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Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

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𝐕𝐀𝐋𝐄𝐑𝐈𝐀

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Geschichte

 

11/12/13

Ausarbeitung

Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

 Napoleon-Retter oder Totengräber der Revolution?
•Einführung Monarchie
-hat Ruhe geschaffen
Zensur der Presse
•Code Civil
•Vertrag zwischen
 Napoleon-Retter oder Totengräber der Revolution?
•Einführung Monarchie
-hat Ruhe geschaffen
Zensur der Presse
•Code Civil
•Vertrag zwischen
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Napoleon-Retter oder Totengräber der Revolution? •Einführung Monarchie -hat Ruhe geschaffen Zensur der Presse •Code Civil •Vertrag zwischen Staat und Kirche: Konkordat Napoleon beendet... Napoleon vollendet.... Retter oder Totengräber? Sowohl als auch! -allgemeines Wahlrecht •Code Civil •1804 wird Frankreich augenscheinlich zur Republik -Klerus und Adel müssen den Bauern ihr Land lassen oder es ihnen abkaufen •Klerus und Adel ohne Steuerprivilegien • Übernahm Reformen in Verwaltung • allgemeine Schulpflicht •Leistungsprinzip, statt Ständeprinzip und Geburtsrecht -Beseitigung des Feudalsystems • Adel als Anwälte im Finanzwesen und Kollegsfragen, jedoch ohne Privilegien • Volksentscheid zum Konsul und zum Kaiser ·lässt Papst zu sich kommen •Kirche ohne Privilegien Wirtschaftsliberalismus MATERIALIEN M 3.13 Napoleon - Vollender oder Vollstrecker der Revolution? ,,Bürger, wir haben die Grundsätze von 1789 endgültig fest- geschrieben. Die Revolution ist beendet". So heißt es 1799 in der neuen Verfassung der drei Konsuln, von denen Napoleon die Führungsposition innehat. Er schul- det seine steile Karriere der Revolution: Sohn eines verarm- ten Rechtsanwalts aus Korsika, wird er bereits mit 25 Jah- ren aufgrund seiner militärischen Leistungen General. 1795 schlägt er in Paris einen monarchistischen Aufstand mit Ge- walt nieder und gilt als ,,Retter der Republik". Er hat mili- tärische Erfolge und wagt 1799 einen Staatsstreich. 1804 krönt er sich selber in Anwesenheit des Papstes mit dem an- tiken Cäsaren-Lorbeerkranz zum ,,Kaiser der Franzosen". Somit ist Frankreich wieder eine Monarchie. Das wichtigste Ziel des neuen ,,starken Mannes" war die Stabilisierung Frankreichs. Er führte die Zentralisierung des Landes fort...

