese Freiheit zu untergraben, bis sie unter ihren letzten Banditenstreichen hin. gefallen ist. Die Franzosen sind unsere mächtigsten und gefährlichsten Nachbarn [...]. Sie " können nie aufhören, unruhig, eitel, herrschsüchtig und treulos zu sein. Gottlob, die Zeit ist erschienen, wo der Widerwille, den das brave teutsche Volk immer noch gegen die Wel- schen und ihre Sitten empfunden hat, zu einem brennenden Hass werden kann, wo er in die Seelen der Kinder so eingepflanzt werden kann, wo er aus teutschen Brüsten künftig nicht mehr auszurotten ist: Die Zeit ist erschienen, wo die allmächtige Meinung der Men- 20schen der französischen Äfferei und Ziererei und aller der eitien Nichtigkeit, wodurch die sogenannten gebildeten Teutschen entteutscht waren, das Todesurteil spricht, wo das ehr- liche Teutsche oben schwimmen wird und nicht das lügnerische Welsche. Bis in den innersten Kern vergiftet war das Teutsche von dem Fremden, die ernste Männ- lichkeit zu Ziererei, die hohe Wahrheit zu Schmeichelei, der gerade Verstand zu schiefer Al- 25 bernheit verdreht. [...] Ich will denn Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für lange Zeit, ich will ihn für immer. [...] Dieser Hass glühe als die Religion des teutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unserer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. [...] Wahrlich, wir wären wieder Menschen und Männer, hätten wir diese Pest unseres Lebens und unserer Sitten nie gekannt. [... Doch] was durch Tugend, Wissenschaft und Kunst bei einem Volke in seiner Art vortrefflich ist, das Große und Menschliche, was die erhabne Einheit und Göttlichkeit der Welt ausmacht, wird darum auch dem anderen Volke angehören und als Gemeingut der Menschheit von ihm ange- nommen und geehrt werden. Ernst Moritz Arndt: Über Volkshass. In: Michael Jaismann; Henning Ritter: Grenzfälle. Über neuen und alten Natio nalismus. Reclam Verlag, Leipzig 1993, S. 324; S. 329 f.; S. 334 (Preußischer Correspondent 46, 19. Juni 1813). Erläuterungen 1 weisch fremdländisch, hier - Franzosen. Arndt meint den großen Einfluss des Französischen und der franzö sischen Kultur in Deutschland, den man sich ähnlich vorzustellen hat wie heute den Einfluss des Englischen. eitles, albernes Verhalten 2 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 Aufgaben (M 10) 1. Bevor Sie mit der Lektüre beginnen, notieren Sie bitte spontan fünf Eigenschaften, die als typisch deutsch, und fünf, die als typisch französisch gelten. 2. Fassen Sie die wesentlichen Aussagen des Textes in einem Satz zusammen. 3. Stellen Sie die Aussagen über Deutsche und Franzosen einander gegenüber und ver- gleichen Sie die Aussagen über die Franzosen mit Ihren Einfällen aus der ersten Aufga- be. Versuchen Sie, die Unterschiede und Ähnlichkeiten zu begründen. 4. Erarbeiten Sie die Begründungen Arndts, Versuchen Sie, diese zunächst mit Blick auf den historischen Kontext zu verstehen, und nehmen Sie Stellung dazu. Tipp Wenden Sie Ihre Erkenntnisse aus M 9 und M 10 für die Interpretation des 1813 entstande- nen Liedes Was ist des Deutschen Vaterland" von Ernst Moritz Arndt an (http://www.volks- liederarchiv.de/text 2064.html). Tipp Zum Thema der Mythenbildung: Informieren Sie sich über Arminius/Hermann den Cherus- ker und über das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald (http://www.hermannsdenk- mal.de/index2.htm). Tipp Zum Thema Nation, die alle Stände und Schichten übergreift, sehen Sie sich Bilder des Krie- gerdenkmals 1870/71 in Kiel an: (http://www.kiel.de/kultur/stadtarchiv/erinnerungstage1.php?id=15 und http://kreuzungsper- spektive.de/kiel-stichwort/kriegerdenkmal-1870-71/). 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 A1 • typisch deutsch ist: - Pünktlichkeit - Spießigkeit - Organisation - Ernsthaftigkeit - Mangel an Humor - Obrigkeitsgehorsam • typisch französisch ist: - Emotionalität - Temperament - leichtes Leben gutes Essen - - mehr Drang zu Demonstrationen A2 Das, was der Franzose als hinterlistige Gestalt über die letzten Jahrhunderte verbrochen hat, muss um jeden Preis wiederhergestellt werden. A3 typisch deutsch ist: - Treue - Redlichkeit - Tapferkeit - Stärke - Macht - Bravheit - Intelligenz typisch französisch ist: - Schwäche -Feigheit - Unruhe - Eitelkeit - Hinterlistigkeit - Herrschsucht A4 •Kriege •Zerfall des HRRAN • Zerstörung des Ansehens in Deutschland •Befreiungskriege •Deutsche müssen Franzosen hassen •Franzose als hinterlistige Gestalt M 15 Die Erfindung der Nation 1983 erschien ein Buch eines amerikanischen Südostasien-Spezialisten, zu dessen These der imagined communities" 2002 bereits 160.000 Websites veröffentlicht waren. [... Ich schlage folgende Definition von Nation vor:] Sie ist eine vorgestellte politische Ge- meinschaft - vorgestellt als begrenzt und souverän. Vorgestellt ist sie deswegen, weil die Mitglieder selbst der kleinsten Nation die meisten an- deren niemals kennen, ihnen begegnen oder auch nur von ihnen hören werden, aber im 5 Kopf eines jeden die Vorstellung ihrer Gemeinschaft existiert. [...] In der Tat sind alle Ge- meinschaften, die größer sind als die dörflichen mit ihren Face-to-face-Kontakten, vorge- stellte Gemeinschaften. [...] Die Nation wird als begrenzt vorgestellt, weil selbst die größte von ihnen mit vielleicht einer Milliarde Menschen in genau bestimmten, wenn auch variablen Grenzen lebt, jenseits derer 10 andere Nationen liegen. Keine Nation setzt sich mit der Menschheit gleich. Selbst die glü- hendsten Nationalisten träumen nicht von dem Tag, da alle Mitglieder der menschlichen Rasse ihrer Nation angehören werden - anders als es in vergangenen Zeiten den Christen möglich war, von einem ganz und gar ,,christlichen" Planeten zu träumen. Die Nation wird als souverän vorgestellt, weil ihr Begriff in einer Zeit geboren wurde, als 15 Aufklärung und Revolution die Legitimität der als von Gottes Gnaden gedachten hierar- chisch-dynastischen Reiche zerstörten. [...] Deshalb träumen Nationen davon, frei zu sein, und dies unmittelbar - wenn auch unter Gott. Maßstab und Symbol dieser Freiheit ist der souveräne Staat. Schließlich wird die Nation als Gemeinschaft vorgestellt, weil sie, unabhängig von realer 20 Ungleichheit und Ausbeutung, als „kameradschaftlicher" Verbund von Gleichen verstan- den wird. Es war diese Brüderlichkeit, die es in den letzten zwei Jahrhunderten möglich ge- macht hat, dass Millionen von Menschen für so begrenzte Vorstellungen weniger getötet haben als vielmehr bereitwillig gestorben sind. Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. 2. Aufl. der Neuausgabe von 1996. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, S. 15-17. Aufgaben (M 15) 1. Lesen Sie den Text sorgfältig durch. Formulieren Sie die Aussagen in möglichst knappen und verständlicher Form. Erläutern Sie diese Theorie und äußern Sie sich kritisch zu ihr. 2. Sortieren Sie die bisherigen Bausteine des Nationalismus, sodass Sie gemeinsam ver- suchen können, eine Definition zu finden. df91e69621a0517a8e9e45d9060ca433 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M 11 Italienische politische Lyrik 1: eine Canzonetta Canzonetta, entstanden 1797 in Reggio Emilia Endlich höre ich den Klang der Kriegstrompetel Endlich dröhnt der ungewohnte Lärm der Waffen! Schon dreht sich die Fahne mit dem Wappen der Lombardei, um sich im Winde zu entfalten, und folgt den tapferen Franzosen ins Wagnisl Refrain: Mit den Waffen wird der Sieger Schutz und Schirm uns schaffen. In frohem Tone wird man singen: Es lebe die Freiheit! [...] Oh tapfre Söhne, das Vaterland vertraut auf euch, wenn Bonaparte der Führer bei eurem ersten Wagnis ist! Welch kriegerischer Geist, der in euren Gesichtern glänzt, welch Feuer, das euch entflammt, es ist euch vertraut. Aus dieser Wurzel sprießt der Keim, vor dem der Deutsche (Teutone) zittert; er entsinnt sich eurer Tap- ferkeit und erbleicht." Übersetzung eines transkribierton Textes aus der ständigen Ausstellung im Museo del Tricolore in Reggio Emilia. M 12 Italienische politische Lyrik 2: die Mailändische Hymne von 1796 „O Jugend, die du die Hoffnung und erste Ehre Italiens bist, geboren, um die Herrschaft der Despoten zu brechen [...]. Den Göttern des Himmels sollen diese Worte nicht unbekannt bleiben, und [... es] sollen die Gelübde nicht umsonst sein. Italien verlangt einmütig nach der alten Freiheit und danach, dass die verbrecherische Feindesschar der Könige vernichtet wird. Wir werden siegen, und der Italiener wird sich mit dem unbesiegten Gallier verbün- den. Ein erhabener Erlass hat den Königen und den Barbaren den Tod verkündet. [...] Krie- gerischer Mut wird uns lenken, und der Ägis¹ wird sich mit Mut bedecken, wir werden Taten begehen wie die Fabier und Scipionen²." In: Festanti, Maurizio: Il Museo del tricolore. Musel Civici Comune di Reggio Emilia 2000, S. 48. Übersetzung: 1. Braisch. Erläuterungen 1 Agis Schild des Zeus, der den Schutz symbolisierte, den die Götter den Menschen geben. * Fabler, Scipionen - Alte römische Patriziergeschlechter, die mit dem Aufstieg Roms eng verbunden sind. 