Die Reichsgründung 1871 und ihre Vorgeschichte
Der preußisch-österreichische Konflikt eskalierte, als Österreich eine Anklage gegen Preußen wegen Verwaltungsverstößen in Schleswig stellte. Preußen reagierte mit der Besetzung von Teilen Holsteins. Trotz Österreichs Mobilmachung in Teilen des Bundes gelang es Preußen, durch strategisches Vorgehen und die Schlacht bei Königgrätz den Sieg zu erringen.
Highlight: Der Deutsche Bund zerfiel endgültig, und der Norddeutsche Bund unter preußischer Vormacht wurde gegründet.
Nipperdey argumentiert, dass sich das "übernationale Österreich" gegenüber der "Logik der geschichtlichen Wahrscheinlichkeit" nicht behaupten konnte. Die nationale Bewegung, charakteristisch für das 19. Jahrhundert, überwog alte politische Machtzentren.
Quote: "Otto von Bismarck gelang es, die 'alte Elite' durch diese 'Nationalität kämpfte' durchzusetzen, da er zum Teil mit der zeitgenössischen Strömung mitging und die Einheit Deutschlands anstrebte."
Was hat Otto von Bismarck gemacht? Er verfolgte einen Mittelweg zwischen nationalliberalen und konservativen Kräften, was ihm Kritik von beiden Seiten einbrachte. Deutschland war 1866 in allen politischen Fragen gespalten, und obwohl das Zweite Deutsche Reich 1871 entstand, hatte Bismarcks Regierung mit antipreußischen Volksstimmungen zu kämpfen.
Example: Mitteldeutschland, obwohl durch den Zollverein wirtschaftlich seit 1834 vereint, hatte noch Unterstützer der alten Grenzen nach dem Wiener Kongress.
Bismarck musste sich gegen starken Regionalpatriotismus behaupten, setzte aber letztendlich seine Politik durch. Er scheute nicht davor zurück, eine "moderne Teilung der Nation" durchzuführen, um sein Ziel der deutschen Einigung zu erreichen.
Vocabulary: Antiborussische Volksstimmungen: Volksempfindungen gegen die preußische Vorherrschaft in Deutschland.



