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mit der Einsetzung von Präfekten in den Depar- tements und gründete die ,,Großen" Schulen für die Bildung der Verwaltungs- und Wirtschaftseliten. Er wünschte die dauerhafte Versöhnung zwischen allen Franzosen und lies die exilierten Adeligen zurückkommen unter der Vorausset- zung, dem neuen System zu dienen. Text 1: Eid des Kaisers (1804) ,,Ich schwöre, die Unversehrtheit der Republik zu behaupten, die Gesetze des Konkordats [Vertrag mit der katholischen Kirche] und die Freiheit des Gottesdienstes zu achten und achten zu lassen, die Gleichheit der Rechte, die politische 5 und bürgerliche Freiheit, die Unwiderruflichkeit des Verkaufs der Nationalgüter zu achten und achten zu lassen, keine Ab- gaben zu erheben und keine Auflage zu errichten als in Ge- mäßheit der Grenzen des Gesetzes, die Ehrenlegion auf- rechtzuerhalten und nur zum Vorteil [und zum Glück] und 10 zum Ruhm des französischen Volkes zu regieren." "t. nach: Peter Hartig: Die Französische Revolution. Stuttgart: Klett 1967, S. 64 Text 2: Die Republik - eine Wahnvorstellung In einem vertraulichen Brief schreibt Napoleon 1797: [...] Glauben Sie vielleicht, daß ich eine Republik begründen will: Welcher Gedanke! [...] Das ist eine Wahnvorstellung, in die die Franzosen vernarrt sind, die aber auch wie so man- che andere vergehen wird. Was sie brauchen, das ist Ruhm, 15 die Befriedigung ihrer Eitelkeit, aber von der Freiheit ver- stehen sie nichts. Blicken Sie auf die Armee! Die Erfolge und die Triumphe, die wir soeben davongetragen haben, die ha- ben dem französischen Soldaten seinen wahren Charakter wiederverschafft. Für ihn bin ich alles. [...] Die Nation 20 braucht einen Führer, einen durch Ruhm hervorragenden Führer, aber keine Theorien über Regierung, keine großen Worte [...]. Was mich angeht, so erkläre ich Ihnen: [...] ich habe die Freuden des Kommandierens gekostet, und darauf kann ich 25 nicht mehr verzichten [...]. Zit. nach: Peter Hartig: Die Französische Revolution. Stuttgart: Klett 1967, S. 61 f. G GESCHICHTE betrifft uns 1. 2009 Napoleons Mittel der Konsolidierung 3b CODI TWIE 3c 3a. Die Ehrenlegion (1802): eine Möglichkeit, Menschen (damals nur Männer) auszuzeichnen. So schuf Napoleon eine neue Elite, die ihm persönlich verpflichtet war. 3b. Die neue stabile Währung (1803) 3c. Der Code civil: das Gesetzbuch, das in Teilen bis heute in Frankreich gültig ist und gesamteuropäische Wirkung zeigte. (1804) Aus: Histoire-Géographie, 4e. Paris: Hachette Education 2006, S. 91 Text 3: Das Erbe von 1789? Napoleon hat nur Teile des Erbes von 1789 bewahrt, vor allem die bürgerlichen Errungenschaften der Revolution, von der Rechtsgleichheit bis zur Eigentumsverfassung. Er gab die poli- tisch-partizipativen Elemente auf und ersetzte die politische 30 Freiheit und Mitsprache durch einen plebiszitären Scheinpar- lamentarismus [...]. Vor allem vollendete er die administrative Zentralisierung, die durch die Jakobiner bereits eine Stärkung erfahren hatte, und führte sie auf den Weg des Polizeistaates. Er festigte die Selbstdarstellung der Grande Nation und erwei- 35 terte sie um militärisch-imperiale Züge [...]. Damit war die Verfassungsgeschichte der Revolution um eine weitere Varian- te und Erfahrung erweitert, nämlich um die cäsaristisch- bonapartistische. Sie sollte freilich durch ihre widersprüchli- che Verbindung von revolutionären und monarchischen Ele- 40 menten, von innerer Stabilisierung und ungebremster militäri- scher Expansion am Ende gleichfalls scheitern. Hans-Ulrich Thamer: Die Französische Revolution. München: Verlag C.H. Beck 2004 (= Beck'sche Reihe 2347), S. 109 Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. Welche Gründe haben die verschiedenen gesellschaft- lichen Gruppen für Napoleon zu stimmen? 2. Was bewahrt Napoleon von den Prinzipien von 17892 Erklären Sie den Begriff Polizeistaat" in Text 3. 3. Informieren Sie sich über den Inhalt des Code civil sowie seine Bedeutung für das heutige Frankreich. 4. Erläutern Sie Napoleons Devise: weder rote Mützen (der Jakobiner) noch rote Absätze (der Adeligen). Die Französische Revolution A1 •Stabilisierung Frankreichs führte Zentralisierung fort -Einsetzung von Präfekten in den Departements • gründete die Großen Schulen für die Bildung der Verwaltungs und Wirtschaftseliten • wollte eine dauerhafte Versöhnung aller Franzosen • führte die Ehrenlegion 1802 ein •um Menschen, damals nur Männer, für ehrenhafte Taten auszuzeichnen •Code Civil 1804 -Fortsetzung der Grundsätze von 1789 ebenfalls aus ärmeren Verhältnissen -brachte Ordnung zurück •hat Bauern ihr Land versprochen - versuchte Prinzipien der Revolution zu vertreten • Einführung eines allgemeinen Wahlrechts durch den Code Civil wollte den Staat in Ruhm und Glanz steuern stiftete Bauwerke voller Glanz •holte Geflüchtete ohne Bestrafung zurück A2 • Rechtsgleichheit • Unversehtheit der Republik • Freiheit des Gottesdienstes -politische und bürgerliche Freiheit • Unwiderruflichkeit der Verkäufe - Nationalquter zu achten • keine Auflagen als in Gemäßheit der Gesetze A3 • glanzvolle Selbstdarstellung des Staates: Kaiserkrönungen, Bauwerke, Nachahmung des Kaisertums • neuer Adel: Heerführer, die erfolgreich waren •Aussöhnung mit der katholischen Kirche durch das Konkordat •Zensur von Presse, Theater und Büchern • Rechtssicherheit: Code Civil Gleichheit vor dem Gesetz • Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung Außenpolitik Napoleons-die Neugestattung Deutschlands -1. Koalitionskrieg 1792-1794 • 2. Koalitionskrieg 1799-1802 • England, Russland, Österreich, Neapel, Portugal und die Türkei gegen • französischer Sieg • 1801 Friede von Luneville mit Österreich • 1802 Friede von Amiens mit England • Jahre der Unruhen, des Krieges und tiefgreifender politischer und gesamtgesellschaftlicher Umbrüche ・geistige Herausforderungen • in Frankreich viele Veränderungen • vermittelte nach Hinrichtung des Königspaares und Revolutionskriegen ein eher chaotisches Bild • Steigerung des Bedürfnisses nach aktuellen Informationen • Bilder, Berichte, .... ...Geburtsstunde der politischen Öffentlichkeit" • Politisierung der Öffentlichkeit Frankreich • gebildete Bürger und Adelige in Deutschland auch soziale Spannungen • Bauernaufstände, .... .kurzzeitig zwei Republiken • Revolution blieb aus Phase des permanenten Krieges zwischen 1792 und 1815 • Neuordung Deutschland • Ende des 18. Jhd: HRRAN, ein loser Bund mit über 300 Fürstentümern • gibt einen Kaiser, der aber hat kaum Macht aufgrund des Föderalismus • Frankreich annektierte im Verlauf der Revolutionskriege diejenigen deutschen Reichsgebiete, welche westlich des Rheins liegen Wichtigsten Reformen in Deutschen Staaten • Abschaffung des Feudalsystems • Verstaatlichung der kirchlichen Güter -Neuverteilung des Landes • 1804 Code Civil und modernes Strafrecht • Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz • Einführung der Zivilehe Abschaffung aller Zollgrenzen • Einführung des Francs •Bildungsreformen Justiz- und Strafrechtsreform • Erlass von Verfassungen • Garantie einiger Grundrechte •Schaffung moderner Zentralverwaltung und eines Berufbeamtentums • Abschaffung der Ständegesellschaft -Steuergleichheit -Heeresreformen, Einführung der allgemeinen Wehrpflicht • Gewerbefreiheit • Säkularisation • effiziente Staatsverwaltung • Bauernbefreiung: Abschaffung der Leibeigenschaft • Abschaffung der Zunftordnung • Gewerbefreiheit • Gleichstellung der Juden • Recht auf kommunale Selbstverwaltung LINKSRHEIN RHEINBUNDSTAATEN -Bildungsreformen • Heeresreformen • allgemeine Wehrpflicht PREUBEN Die Französischen Revolutionskriege Die Kriege, die Frankreich zwischen 1792 1802 in der Phase seiner Revolution gegen die Monarchien Europas geführt hat. Frankreich 1. KOALITIONSKRIEG: 1792-1797 -Einmarsch in Frankreich für die Koalition siegreich bis zur Schlacht bei Valmy am 20.09.1792 -Franzosen drangen über den Rhein ein und erobern Mainz und die Niederlande •geht 1793 verloren Österreich, Preußen, Sardinien, Neapel, Niederlande, Spanien, Portugal, England ab 1792 ab 1793 • 1795 wurde der Baseler Frieden zwischen Frankreich, Preußen und Spanien vereinbart linksrheinische preußische Gebiete bleiben französisch besetzt Frankreich • 1797 wurde der Frieden von Campo Formio mit Österreich und Sardinien Napoleon vereinbart • linksrheinische Gebiete, die österreichische Niederlande sowie die Lombardei gingen an Frankreich • England setzte den Kampf fort • französischer Sieg 2. KOALITIONSKRIEG: 1799-1802 England, Russland, Österreich, Portugal, Neapel, Türkei • 1801 wurde der Friede von Luneville mit Österreich vereinbart • Österreich verzichtet im Namen des Reiches auf linksrheinische Gebiete • 1802 wurde der Friede von Amiens mit England vereinbart 20 (Wert-)Urteile über Napoleon M 5.2 Napoleon in der Karikatur MATERIALIEN Bild 1: Triumph des Jahres 1813. Den Deutschen zum Neuenjahr. Gebrüder Henschel, Radierung vom 09.12.1813. Die erfolgreichste Napoleon-Karikatur überhaupt! Erläuterung der Bildelemente durch die Gebrüder Henschel: ,,Der Huth ist Preussens Adler, welcher mit seinen Krallen den Großen gepackt hat und ihn nicht mehr losläßt. Das Gesicht bilden einige Lei- chen von den Hunderttausenden, welche seine Ruhmsucht opferte. Der Kragen ist der große Blutstrom, welcher für seinen Ehrgeiz so lange flie- Ben musste. Der Rock ist ein Stück der Landcharte des aufgelösten Rheinbundes. An allen darauf zu lesenden Orten verlohr er Schlachten. Das rothe Bändchen bedürfte des erklärenden Ortes wohl nicht mehr [Es erinnert an den 1808 in Erfurt abgehaltenen Fürstenkongress]. Der gro- Be Ehrenlegionsorden ist ein Spinnengewebe, dessen Fäden über den ganzen Rheinbund ausgespannt waren; allein in der Epaulette [Schulter- stück] ist die mächtige Gotteshand ausgestreckt, welche das Gewebe zerreißt, womit Deutschland umgarnt war, und die Kreuzspinne vernich- tet, die da ihren Sitz hatte, wo ein Herz seyn sollte!" Reproduziert und zit. nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 124-125 Bild 2: Stufenleiter Napoleons (1814) Thayer General breda. Kaiser der fodern Rail Erster Consul der epibblic Abschied t VET. Spanien. Heinkehr farma Buonapartes Stuffenpahre G GESCHICHTE betrifft uns 3. 2010 AO Triumph der Jahre 1813. Don Deutschon zum Neuengahn. en Frankreich Johann Michael Voltz: Buonapartes Stuffenjahre, 1814 Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 151 Napoleon Bild 3: Das Kartenhaus (Ende 1813) M 5.3 Dan Spect ist as Badan Station Neapel/ Scholit - UNIVERSAL MONARY your Ladrian Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 117 MATERIALIEN Methodenkarte: Arbeiten mit Karikaturen Beschreiben Sie die Karikatur: Was zeigt die Karikatur? Was springt ins Auge? - Welches Thema spricht die Karikatur an? Wer oder was ist gemeint? Bild 4: Seifenblasen (1814) G GESCHICHTE betrifft uns 3- 2010 Italyn Wiphala Spania End Neupel FUTS Karikatur kommt vom lateinischen Wort ,,caricare" und bedeutet übertreiben, verzerren. Die Karikatur zeigt in bildlicher Form Personen oder Ereignisse. Dabei spitzt sie zu und/oder übertreibt bestimmte Apekte. Sie hat meist eine bissige und/oder witzige Pointe. Eine Karikatur hat immer eine bestimmte Intention: Verspottung oder Bloßstellung einer Person oder eines Ereignisses; Kritik an Missständen; Hervorhebung von Fehlern. Da die Karikatur oft komplexe und/oder uns fern- liegende Themen anspricht, ist eine Interpretation ohne Kenntnisse des historischen Kontextes nur bedingt möglich. SCHRITTE ZUR ERFASSUNG EINER KARIKATUR 21 So zerfüeben getraeumte Weltreiche Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 175 - In welcher historischen (ggf. auch biografischen) Situation ist die Karikatur entstanden? Welche Darstellungsmittel hat der Karikaturist verwendet? Deutung von Symbolik (sinnbildliche Bedeutung bzw. Darstellung), Metaphern (eine bildhafte Darstellung eines abs- trakten Begriffs, die die Bezeichnung eines Dinges, eines Gedankens oder Sachverhalts durch eine andere ersetzt, um deren Bedeutung klarer, farbiger und plastischer hervortreten zu lassen), Analogien (Vergleiche), Personifikationen (z.B. Engel = Frieden) usw. Auflösung von Über- und Untertreibungen, Redensarten usw. -Welche Bewertung nimmt der Karikaturist vor? Welche Position vertritt er? Von welcher Position aus urteilt er? Welche Adressatinnen und Adressaten hat er? Was will er erreichen? Welche Wirkung hatte die Karikatur vermutlich in ihrer Entstehungszeit? Welche Wirkung hat sie heute auf Sie? Napoleon Darstellung Person. Texte Symbole Bezug Position Intens. Napoleons Stufenjahre Aufstieg und Fall Aufstieg und Fall Napoleons in Form von Napoleons in Form von Stufen Stufen Napoleon, zwei Soldaten, Teufel corsischer Knabe, Schüler, Militär, Glücksritter zu Paris, General, Herrscher, Großherrscher, Abschied, aus Spanien, Schlittenfahrt aus Russland, Lebewohl aus Deutschland, Ende, Fortdauer nach dem Tode Kleidung, Gewehre, Pferde, Schlitten, Holle, Große, Stufen 1814 Napoleons Abstieg, Verhollung Werturteile über Napoleon Bonapartes Stufenjahre schneller Auftstieg, noch schnellerer Fall, Napoleon zu Tode und in die Hölle Napoleon, Soldaten, Siegermächte Schüler zu Brienne, Leutnant zu Toulon, Bürger, General zu Arcola, 1. Konsul der Republik, Kaiser des Reiches, Abschied von Spanien, Heimkehr aus Russland, Flucht aus Deutschland, Sturz in Frankreich Kleidung, Gewehre, Pferde, Schlitten, Stufen, Seifenblasen 1814 Napoleons Aufstieg und Verbannung so schnell wie er aufstieg, fiel er auch Triumph des Jahres 1813 Napoleon im Profil, sein Gesicht aus Leichen, sein Kragen ist ein Blutstrom, sein Oberkörper der Rheinbund, Hand hält Spinnennetz Napoleon Hut, General, Leichen, Landkarte, Spinnenetz 1813 Triumph der Deutschen 1813, Den nein mein Haus, Deutschen zum Neuen Jahr Völkerschlacht bei Leipzig negativer Blick auf Napoleon, Siegersicht Deutschlands Das Kartenhaus er hat ein Leben in der Ablehnung Napoleons Napoleon ging über Holle verdient Leichen Napoleon und ein Kasak am Tisch, Napoleons Kartenhaus zerbricht Napoleon und russischer Soldat Seifenblasen Universal Monarchie Napoleon auf Hocker, macht Seifenblasen mit seinem Sohn Napoleon und sein Sohn Dein Spiel ist aus, Oh So zerfließen geträumte Weltreiche Kartenhaus, Karten mit Seifenblasen Reichen, Adler für römisches Reich, Imperium, Ehrenlegion 1813 Napoleons Machtzerfall, Niederlage Russlandfeldzug, Volkerschlacht bei Leipzig Ende von Napoleons Weltmacht 1814 Träume zerplatzen Verspottung, Warnung lustig machen, Spott Das Ende der Napolconischen Herrschaft 1812 Napoleon auf der Hohe seiner Macht 1808 1812 grausame Unterwerfung der Volksaufstände Russlandfeldzug Napoleons scheitert, Flucht Napoleons nach Paris 1813 Aufstellung einer neuen Armee, Niederlage bei Leipzig, 2. Abdankung Napoleons und Verbannung nach St. Helena 1821 Tod Napoleons Gründe für den Sturz: Selbstüberschätzung, nationales Unabhängikeitsbestreben der europäischen Völker 1808 Freiheitskampf der Spanier 1809 Tiroler Volksauf stand unter Andreas Hofer Widerstand der russischen Armee: • Taktik der verbrannten Erde • Nutzung der Weite des Raumes und des Klimas • überraschende Angriffe Koalition gegen Napoleon: · Befreiungskampf der Preußen, Russen und Österreicher • 1813 Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig Sieg der Koalition: Schlacht bei Waterloo 1815 Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress M 2.2 M 2.2.1 Konstituierung der Nationalversammlung REVOLUTION Nach der feierlichen Eröffnung der Generalstände am 5. Mai durch Ludwig XVI. in Versailles kommt es schnell zu Ausein- andersetzungen um die Frage, ob nach Ständen oder nach Köpfen abgestimmt werden soll. Die Vertreter des Dritten Standes fordern Abstimmung nach Köpfen und gemeinsame Beratungen der drei Stände. Schließlich geben sie am 17. Ju- ni auf Antrag von Sieyès folgende Erklärung ab: Die Versammlung stellt nach Überprüfung ihrer Vollmach- ten fest, daß sie schon jetzt 96 % der von der Nation direkt beauftragten Vertreter vereinigt. Eine so große Deputation darf nicht untätig bleiben, nur weil die Abgeordneten einiger Bailliagen oder die Vertreter irgendeiner Klasse von Bürgern fehlen; denn die Abwesen. den, die aufgerufen waren, zu erscheinen, können die An- wesenden nicht daran hindern, von ihren Rechten vollen Gebrauch zu machen, schon gar nicht dann, wenn die Aus- übung dieser Rechte zur unbedingten und dringlichen Pflicht wird. Da zudem nur die hier anerkannten Vertreter zur Äußerung des nationalen Willens beitragen dürfen und alle anerkann- ten Vertreter dieser Versammlung beiwohnen müssen, so ist notwendig daraus zu schließen, daß diese Versammlung al- lein und nu sie allein das Recht hat, den allgemeinen Willen der Nation zu deuten und vorzutragen; zwischen dem Thron und dieser Versammlung kann kein Vetorecht, keine negati- ve Gewalt bestehen. Demzufolge erklärt die Versammlung, daß alle hier anwe- senden Abgeordneten unverzüglich damit beginnen können und müssen, die Nation wiederaufzurichten, und sie ihre Ar- beit beharrlich und gegen alle Widerstände fortsetzen sollen. Die Bezeichnung „Nationalversammlung" ist beim gegen- wärtigen Stand der Dinge die einzige, die dieser Versamm- lung zukommt; zum einen, weil nur die Mitglieder dieser Versammlung rechtmäßige, vom Volk bestimmte Vertreter sind, zum andern, weil nahezu die ganze Nation diese Mit- glieder direkt entsandt hat und schließlich, weil, infolge der Inkompatibilität seines Amtes, kein Abgeordneter, gleich welchen Standes oder Klasse, das Recht hat, Ämter außer- halb dieser Versammlung zu bekleiden. Nie wird die Versammlung die Hoffnung aufgeben, auch die heute abwesenden Volksvertreter in ihrer Mitte zu sehen; sie wird nicht aufhören, an diese zu appellieren, ihre Pflicht zu erfüllen und bei der Abhaltung der Generalstände mitzu- wirken. Gleichgültig zu welchem Moment der jetzt begin- nenden Sitzungsperiode sich die ausgebliebenen Abgeord- neten einstellen, sie können im voraus versichert sein, daß die Versammlung sich beeilen wird, sie aufzunehmen und sie nach Überprüfung ihres Mandats einladen wird, zum Fortgang der großen, zur Erneuerung Frankreichs notwendi- gen Arbeiten beizutragen. Die Nationalversammlung beschließt, umgehend eine Nie- derschrift der in dieser Sitzung behandelten Themen anzu- fertigen, die dem König und der Nation vorgelegt werden soll. Buchez/Roux, a. a. O., S. 496 1. M 2.2.2 Der Ballhausschwur Die Erklärung des Dritten Standes führt zu Protesten des Adels, während der Klerus mit knapper Mehrheit für die Ver- einigung mit der Nationalversammlung stimmt. Als die Ab- geordneten am 20. Juni ihren Versammlungssaal verschlos- sen finden, ziehen sie in ein naheliegendes Ballhaus und ta- gen dort unter dem Vorsitz von Jean Sylvain Bailly. Die Bera- tungen ergeben: Die Nationalversammlung beschließt, in der Erwägung, daß gemäß ihrem Auftrag, die Verfassung des Königreiches festzulegen, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen und die wahren Grundsätze der Monarchie aufrechtzuer- halten, nichts sie hindern kann, ihre Beratungen fortzuset- zen, wo auch immer man sie zu tagen zwingt, ferner, daß überall dort, wo ihre Mitglieder versammelt sind, die Natio- nalversammlung ist: daß alle ihre Mitglieder auf der Stelle einen feierlichen Eid leisten, sich niemals zu trennen und sich überall, wo die Um- stände es notwendig machen, zu versammeln, solange bis die Verfassung des Königreiches geschaffen und auf feste Grundlagen gestellt worden ist, und daß nach dem Schwören besagten Eides alle Abgeordneten, jeder für sich, durch ihre Unterschrift diese unumstößliche Entschließung bestätigen. M. Bailly; Ich fordere für die Sekretäre und mich, den Eid als erste zu leisten. - Sie tun dies auf der Stelle mit folgender For- mel: „Wir schwören, uns niemals von der Nationalversammlung zu trennen und uns überall zu versammeln, wo die Umstän- de es notwendig machen werden, solange bis die Verfassung des Königreiches geschaffen und auf feste Grundlagen ge- stellt ist." Darauf schwören alle Abgeordneten dem Präsidenten den gleichen Eid in die Hand. Buchez/Roux, a. a. O., II. Bd., S. 3 Am 23. Juni erklärt Ludwig XVI. die Beschlüsse des Dritten Standes für nichtig und die Versammlung für aufgelöst. Am selben Tag proklamiert die Nationalversammlung die Immu- nität der Abgeordneten ( Schutz vor behördlicher Verfol- gung). Ende Juni unternimmt der König eine Kehrtwende und befiehlt den adeligen Ständevertretern sich der Nationalver- sammlung anzuschließen. M 2.2.3 Der Ballhausschwur vom 20.6.1789 (Folie 1) Leitfragen/Arbeitsaufträge (zu M 2.2.1.-M 2.2.3) 1. Sind die Konstituierung der Nationalversammlung und der Ballhausschwur bereits revolutionäre Handlungen? 2. Wie wird der Ballhausschwur auf dem Gemälde (M 2.2.3) dargestellt? 20 M 2.2.4 Aus einem Bericht über die Ereignisse am 14. Jull 1789 um die Bastille, die königli che Stadtfestung von Paris; [...] Nachdem die Angreifer die erste Zugbrücke heruntergeholt und ihre Kanonen vor die zweite gebracht hat- ten, konnte es ihnen nicht mehr miß- lingen, die Festung zu nehmen. Der Marquis de Launay [der Gouverneur der Bastille] hätte zweifellos der Ein- nahme der ersten Brücke heftigeren Widerstand entgegensetzen können; aber dieser gemeine Handlanger der Tyrannel, eher wert, Kerkermeister als Kommandant einer Festung zu sein, verlor den Kopf, als er sich von dem wütenden Volk eingeschlossen sah, und flüchtete eilends hinter die unge heure Masse seiner Bastionen; er hoff- te, hier in Sicherheit auf die Hilfstrup- pen warten zu können, die ihm für den Abend Baron de Besenval und Mon- sieur de Flesselles versprochen hatten. Die Verteidiger gaben das Zeichen zur Übergabe und hißten auf dem Turm der Bazinière die weiße Fahne. [...] Die zuerst Eingedrungenen be- handelten die Besiegten menschlich und umarmten die Offiziere zum Zel- chen des Friedens und der Versöh- nung; als aber einige Soldaten auf den M 2.2.5 Bildsymbolik Sturm auf die Bastille 21 Plattformen, die nicht wußten, daß sich die Festung ergeben hatte, ein paar Salven abgaben, warf sich das Volk wutentbrannt auf die Invaliden und mißhandelte sie. Einer von ihnen wurde getötet. [...] die Raserel der Menge wurde im- mer größer, und ihr blinder Zorn ver- schonte auch die Eskorte des Marquis de Launay nicht. Elle erhielt mit dem Gewehrkolben einen Schlag auf den Kopf, der ihn tot niedergestreckt hätte, wenn nicht sein runder Hut die Wucht des Schlages aufgehalten hätte; aber er war gezwungen, die Eskorte an der Ulme Saint-Gervals zu verlassen, Hulin selbst, trotz seiner Kraft und seiner mächtigen Gestalt, konnte der Gewalt. tätigkeit der Menge keinen Wider- stand leisten; erschöpft von den Mißhandlungen und den Anstrengun- gen zur Verteidigung seines Gefange- nen, wurde er auf der Place de Grève von ihm abgedrängt. Als er sich um- drehte, sah er das Haupt Monsieur de Launays auf eine Pike gespießt. [...] Im Taumel des Erfolges hatte man die Unglücklichen in den Gefängnissen der Festung vergessen. Man trug die Schlüssel triumphierend in Paris um- her, und die Türen ihrer Kerker muß- zeitgenössische Radierung; Quelle: Paris, Bibliothèque Nationale ten aufgebrochen werden. Sieben Ge- fangene wurden gefunden, die man zum Palais-Royal führte. Die Unglück- lichen befanden sich in einer Art Ver- zückung und glaubten von Traumbil- dern getäuscht zu werden, deren Zou- ber nur einen Augenblick dauern wür- de, Aber bald erblickten sie das blutige Haupt des Gouverneurs auf der unhell- vollen Pike, an der eine Tafel mit den Worten hing: de Launay, Couverneur der Bastille, falsch und verräterisch ge- gen das Volk." Bei diesem Anblick ran- nen Freudentränen aus Ihren Augen, und sie hoben die Hände zum Himmel, um die ersten Augenblicke ihrer Frel- heit zu segnen. Die Schlüssel wurden Monsieur Brissot de Varville übergeben, der wenige Jah- re vorher selber in diese Höhlen des Despotismus geworfen worden war; und dreitausend Mann wurden ausge- schickt, um die verhaßten Türme zu bewachen, bis das Dekret der Stadt dem Wunsch des Volkes entsprochen hatte, das ihre Zerstörung verlangte. entnommen: Histoire de la Révolution de France de 1789, por Deux Amis de la Liberté, Bd. II, Pa- ris 1790 ff. Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. Warum kam es am 14. Juli 1789 zur Erstürmung der Bastille? Wel- ches waren die unmittelbaren Fol- gen? 2. Auf die Nachricht vom Sturm auf die Bastille soll Ludwig XVI. ausge- rufen haben: „Das ist ja eine Revol- tel" Daraufhin soll ihm entgegnet worden sein: „Nein, Sire, das ist ei- ne Revolution!"- Worin liegt die Pointe dieser Anekdote? 