Die drei großen politischen Strömungen des 19. Jahrhunderts
Der Nationalismus entstand aus dem Wunsch nach Einheit zersplitterter Gebiete. Er betont ein übersteigertes Bewusstsein vom Wert der eigenen Nation und strebt danach, nationale Volkssouveränität herzustellen. Die Identität einer Nation kann dabei durch Staatsangehörigkeit, kulturelle, ethnische oder religiöse Merkmale definiert werden.
Der Liberalismus stellt die Freiheit des Individuums in den Mittelpunkt und lehnt jede Form von staatlichem Zwang ab. Er entstand aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts und kämpft gegen Staatsgläubigkeit und Machtmissbrauch. Man unterscheidet zwischen Verfassungsliberalismus und Wirtschaftsliberalismus.
Der Konservatismus hingegen betont die Stärken der Tradition und möchte die bestehende politische Ordnung bewahren. Er entstand als direkte Gegenbewegung zur Aufklärung und den Ideen der Französischen Revolution. Konservative streben nach einer friedlichen Evolution statt radikaler Umbrüche und unterscheiden zwischen Struktur- und Wertkonservatismus.
Gut zu wissen: Der Liberalismus und Nationalismus im Vormärz waren eng miteinander verknüpft. Liberale hofften, durch nationale Einheit auch bürgerliche Freiheiten zu erlangen, während die deutsche Nationalbewegung 1815 bis 1848 für ein geeintes Deutschland kämpfte.