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M 13 Ein Tag der Verheißung Carlo Altoviti, ein Patrizier, der nach der Auflösung der Republik Venedig fliehen musste, befindet sich am 21. November 1797 mit einer jungen Griechin in Mailand. „Eine gewaltige und festlich gestimmte Menschenmenge wogte von Straße zu Straße. [...) Die Geschütze donnerten, Tausende von Trikoloren wurden geschwenkt; man hörte festli- ches Glockengeläut, Geschrel, Hüte wurden in die Luft geworfen, man ließ Tücher flattern, Köpfe und Arme bewegten sich. [... Carlo und Aglaura hält es nicht länger im Zimmer) wir s mischten uns unter die Leute, mehr als zufrieden, rechtzeitig zu einem so feierlichen und denkwürdigen Schauspiel gekommen zu sein. Wir kamen an den Platz, wo der Erzbischof die Fahnen zwischen dem Alter Gottes und dem des Vaterlandes weihte, inmitten einer zahllosen erregten Menschenmenge, vor den Volksvertretern der neuen Regierung und der glorreichen Schirmherrschaft Bonapartes, der auf einem Ehrenplatz saß. Ich muss geste- 10 hen, dass ich alle Bedenken vergaß. Hier war wirklich zu spüren, dass das Volk aufgewacht war und lebte, und ob es nun Franzosen oder Türken aufgeweckt hatten, war egal. Diese Ge- sichter, diese Herzen, diese Rufe waren voller Enthusiasmus und Vorahnungen von Glück und Größe: Diese plötzliche Einigkeit von vielen Provinzen, die durch Fremdherrschaft zer- rissen waren, um eine einzige Unabhängigkeit, eine einzige Freiheit zu schaffen, feuerte den 15 Geist an, Größeres zu hoffen. Als Serbelloni, Präsident des neuen Direktoriums, bel Curtius, Cato und Scaevola¹ schwor, das Direktorium, die Verfassung, die Gesetze mit dem Einsatz seines Lebens zu schützen, da passten diese großen römischen Namen wunderbar zur Fei- erlichkeit des Momentes." Ippolito Nievo: Confessioni d'un Italiano (Die Bekenntnisse eines Italieners). 2. Bd. 12. Aufl. Garzanti: Mailand 2005, S. 567 f. (entstanden 1857/58, posthum 1867 unter dem Titel „Die Bekenntnisse eines Achtzigjährigen" veröffent- licht). Übersetzung: 1. Braisch. Erläuterung 1 Curtius und Scaevola opferten für Roms Rettung der Sage nach ihr Leben bzw. eine Hand. Mit Cato ist wahr- scheinlich der jüngere Cato gemeint, der für die Republik kämpfte und sich das Leben nahm, als er die Aus- sichtslosigkeit saines Kampfos begriff. Aufgaben (M 11-M 13) 1. Erarbeiten Sie die Wertvorstellungen aus den Texten M 11-M 13. 2. Informieren Sie sich kurz über den historischen Hintergrund. 3. Vergleichen Sie die Werte mit denen aus M 9 und M 10. Tipp Wenden Sie Ihre Erkenntnisse auf die Interpretation der italienischen Nationalhymne von Mamelli an (Informationen, Text und Übersetzung unter: http://italienisch-lernen- online.net/hoeren/fratelli-ditalia-die-italienische-nationalhymne/#more-72). Tipp Verschaffen Sie sich eine Inhaltsangabe der Verdi-Oper „Die Schlacht von Legnano" und der Geschichte ihrer Erstaufführung. Tipp Untersuchen Sie den Film,Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin" auf die Darstellung der na- tionalen Bewegungen in Ungarn und Italien hin. 70 RAAbits Geschichte Mai 2010 M11 Bündnis für Napoleon: Koalitionskrieg •Aufruf zum Krieg gegen Deutschland •Canzonetta, 1797 nicht kirchliche Volkskomposition in Italien, ein weltliches Gesangsstück „endlich" ..der Deutsche zittert" dreht sich Fahne mit Wappen Lombardei" Hauptstadt Mailand, 15. Mai 1796 M12 • mailändische Hymne von 1796 • Herrschaft Despoten brechen innenpolitischer Nationalismus „alte Freiheit" -Bund mit unbesiegten Galliern •Straffeldzug gegen Papst Pius VI Gegner der Revolution M13 • 1867 Bekenntnisse eines 80 Jährigen 21. November 1797 Altoviti • Mitglied des altrömischen Adels Patrizier •Flucht nach Auflösung der Republik Venedig nach Mailand • Verlust des Amts •14. Mai 1797 Besetzung Auflösung der Adelsrepublik glorreiche Bonapartes, auf Ehrenplatz" ,,Einigkeit von vielen Provinzen" ,,Direktorium, Verfassung. Gesetze mit Einsatz seines Lebens"