3. Grenzen Sie den Begriff "Revolu- tion" auch gegenüber „Staats- streich", „Evolution" und „Reform" ab! 4. Ordnen Sie die Bastille in den Zu- sammenhang ein, der auf der Ra- dierung M 2.2.5 dargestellt wird! 5. Der 14. Jull ist französischer Na- tionalfeiertag geworden. Zu Recht? A1/1 ja, weil: •breite Masse der Bevölkerung: Dritter Stand • Veränderung war gewünscht •mit Erfolg -Verfassung wurde geändert • rechtsgebende Volksvertretung • Monarchie wurde abgeschafft - Ballhausschwur: Permanentserklärung A1/2 • Adel • Klerus, Geistlichkeit • Bauern, Bürger • Revolutionäre durch Fenster • oben auch Frauen, unten nicht • Zentrum bei Mann auf Podest · eventuell hält er den Ballhausschwur A2/1 •steigende Brotpreise -allgemeine Unruhe •Ludwig XIV rief alles an Militär nach Paris •Volk bekam Angst •gab viele Gerüchte, der König wolle gegen Paris marschieren daraufhin wurde das Waffenarsenal Bastille gestürmt *Bastille als Symbolbild für Monarchie Absolutismus -Arbeitslosigkeit, Überbevolkerung, Verelendung Folgen: König hat blau-weiß-rote Concorde angelegt und ist durch Frankreich marschiert • Farben der Revolution (Schein-)bekenntnis zur Revolution • umfangreiche Änderungen in Justiz, Polizei, Verwaltung • auch Volksvertreter, also Beamte aus dem 3. Stand A2/3 •Schwertadel ist geflohen • Adel und Klerus verzichten auf ihre Privilegien A2/2 •der König unterschätzt die Bewegung eine Revolte, wie er es bezeichnet, ist deutlich kleiner •Revolution hat ein Ziel und ein politisches Programm das sieht der König nicht • Staatsstreich: Eine kleine Gruppe will den Machthabenden stürzen und selbst an die Macht kommen • Evolution: Eine langsame, große Veränderung über einen langen Zeitabschnitt und viel Raum • Reform: Die Veränderung des Bestehenden von oben gelenkt A2/4 • eventuell nach der Erstürmung der Bastille •Mann am Boden will sich aus den Schlingen von Adel und Klerus befreien •Mann am Boden schlägt mit einem Stein auf seine Fesseln, Waffen und Gartengeräte • Adel und Klerus erstaunt geht auf Rousseau zurück • Bürgertum, das durch den Mann am Boden gezeigt wird, richtet sich auf A2/5 •Sturm auf die Bastille: Volk hat sie erstürmt und zur grundlegenden Änderung des Systems beigetragen für Einige: Beginn der Revolution unmittelbare Folgen gesellschaftiche Akteure • politische Führer • Opfer • Volk Folgen für heute Entwicklung Phasen Verlauf kurzfristige Anlässe Erfolge Misserfolge Träger der Revolution mögliche Untersuchungsaspekte für eine Revolution Leitideen Ideologie konkrete Veränderung Langfristige Kausalitäten Voraussetzungen .politisch • ideologisch • ökonomisch Langfristige Ursachen Revolutionsbegriff Fluch oder Segen? heutige Perspektive Thre Rolle als Schlüsselereignis Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte." -Karl Marx •prägte den neuzeitlichen Begriff der Revolution •sie war eine vorwärtstreibende und eine Wende zum Neuen • Ergebnisse der Revolution höchst widersprüchlich •Abschaffung des absolutistischen Königs mündete erst in Diktatur der Jakobiner und anschließend in Napoleons • Verkündung der Menschenrechte stand im Widerspruch zum Terror der Jakobiner • Plädoyer zur Völkerfreiheit kontrastierte mit der Unterdrückung von Provinzen und Völkern viele Tote: -600.000 starben durch Bürgerkriege und politische Verfolgung -1.400.000 starben durch die Revolutionskriege dennoch sehr fortschrittlicher Charakter - historische Voraussetzung dafür, dass die Revolution als solche Mittel politischer Veränderung wurde • im 19. Jhd: Nationale Einheit und freiheitlicher Verfassungsstaat waren anzustrebende Ziele -Wäre ohne die Französische Revolution nicht möglich gewesem •präsentierte wie kein anderer Vorgang die überwindung der ständischen • Gesellschaftsordnung zu Gunsten einer bürgerlichen Ancien régime" in Europa · Gesellschaftsordnung: Basierte auf Privilegien der Aristokratie als auch auf der gottgewollten Herrschaft •Maßstäbe für eine verfassungsmäßige politische Ordnung, in der politische Freiheits und • Gleichheitsrechte und staatliche Gewaltenteilung eine Rolle spielen • radikaler Bruch mit der noch mittelalterlich geprägten Adels bzw. Königsherrschaft •drel ideologische Grundströmungen: -Nationalismus -Liberalismus -Konservatismus • waren dann auch die Grundströmungen der 1. Deutschen Revolution • auf Grundlage seiner zeitweiligen Hegemonie hat Napoleon Europa, insbesondere Deutschland neu geordnet · Bildung deutscher Mittelstaaten im Zusammenhand mit dem Reichsdeputationsbeschluss 1803 war Napoleons politischem Willen zuzuschreiben Rolf Reichardt (geb. 1940)- Die Französische Revolu- tion als Kultur- und Bewußtseinsrevolution (1988): D Was die Revolution von 1789 mehr als etwa die Engli- sche Revolution des 17. Jahrhunderts oder die Amerikani- sche Revolution zu einem weltweit beachteten Modell macht, ist nicht nur ihre idealtypische Verlaufskurve, wie sie sich z. B. noch in der iranischen Revolution wiederholt, son- 5 dern auch und besonders der engstens mit ihr verknüpfte Messianismus der Freiheit und Gleichheit. Er vor allem ist es, der in der Erinnerung fortlebt und politisch wie gesell- schaftlich bis heute eine aktuelle Herausforderung bleibt. Je länger und nachdenklicher man die Quellen befragt, welche 10 Kraft die Französische Revolution denn eigentlich voran- trieb, worin deren frappierende Selbstläufigkeit und Pro- zeßhaftigkeit bestand, um so deutlicher erkennt man, daß selbst Schlüsselereignisse wie die Einnahme der Bastille, der Tuileriensturm, das Abschlachten der Gegenrevolu- 15 tionäre in der Vendée letztlich Oberflächenerscheinungen waren. Was ihnen zugrunde lag, was sie auffordernd, kom- mentierend, rechtfertigend wie selbstverständlich begleite- te, das waren zum einen politische Grundsatzerklärungen, Parolen, Leitbegriffe und Symbole, also im weitesten Sinne 20 sprachlich-zeichenhafte Äußerungen, zum anderen sie tra- gende oder bekämpfende politische Gruppierungen [...]. Läßt man sich erst einmal auf diese Perspektive ein, wird eine damals neuartige, originäre politische Kultur in der Phase ihrer ersten praktischen Erprobung und Entwicklung 25 sichtbar. Wie einige Revolutionäre selbst erkannten, handel- te es sich um nicht weniger als um das erste, modellhafte Experiment der,,Demokratie" im modernen Sinne. [...] Was diese demokratische Kultur kennzeichnet, ist hauptsächlich zweierlei: 30 - Zum einen eine permanente, sehr grundsätzliche und unitarische (Einigung erstrebende] öffentliche Debatte um die aktuelle Politik, ihre Recht- und Zweckmäßigkeit: im damaligen Verständnis eine freie Diskussion aufgeklärter Privatleute, aus deren Meinungswettstreit die ,,Wahrheit" s von selbst als Siegerin hervorgehen würde. Um sich gegen die historisch und juristisch argumentierenden Reform- und Revolutionsgegner durchzusetzen, ging der revolutionäre Diskurs von naturrechtlichen und existenziellen Grundsät- zen aus [...], es konnte nur eine wahre Meinung, nur eine 40 wahre Politik zum Wohl des Volkes geben, alles Konkurrie- rende, Widersprechende war notwendig entweder in Vorur- teilen befangen oder ,,konterrevolutionär". Zum anderen bestand die demokratische Kultur der Französischen Revolution in einer neuartigen Öffentlichkeit 45 und ihren Kommunikationssystemen: einem Netzwerk von Versammlungen und Clubs, von Zeitungen, Flugschriften, Bildflugblättern, Liedern und anderen Medien der Informa- tionsvermittlung und Meinungsbildung, das es in dieser 50 Dichte, Intensität und Aktualität zuvor nicht gegeben hatte. Es bildete den Resonanzboden jener permanenten politi- schen Diskussion und vermittelte diese an breite, traditionell eher unpolitische soziale Gruppen. Indem es in Hauptstadt und Provinz Teile der klein- und unterbürgerlichen Schich- 55 ten politisierte und mobilisierte, verschaffte es der Revoluti- on erst ihre Massenbasis bis hin zu Gruppen, die noch ganze oder halbe Analphabeten waren. Daher erlangten in der Re- volution vom politischen Straßenbild über Bildpublizistik und Theater bis hin zu öffentlichen Feiern nichtschriftliche, 60 halbmündliche Medien und Formen der gesellschaftlichen Wissensvermittlung an Zahl wie an Inhalt eine so große Be- deutung, daß man geradezu von der zeitweiligen Rückkehr einer von Absolutismus und Aufklärung verdrängten, „,we- sentlich mündlichen, karnevalistischen Volkskultur spre- 65 chen kann. Rolf Reichardt, Die städtische Revolution als politisch-kultureller Prozeß, in: ders. (Hg.), Die Französische Revolution, Freiburg/B. H. a. 1988, S. 28 ff. Rolf Reichardt (geb. 1940)- Die Französische Revolu- tion als Kultur- und Bewußtseinsrevolution (1988): D Was die Revolution von 1789 mehr als etwa die Engli- sche Revolution des 17. Jahrhunderts oder die Amerikani- sche Revolution zu einem weltweit beachteten Modell macht, ist nicht nur ihre idealtypische Verlaufskurve, wie sie sich z. B. noch in der iranischen Revolution wiederholt, son- 5 dern auch und besonders der engstens mit ihr verknüpfte Messianismus der Freiheit und Gleichheit. Er vor allem ist es, der in der Erinnerung fortlebt und politisch wie gesell- schaftlich bis heute eine aktuelle Herausforderung bleibt. Je länger und nachdenklicher man die Quellen befragt, welche 10 Kraft die Französische Revolution denn eigentlich voran- trieb, worin deren frappierende Selbstläufigkeit und Pro- zeßhaftigkeit bestand, um so deutlicher erkennt man, daß selbst Schlüsselereignisse wie die Einnahme der Bastille, der Tuileriensturm, das Abschlachten der Gegenrevolu- 15 tionäre in der Vendée letztlich Oberflächenerscheinungen waren. Was ihnen zugrunde lag, was sie auffordernd, kom- mentierend, rechtfertigend wie selbstverständlich begleite- te, das waren zum einen politische Grundsatzerklärungen, Parolen, Leitbegriffe und Symbole, also im weitesten Sinne 20 sprachlich-zeichenhafte Äußerungen, zum anderen sie tra- gende oder bekämpfende politische Gruppierungen [...]. Läßt man sich erst einmal auf diese Perspektive ein, wird eine damals neuartige, originäre politische Kultur in der Phase ihrer ersten praktischen Erprobung und Entwicklung 25 sichtbar. Wie einige Revolutionäre selbst erkannten, handel- te es sich um nicht weniger als um das erste, modellhafte Experiment der, Demokratie" im modernen Sinne. [...] Was diese demokratische Kultur kennzeichnet, ist hauptsächlich zweierlei: - Zum einen eine permanente, sehr grundsätzliche und unitarische (Einigung erstrebende] öffentliche Debatte um die aktuelle Politik, ihre Recht- und Zweckmäßigkeit: im damaligen Verständnis eine freie Diskussion aufgeklärter Privatleute, aus deren Meinungswettstreit die Wahrheit" 35 von selbst als Siegerin hervorgehen würde. Um sich gegen die historisch und juristisch argumentierenden Reform- und Revolutionsgegner durchzusetzen, ging der revolutionäre Diskurs von naturrechtlichen und existenziellen Grundsät zen aus [...], es konnte nur eine wahre Meinung, nur eine 40 wahre Politik zum Wohl des Volkes geben, alles Konkurrie- rende, Widersprechende war notwendig entweder in Vorur- teilen befangen oder ,,konterrevolutionär". 30 Zum anderen bestand die demokratische Kultur der Französischen Revolution in einer neuartigen Öffentlichkeit 45 und ihren Kommunikationssystemen: einem Netzwerk von Versammlungen und Clubs, von Zeitungen, Flugschriften, Bildflugblättern, Liedern und anderen Medien der Informa- tionsvermittlung und Meinungsbildung, das es in dieser so Dichte, Intensität und Aktualität zuvor nicht gegeben hatte. Es bildete den Resonanzboden jener permanenten politi- schen Diskussion und vermittelte diese an breite, traditionell cher unpolitische soziale Gruppen. Indem es in Hauptstadt und Provinz Teile der klein- und unterbürgerlichen Schich- 55 ten politisierte und mobilisierte, verschaffte es der Revoluti- on erst ihre Massenbasis bis hin zu Gruppen, die noch ganze oder halbe Analphabeten waren. Daher erlangten in der Re- volution vom politischen Straßenbild über Bildpublizistik und Theater bis hin zu öffentlichen Feiern nichtschriftliche, 60 halbmündliche Medien und Formen der gesellschaftlichen Wissensvermittlung an Zahl wie an Inhalt eine so große Be- deutung, daß man geradezu von der zeitweiligen Rückkehr einer von Absolutismus und Aufklärung verdrängten, we sentlich mündlichen, karnevalistischen Volkskultur spre- 65 chen kann. - Rolf Reichardt, Die städtische Revolution als politisch-kultureller Prozeß, in: ders. (Hg.), Die Französische Revolution, Freiburg/B. u. a. 1988, S. 28 ff. Wer machte die Revolution? Was wurde dabei revolutioniert? Ergebnis Die vier Revolutionen 1789 14. Juli Volksrevolution Mai/Juni Verfassungsrevolution ・das gehobene Bürgertum • liberaler Adel • niedrige Geistlichkeit • Reformadel Anteil der politischen Macht • Umwandlung der Generalstände in eine verfassungs- gerechte Revolution · • Ausrufung der Nationalversammlung durch den 3. Stand und den mit diesem verbundenen Reformadel Generalstände bilden Nationalversammlung • Mehrheitsprinzip statt Standesregeln • Nationalversammlung hat Macht -Nationalversammlung ist souverän Gleichstellung des Bürgertums und Parlamentes • städtische Unterschischt • Volk von Paris, Handwerker, Arbeiter • Reformadel • Wirtschaftliche Notlagen • königliches Gewaltmonopol zentralistische Verwaltung • Sturm auf die Bastille (einge- nommen durch das Volk) · Bürgermiliz statt königlichen Truppen Stadtdemokratie hat Kontrolle über Polizei, Justiz und Lebensmittelver- sorgung Selbstverwaltung der Städte Juli / August Bauernrevolution •Bauern •Abschaffung der Feudalordnung -feudale Aufgaben, die über die übliche Pacht hinausgingen aufgelöst •Bauernbefreiung • Gleichheitsprinzip Augustbeschlüsse • Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte Nationalversammlung beschließt • Abschaffung des Feudalsystems - privilegierte Stände mussten auf Sonderrechte, Frontdienste, Jagdrechte und Abgaben der Bauern verzichten September Frauenrevolution •Frauen von Paris •Marktfrauen 2 weil: Hungers und Versorgungsnot •Untertänigkeit der Frau • Reformwille des Königs •Anerkennung der Augustdekrete und der Menschenrechte •durch den König Gleichheitsbewusst- sein der Frau Napoleons Herrschaft über Europa 1804-1812 Napoleon auf der Hohe seiner Macht ENGLAND Ziel Napoleons: militärische und wirtschaftliche Unter werfung Maßnahmen: Invasionsplan, Kontinentalsperre sowie die Seeschlacht England bleibt unbesiegt SPANIEN Ziel Napoleons: militärische Unterwerfung und seinen Bruder als König einsetzen Maßnahmen: Kampf gegen spanischen Volksauf stand Guerilla Widerstand der spanischen Guerilla wird nicht gebrochen DEUTSCHE KLEINSTAATEN Ziel Napoleons: abhängige Bündnispartner Maßnahmen: Enteignung der Kirchengüter, Verlust der Selbstständigkeit vieler Grafen, Ritter und Reichsstädten Mediatisierung, Einführung des Code Civil, Gründung des Rheinbund 1806 Ende des HRRAN BAYERN 1800 wird Bayern ein Bündnispartner Napoleons Maßnahmen: Gebietserweiterung durch Schwaben und Franken, Reformen unter dem Graf Monteglas Bayern wurde ein moderner Staat ÖSTERREICH-UNGARN 1805 siegte Napoleon in der Dreikaiserschlacht bei Auerlitz Maßnahmen: Gebietsverluste Österreichs, Heirat mit der Erzherzogin Marie Luise der Widerstand Österreichs schien zunächst gebrochen zu sein PREUBEN 1806 Sieg Napoleons in der Schlacht bei Jena und Auerstedt Maßnahme: territoriale Verkleinerung des preußischen Raumes Zusammenbruch und innerer Neuanfang: Reformen in Preußen RUSSLAND 1805 der Sieg von Napoleon bei Austerlitz und die Verweigerung Russlands, die Kontinentalsperre zu unterstützen Maßnahme: 1812 Russlandfeldzug Napoleons 1769 1792 1793 1795 1796 1798 1799 1799 1804 Napoleons Herrschaft Geburt in Ajaccio auf Korsika Besuch der Militärschule in Brienne Hauptmann in der französischen Armee in den Diensten der Jakobiner: Niederwerfung eines royalistischen Aufstandes in Toulouse und dadurch die Beförderung zum Brigardegeneral in den Diensten des Direktoriums Oberbefehlshaber der französischen Armee in Italien Aufbruch nach Ägypten, um England zu schaden Staatsstreich: Sturz des Direktoriums Benennung zum Konsul auf Lebenszeit Kaiser Gründe für seinen Aufstieg: - Ehrgeiz Napoleon auf der Hohe seiner Macht: vom Feldheer, zum Diktator und schlussendlich zum Reformer, und das mehrheitlich durch Selbsternennung - Geltungsdrang - nationaler Stolz - Ruf der Franzosen nach dem stärksten Mann Ergebnisse der Revolution GESELLSCHAFTLICH durch Informationsvermittlung Meinungsbildung Politisierung einer breiten Masse weltoffene Gesellschaftsordnung dem Volk geht es besser, es gibt Nahrung, Geld.... der Mensch ist frei ·es gibt keine Privilegien mehr Schulrecht für ein jedes Kind -bürgerliche Volkssouverinität -Freiheit und Rechtsgleichheit • breites Politikgewissen • allgemeines Wahlrecht -parlamentarische Volksvertretung •Gewaltenteilung Idee von Nationalstaat •Republik •Trennung von Kirche und Staat • das Militär wurde dem Staat eingegliedert das Militär versuchte, die Republik voranzutreiben - allgemeine Wehrpflicht • Wirtschaftsliberalismus • partielle Aufteilung der Grundstücke • Bauern von Feudallasten befreit • alle haben Steuern zu zahlen • der Mittelstand wurde gestärkt - Garantie des Eigentums POLITISCH MILITÄRISCH WIRTSCHAFTLICH - erste Niederlage Napoleons Status der Unbesiegbarkeit zerstört Der Untergang Napolcons -in Erfurt erster Fürstentag Napoleon wollte die Unterstützung des Zaren gegen Spanien •Armee hinter Elbe zurück gezogen ließ Annektionen der Donaufürstentümer durch Russland zu Unterstützung durch Russland • Napoleon auf spanischen Thron vorgedrungen, sein Bruder heiratete dort ein •Spanier erhoben sich dagegen -Bürgerkrieg Unterstützung durch die katholische Kirche • wollten verteidigen, was die Revolution beseitigt hat DER FREIHEITSKAMPF DER SPANIER Napoleon verliert •konnte diese Niederlage nie dämmen, bis zu seinem Sturz verfolgte sie ihn England griff gegen Napoleon ein •Kontinentalsperre in Spanien durchlöchert • Vorbild an Spanien genommen • Napoleon verliert in einer offenen Schlacht, gewinnt den Krieg jedoch trotzdem sein Ruf wird dennoch mehr und mehr geschädigt • Frankreich verliert 1/3 seines Gebietes • Napoleon scheitert • neuer Leiter Österreichs: Fürst von Metternich · er sah die Rettung Österreichs in einer Annäherung an Frankreich • Angebot: Heirat der Tochter des Kaisers •Flucht nach Paris • wurde angenommen • Ziel: Schonung Österreichs und die Dynastie Frankreichs sichern RUSSLANDFELDZUG DER TIROLER VOLKSAUFSTAND wollte Verhandlungen • Kontinentalsperre spürbar • als Folge der Kontinentalsperre öffnet der Kaiser 1810 Tore und Häfen für das Volk widersetzt sich der Kontinentalsperre • Frankreich vehement dagegen •Kriegserklärung 1812, Juni: 610.000 französische Soldaten nach Russland • 1812, September: Napoleon vor dem Kreml, Moskau • Alexander I wollte das nicht • Versorgungschwierigkeiten der französischen Soldaten · Zuhause ist weit weg •Hungersnot •Russen verbrennen Moskau • nahmen Armee ihr Winterquartier • Napoleon muss Truppen zurück ziehen • 1812, November: hohe Verluste bei Überquerung des Beresina •von 475.000 Soldaten kehrten nur 5.000 zurück Napoleon flieht verkleidet nach Paris, um eine neue Armee aufzubauen •Preußen erklärt Neutralität • von Russland besetzt Zar wollte den Krieg fortführen wollte Befreier Europas sein und werden • Begeisterung in Deutschland • vor allem bei Studenten: Freikorps BEFREIUNGSKRIEG 1813 •Koalition gegen Frankreich: Preußen, Österreich, England, Russland •verschiedene Ziele: -Besitzstand Preußen und Österreich wiederherstellen -Auflösung des Rheinbundes: Selbstverwaltung deutscher Staaten •Metternich versprach den Bayern Besitz und Souverinität •Bayern auf Österreichs Seite •Österreich gilt als Beschützer der Mittelstaaten alle marschierten und kesselten Napoleon ein • 16.-19. Oktober 1813: Völkerschlacht bei Leipzig •Tote: 70.000 Franzosen, 252.000 der Verbündeten Napoleon über den Rhein zurück gezogen •Rheinbund zerbrach nach Bayerns Vorbild versuchten Fürsten durch Verträge mit Österreich Besitz zu sichern PREUBEN UND RUSSLAND MARSCHIEREN IN PARIS EIN • zwingen Napoleon dazu, 1814 abzudanken -besaß noch die Elba Insel und seine Leibgarde um 1800: wurden dorthin verbannt •Ludwig XVIII wird König • Friedensvertrag mit Frankreich: Frankreich erhält seine Grenzen von 1792 RÜCKKEHR NAPOLEONS • 1815, während des Wiener Kongress, macht Napoleon einen letzten Angriff und zieht mit seiner Leibgarde nach Paris -1815 findet die Schlacht bei Waterloo und Napoleon erlag den Preußen Napoleon flüchtet nach England, wird dann nach St. Helena verbannt und stirbt dort letztendlich 1821 Die Siegerkräfte haben sich bei der Befreiung von Napoleon nationalen und liberalen Kräften bedient. Nun gab es Neuordnung ohne Beachtung der Volksstimmen. Die preußischen Reformen 1807-1821 Napoleonische Eroberungs- und Expansionspolitik als Herausforderung (,,challenge") schafft Zwangslage ·Druck der französischen Kontributionen -Verlust der Exportmärkte durch die Kontinentalsperre -militärisches Desaster von 1806 (Jena & Auerstedt) Initiatoren: Beamte und preußische Minister • Reformen der Staatsverwaltung •Ressorttrennung: Fachminister für Inneres, Justiz, Außen • Ministerialverantwortlichkeit Freiherr vom Stein, v. Hardenberg, Generäle Scharnhorst und Gneisenau, Wilhelm v. Humboldt und aufgeklärte hohe Beamte in der preußischen Bürokratie STAAT UND GESELLSCHAFT • Städteordnung von 1808 • städtische Selbstverwaltung •Stadtversammlung nach dem Dreikaiserwahlrecht • Versprechen einer modernen Verfassung für Preußen • Provinzialstände 1822 WIRTSCHAFT •Gewerbefreiheit • Abschaffung der Zünfte im Handwerksdienst • Grundbesitz verschaffen GESELLSCHAFT •Bauernbefreiung 1804/06 •Aufhebung Leibeigenschaft, aber zu hohe Ablösesummen für feudale Dienste und Abgaben •Regierungsedikt 1811: Bauern sollten von Frontdiensten und Abgaben befreit werden -Bildungsreform von 1810 •Reform von Erziehung und Unterricht durch den Staat -Gymnasium, Abitur als Hochschulzugang ·allgemeine Schulpflicht Judenemanzipation 1812 • weg mit Standesschranken zwischen Adel und Bürgertum MILITÄR Preußische Reformpolitik als Reaktion (response") auf äußeren Druck - Notwendigkeit der Modernisierung von Staat und Gesellschaft • überlebter autoritärer Beamtenstaat, aufgeklärter Absolutismus der preußischen Könige (Hohenzollern) • Heeresreform Modernes Volksheer an Stelle des bestehenden Soldnerheeres -Entfeudalisierung des Heeres feudalistische Gesellschaftsstrukturen, Gutsherrschaft -Leistungsprinzip statt adeligem Offiziersprivileg • Abschaffung von Prügelstrafe und Spießrutenlaufen • Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1814 • keine Verfassung und keine Vertretung des Volkes • das Großbürgertum hat die Macht • Bedrohung aller alten Ordnung • grundlegende Umwälzung der alten Staats und Gesellschaftsordnung · privilegierte Stände, also das Feudalsystem, wurden abgeschafft • König übt nicht mehr die Exekutive aus: Entmachtung des Königs • Gesetzesmacht lag bei der Nationalversammlung - von Aktivbürgern gewählt •Zensuswahlrecht Die Etappen der Revolution DIE ERSTE PHASE: 1789-1792 die konstitutionelle Monarchie • an Steuerzahlungen gebunden • kein Wahlrecht für: -Männer unter 25 -Nichtsteuerzahler -Frauen • Verstaatlichung der Kirche •um finanziellen Bankrott zu verhindern und alte Machtpositionen des Klerus zu zerschlagen • Priester sollten durch einen Eid auf eine neue Verfassung verpflichtet werden • enorme Eidesverweigerung • Gewaltenteilung • Ballhausschwur 17.06.1789 •Abgeordnete des 3. Standes erklären sich zur Nationalversammlung • neue Verfassung 1791 • Erklärung der Menschen und Bürgerrechte • im Wesentlichen Bedürfnisse des gehobenen Bürgertums •Kleinbürgertum, das nach Arbeit und Brot verlangt, treibt die Revolution voran •radikale Phase der Jakobinerherrschaft -Hungersnote - allgemeines Unwohl •Radikalisierung, weil: -Uneinigkeit der Nationalversammlung -Unehrlichkeit DIE ZWEITE PHASE: 1792-1794 Die Republik der Jakobiner -Tuilerie gestürmt • radikale Abschaffung des Königtums - wollten Republik und Revolutionskriege • Ziel war, die Revolution zu beenden •Hinrichtung Ludwig XIV -radikale Abschaffung des Königtums • Schreckensherrschaft Robespierres -später hingerichtet • Nationalversammlung wurde zu einem Nationalkonvent allgemeines Wahlrecht -Amt des Königs wurde abgeschafft -regierte relativ lange .hatte Ausschüsse Wohlfahrtsausschuss: Macht über Krieg..... -Jakobiner ∙Sicherheitsausschuss: Revolutionstribunate Aufhebung aller noch vorhandenen Feudalisten Spekulanten und Feinde Abwehr von Interventen Land an Bauern - Wohlfahrtsausschuss ↓ Kritiker Beseitigung von Hunger ↓ allgemeine Wehrpflicht: ENG, ÖS, NL, SP · geistige Grundlage: -für Kleinbürger einsetzen - Vertiefung der ersten Phase -Prinzipien der Revolution Gleichheit, Freiheit, •Brüderlichkeit vorangetrieben • Girondisten: eher für gehobenes Bürgertum eingesetzt Aufgaben der Girondisten ↓ Kampf gegen Feinde und Spekulanten → misslingt Aufstand im Mai 1793 • Jakobiner: primär an den Interessen des Kleinbürgertums interessiert • Konflikt zwischen Gerondisten und Jakobinern wurde immer größer • Jakobiner vertrieben die Girondisten • praktische Übernahme der Regierungsgewalt • Bündnis der Sansculotten • Milieu der Kleinbürger • radikalisierendes Element • Ablehnung der Monarchie • Feind im liberalen Bürgertum • Bürgerkrieg: Jakobiner gegen königstreue Royalisten Höchstpreise für Lebensmittel sozial Unzufriedene französische Emigranten Verteidigung des Vaterlandes • eine neue Regierung wird gebildet das Directoire, oder Direktorium von 1795 1799 -bestehend aus fünf Männern der gemäßigten Richtung • das Großbürgertum ist wieder an der Macht • Napoleon wird der 1. Konsul • durch einen Staatsstreich: - war als Feldheer unterwegs -Krieg gewonnen -Kriegsverhandlungen geführt, obwohl er dazu nicht befugt war • ab 1799 übernimmt Napoleon die Regierung - weiterer Kolonialkrieg: Sieg Napoleon kührt sich selbst 1804 zum Kaiser • das alles gelang Napoleon nur, weil das Direktorium unfähig war, die Krisen zu bewältigen ZUSAMMENFASSUNG 1795 Direktorium 1794 Jakobinerherrschaft 1793 Republik DIE DRITTE PHASE: 1794 1799 Republik der Bürger 1792 konstitutionelle Monarchie 1789 absolutistische Monarchie Großbürgertum Kleinbürgertum Handelsbürgertum Großbürgertum und liberaler Adel Adel und Geistliche Ursachen für die Französische Revolution Wirtschaftliche Probleme absolutistischer Staat in einer ständigen Finanznot teure Kriege, verschwender ische Hofhaltung 50 aller Einnahmen dienten allein zum Abdecken der Schulden Ämterkauf Simonie und Steuerpächter Bodenknappheit Agrarland führt. zur Verelendung der Landbevölkerung kurzfristige Hungersnot und Missernten 1789 führt zu einer steigenden Getreidepleite Absatzprobleme le soziale Spannungen Klerus und Adel: steuerbefreiter, alleiniger Träger staatlicher Ämter Bauern und Bürger bilden den dritten Stand Abgaben und hohe Steuerlast ohne politische Mitsprache Hälfte der Bauern ohne Anteil an Boden Bürgertum als Träger des neuen Reichtums Handel, Manufakturen 6 politische Interessen Schwäche des absolutistischen Herrscher Ludwig XVI Kampf des Adels um Mitsprache in der Regierung wachsende Staatsverschuldung durch ein ineffektives Steuersystem Verhinderung einer Reform des Steuersystems durch den Adel drohender Staatsbankrott 1789 Förderung politischer Rechte durch Bürger Adelsrevolte gegen erzwungene Steuerreform 1789 Gefühl der Unerträglichkeit als allgemeine Gefühlslage an Bayern Napoleon und Deutschland 1799-1815 Tirol, Vorarlberg Königreich Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 Niederlgae Österreichs in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz 1805 Friede von Preußburg 1805 Österreich verliert an Würtemburg und Baden Vorderösterreich Königreich Großherzogtum Verlust aller Souverinitätsrechte des deutschen Kaisers Gründung des französischen Rheinbundes durch 16 deutsche Staaten und deren Austritt aus dem Reichsverband 1806 Erklärung des Endes des deutschen Kaisertums durch Franz II Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation August 1806 in Italien Venedig, Dalmatien ,,Das deutsch-französische Verhältnis im 19. Jahrhundert - Wirkungen bis heute?" ,,Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung; es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Die Vereinigung der europäischen Nationen erfordert, dass der Jahrhunderte alte Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgelöscht wird. Das begonnene Werk muss in erster Linie Deutschland und Frankreich erfassen." (Aus einer Erklärung der französischen Regierung vom 9. Mai 1950) Erörtern Sie, ausgehend vom Zitat, die Problematik des deutsch- französischen Verhältnisses! Beziehen Sie dazu ausgewählte Beispiele aus dem 19. Jahrhundert ein, indem Sie Ursachen, Ergebnisse und Folgen auch anhand der Materialien als Grundlage Ihrer Bewertungen erarbeiten. Beziehen Sie alle Materialien kritisch ein. Material 1: Material 1 Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Schriftsteller und Literatur- wissenschaftler, in seiner Schrift Über Volkshaß' (1813) Es ist eine unumstößliche Wahrheit, dass alles, was Leben und Bestand haben soll, eine bestimmte Abneigung, einen Gegensatz, einen Hass haben muss, dass, wie jedes Volk sein eignes, innigstes Lebenselement hat, es ebenso eine feste Liebe und einen festen Hass haben muss, wenn es nicht in s gleichgültiger Nichtigkeit und Erbärmlichkeit vergehen und zuletzt mit Unterjochung endigen will. Ich könnte traurig hinweisen, wodurch die letzten Jahre über Deutschland gekommen sind. Wir liebten und erkannten das Eigene nicht mehr, sondern buhlten mit dem Fremden. [...] Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für 10 lange Zeit, ich will ihn für immer. Dann werden Deutschlands Grenzen auch ohne künstliche Wehren sicher sein, denn das Volk wird immer einen Vereinigungspunkt haben, sobald die unruhigen und räuberischen Nachbarn überlaufen wollen. Dieser Hass glühe als die Religion des deutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in 15 unsrer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. [...] Wir sind von Gott in den Mittelpunkt Europens gesetzt, wir sind das Herz unseres Weltteils, wir sind auch der Mittelpunkt der neuen Geschichte und der Kirche und des Christentums. Gerade weil wir in der Mitte liegen, stürmen und strömen alle verschiedensten Völker Europens immer auf uns ein und suchen uns 20 wegzuspülen und wegzudrängen. [-] Wir haben also mehr als alle anderen Völker Ursache zu wachen, dass das Eigentümliche und Besondere, was uns als Deutsche, als ein bestimmtes Volk mit einem bestimmten Namen, auszeichnet, durch die Völkerflut und Geistesflut, die immer von uns und zu uns geht, nicht weggespült und weggewaschen werde; wir müssen 25 dreifache und vierfache Bollwerke und Schanzen um uns aufführen, damit wir nicht zuletzt matte Bilder werden, welche Allem und Nichts ähnlich sehen und welche, weil sie Gestalt und Gepräge verloren haben, auch nichts andres gestalten und bilden können; dass ich es mit einem Wort sage, damit der Deutsche der große geistige Spiegel der Welt bleiben könne, muss er 30 seine Eigentümlichkeit nicht verschleifen und vertändeln: er muss ein Deutscher bleiben. Aus: Vogt, H., Nationalismus gestern und heute, Opladen 1967, S. 102 f Material 2: 10 Friedrich Nietzsche: Die Reichsgründung und der deutsche Geist (1873) Die öffentliche Meinung in Deutschland scheint es fast zu verbieten, vor den schlimmen und gefährlichen Folgen des Krieges, zumal eines siegreich beendeten Krieges zu reden: um so williger aber werden diejenigen Schriftsteller angehört, welche keine wichtigere Meinung als jene 5 öffentliche kennen und deshalb wetteifernd beflissen sind, den Krieg zu preisen und den mächtigen Phänomenen seiner Einwirkung auf Sittlichkeit, Kultur und Kunst jubilierend nachzugehen. Trotzdem sei es gesagt: Em großer Sieg ist eine große Gefahr. Die menschliche Natur erträgt ihn schwerer als eine Niederlage; ja es scheint selbst leichter zu sein, einen solchen Schlag zu erringen, als ihn so zu ertragen, dass daraus keine schwerere Niederlage entsteht. Von allen schlimmen Folgen aber, die der letzte mit Frankreich geführte Krieg hinter sichdremzieht, ist vielleicht die schlimmste ein weitverbreiteter, ja allgemeiner Intum: der Irrtum der öffentlichen Meinung und aller öffentlich Meinenden, dass auch die 15 deutsche Kultur in jenem Kampfe gesiegt habe und deshalb jetzt mit den Kränzen geschmückt werden müsse, die so außerordentlichen Begebnissen und Erfolgen gemäß seien. Dieser Wahn ist höchst verderblich: Nicht etwa weil er ein Wahn ist denn es gibt die heilsamsten und segensreichsten Irrtümer, sondern weil er imstande ist, unseren Sieg in eine völlige 20 Niederlage zu verwandeln: in die Niederlage, Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des "deutschen Reiches". Aus: Unzeitgemäße Betrachtungen. Erstes Stück, In: Friedrich Nietzsche: Werk in drei Bänden, hrsg. von Karl Schlechta, Bd. I, 2. Aufl., Darmstadt 1960, S. 1371L 'völlige Entfernung/Beseitigung 6 M 1.3 Kontroverse Urteile Text 1: Johann Friedrich Schink, Dem Korsen. Schand- und Schimpfode Abschaum der Menschheit, der mit Schwert und Feuer Die Welt durchzog, verbreitend Ach und Weh! Brandmark der Zeiten, Wütrich, Ungeheuer, Wie keines war, keins ist, keins sein wird je! MATERIALIEN 5 Blutsauger, Völkergeisel, Weltzertreter, Pest, Räuberhauptmann, Henker und Bandit, Du menschgewordner Satan, Missetäter, Wie selbst der Abgrund keinen sah uns sieht. [...] Mir bist du nicht, den dich die Welt bewundert, 10 Verwüster nur, Zerstörer! Heros nicht! Der größte Räuber nur, der seit Jahrhundert, Zum Fluch der Menschheit ausgespien ans Licht. [...] J. F. Schink: Dem Korsen. Schand- und Schimpfode. Zur Feier der Vernichtungs schlocht am 18./19. Okt. 1813. Zit. nach: H. Spies (Hrsg): Die Erhebung gegen Napo- leon 1806-1814/15. Quellen zum politischen Denken der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. 2. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1981, S. 326 Text 2: Heinrich Heine, Die Grenadiere Nach Frankreich zogen zwei Grenadier', Die waren in Rußland gefangen. 15 Und als sie kamen in's deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mähr: Daß Frankreich verloren gegangen, Besiegt und zerschlagen das tapfere Heer, - 20 Und der Kaiser, der Kaiser gefangen. [...] Was scheert mich Weib, was scheert mich Kind, Ich trage weit bess'res Verlangen; Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, - Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen! 25 Gewähr' mir Bruder eine Bitt': Wenn ich jetzt sterben werde, So nimm meine Leiche nach Frankreich mit, Begrab' mich in Frankreichs Erde. Das Ehrenkreuz am rothen Band 30 Sollst du auf's Herz mir legen; Die Flinte gieb mir in die Hand, Und gürt' mir um den Degen. So will ich liegen und horchen still, Wie eine Schildwach, im Grabe, 35 Bis einst ich höre Kanonengebrüll, Und wiehernder Rosse Getrabe. Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab, Viel Schwerter klirren und blitzen; Dann steig' ich gewaffnet hervor aus dem Grab', - 40 Den Kaiser, den Kaiser zu schützen. Heinrich Heine: Buch der Lieder. Junge Leiden. Romanzen. Hamburg: Hoffmann und Campe 1827, S. 58 [. GESCHICHTE betrifft uns 3-2010 Text 3: Johann Peter Hebel, Kaiser Napoleon und die Obstfrau in Brienne Der große Kaiser Napoleon brachte seine Jugend als Zögling in der Kriegsschule zu Brienne zu [...]. Da er gerne Obst aß, wie die Jugend pflegt, so bekam eine Obsthändlerin daselbst manchen schönen Batzen von ihm zu lösen. [...] Als er die 45 Schule verließ, um nun als kenntnisreicher Soldat auszuüben, was er dort gelernt hatte, war er ihr doch einige, Taler schuldig. [...] Napoleon wird in kurzer Zeit General und er- obert Italien. Napoleon geht nach Ägypten, wo einst die Kin- der Israel das Zieglerhandwerk trieben, und lieferte ein Tref- 50 fen bei Nazareth, wo vor 1800 Jahren die hochgelobte Jung- frau wohnte. Napoleon kehrte mitten durch ein Meer voll feindlicher Schiffe nach Frankreich und Paris zurück und wird Erster Konsul. Napoleon stellt in seinem unglücklich gewordenen Vaterlande die Ruhe und Ordnung wieder her 55 und wird französischer Kaiser [...]. Denn als der Kaiser in Brienne einmal erwartet wurde, er war aber in der Stille schon dort [...], da blieb er auf der Gasse plötzlich stille ste- hen, [...] nannte bald darauf den Namen der Obstfrau, er- kundigte sich nach ihrer Wohnung, die ziemlich baufällig 60 war, und trat mit einem einzigen treuen Begleiter zu ihr hi- nein. Eine enge Tür führte ihn in ein kleines, aber reinliches Zimmer, wo die Frau mit zwei Kindern am Kamin knlete und ein sparsames Abendessen bereitete. [...] Kennt Ihr den Kaiser auch, der heute hier sein soll?" 65 fragte der eine. ,,Er ist noch nicht da", antwortete die Frau,. ,,er kommt erst. Warum soll ich ihn nicht kennen? Manchen Teller und manches Körbchen voll Obst hat er mir abgekauft, als er noch hier in der Schule war." - ,,Hat er denn auch al- les ordentlich bezahlt?" Ja freilich, er hat alles ordent- 70 lich bezahlt." Da sagte zu ihr der fremde Herr: „Frau, Ihr geht nicht mit der Wahrheit um oder Ihr müßt ein schlechtes Gedächtnis haben. Fürs erste, so kennt Ihr den Kaiser nicht. Denn ich bin's, Fürs andere hab ich Euch nicht so ordentlich bezahlt, als Ihr sagt, sondern ich bin Euch zwei Taler schul- 75 dig oder etwas"; und in diesem Augenblick zählte der Beglei- ter auf den Tisch eintausendundzweihundert Frank, Kapital und Zins. Die Frau, als sie den Kaiser erkannte und die Gold- stücke auf dem Tisch klingeln hörte, fiel ihm zu Füßen und war vor Freude und Schrecken und Dankbarkeit ganz außer 80 sich [...]. Der Kaiser aber befahl nachher, das Haus niederzu- reißen und der Frau ein anderes an den nämlichen Platz zu bauen. ,,In diesem Hause", sagte er, ,,will ich wohnen, sooft ich nach Brienne komme, und es soll meinen Namen führen." Der Frau aber versprach er, er wolle für ihre Kinder sorgen. 85 Wirklich hat er auch die Tochter derselben bereits ehrenvoll versorgt, und der Sohn wird auf kaiserliche Kosten in der nämlichen Schule erzogen, aus welcher der große Held sel- ber ausgegangen ist. - Johann Peter Hebel: Aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (Hrsg: Wilhelm Zentner), Stuttgart: Reclam 1950, Aufl. 2009, S. 31-33 Napoleon MATERIALIEN Text 4: Ein Offiziersbericht Napoleons Ordonnanzoffizier Josef Grabowski berichtet über den Aufenthalt in Brienne: Der Kaiser griff Brienne an, wo sich der Feind festgesetzt hat- 90 te. Die Stadt brannte nieder; man kämpfte in den Gärten, vor dem Palais, sogar in den Zimmern desselben. [...] Als ich die Stadt erreichte, wurde noch in dem Garten hinter dem inzwi- schen verlassenen Schlosse geschossen. Ich betrat dasselbe, über Leichen russischer Soldaten hinwegschreitend; die Fenster 95 waren zerbrochen, die Wände von Kugeln gespickt, alles ausge. raubt. [...] Als ich mir die Bescherung ansah und überlegte, wie es möglich sei, hier Ordnung zu schaffen, kam aus einer Ecke ein alter Mann hervorgekrochen [...]. Ich hatte einige Soldaten Neufchâteler bei mir; mit diesen, der Hilfe des Alten und eini- 100 ger Dienstmädchen, wurde das Zimmer aufgeräumt, und ich fand auch für den Kaiser einen Raum mit unversehrten Fens- 135 tern. [...] Dann ging er [der Kaiser] durch das ganze Schloß und wählte ein kleines Stübchen, in dem nicht eine einzige Scheibe heil geblieben war; vielleicht knüpften sich für ihn manche Ju- 105 genderinnerungen an diesen bescheidenen Raum. [Napoleon hatte von 1779-1784 die Militärschule in Brienne besucht.] Zit. nach: Eckart Kleßmann (Hrsg): Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. München: dtv 1973, S. 228 ff. Text 5: Vaterunser (Flugblatt 1803) Vaterunser Napoleon, der du bist im Himmel zu Paris, entheiliget werde dein Name, wegkomme dein Reich, dein Wille geschehe in der Hölle, aber nicht auf Erden. Gib uns unser Brot, Geld, Blut und alles wieder, was wir dir 110 geben mußten. Bezahle uns unsere Kriegsschulden, dann vergeben wir auch unsern Schuldigern, führe uns nicht mehr in französische Versuchung, sondern erlöse uns von allem französischen Übel, Amen! Zit, nach: Eckart Kleßmann (Hrsg): Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. München: dtv 1973, S. 196 G GESCHICHTE betrifft uns Text 6: ,,Dankbares Andenken" Adolf Kußmaul, Arzt, geb. 1822. Er bezieht sich auf Äußerun- gen seines Vaters, der die Zeit Napoleons miterlebt hatte. 115 Wie gut ist es doch, daß du nicht vor 50 oder 60 Jahren zur Welt gekommen bist! Hättest du mit eigenen Augen das un- glaubliche politische und wirtschaftliche Elend gesehen, worin wir damals steckten, so würdest du über Napoleon an- ders urteilen. Das heilige römische Reich war aus tausend 120 Lappen und Läppchen zusammengeflickt [...]. Ich bin kein schlechterer Patriot als du, aber wir Alten be- wahren Napoleon ein dankbares Andenken. Nur seine eiserne Hand vermochte den Besen zu führen, der den Augiasstall des heiligen römischen Reiches ausfegte. Ich lasse mir ihn 125 nicht schelten, auch nicht die Franzosen; ohne sie gäbe es in Süddeutschland keine Verfassungen, auch die badische nicht, die Großherzog Karl mit klugem Verständnis 1818 sei- nen Untertanen verlieh. Adolf Kußmaul: Jugenderinnerungen eines alten Arztes. Stuttgart 1922, S. 73 1. Text 7: Er trägt das Böse in sich. François René de Chateaubriand, Schriftsteller, 1814: Bonaparte ist auf falsche Art und Weise ein großer Mann. Die 130 Großzügigkeit, welche die wahren Helden und Könige aus. zeichnet, fehlt ihm. Die Natur schuf ihn ohne Liebe und Mit- leid [...]. Geboren, um zu zerstören, trägt Bonaparte das Bö- se so natürlich in sich wie eine Mutter ihr Kind, mit Freuden und einem gewissen Stolz. Zit, nach: www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/ 3. 2010 epochen/Neuzelt/index.page-2450688.html 7 Text 8: Goethe Johann Wolfgang Goethe an seinen Verleger Cotta, 1808 (Goethe hatte Orden von Frankreich und Russland verliehen bekommen.): [...] ich will gerne gestehen, daß mir in meinem Leben nichts Höheres und Erfreulicheres begegnen konnte, als vor dem französischen Kaiser, und zwar auf eine solche Weise zu ste- hen. Ohne mich auf das Detail der Unterredung einzulassen, so kann ich sagen, daß mich noch niemals ein Höherer derge- 140 stalt aufgenommen, indem er mit besonderem Zutrauen, mich, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, gleichsam gelten ließ, und nicht undeutlich ausdrückte, daß mein We- sen ihm gemäß sey; wie er mich denn auch mit besonderer Gewogenheit entließ, und das zweytemal in Weimar die Un- 145 terhaltung in gleichem Sinne fortsetzte, so daß ich in diesen seltsamen Zeitläufen wenigstens die persönliche Beruhigung habe, daß wo ich ihm auch irgend wieder begegne, ich ihn als meinen freundlichen und gnädigen Herrn finden werde. Wie werth muß mir in dieser Betrachtung das hinterlassene 150 Zeichen seyn, und wie höchst vergnüglich das demselben zu- gefügte Russische: denn wer möchte nicht gern ein Denkmal jener wichtigen Epoche besitzen, ein Zeichen der Vereini- gung zweyer so großen als entfernten Mächte, wenn es auch weniger schmeichelhaft wäre. Zit, nach: Rita Selfert: Goethe und Napolcon. Begegnungen und Gespräche. Weimar: Welmarer Taschenbuch Verlag 2008, S. 711. Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. a) Zeigen Sie die Positionen auf, die die Verfasser Napoleon gegenüber einnehmen. b) Formulieren Sie erste Thesen für die Gründe die- ser Einschätzungen. 2. Untersuchen Sie die Quellen: Welche Intentionen und welchen tatsächlichen Informationswert können Sie herausarbeiten? 3. Erarbeiten Sie einen Katalog von a) Themen und b) offenen Fragen, die Sie im Laufe der Unterrichtsein- heit klären möchten. Verwenden Sie hierzu M 1.1 und M 1.2. 4. Was fällt Ihnen an den vorgelegten Quellen auf? Wel- che Quellen fehlen Ihrer Meinung nach? A1 Text 1 Text 2 Text 3 Text 4 A1/B Schink verabscheute Napoleon sehr er würde für Napoleon sterben, der Kaiser geht für ihn über alles andere sieht Napoleon als gütig und großzügig betrachtet Napoleon als brutal, er brennt Städte nieder -historischer Hintergrund •Volkerschlacht • bescheiden, konnte seine Herkunft nie wirklich ablegen Schichten hatten andere Sicht auf Napoleon •Goethe wurde vom Kaiser wertgeschätzt, er bewundert ihn A2 Napoleon als schlechten Mann darstellen -verhasst aufgrund des Kriegsteiben ∙war doch nicht all zu glanzvoll •war berechnend und egoistisch A4 •ganz differenzierte Meinungen •sehr emotionsgeladen -positive und negative Ansichten 1808 1810 1812 1813 1814 1815 1821 Stationen des Untergangs Napoleons Herrschaft Herrschaft Napoleons über West und Mitteleuropa Beschädigung der Kontinentalsperre durch Russland Fehlschlag der Strafexpedition Napoleons gegen Russland Sieg der neuen antinapoleonischen Koalition von England, Russland, Österreich, Preußen und Bayern in der Volkerschlacht bei Leipzig Verbannung Napoleons nach Elba Rückkehr Napoleons und seine Niederlage bei Waterloo Verbannung und Tod Napoleons auf St. Helena im Südatlantik Leistungskurs Geschichte (Sachsen): Abiturprüfung 2003 Ersttermin-Aufgabe A M 1: Bericht des Deputierten Laplanche im Jakobinerklub über seine Tätigkeit in einem französischen Departement 29. Vendemiaire im 2. Jahre der Republik Überall habe ich den Schrecken zur Tagesordnung gemacht, überall den Reichen und Aristokraten Steuern auferlegt. Orleans hat mir 50 000 Livre hergegeben und in Bour- ges genügten mir 2 Tage, um 2 Millionen einzutreiben. Da ich nicht überall sein konnte, 5 haben mich meine Abgesandten vertreten. Ein gewisser Mamin, der 7 Millionen hat, und den einer von ihnen auf 40 000 Livres taxierte, hat sich beim Konvent beklagt, der jedoch mein Verfahren gebilligt. Hätte ich ihn selbst besteuert, so hätte er 2 Milli- onen zahlen müssen. In Orleans ließ ich meine Abgesandten in der Volksgesellschaft Rechnung ablegen, und das Volk hat sie genehmigt. Überall habe ich die Glocken ein- 10 schmelzen lassen und mehrere Kirchspiele vereinigt. Die Föderalisten habe ich sämt- lich abgesetzt, die Verdächtigen eingesperrt und die Sansculotten in Thätigkeit gesetzt. Die Priester hatten in den Hafthäusern alle ihre Bequemlichkeiten, während die Sans- culotten in den Gefängnissen auf Stroh schlafen mußten; die ersteren haben mir Betten für die letzteren hergegeben. Überall habe ich die Priester heiraten lassen, 15 überall die Herzen und die Geister elektrisiert. Ich habe Waffenfabriken eingerichtet, die Werkstätten, die Spitäler und die Gefängnisse besucht. Ich habe mehrere Bataillone von der Aushebung in Masse einrücken lassen, einen Teil Nationalgarden gemustert, um sie republikanisch zu machen, und mehrere Royalisten guillotinieren lassen; kurz ich bin ganz und gar meinem entschieden befehlenden Auftrage nachgekommen und 20 habe überall als ein eifriger Jünger des Berges und der Revolution ergebener Volks- vertreter gehandelt. Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen der Vorlage Aus: Übersetzungen zu dem Quellenbuch zur Geschichte der Neuzeit, Max Schilling, Berlin 1890, S. 53 M 2: Auszug aus einem Artikel der Freien Presse (Bezirksleitung der SED) anlässlich der 200-Jahrfeier der Französischen Revolution: ,,Aus revolutionärer Verhei- Bung wurde gesellschaftliche Praxis" Vom 20. bis 26. August 1789 nahm die Verfassungsgebende Nationalversammlung (Konstituante) die ,,Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" an. Das ,,Ancien re- gime" (die alte Gesellschaft) erhielt seinen Totenschein. [...] Den Grenzen der neuen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft entsprach, daß das 5 Eigentum für unverletzlich und heilig erklärt wurde. Nicht entsprochen wurde der Vorstellung [...] den Benachteiligten und Schwachen zu helfen. Erst im Ergebnis des Volkskampfes erklärte die Verfassung 1791 die Abschaffung einiger Privilegien. Weiter ging die radikale Demokratie während der Jakobinerdiktatur, als sie soziale Gleichheit durchzusetzen versuchte. 10 Zu Gegnern der Menschenrechte erklärten sich viele Adlige, der Papst mit seinem Anhang und die Sklavenhalter in den Kolonien. Das damals noch revolutionäre Bür- gertum begrüßte die revolutionäre Verheißung. Dagegen bezeichnete Karl Marx die 2003-1 1 2 Aufgaben: Teilen Sie die Französische Revolution in Etappen ein. Berücksichtigen Sie dabei grundlegende politische und soziale Veränderungen, welche die jeweilige Staatsform hervorbrachten und bestimmten. 3 Menschenrecinte vun 1789 als ,,nichts anderes als Rechte des egoistischen Menschen“, für den die Gesellschaft nur äußerer Rahmen ist, der ihn behindere. 15 Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft vergrößerte den Widerspruch zwischen verkündeten Menschenrechten und Wirklichkeit. Zugleich wurden die in der Realität oft verkümmerten Menschenrechte dort ,,verchromt": Das Recht zur Mitwirkung bei der Gesetzbildung schrumpfte auf das Wahlrecht ein. Das Recht zur Meinungs- und Überzeugungsfreiheit reduzierte sich auf Redefreiheit ohne Veränderungswirkung, 20 das Recht zum Widerstand zum Recht auf Konservatismus. 5 Erst viel später, mit dem Kampf um eine sozialistische Gesellschaftsordnung, wurde die Kluft zwischen politischem Anspruch und sozialer Wirklichkeit überwunden. So schuf der einheitliche revolutionäre Umwälzungsprozeß in der DDR die ökonomischen, sozialen und politischen Garantien für die Menschenrechte und erweiterte sie um die 25 gesellschaftlichen und persönlichen Rechte auf Frieden, Arbeit, soziale Sicherheit, Persönlichkeitsentfaltung, Wohnung. Im Sozialismus gelten Menschenrechte in der Gesamtheit, nicht nur einige und nicht nur für einige. Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen der Vorlage Aus: Helmut Biering, Aus revolutionärer Verheißung wurde gesellschaftliche Praxis; In: freie Presse (Bezirkszeitung der SED) ,,Heute für Morgen", 07. Juli 1989, S. 2 Erarbeiten Sie aus M 1 die Maßnahmen, die der Deputierte Laplanche durchführen ließ, und erläutern Sie, welche Überlegungen bzw. Ideen diesen zu Grunde lagen. Legen Sie anhand von M 2 dar, wie der Verfasser die Französische Revo- lution anlässlich ihrer 200-Jahrfeier beurteilt. 4 In M 2 geht der Verfasser auf die Menschenrechte im Sozialismus ein (Z. 26/27) und stellt abschließend die These auf: ,,Im Sozialismus gelten Menschenrechte in der Gesamtheit, nicht nur einige und nicht nur für einige." Nehmen Sie vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund in der DDR zu dieser Behauptung Stellung. Erläutern Sie die Bedeutung der Französischen Revolution für eine mo- derne und demokratische Staatsordnung. 2003-2 12 BE 12 BE 10 BE 14 BE 12 BE 60 BE Innenpolitik Napoleons -Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung • Verwaltung: Bekämpfung der Korruption • Zensur von Presse, Theater und Büchern • Rechtssicherheit durch den Code Civil: Gleichheit vor dem Gesetz • neuer Adel: Verdiente Heerführer • Aussohnung mit der katholischen kirche durch das Konkordat • glanzvolle Selbstdarstellung des Staates - Kaiserkrönung -Bauwerke -Kunst des Empire -Glorie durch immer neue Siege - Nachahmung des römischen Kaisertums • Napoleon: -hatte einen unbeschreiblicher Stil -war von starkem Charakter geprägt -hatte keine dummen Angewohnheiten - er arbeitete und traf Entscheidungen, statt nur zu sprechen und zu spekulieren -bekräftigte die Garantie für Eigentum und Ordnung -militärische Erfolge -Despotismus • jemand, der nur sehr schwer kontrollierbar und nicht durchschaubar ist die Grundpfeiler Napoleons Herrschaft Armee und militärische Erfolge Code Civil, ein Rechtssystem der Lebensstil Napoleons -Bischofe waren ihm gegenüber positiv gesinnt • Menschen sehnten sich nach Ruhe, Ordnung und Sicherheit •wer könnte das besser geben, als ein aufstrebender Feldheer, der mit Erfolgen in der Außenpolitik das Land schützte und Selbiges für Innen versprach? • Menschen setzten ihre Hoffnung in die Religion dadurch ertragen sie bestimme Dinge leichter Herrschafts-und Vertröstungselement Kirche • Stabilisierung der Gesellschaftsordnung Garantie der Besitzverhältnisse das Konkordat, die Kirchenversöhnung Gewinner des napoleonischen Systems: • alter Adel •Besitzbürgertum •Militär • Zensur, starke Polizei und scharfe Propaganda steuerten das Meinungsbild massiv Verlierer des napoleonischen Systems: •Bauern •Lohnarbeiter • Heiratspolitik in europäische Königs und Standeshäuser sich selbst und seine Familie •Beeinflussung und Gewinn an Einfluss Ein Ohr an der Basis" • zentralistische Verwaltung der erste und letzte, der Gesetze erlässt

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Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

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Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte

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 Napoleon-Retter oder Totengräber der Revolution?
•Einführung Monarchie
-hat Ruhe geschaffen
Zensur der Presse
•Code Civil
•Vertrag zwischen

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Kommentare (4)

D

Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

Hier findet ihr alles Mögliche zur Französischen Revolution und Napoleon Bonaparte aus dem Geschichte eA (Thüringen).

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Napoleon-Retter oder Totengräber der Revolution? •Einführung Monarchie -hat Ruhe geschaffen Zensur der Presse •Code Civil •Vertrag zwischen Staat und Kirche: Konkordat Napoleon beendet... Napoleon vollendet.... Retter oder Totengräber? Sowohl als auch! -allgemeines Wahlrecht •Code Civil •1804 wird Frankreich augenscheinlich zur Republik -Klerus und Adel müssen den Bauern ihr Land lassen oder es ihnen abkaufen •Klerus und Adel ohne Steuerprivilegien • Übernahm Reformen in Verwaltung • allgemeine Schulpflicht •Leistungsprinzip, statt Ständeprinzip und Geburtsrecht -Beseitigung des Feudalsystems • Adel als Anwälte im Finanzwesen und Kollegsfragen, jedoch ohne Privilegien • Volksentscheid zum Konsul und zum Kaiser ·lässt Papst zu sich kommen •Kirche ohne Privilegien Wirtschaftsliberalismus MATERIALIEN M 3.13 Napoleon - Vollender oder Vollstrecker der Revolution? ,,Bürger, wir haben die Grundsätze von 1789 endgültig fest- geschrieben. Die Revolution ist beendet". So heißt es 1799 in der neuen Verfassung der drei Konsuln, von denen Napoleon die Führungsposition innehat. Er schul- det seine steile Karriere der Revolution: Sohn eines verarm- ten Rechtsanwalts aus Korsika, wird er bereits mit 25 Jah- ren aufgrund seiner militärischen Leistungen General. 1795 schlägt er in Paris einen monarchistischen Aufstand mit Ge- walt nieder und gilt als ,,Retter der Republik". Er hat mili- tärische Erfolge und wagt 1799 einen Staatsstreich. 1804 krönt er sich selber in Anwesenheit des Papstes mit dem an- tiken Cäsaren-Lorbeerkranz zum ,,Kaiser der Franzosen". Somit ist Frankreich wieder eine Monarchie. Das wichtigste Ziel des neuen ,,starken Mannes" war die Stabilisierung Frankreichs. Er führte die Zentralisierung des Landes fort...

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mit der Einsetzung von Präfekten in den Depar- tements und gründete die ,,Großen" Schulen für die Bildung der Verwaltungs- und Wirtschaftseliten. Er wünschte die dauerhafte Versöhnung zwischen allen Franzosen und lies die exilierten Adeligen zurückkommen unter der Vorausset- zung, dem neuen System zu dienen. Text 1: Eid des Kaisers (1804) ,,Ich schwöre, die Unversehrtheit der Republik zu behaupten, die Gesetze des Konkordats [Vertrag mit der katholischen Kirche] und die Freiheit des Gottesdienstes zu achten und achten zu lassen, die Gleichheit der Rechte, die politische 5 und bürgerliche Freiheit, die Unwiderruflichkeit des Verkaufs der Nationalgüter zu achten und achten zu lassen, keine Ab- gaben zu erheben und keine Auflage zu errichten als in Ge- mäßheit der Grenzen des Gesetzes, die Ehrenlegion auf- rechtzuerhalten und nur zum Vorteil [und zum Glück] und 10 zum Ruhm des französischen Volkes zu regieren." "t. nach: Peter Hartig: Die Französische Revolution. Stuttgart: Klett 1967, S. 64 Text 2: Die Republik - eine Wahnvorstellung In einem vertraulichen Brief schreibt Napoleon 1797: [...] Glauben Sie vielleicht, daß ich eine Republik begründen will: Welcher Gedanke! [...] Das ist eine Wahnvorstellung, in die die Franzosen vernarrt sind, die aber auch wie so man- che andere vergehen wird. Was sie brauchen, das ist Ruhm, 15 die Befriedigung ihrer Eitelkeit, aber von der Freiheit ver- stehen sie nichts. Blicken Sie auf die Armee! Die Erfolge und die Triumphe, die wir soeben davongetragen haben, die ha- ben dem französischen Soldaten seinen wahren Charakter wiederverschafft. Für ihn bin ich alles. [...] Die Nation 20 braucht einen Führer, einen durch Ruhm hervorragenden Führer, aber keine Theorien über Regierung, keine großen Worte [...]. Was mich angeht, so erkläre ich Ihnen: [...] ich habe die Freuden des Kommandierens gekostet, und darauf kann ich 25 nicht mehr verzichten [...]. Zit. nach: Peter Hartig: Die Französische Revolution. Stuttgart: Klett 1967, S. 61 f. G GESCHICHTE betrifft uns 1. 2009 Napoleons Mittel der Konsolidierung 3b CODI TWIE 3c 3a. Die Ehrenlegion (1802): eine Möglichkeit, Menschen (damals nur Männer) auszuzeichnen. So schuf Napoleon eine neue Elite, die ihm persönlich verpflichtet war. 3b. Die neue stabile Währung (1803) 3c. Der Code civil: das Gesetzbuch, das in Teilen bis heute in Frankreich gültig ist und gesamteuropäische Wirkung zeigte. (1804) Aus: Histoire-Géographie, 4e. Paris: Hachette Education 2006, S. 91 Text 3: Das Erbe von 1789? Napoleon hat nur Teile des Erbes von 1789 bewahrt, vor allem die bürgerlichen Errungenschaften der Revolution, von der Rechtsgleichheit bis zur Eigentumsverfassung. Er gab die poli- tisch-partizipativen Elemente auf und ersetzte die politische 30 Freiheit und Mitsprache durch einen plebiszitären Scheinpar- lamentarismus [...]. Vor allem vollendete er die administrative Zentralisierung, die durch die Jakobiner bereits eine Stärkung erfahren hatte, und führte sie auf den Weg des Polizeistaates. Er festigte die Selbstdarstellung der Grande Nation und erwei- 35 terte sie um militärisch-imperiale Züge [...]. Damit war die Verfassungsgeschichte der Revolution um eine weitere Varian- te und Erfahrung erweitert, nämlich um die cäsaristisch- bonapartistische. Sie sollte freilich durch ihre widersprüchli- che Verbindung von revolutionären und monarchischen Ele- 40 menten, von innerer Stabilisierung und ungebremster militäri- scher Expansion am Ende gleichfalls scheitern. Hans-Ulrich Thamer: Die Französische Revolution. München: Verlag C.H. Beck 2004 (= Beck'sche Reihe 2347), S. 109 Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. Welche Gründe haben die verschiedenen gesellschaft- lichen Gruppen für Napoleon zu stimmen? 2. Was bewahrt Napoleon von den Prinzipien von 17892 Erklären Sie den Begriff Polizeistaat" in Text 3. 3. Informieren Sie sich über den Inhalt des Code civil sowie seine Bedeutung für das heutige Frankreich. 4. Erläutern Sie Napoleons Devise: weder rote Mützen (der Jakobiner) noch rote Absätze (der Adeligen). Die Französische Revolution A1 •Stabilisierung Frankreichs führte Zentralisierung fort -Einsetzung von Präfekten in den Departements • gründete die Großen Schulen für die Bildung der Verwaltungs und Wirtschaftseliten • wollte eine dauerhafte Versöhnung aller Franzosen • führte die Ehrenlegion 1802 ein •um Menschen, damals nur Männer, für ehrenhafte Taten auszuzeichnen •Code Civil 1804 -Fortsetzung der Grundsätze von 1789 ebenfalls aus ärmeren Verhältnissen -brachte Ordnung zurück •hat Bauern ihr Land versprochen - versuchte Prinzipien der Revolution zu vertreten • Einführung eines allgemeinen Wahlrechts durch den Code Civil wollte den Staat in Ruhm und Glanz steuern stiftete Bauwerke voller Glanz •holte Geflüchtete ohne Bestrafung zurück A2 • Rechtsgleichheit • Unversehtheit der Republik • Freiheit des Gottesdienstes -politische und bürgerliche Freiheit • Unwiderruflichkeit der Verkäufe - Nationalquter zu achten • keine Auflagen als in Gemäßheit der Gesetze A3 • glanzvolle Selbstdarstellung des Staates: Kaiserkrönungen, Bauwerke, Nachahmung des Kaisertums • neuer Adel: Heerführer, die erfolgreich waren •Aussöhnung mit der katholischen Kirche durch das Konkordat •Zensur von Presse, Theater und Büchern • Rechtssicherheit: Code Civil Gleichheit vor dem Gesetz • Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung Außenpolitik Napoleons-die Neugestattung Deutschlands -1. Koalitionskrieg 1792-1794 • 2. Koalitionskrieg 1799-1802 • England, Russland, Österreich, Neapel, Portugal und die Türkei gegen • französischer Sieg • 1801 Friede von Luneville mit Österreich • 1802 Friede von Amiens mit England • Jahre der Unruhen, des Krieges und tiefgreifender politischer und gesamtgesellschaftlicher Umbrüche ・geistige Herausforderungen • in Frankreich viele Veränderungen • vermittelte nach Hinrichtung des Königspaares und Revolutionskriegen ein eher chaotisches Bild • Steigerung des Bedürfnisses nach aktuellen Informationen • Bilder, Berichte, .... ...Geburtsstunde der politischen Öffentlichkeit" • Politisierung der Öffentlichkeit Frankreich • gebildete Bürger und Adelige in Deutschland auch soziale Spannungen • Bauernaufstände, .... .kurzzeitig zwei Republiken • Revolution blieb aus Phase des permanenten Krieges zwischen 1792 und 1815 • Neuordung Deutschland • Ende des 18. Jhd: HRRAN, ein loser Bund mit über 300 Fürstentümern • gibt einen Kaiser, der aber hat kaum Macht aufgrund des Föderalismus • Frankreich annektierte im Verlauf der Revolutionskriege diejenigen deutschen Reichsgebiete, welche westlich des Rheins liegen Wichtigsten Reformen in Deutschen Staaten • Abschaffung des Feudalsystems • Verstaatlichung der kirchlichen Güter -Neuverteilung des Landes • 1804 Code Civil und modernes Strafrecht • Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz • Einführung der Zivilehe Abschaffung aller Zollgrenzen • Einführung des Francs •Bildungsreformen Justiz- und Strafrechtsreform • Erlass von Verfassungen • Garantie einiger Grundrechte •Schaffung moderner Zentralverwaltung und eines Berufbeamtentums • Abschaffung der Ständegesellschaft -Steuergleichheit -Heeresreformen, Einführung der allgemeinen Wehrpflicht • Gewerbefreiheit • Säkularisation • effiziente Staatsverwaltung • Bauernbefreiung: Abschaffung der Leibeigenschaft • Abschaffung der Zunftordnung • Gewerbefreiheit • Gleichstellung der Juden • Recht auf kommunale Selbstverwaltung LINKSRHEIN RHEINBUNDSTAATEN -Bildungsreformen • Heeresreformen • allgemeine Wehrpflicht PREUBEN Die Französischen Revolutionskriege Die Kriege, die Frankreich zwischen 1792 1802 in der Phase seiner Revolution gegen die Monarchien Europas geführt hat. Frankreich 1. KOALITIONSKRIEG: 1792-1797 -Einmarsch in Frankreich für die Koalition siegreich bis zur Schlacht bei Valmy am 20.09.1792 -Franzosen drangen über den Rhein ein und erobern Mainz und die Niederlande •geht 1793 verloren Österreich, Preußen, Sardinien, Neapel, Niederlande, Spanien, Portugal, England ab 1792 ab 1793 • 1795 wurde der Baseler Frieden zwischen Frankreich, Preußen und Spanien vereinbart linksrheinische preußische Gebiete bleiben französisch besetzt Frankreich • 1797 wurde der Frieden von Campo Formio mit Österreich und Sardinien Napoleon vereinbart • linksrheinische Gebiete, die österreichische Niederlande sowie die Lombardei gingen an Frankreich • England setzte den Kampf fort • französischer Sieg 2. KOALITIONSKRIEG: 1799-1802 England, Russland, Österreich, Portugal, Neapel, Türkei • 1801 wurde der Friede von Luneville mit Österreich vereinbart • Österreich verzichtet im Namen des Reiches auf linksrheinische Gebiete • 1802 wurde der Friede von Amiens mit England vereinbart 20 (Wert-)Urteile über Napoleon M 5.2 Napoleon in der Karikatur MATERIALIEN Bild 1: Triumph des Jahres 1813. Den Deutschen zum Neuenjahr. Gebrüder Henschel, Radierung vom 09.12.1813. Die erfolgreichste Napoleon-Karikatur überhaupt! Erläuterung der Bildelemente durch die Gebrüder Henschel: ,,Der Huth ist Preussens Adler, welcher mit seinen Krallen den Großen gepackt hat und ihn nicht mehr losläßt. Das Gesicht bilden einige Lei- chen von den Hunderttausenden, welche seine Ruhmsucht opferte. Der Kragen ist der große Blutstrom, welcher für seinen Ehrgeiz so lange flie- Ben musste. Der Rock ist ein Stück der Landcharte des aufgelösten Rheinbundes. An allen darauf zu lesenden Orten verlohr er Schlachten. Das rothe Bändchen bedürfte des erklärenden Ortes wohl nicht mehr [Es erinnert an den 1808 in Erfurt abgehaltenen Fürstenkongress]. Der gro- Be Ehrenlegionsorden ist ein Spinnengewebe, dessen Fäden über den ganzen Rheinbund ausgespannt waren; allein in der Epaulette [Schulter- stück] ist die mächtige Gotteshand ausgestreckt, welche das Gewebe zerreißt, womit Deutschland umgarnt war, und die Kreuzspinne vernich- tet, die da ihren Sitz hatte, wo ein Herz seyn sollte!" Reproduziert und zit. nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 124-125 Bild 2: Stufenleiter Napoleons (1814) Thayer General breda. Kaiser der fodern Rail Erster Consul der epibblic Abschied t VET. Spanien. Heinkehr farma Buonapartes Stuffenpahre G GESCHICHTE betrifft uns 3. 2010 AO Triumph der Jahre 1813. Don Deutschon zum Neuengahn. en Frankreich Johann Michael Voltz: Buonapartes Stuffenjahre, 1814 Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 151 Napoleon Bild 3: Das Kartenhaus (Ende 1813) M 5.3 Dan Spect ist as Badan Station Neapel/ Scholit - UNIVERSAL MONARY your Ladrian Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 117 MATERIALIEN Methodenkarte: Arbeiten mit Karikaturen Beschreiben Sie die Karikatur: Was zeigt die Karikatur? Was springt ins Auge? - Welches Thema spricht die Karikatur an? Wer oder was ist gemeint? Bild 4: Seifenblasen (1814) G GESCHICHTE betrifft uns 3- 2010 Italyn Wiphala Spania End Neupel FUTS Karikatur kommt vom lateinischen Wort ,,caricare" und bedeutet übertreiben, verzerren. Die Karikatur zeigt in bildlicher Form Personen oder Ereignisse. Dabei spitzt sie zu und/oder übertreibt bestimmte Apekte. Sie hat meist eine bissige und/oder witzige Pointe. Eine Karikatur hat immer eine bestimmte Intention: Verspottung oder Bloßstellung einer Person oder eines Ereignisses; Kritik an Missständen; Hervorhebung von Fehlern. Da die Karikatur oft komplexe und/oder uns fern- liegende Themen anspricht, ist eine Interpretation ohne Kenntnisse des historischen Kontextes nur bedingt möglich. SCHRITTE ZUR ERFASSUNG EINER KARIKATUR 21 So zerfüeben getraeumte Weltreiche Reproduziert nach: Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon. Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Ausstellungskatalog, Hannover 2006, S. 175 - In welcher historischen (ggf. auch biografischen) Situation ist die Karikatur entstanden? Welche Darstellungsmittel hat der Karikaturist verwendet? Deutung von Symbolik (sinnbildliche Bedeutung bzw. Darstellung), Metaphern (eine bildhafte Darstellung eines abs- trakten Begriffs, die die Bezeichnung eines Dinges, eines Gedankens oder Sachverhalts durch eine andere ersetzt, um deren Bedeutung klarer, farbiger und plastischer hervortreten zu lassen), Analogien (Vergleiche), Personifikationen (z.B. Engel = Frieden) usw. Auflösung von Über- und Untertreibungen, Redensarten usw. -Welche Bewertung nimmt der Karikaturist vor? Welche Position vertritt er? Von welcher Position aus urteilt er? Welche Adressatinnen und Adressaten hat er? Was will er erreichen? Welche Wirkung hatte die Karikatur vermutlich in ihrer Entstehungszeit? Welche Wirkung hat sie heute auf Sie? Napoleon Darstellung Person. Texte Symbole Bezug Position Intens. Napoleons Stufenjahre Aufstieg und Fall Aufstieg und Fall Napoleons in Form von Napoleons in Form von Stufen Stufen Napoleon, zwei Soldaten, Teufel corsischer Knabe, Schüler, Militär, Glücksritter zu Paris, General, Herrscher, Großherrscher, Abschied, aus Spanien, Schlittenfahrt aus Russland, Lebewohl aus Deutschland, Ende, Fortdauer nach dem Tode Kleidung, Gewehre, Pferde, Schlitten, Holle, Große, Stufen 1814 Napoleons Abstieg, Verhollung Werturteile über Napoleon Bonapartes Stufenjahre schneller Auftstieg, noch schnellerer Fall, Napoleon zu Tode und in die Hölle Napoleon, Soldaten, Siegermächte Schüler zu Brienne, Leutnant zu Toulon, Bürger, General zu Arcola, 1. Konsul der Republik, Kaiser des Reiches, Abschied von Spanien, Heimkehr aus Russland, Flucht aus Deutschland, Sturz in Frankreich Kleidung, Gewehre, Pferde, Schlitten, Stufen, Seifenblasen 1814 Napoleons Aufstieg und Verbannung so schnell wie er aufstieg, fiel er auch Triumph des Jahres 1813 Napoleon im Profil, sein Gesicht aus Leichen, sein Kragen ist ein Blutstrom, sein Oberkörper der Rheinbund, Hand hält Spinnennetz Napoleon Hut, General, Leichen, Landkarte, Spinnenetz 1813 Triumph der Deutschen 1813, Den nein mein Haus, Deutschen zum Neuen Jahr Völkerschlacht bei Leipzig negativer Blick auf Napoleon, Siegersicht Deutschlands Das Kartenhaus er hat ein Leben in der Ablehnung Napoleons Napoleon ging über Holle verdient Leichen Napoleon und ein Kasak am Tisch, Napoleons Kartenhaus zerbricht Napoleon und russischer Soldat Seifenblasen Universal Monarchie Napoleon auf Hocker, macht Seifenblasen mit seinem Sohn Napoleon und sein Sohn Dein Spiel ist aus, Oh So zerfließen geträumte Weltreiche Kartenhaus, Karten mit Seifenblasen Reichen, Adler für römisches Reich, Imperium, Ehrenlegion 1813 Napoleons Machtzerfall, Niederlage Russlandfeldzug, Volkerschlacht bei Leipzig Ende von Napoleons Weltmacht 1814 Träume zerplatzen Verspottung, Warnung lustig machen, Spott Das Ende der Napolconischen Herrschaft 1812 Napoleon auf der Hohe seiner Macht 1808 1812 grausame Unterwerfung der Volksaufstände Russlandfeldzug Napoleons scheitert, Flucht Napoleons nach Paris 1813 Aufstellung einer neuen Armee, Niederlage bei Leipzig, 2. Abdankung Napoleons und Verbannung nach St. Helena 1821 Tod Napoleons Gründe für den Sturz: Selbstüberschätzung, nationales Unabhängikeitsbestreben der europäischen Völker 1808 Freiheitskampf der Spanier 1809 Tiroler Volksauf stand unter Andreas Hofer Widerstand der russischen Armee: • Taktik der verbrannten Erde • Nutzung der Weite des Raumes und des Klimas • überraschende Angriffe Koalition gegen Napoleon: · Befreiungskampf der Preußen, Russen und Österreicher • 1813 Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig Sieg der Koalition: Schlacht bei Waterloo 1815 Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress M 2.2 M 2.2.1 Konstituierung der Nationalversammlung REVOLUTION Nach der feierlichen Eröffnung der Generalstände am 5. Mai durch Ludwig XVI. in Versailles kommt es schnell zu Ausein- andersetzungen um die Frage, ob nach Ständen oder nach Köpfen abgestimmt werden soll. Die Vertreter des Dritten Standes fordern Abstimmung nach Köpfen und gemeinsame Beratungen der drei Stände. Schließlich geben sie am 17. Ju- ni auf Antrag von Sieyès folgende Erklärung ab: Die Versammlung stellt nach Überprüfung ihrer Vollmach- ten fest, daß sie schon jetzt 96 % der von der Nation direkt beauftragten Vertreter vereinigt. Eine so große Deputation darf nicht untätig bleiben, nur weil die Abgeordneten einiger Bailliagen oder die Vertreter irgendeiner Klasse von Bürgern fehlen; denn die Abwesen. den, die aufgerufen waren, zu erscheinen, können die An- wesenden nicht daran hindern, von ihren Rechten vollen Gebrauch zu machen, schon gar nicht dann, wenn die Aus- übung dieser Rechte zur unbedingten und dringlichen Pflicht wird. Da zudem nur die hier anerkannten Vertreter zur Äußerung des nationalen Willens beitragen dürfen und alle anerkann- ten Vertreter dieser Versammlung beiwohnen müssen, so ist notwendig daraus zu schließen, daß diese Versammlung al- lein und nu sie allein das Recht hat, den allgemeinen Willen der Nation zu deuten und vorzutragen; zwischen dem Thron und dieser Versammlung kann kein Vetorecht, keine negati- ve Gewalt bestehen. Demzufolge erklärt die Versammlung, daß alle hier anwe- senden Abgeordneten unverzüglich damit beginnen können und müssen, die Nation wiederaufzurichten, und sie ihre Ar- beit beharrlich und gegen alle Widerstände fortsetzen sollen. Die Bezeichnung „Nationalversammlung" ist beim gegen- wärtigen Stand der Dinge die einzige, die dieser Versamm- lung zukommt; zum einen, weil nur die Mitglieder dieser Versammlung rechtmäßige, vom Volk bestimmte Vertreter sind, zum andern, weil nahezu die ganze Nation diese Mit- glieder direkt entsandt hat und schließlich, weil, infolge der Inkompatibilität seines Amtes, kein Abgeordneter, gleich welchen Standes oder Klasse, das Recht hat, Ämter außer- halb dieser Versammlung zu bekleiden. Nie wird die Versammlung die Hoffnung aufgeben, auch die heute abwesenden Volksvertreter in ihrer Mitte zu sehen; sie wird nicht aufhören, an diese zu appellieren, ihre Pflicht zu erfüllen und bei der Abhaltung der Generalstände mitzu- wirken. Gleichgültig zu welchem Moment der jetzt begin- nenden Sitzungsperiode sich die ausgebliebenen Abgeord- neten einstellen, sie können im voraus versichert sein, daß die Versammlung sich beeilen wird, sie aufzunehmen und sie nach Überprüfung ihres Mandats einladen wird, zum Fortgang der großen, zur Erneuerung Frankreichs notwendi- gen Arbeiten beizutragen. Die Nationalversammlung beschließt, umgehend eine Nie- derschrift der in dieser Sitzung behandelten Themen anzu- fertigen, die dem König und der Nation vorgelegt werden soll. Buchez/Roux, a. a. O., S. 496 1. M 2.2.2 Der Ballhausschwur Die Erklärung des Dritten Standes führt zu Protesten des Adels, während der Klerus mit knapper Mehrheit für die Ver- einigung mit der Nationalversammlung stimmt. Als die Ab- geordneten am 20. Juni ihren Versammlungssaal verschlos- sen finden, ziehen sie in ein naheliegendes Ballhaus und ta- gen dort unter dem Vorsitz von Jean Sylvain Bailly. Die Bera- tungen ergeben: Die Nationalversammlung beschließt, in der Erwägung, daß gemäß ihrem Auftrag, die Verfassung des Königreiches festzulegen, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen und die wahren Grundsätze der Monarchie aufrechtzuer- halten, nichts sie hindern kann, ihre Beratungen fortzuset- zen, wo auch immer man sie zu tagen zwingt, ferner, daß überall dort, wo ihre Mitglieder versammelt sind, die Natio- nalversammlung ist: daß alle ihre Mitglieder auf der Stelle einen feierlichen Eid leisten, sich niemals zu trennen und sich überall, wo die Um- stände es notwendig machen, zu versammeln, solange bis die Verfassung des Königreiches geschaffen und auf feste Grundlagen gestellt worden ist, und daß nach dem Schwören besagten Eides alle Abgeordneten, jeder für sich, durch ihre Unterschrift diese unumstößliche Entschließung bestätigen. M. Bailly; Ich fordere für die Sekretäre und mich, den Eid als erste zu leisten. - Sie tun dies auf der Stelle mit folgender For- mel: „Wir schwören, uns niemals von der Nationalversammlung zu trennen und uns überall zu versammeln, wo die Umstän- de es notwendig machen werden, solange bis die Verfassung des Königreiches geschaffen und auf feste Grundlagen ge- stellt ist." Darauf schwören alle Abgeordneten dem Präsidenten den gleichen Eid in die Hand. Buchez/Roux, a. a. O., II. Bd., S. 3 Am 23. Juni erklärt Ludwig XVI. die Beschlüsse des Dritten Standes für nichtig und die Versammlung für aufgelöst. Am selben Tag proklamiert die Nationalversammlung die Immu- nität der Abgeordneten ( Schutz vor behördlicher Verfol- gung). Ende Juni unternimmt der König eine Kehrtwende und befiehlt den adeligen Ständevertretern sich der Nationalver- sammlung anzuschließen. M 2.2.3 Der Ballhausschwur vom 20.6.1789 (Folie 1) Leitfragen/Arbeitsaufträge (zu M 2.2.1.-M 2.2.3) 1. Sind die Konstituierung der Nationalversammlung und der Ballhausschwur bereits revolutionäre Handlungen? 2. Wie wird der Ballhausschwur auf dem Gemälde (M 2.2.3) dargestellt? 20 M 2.2.4 Aus einem Bericht über die Ereignisse am 14. Jull 1789 um die Bastille, die königli che Stadtfestung von Paris; [...] Nachdem die Angreifer die erste Zugbrücke heruntergeholt und ihre Kanonen vor die zweite gebracht hat- ten, konnte es ihnen nicht mehr miß- lingen, die Festung zu nehmen. Der Marquis de Launay [der Gouverneur der Bastille] hätte zweifellos der Ein- nahme der ersten Brücke heftigeren Widerstand entgegensetzen können; aber dieser gemeine Handlanger der Tyrannel, eher wert, Kerkermeister als Kommandant einer Festung zu sein, verlor den Kopf, als er sich von dem wütenden Volk eingeschlossen sah, und flüchtete eilends hinter die unge heure Masse seiner Bastionen; er hoff- te, hier in Sicherheit auf die Hilfstrup- pen warten zu können, die ihm für den Abend Baron de Besenval und Mon- sieur de Flesselles versprochen hatten. Die Verteidiger gaben das Zeichen zur Übergabe und hißten auf dem Turm der Bazinière die weiße Fahne. [...] Die zuerst Eingedrungenen be- handelten die Besiegten menschlich und umarmten die Offiziere zum Zel- chen des Friedens und der Versöh- nung; als aber einige Soldaten auf den M 2.2.5 Bildsymbolik Sturm auf die Bastille 21 Plattformen, die nicht wußten, daß sich die Festung ergeben hatte, ein paar Salven abgaben, warf sich das Volk wutentbrannt auf die Invaliden und mißhandelte sie. Einer von ihnen wurde getötet. [...] die Raserel der Menge wurde im- mer größer, und ihr blinder Zorn ver- schonte auch die Eskorte des Marquis de Launay nicht. Elle erhielt mit dem Gewehrkolben einen Schlag auf den Kopf, der ihn tot niedergestreckt hätte, wenn nicht sein runder Hut die Wucht des Schlages aufgehalten hätte; aber er war gezwungen, die Eskorte an der Ulme Saint-Gervals zu verlassen, Hulin selbst, trotz seiner Kraft und seiner mächtigen Gestalt, konnte der Gewalt. tätigkeit der Menge keinen Wider- stand leisten; erschöpft von den Mißhandlungen und den Anstrengun- gen zur Verteidigung seines Gefange- nen, wurde er auf der Place de Grève von ihm abgedrängt. Als er sich um- drehte, sah er das Haupt Monsieur de Launays auf eine Pike gespießt. [...] Im Taumel des Erfolges hatte man die Unglücklichen in den Gefängnissen der Festung vergessen. Man trug die Schlüssel triumphierend in Paris um- her, und die Türen ihrer Kerker muß- zeitgenössische Radierung; Quelle: Paris, Bibliothèque Nationale ten aufgebrochen werden. Sieben Ge- fangene wurden gefunden, die man zum Palais-Royal führte. Die Unglück- lichen befanden sich in einer Art Ver- zückung und glaubten von Traumbil- dern getäuscht zu werden, deren Zou- ber nur einen Augenblick dauern wür- de, Aber bald erblickten sie das blutige Haupt des Gouverneurs auf der unhell- vollen Pike, an der eine Tafel mit den Worten hing: de Launay, Couverneur der Bastille, falsch und verräterisch ge- gen das Volk." Bei diesem Anblick ran- nen Freudentränen aus Ihren Augen, und sie hoben die Hände zum Himmel, um die ersten Augenblicke ihrer Frel- heit zu segnen. Die Schlüssel wurden Monsieur Brissot de Varville übergeben, der wenige Jah- re vorher selber in diese Höhlen des Despotismus geworfen worden war; und dreitausend Mann wurden ausge- schickt, um die verhaßten Türme zu bewachen, bis das Dekret der Stadt dem Wunsch des Volkes entsprochen hatte, das ihre Zerstörung verlangte. entnommen: Histoire de la Révolution de France de 1789, por Deux Amis de la Liberté, Bd. II, Pa- ris 1790 ff. Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. Warum kam es am 14. Juli 1789 zur Erstürmung der Bastille? Wel- ches waren die unmittelbaren Fol- gen? 2. Auf die Nachricht vom Sturm auf die Bastille soll Ludwig XVI. ausge- rufen haben: „Das ist ja eine Revol- tel" Daraufhin soll ihm entgegnet worden sein: „Nein, Sire, das ist ei- ne Revolution!"- Worin liegt die Pointe dieser Anekdote? 3. Grenzen Sie den Begriff "Revolu- tion" auch gegenüber „Staats- streich", „Evolution" und „Reform" ab! 4. Ordnen Sie die Bastille in den Zu- sammenhang ein, der auf der Ra- dierung M 2.2.5 dargestellt wird! 5. Der 14. Jull ist französischer Na- tionalfeiertag geworden. Zu Recht? A1/1 ja, weil: •breite Masse der Bevölkerung: Dritter Stand • Veränderung war gewünscht •mit Erfolg -Verfassung wurde geändert • rechtsgebende Volksvertretung • Monarchie wurde abgeschafft - Ballhausschwur: Permanentserklärung A1/2 • Adel • Klerus, Geistlichkeit • Bauern, Bürger • Revolutionäre durch Fenster • oben auch Frauen, unten nicht • Zentrum bei Mann auf Podest · eventuell hält er den Ballhausschwur A2/1 •steigende Brotpreise -allgemeine Unruhe •Ludwig XIV rief alles an Militär nach Paris •Volk bekam Angst •gab viele Gerüchte, der König wolle gegen Paris marschieren daraufhin wurde das Waffenarsenal Bastille gestürmt *Bastille als Symbolbild für Monarchie Absolutismus -Arbeitslosigkeit, Überbevolkerung, Verelendung Folgen: König hat blau-weiß-rote Concorde angelegt und ist durch Frankreich marschiert • Farben der Revolution (Schein-)bekenntnis zur Revolution • umfangreiche Änderungen in Justiz, Polizei, Verwaltung • auch Volksvertreter, also Beamte aus dem 3. Stand A2/3 •Schwertadel ist geflohen • Adel und Klerus verzichten auf ihre Privilegien A2/2 •der König unterschätzt die Bewegung eine Revolte, wie er es bezeichnet, ist deutlich kleiner •Revolution hat ein Ziel und ein politisches Programm das sieht der König nicht • Staatsstreich: Eine kleine Gruppe will den Machthabenden stürzen und selbst an die Macht kommen • Evolution: Eine langsame, große Veränderung über einen langen Zeitabschnitt und viel Raum • Reform: Die Veränderung des Bestehenden von oben gelenkt A2/4 • eventuell nach der Erstürmung der Bastille •Mann am Boden will sich aus den Schlingen von Adel und Klerus befreien •Mann am Boden schlägt mit einem Stein auf seine Fesseln, Waffen und Gartengeräte • Adel und Klerus erstaunt geht auf Rousseau zurück • Bürgertum, das durch den Mann am Boden gezeigt wird, richtet sich auf A2/5 •Sturm auf die Bastille: Volk hat sie erstürmt und zur grundlegenden Änderung des Systems beigetragen für Einige: Beginn der Revolution unmittelbare Folgen gesellschaftiche Akteure • politische Führer • Opfer • Volk Folgen für heute Entwicklung Phasen Verlauf kurzfristige Anlässe Erfolge Misserfolge Träger der Revolution mögliche Untersuchungsaspekte für eine Revolution Leitideen Ideologie konkrete Veränderung Langfristige Kausalitäten Voraussetzungen .politisch • ideologisch • ökonomisch Langfristige Ursachen Revolutionsbegriff Fluch oder Segen? heutige Perspektive Thre Rolle als Schlüsselereignis Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte." -Karl Marx •prägte den neuzeitlichen Begriff der Revolution •sie war eine vorwärtstreibende und eine Wende zum Neuen • Ergebnisse der Revolution höchst widersprüchlich •Abschaffung des absolutistischen Königs mündete erst in Diktatur der Jakobiner und anschließend in Napoleons • Verkündung der Menschenrechte stand im Widerspruch zum Terror der Jakobiner • Plädoyer zur Völkerfreiheit kontrastierte mit der Unterdrückung von Provinzen und Völkern viele Tote: -600.000 starben durch Bürgerkriege und politische Verfolgung -1.400.000 starben durch die Revolutionskriege dennoch sehr fortschrittlicher Charakter - historische Voraussetzung dafür, dass die Revolution als solche Mittel politischer Veränderung wurde • im 19. Jhd: Nationale Einheit und freiheitlicher Verfassungsstaat waren anzustrebende Ziele -Wäre ohne die Französische Revolution nicht möglich gewesem •präsentierte wie kein anderer Vorgang die überwindung der ständischen • Gesellschaftsordnung zu Gunsten einer bürgerlichen Ancien régime" in Europa · Gesellschaftsordnung: Basierte auf Privilegien der Aristokratie als auch auf der gottgewollten Herrschaft •Maßstäbe für eine verfassungsmäßige politische Ordnung, in der politische Freiheits und • Gleichheitsrechte und staatliche Gewaltenteilung eine Rolle spielen • radikaler Bruch mit der noch mittelalterlich geprägten Adels bzw. Königsherrschaft •drel ideologische Grundströmungen: -Nationalismus -Liberalismus -Konservatismus • waren dann auch die Grundströmungen der 1. Deutschen Revolution • auf Grundlage seiner zeitweiligen Hegemonie hat Napoleon Europa, insbesondere Deutschland neu geordnet · Bildung deutscher Mittelstaaten im Zusammenhand mit dem Reichsdeputationsbeschluss 1803 war Napoleons politischem Willen zuzuschreiben Rolf Reichardt (geb. 1940)- Die Französische Revolu- tion als Kultur- und Bewußtseinsrevolution (1988): D Was die Revolution von 1789 mehr als etwa die Engli- sche Revolution des 17. Jahrhunderts oder die Amerikani- sche Revolution zu einem weltweit beachteten Modell macht, ist nicht nur ihre idealtypische Verlaufskurve, wie sie sich z. B. noch in der iranischen Revolution wiederholt, son- 5 dern auch und besonders der engstens mit ihr verknüpfte Messianismus der Freiheit und Gleichheit. Er vor allem ist es, der in der Erinnerung fortlebt und politisch wie gesell- schaftlich bis heute eine aktuelle Herausforderung bleibt. Je länger und nachdenklicher man die Quellen befragt, welche 10 Kraft die Französische Revolution denn eigentlich voran- trieb, worin deren frappierende Selbstläufigkeit und Pro- zeßhaftigkeit bestand, um so deutlicher erkennt man, daß selbst Schlüsselereignisse wie die Einnahme der Bastille, der Tuileriensturm, das Abschlachten der Gegenrevolu- 15 tionäre in der Vendée letztlich Oberflächenerscheinungen waren. Was ihnen zugrunde lag, was sie auffordernd, kom- mentierend, rechtfertigend wie selbstverständlich begleite- te, das waren zum einen politische Grundsatzerklärungen, Parolen, Leitbegriffe und Symbole, also im weitesten Sinne 20 sprachlich-zeichenhafte Äußerungen, zum anderen sie tra- gende oder bekämpfende politische Gruppierungen [...]. Läßt man sich erst einmal auf diese Perspektive ein, wird eine damals neuartige, originäre politische Kultur in der Phase ihrer ersten praktischen Erprobung und Entwicklung 25 sichtbar. Wie einige Revolutionäre selbst erkannten, handel- te es sich um nicht weniger als um das erste, modellhafte Experiment der,,Demokratie" im modernen Sinne. [...] Was diese demokratische Kultur kennzeichnet, ist hauptsächlich zweierlei: 30 - Zum einen eine permanente, sehr grundsätzliche und unitarische (Einigung erstrebende] öffentliche Debatte um die aktuelle Politik, ihre Recht- und Zweckmäßigkeit: im damaligen Verständnis eine freie Diskussion aufgeklärter Privatleute, aus deren Meinungswettstreit die ,,Wahrheit" s von selbst als Siegerin hervorgehen würde. Um sich gegen die historisch und juristisch argumentierenden Reform- und Revolutionsgegner durchzusetzen, ging der revolutionäre Diskurs von naturrechtlichen und existenziellen Grundsät- zen aus [...], es konnte nur eine wahre Meinung, nur eine 40 wahre Politik zum Wohl des Volkes geben, alles Konkurrie- rende, Widersprechende war notwendig entweder in Vorur- teilen befangen oder ,,konterrevolutionär". Zum anderen bestand die demokratische Kultur der Französischen Revolution in einer neuartigen Öffentlichkeit 45 und ihren Kommunikationssystemen: einem Netzwerk von Versammlungen und Clubs, von Zeitungen, Flugschriften, Bildflugblättern, Liedern und anderen Medien der Informa- tionsvermittlung und Meinungsbildung, das es in dieser 50 Dichte, Intensität und Aktualität zuvor nicht gegeben hatte. Es bildete den Resonanzboden jener permanenten politi- schen Diskussion und vermittelte diese an breite, traditionell eher unpolitische soziale Gruppen. Indem es in Hauptstadt und Provinz Teile der klein- und unterbürgerlichen Schich- 55 ten politisierte und mobilisierte, verschaffte es der Revoluti- on erst ihre Massenbasis bis hin zu Gruppen, die noch ganze oder halbe Analphabeten waren. Daher erlangten in der Re- volution vom politischen Straßenbild über Bildpublizistik und Theater bis hin zu öffentlichen Feiern nichtschriftliche, 60 halbmündliche Medien und Formen der gesellschaftlichen Wissensvermittlung an Zahl wie an Inhalt eine so große Be- deutung, daß man geradezu von der zeitweiligen Rückkehr einer von Absolutismus und Aufklärung verdrängten, „,we- sentlich mündlichen, karnevalistischen Volkskultur spre- 65 chen kann. Rolf Reichardt, Die städtische Revolution als politisch-kultureller Prozeß, in: ders. (Hg.), Die Französische Revolution, Freiburg/B. H. a. 1988, S. 28 ff. Rolf Reichardt (geb. 1940)- Die Französische Revolu- tion als Kultur- und Bewußtseinsrevolution (1988): D Was die Revolution von 1789 mehr als etwa die Engli- sche Revolution des 17. Jahrhunderts oder die Amerikani- sche Revolution zu einem weltweit beachteten Modell macht, ist nicht nur ihre idealtypische Verlaufskurve, wie sie sich z. B. noch in der iranischen Revolution wiederholt, son- 5 dern auch und besonders der engstens mit ihr verknüpfte Messianismus der Freiheit und Gleichheit. Er vor allem ist es, der in der Erinnerung fortlebt und politisch wie gesell- schaftlich bis heute eine aktuelle Herausforderung bleibt. Je länger und nachdenklicher man die Quellen befragt, welche 10 Kraft die Französische Revolution denn eigentlich voran- trieb, worin deren frappierende Selbstläufigkeit und Pro- zeßhaftigkeit bestand, um so deutlicher erkennt man, daß selbst Schlüsselereignisse wie die Einnahme der Bastille, der Tuileriensturm, das Abschlachten der Gegenrevolu- 15 tionäre in der Vendée letztlich Oberflächenerscheinungen waren. Was ihnen zugrunde lag, was sie auffordernd, kom- mentierend, rechtfertigend wie selbstverständlich begleite- te, das waren zum einen politische Grundsatzerklärungen, Parolen, Leitbegriffe und Symbole, also im weitesten Sinne 20 sprachlich-zeichenhafte Äußerungen, zum anderen sie tra- gende oder bekämpfende politische Gruppierungen [...]. Läßt man sich erst einmal auf diese Perspektive ein, wird eine damals neuartige, originäre politische Kultur in der Phase ihrer ersten praktischen Erprobung und Entwicklung 25 sichtbar. Wie einige Revolutionäre selbst erkannten, handel- te es sich um nicht weniger als um das erste, modellhafte Experiment der, Demokratie" im modernen Sinne. [...] Was diese demokratische Kultur kennzeichnet, ist hauptsächlich zweierlei: - Zum einen eine permanente, sehr grundsätzliche und unitarische (Einigung erstrebende] öffentliche Debatte um die aktuelle Politik, ihre Recht- und Zweckmäßigkeit: im damaligen Verständnis eine freie Diskussion aufgeklärter Privatleute, aus deren Meinungswettstreit die Wahrheit" 35 von selbst als Siegerin hervorgehen würde. Um sich gegen die historisch und juristisch argumentierenden Reform- und Revolutionsgegner durchzusetzen, ging der revolutionäre Diskurs von naturrechtlichen und existenziellen Grundsät zen aus [...], es konnte nur eine wahre Meinung, nur eine 40 wahre Politik zum Wohl des Volkes geben, alles Konkurrie- rende, Widersprechende war notwendig entweder in Vorur- teilen befangen oder ,,konterrevolutionär". 30 Zum anderen bestand die demokratische Kultur der Französischen Revolution in einer neuartigen Öffentlichkeit 45 und ihren Kommunikationssystemen: einem Netzwerk von Versammlungen und Clubs, von Zeitungen, Flugschriften, Bildflugblättern, Liedern und anderen Medien der Informa- tionsvermittlung und Meinungsbildung, das es in dieser so Dichte, Intensität und Aktualität zuvor nicht gegeben hatte. Es bildete den Resonanzboden jener permanenten politi- schen Diskussion und vermittelte diese an breite, traditionell cher unpolitische soziale Gruppen. Indem es in Hauptstadt und Provinz Teile der klein- und unterbürgerlichen Schich- 55 ten politisierte und mobilisierte, verschaffte es der Revoluti- on erst ihre Massenbasis bis hin zu Gruppen, die noch ganze oder halbe Analphabeten waren. Daher erlangten in der Re- volution vom politischen Straßenbild über Bildpublizistik und Theater bis hin zu öffentlichen Feiern nichtschriftliche, 60 halbmündliche Medien und Formen der gesellschaftlichen Wissensvermittlung an Zahl wie an Inhalt eine so große Be- deutung, daß man geradezu von der zeitweiligen Rückkehr einer von Absolutismus und Aufklärung verdrängten, we sentlich mündlichen, karnevalistischen Volkskultur spre- 65 chen kann. - Rolf Reichardt, Die städtische Revolution als politisch-kultureller Prozeß, in: ders. (Hg.), Die Französische Revolution, Freiburg/B. u. a. 1988, S. 28 ff. Wer machte die Revolution? Was wurde dabei revolutioniert? Ergebnis Die vier Revolutionen 1789 14. Juli Volksrevolution Mai/Juni Verfassungsrevolution ・das gehobene Bürgertum • liberaler Adel • niedrige Geistlichkeit • Reformadel Anteil der politischen Macht • Umwandlung der Generalstände in eine verfassungs- gerechte Revolution · • Ausrufung der Nationalversammlung durch den 3. Stand und den mit diesem verbundenen Reformadel Generalstände bilden Nationalversammlung • Mehrheitsprinzip statt Standesregeln • Nationalversammlung hat Macht -Nationalversammlung ist souverän Gleichstellung des Bürgertums und Parlamentes • städtische Unterschischt • Volk von Paris, Handwerker, Arbeiter • Reformadel • Wirtschaftliche Notlagen • königliches Gewaltmonopol zentralistische Verwaltung • Sturm auf die Bastille (einge- nommen durch das Volk) · Bürgermiliz statt königlichen Truppen Stadtdemokratie hat Kontrolle über Polizei, Justiz und Lebensmittelver- sorgung Selbstverwaltung der Städte Juli / August Bauernrevolution •Bauern •Abschaffung der Feudalordnung -feudale Aufgaben, die über die übliche Pacht hinausgingen aufgelöst •Bauernbefreiung • Gleichheitsprinzip Augustbeschlüsse • Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte Nationalversammlung beschließt • Abschaffung des Feudalsystems - privilegierte Stände mussten auf Sonderrechte, Frontdienste, Jagdrechte und Abgaben der Bauern verzichten September Frauenrevolution •Frauen von Paris •Marktfrauen 2 weil: Hungers und Versorgungsnot •Untertänigkeit der Frau • Reformwille des Königs •Anerkennung der Augustdekrete und der Menschenrechte •durch den König Gleichheitsbewusst- sein der Frau Napoleons Herrschaft über Europa 1804-1812 Napoleon auf der Hohe seiner Macht ENGLAND Ziel Napoleons: militärische und wirtschaftliche Unter werfung Maßnahmen: Invasionsplan, Kontinentalsperre sowie die Seeschlacht England bleibt unbesiegt SPANIEN Ziel Napoleons: militärische Unterwerfung und seinen Bruder als König einsetzen Maßnahmen: Kampf gegen spanischen Volksauf stand Guerilla Widerstand der spanischen Guerilla wird nicht gebrochen DEUTSCHE KLEINSTAATEN Ziel Napoleons: abhängige Bündnispartner Maßnahmen: Enteignung der Kirchengüter, Verlust der Selbstständigkeit vieler Grafen, Ritter und Reichsstädten Mediatisierung, Einführung des Code Civil, Gründung des Rheinbund 1806 Ende des HRRAN BAYERN 1800 wird Bayern ein Bündnispartner Napoleons Maßnahmen: Gebietserweiterung durch Schwaben und Franken, Reformen unter dem Graf Monteglas Bayern wurde ein moderner Staat ÖSTERREICH-UNGARN 1805 siegte Napoleon in der Dreikaiserschlacht bei Auerlitz Maßnahmen: Gebietsverluste Österreichs, Heirat mit der Erzherzogin Marie Luise der Widerstand Österreichs schien zunächst gebrochen zu sein PREUBEN 1806 Sieg Napoleons in der Schlacht bei Jena und Auerstedt Maßnahme: territoriale Verkleinerung des preußischen Raumes Zusammenbruch und innerer Neuanfang: Reformen in Preußen RUSSLAND 1805 der Sieg von Napoleon bei Austerlitz und die Verweigerung Russlands, die Kontinentalsperre zu unterstützen Maßnahme: 1812 Russlandfeldzug Napoleons 1769 1792 1793 1795 1796 1798 1799 1799 1804 Napoleons Herrschaft Geburt in Ajaccio auf Korsika Besuch der Militärschule in Brienne Hauptmann in der französischen Armee in den Diensten der Jakobiner: Niederwerfung eines royalistischen Aufstandes in Toulouse und dadurch die Beförderung zum Brigardegeneral in den Diensten des Direktoriums Oberbefehlshaber der französischen Armee in Italien Aufbruch nach Ägypten, um England zu schaden Staatsstreich: Sturz des Direktoriums Benennung zum Konsul auf Lebenszeit Kaiser Gründe für seinen Aufstieg: - Ehrgeiz Napoleon auf der Hohe seiner Macht: vom Feldheer, zum Diktator und schlussendlich zum Reformer, und das mehrheitlich durch Selbsternennung - Geltungsdrang - nationaler Stolz - Ruf der Franzosen nach dem stärksten Mann Ergebnisse der Revolution GESELLSCHAFTLICH durch Informationsvermittlung Meinungsbildung Politisierung einer breiten Masse weltoffene Gesellschaftsordnung dem Volk geht es besser, es gibt Nahrung, Geld.... der Mensch ist frei ·es gibt keine Privilegien mehr Schulrecht für ein jedes Kind -bürgerliche Volkssouverinität -Freiheit und Rechtsgleichheit • breites Politikgewissen • allgemeines Wahlrecht -parlamentarische Volksvertretung •Gewaltenteilung Idee von Nationalstaat •Republik •Trennung von Kirche und Staat • das Militär wurde dem Staat eingegliedert das Militär versuchte, die Republik voranzutreiben - allgemeine Wehrpflicht • Wirtschaftsliberalismus • partielle Aufteilung der Grundstücke • Bauern von Feudallasten befreit • alle haben Steuern zu zahlen • der Mittelstand wurde gestärkt - Garantie des Eigentums POLITISCH MILITÄRISCH WIRTSCHAFTLICH - erste Niederlage Napoleons Status der Unbesiegbarkeit zerstört Der Untergang Napolcons -in Erfurt erster Fürstentag Napoleon wollte die Unterstützung des Zaren gegen Spanien •Armee hinter Elbe zurück gezogen ließ Annektionen der Donaufürstentümer durch Russland zu Unterstützung durch Russland • Napoleon auf spanischen Thron vorgedrungen, sein Bruder heiratete dort ein •Spanier erhoben sich dagegen -Bürgerkrieg Unterstützung durch die katholische Kirche • wollten verteidigen, was die Revolution beseitigt hat DER FREIHEITSKAMPF DER SPANIER Napoleon verliert •konnte diese Niederlage nie dämmen, bis zu seinem Sturz verfolgte sie ihn England griff gegen Napoleon ein •Kontinentalsperre in Spanien durchlöchert • Vorbild an Spanien genommen • Napoleon verliert in einer offenen Schlacht, gewinnt den Krieg jedoch trotzdem sein Ruf wird dennoch mehr und mehr geschädigt • Frankreich verliert 1/3 seines Gebietes • Napoleon scheitert • neuer Leiter Österreichs: Fürst von Metternich · er sah die Rettung Österreichs in einer Annäherung an Frankreich • Angebot: Heirat der Tochter des Kaisers •Flucht nach Paris • wurde angenommen • Ziel: Schonung Österreichs und die Dynastie Frankreichs sichern RUSSLANDFELDZUG DER TIROLER VOLKSAUFSTAND wollte Verhandlungen • Kontinentalsperre spürbar • als Folge der Kontinentalsperre öffnet der Kaiser 1810 Tore und Häfen für das Volk widersetzt sich der Kontinentalsperre • Frankreich vehement dagegen •Kriegserklärung 1812, Juni: 610.000 französische Soldaten nach Russland • 1812, September: Napoleon vor dem Kreml, Moskau • Alexander I wollte das nicht • Versorgungschwierigkeiten der französischen Soldaten · Zuhause ist weit weg •Hungersnot •Russen verbrennen Moskau • nahmen Armee ihr Winterquartier • Napoleon muss Truppen zurück ziehen • 1812, November: hohe Verluste bei Überquerung des Beresina •von 475.000 Soldaten kehrten nur 5.000 zurück Napoleon flieht verkleidet nach Paris, um eine neue Armee aufzubauen •Preußen erklärt Neutralität • von Russland besetzt Zar wollte den Krieg fortführen wollte Befreier Europas sein und werden • Begeisterung in Deutschland • vor allem bei Studenten: Freikorps BEFREIUNGSKRIEG 1813 •Koalition gegen Frankreich: Preußen, Österreich, England, Russland •verschiedene Ziele: -Besitzstand Preußen und Österreich wiederherstellen -Auflösung des Rheinbundes: Selbstverwaltung deutscher Staaten •Metternich versprach den Bayern Besitz und Souverinität •Bayern auf Österreichs Seite •Österreich gilt als Beschützer der Mittelstaaten alle marschierten und kesselten Napoleon ein • 16.-19. Oktober 1813: Völkerschlacht bei Leipzig •Tote: 70.000 Franzosen, 252.000 der Verbündeten Napoleon über den Rhein zurück gezogen •Rheinbund zerbrach nach Bayerns Vorbild versuchten Fürsten durch Verträge mit Österreich Besitz zu sichern PREUBEN UND RUSSLAND MARSCHIEREN IN PARIS EIN • zwingen Napoleon dazu, 1814 abzudanken -besaß noch die Elba Insel und seine Leibgarde um 1800: wurden dorthin verbannt •Ludwig XVIII wird König • Friedensvertrag mit Frankreich: Frankreich erhält seine Grenzen von 1792 RÜCKKEHR NAPOLEONS • 1815, während des Wiener Kongress, macht Napoleon einen letzten Angriff und zieht mit seiner Leibgarde nach Paris -1815 findet die Schlacht bei Waterloo und Napoleon erlag den Preußen Napoleon flüchtet nach England, wird dann nach St. Helena verbannt und stirbt dort letztendlich 1821 Die Siegerkräfte haben sich bei der Befreiung von Napoleon nationalen und liberalen Kräften bedient. Nun gab es Neuordnung ohne Beachtung der Volksstimmen. Die preußischen Reformen 1807-1821 Napoleonische Eroberungs- und Expansionspolitik als Herausforderung (,,challenge") schafft Zwangslage ·Druck der französischen Kontributionen -Verlust der Exportmärkte durch die Kontinentalsperre -militärisches Desaster von 1806 (Jena & Auerstedt) Initiatoren: Beamte und preußische Minister • Reformen der Staatsverwaltung •Ressorttrennung: Fachminister für Inneres, Justiz, Außen • Ministerialverantwortlichkeit Freiherr vom Stein, v. Hardenberg, Generäle Scharnhorst und Gneisenau, Wilhelm v. Humboldt und aufgeklärte hohe Beamte in der preußischen Bürokratie STAAT UND GESELLSCHAFT • Städteordnung von 1808 • städtische Selbstverwaltung •Stadtversammlung nach dem Dreikaiserwahlrecht • Versprechen einer modernen Verfassung für Preußen • Provinzialstände 1822 WIRTSCHAFT •Gewerbefreiheit • Abschaffung der Zünfte im Handwerksdienst • Grundbesitz verschaffen GESELLSCHAFT •Bauernbefreiung 1804/06 •Aufhebung Leibeigenschaft, aber zu hohe Ablösesummen für feudale Dienste und Abgaben •Regierungsedikt 1811: Bauern sollten von Frontdiensten und Abgaben befreit werden -Bildungsreform von 1810 •Reform von Erziehung und Unterricht durch den Staat -Gymnasium, Abitur als Hochschulzugang ·allgemeine Schulpflicht Judenemanzipation 1812 • weg mit Standesschranken zwischen Adel und Bürgertum MILITÄR Preußische Reformpolitik als Reaktion (response") auf äußeren Druck - Notwendigkeit der Modernisierung von Staat und Gesellschaft • überlebter autoritärer Beamtenstaat, aufgeklärter Absolutismus der preußischen Könige (Hohenzollern) • Heeresreform Modernes Volksheer an Stelle des bestehenden Soldnerheeres -Entfeudalisierung des Heeres feudalistische Gesellschaftsstrukturen, Gutsherrschaft -Leistungsprinzip statt adeligem Offiziersprivileg • Abschaffung von Prügelstrafe und Spießrutenlaufen • Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1814 • keine Verfassung und keine Vertretung des Volkes • das Großbürgertum hat die Macht • Bedrohung aller alten Ordnung • grundlegende Umwälzung der alten Staats und Gesellschaftsordnung · privilegierte Stände, also das Feudalsystem, wurden abgeschafft • König übt nicht mehr die Exekutive aus: Entmachtung des Königs • Gesetzesmacht lag bei der Nationalversammlung - von Aktivbürgern gewählt •Zensuswahlrecht Die Etappen der Revolution DIE ERSTE PHASE: 1789-1792 die konstitutionelle Monarchie • an Steuerzahlungen gebunden • kein Wahlrecht für: -Männer unter 25 -Nichtsteuerzahler -Frauen • Verstaatlichung der Kirche •um finanziellen Bankrott zu verhindern und alte Machtpositionen des Klerus zu zerschlagen • Priester sollten durch einen Eid auf eine neue Verfassung verpflichtet werden • enorme Eidesverweigerung • Gewaltenteilung • Ballhausschwur 17.06.1789 •Abgeordnete des 3. Standes erklären sich zur Nationalversammlung • neue Verfassung 1791 • Erklärung der Menschen und Bürgerrechte • im Wesentlichen Bedürfnisse des gehobenen Bürgertums •Kleinbürgertum, das nach Arbeit und Brot verlangt, treibt die Revolution voran •radikale Phase der Jakobinerherrschaft -Hungersnote - allgemeines Unwohl •Radikalisierung, weil: -Uneinigkeit der Nationalversammlung -Unehrlichkeit DIE ZWEITE PHASE: 1792-1794 Die Republik der Jakobiner -Tuilerie gestürmt • radikale Abschaffung des Königtums - wollten Republik und Revolutionskriege • Ziel war, die Revolution zu beenden •Hinrichtung Ludwig XIV -radikale Abschaffung des Königtums • Schreckensherrschaft Robespierres -später hingerichtet • Nationalversammlung wurde zu einem Nationalkonvent allgemeines Wahlrecht -Amt des Königs wurde abgeschafft -regierte relativ lange .hatte Ausschüsse Wohlfahrtsausschuss: Macht über Krieg..... -Jakobiner ∙Sicherheitsausschuss: Revolutionstribunate Aufhebung aller noch vorhandenen Feudalisten Spekulanten und Feinde Abwehr von Interventen Land an Bauern - Wohlfahrtsausschuss ↓ Kritiker Beseitigung von Hunger ↓ allgemeine Wehrpflicht: ENG, ÖS, NL, SP · geistige Grundlage: -für Kleinbürger einsetzen - Vertiefung der ersten Phase -Prinzipien der Revolution Gleichheit, Freiheit, •Brüderlichkeit vorangetrieben • Girondisten: eher für gehobenes Bürgertum eingesetzt Aufgaben der Girondisten ↓ Kampf gegen Feinde und Spekulanten → misslingt Aufstand im Mai 1793 • Jakobiner: primär an den Interessen des Kleinbürgertums interessiert • Konflikt zwischen Gerondisten und Jakobinern wurde immer größer • Jakobiner vertrieben die Girondisten • praktische Übernahme der Regierungsgewalt • Bündnis der Sansculotten • Milieu der Kleinbürger • radikalisierendes Element • Ablehnung der Monarchie • Feind im liberalen Bürgertum • Bürgerkrieg: Jakobiner gegen königstreue Royalisten Höchstpreise für Lebensmittel sozial Unzufriedene französische Emigranten Verteidigung des Vaterlandes • eine neue Regierung wird gebildet das Directoire, oder Direktorium von 1795 1799 -bestehend aus fünf Männern der gemäßigten Richtung • das Großbürgertum ist wieder an der Macht • Napoleon wird der 1. Konsul • durch einen Staatsstreich: - war als Feldheer unterwegs -Krieg gewonnen -Kriegsverhandlungen geführt, obwohl er dazu nicht befugt war • ab 1799 übernimmt Napoleon die Regierung - weiterer Kolonialkrieg: Sieg Napoleon kührt sich selbst 1804 zum Kaiser • das alles gelang Napoleon nur, weil das Direktorium unfähig war, die Krisen zu bewältigen ZUSAMMENFASSUNG 1795 Direktorium 1794 Jakobinerherrschaft 1793 Republik DIE DRITTE PHASE: 1794 1799 Republik der Bürger 1792 konstitutionelle Monarchie 1789 absolutistische Monarchie Großbürgertum Kleinbürgertum Handelsbürgertum Großbürgertum und liberaler Adel Adel und Geistliche Ursachen für die Französische Revolution Wirtschaftliche Probleme absolutistischer Staat in einer ständigen Finanznot teure Kriege, verschwender ische Hofhaltung 50 aller Einnahmen dienten allein zum Abdecken der Schulden Ämterkauf Simonie und Steuerpächter Bodenknappheit Agrarland führt. zur Verelendung der Landbevölkerung kurzfristige Hungersnot und Missernten 1789 führt zu einer steigenden Getreidepleite Absatzprobleme le soziale Spannungen Klerus und Adel: steuerbefreiter, alleiniger Träger staatlicher Ämter Bauern und Bürger bilden den dritten Stand Abgaben und hohe Steuerlast ohne politische Mitsprache Hälfte der Bauern ohne Anteil an Boden Bürgertum als Träger des neuen Reichtums Handel, Manufakturen 6 politische Interessen Schwäche des absolutistischen Herrscher Ludwig XVI Kampf des Adels um Mitsprache in der Regierung wachsende Staatsverschuldung durch ein ineffektives Steuersystem Verhinderung einer Reform des Steuersystems durch den Adel drohender Staatsbankrott 1789 Förderung politischer Rechte durch Bürger Adelsrevolte gegen erzwungene Steuerreform 1789 Gefühl der Unerträglichkeit als allgemeine Gefühlslage an Bayern Napoleon und Deutschland 1799-1815 Tirol, Vorarlberg Königreich Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 Niederlgae Österreichs in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz 1805 Friede von Preußburg 1805 Österreich verliert an Würtemburg und Baden Vorderösterreich Königreich Großherzogtum Verlust aller Souverinitätsrechte des deutschen Kaisers Gründung des französischen Rheinbundes durch 16 deutsche Staaten und deren Austritt aus dem Reichsverband 1806 Erklärung des Endes des deutschen Kaisertums durch Franz II Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation August 1806 in Italien Venedig, Dalmatien ,,Das deutsch-französische Verhältnis im 19. Jahrhundert - Wirkungen bis heute?" ,,Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung; es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Die Vereinigung der europäischen Nationen erfordert, dass der Jahrhunderte alte Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgelöscht wird. Das begonnene Werk muss in erster Linie Deutschland und Frankreich erfassen." (Aus einer Erklärung der französischen Regierung vom 9. Mai 1950) Erörtern Sie, ausgehend vom Zitat, die Problematik des deutsch- französischen Verhältnisses! Beziehen Sie dazu ausgewählte Beispiele aus dem 19. Jahrhundert ein, indem Sie Ursachen, Ergebnisse und Folgen auch anhand der Materialien als Grundlage Ihrer Bewertungen erarbeiten. Beziehen Sie alle Materialien kritisch ein. Material 1: Material 1 Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Schriftsteller und Literatur- wissenschaftler, in seiner Schrift Über Volkshaß' (1813) Es ist eine unumstößliche Wahrheit, dass alles, was Leben und Bestand haben soll, eine bestimmte Abneigung, einen Gegensatz, einen Hass haben muss, dass, wie jedes Volk sein eignes, innigstes Lebenselement hat, es ebenso eine feste Liebe und einen festen Hass haben muss, wenn es nicht in s gleichgültiger Nichtigkeit und Erbärmlichkeit vergehen und zuletzt mit Unterjochung endigen will. Ich könnte traurig hinweisen, wodurch die letzten Jahre über Deutschland gekommen sind. Wir liebten und erkannten das Eigene nicht mehr, sondern buhlten mit dem Fremden. [...] Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für 10 lange Zeit, ich will ihn für immer. Dann werden Deutschlands Grenzen auch ohne künstliche Wehren sicher sein, denn das Volk wird immer einen Vereinigungspunkt haben, sobald die unruhigen und räuberischen Nachbarn überlaufen wollen. Dieser Hass glühe als die Religion des deutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in 15 unsrer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. [...] Wir sind von Gott in den Mittelpunkt Europens gesetzt, wir sind das Herz unseres Weltteils, wir sind auch der Mittelpunkt der neuen Geschichte und der Kirche und des Christentums. Gerade weil wir in der Mitte liegen, stürmen und strömen alle verschiedensten Völker Europens immer auf uns ein und suchen uns 20 wegzuspülen und wegzudrängen. [-] Wir haben also mehr als alle anderen Völker Ursache zu wachen, dass das Eigentümliche und Besondere, was uns als Deutsche, als ein bestimmtes Volk mit einem bestimmten Namen, auszeichnet, durch die Völkerflut und Geistesflut, die immer von uns und zu uns geht, nicht weggespült und weggewaschen werde; wir müssen 25 dreifache und vierfache Bollwerke und Schanzen um uns aufführen, damit wir nicht zuletzt matte Bilder werden, welche Allem und Nichts ähnlich sehen und welche, weil sie Gestalt und Gepräge verloren haben, auch nichts andres gestalten und bilden können; dass ich es mit einem Wort sage, damit der Deutsche der große geistige Spiegel der Welt bleiben könne, muss er 30 seine Eigentümlichkeit nicht verschleifen und vertändeln: er muss ein Deutscher bleiben. Aus: Vogt, H., Nationalismus gestern und heute, Opladen 1967, S. 102 f Material 2: 10 Friedrich Nietzsche: Die Reichsgründung und der deutsche Geist (1873) Die öffentliche Meinung in Deutschland scheint es fast zu verbieten, vor den schlimmen und gefährlichen Folgen des Krieges, zumal eines siegreich beendeten Krieges zu reden: um so williger aber werden diejenigen Schriftsteller angehört, welche keine wichtigere Meinung als jene 5 öffentliche kennen und deshalb wetteifernd beflissen sind, den Krieg zu preisen und den mächtigen Phänomenen seiner Einwirkung auf Sittlichkeit, Kultur und Kunst jubilierend nachzugehen. Trotzdem sei es gesagt: Em großer Sieg ist eine große Gefahr. Die menschliche Natur erträgt ihn schwerer als eine Niederlage; ja es scheint selbst leichter zu sein, einen solchen Schlag zu erringen, als ihn so zu ertragen, dass daraus keine schwerere Niederlage entsteht. Von allen schlimmen Folgen aber, die der letzte mit Frankreich geführte Krieg hinter sichdremzieht, ist vielleicht die schlimmste ein weitverbreiteter, ja allgemeiner Intum: der Irrtum der öffentlichen Meinung und aller öffentlich Meinenden, dass auch die 15 deutsche Kultur in jenem Kampfe gesiegt habe und deshalb jetzt mit den Kränzen geschmückt werden müsse, die so außerordentlichen Begebnissen und Erfolgen gemäß seien. Dieser Wahn ist höchst verderblich: Nicht etwa weil er ein Wahn ist denn es gibt die heilsamsten und segensreichsten Irrtümer, sondern weil er imstande ist, unseren Sieg in eine völlige 20 Niederlage zu verwandeln: in die Niederlage, Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des "deutschen Reiches". Aus: Unzeitgemäße Betrachtungen. Erstes Stück, In: Friedrich Nietzsche: Werk in drei Bänden, hrsg. von Karl Schlechta, Bd. I, 2. Aufl., Darmstadt 1960, S. 1371L 'völlige Entfernung/Beseitigung 6 M 1.3 Kontroverse Urteile Text 1: Johann Friedrich Schink, Dem Korsen. Schand- und Schimpfode Abschaum der Menschheit, der mit Schwert und Feuer Die Welt durchzog, verbreitend Ach und Weh! Brandmark der Zeiten, Wütrich, Ungeheuer, Wie keines war, keins ist, keins sein wird je! MATERIALIEN 5 Blutsauger, Völkergeisel, Weltzertreter, Pest, Räuberhauptmann, Henker und Bandit, Du menschgewordner Satan, Missetäter, Wie selbst der Abgrund keinen sah uns sieht. [...] Mir bist du nicht, den dich die Welt bewundert, 10 Verwüster nur, Zerstörer! Heros nicht! Der größte Räuber nur, der seit Jahrhundert, Zum Fluch der Menschheit ausgespien ans Licht. [...] J. F. Schink: Dem Korsen. Schand- und Schimpfode. Zur Feier der Vernichtungs schlocht am 18./19. Okt. 1813. Zit. nach: H. Spies (Hrsg): Die Erhebung gegen Napo- leon 1806-1814/15. Quellen zum politischen Denken der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. 2. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1981, S. 326 Text 2: Heinrich Heine, Die Grenadiere Nach Frankreich zogen zwei Grenadier', Die waren in Rußland gefangen. 15 Und als sie kamen in's deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mähr: Daß Frankreich verloren gegangen, Besiegt und zerschlagen das tapfere Heer, - 20 Und der Kaiser, der Kaiser gefangen. [...] Was scheert mich Weib, was scheert mich Kind, Ich trage weit bess'res Verlangen; Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, - Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen! 25 Gewähr' mir Bruder eine Bitt': Wenn ich jetzt sterben werde, So nimm meine Leiche nach Frankreich mit, Begrab' mich in Frankreichs Erde. Das Ehrenkreuz am rothen Band 30 Sollst du auf's Herz mir legen; Die Flinte gieb mir in die Hand, Und gürt' mir um den Degen. So will ich liegen und horchen still, Wie eine Schildwach, im Grabe, 35 Bis einst ich höre Kanonengebrüll, Und wiehernder Rosse Getrabe. Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab, Viel Schwerter klirren und blitzen; Dann steig' ich gewaffnet hervor aus dem Grab', - 40 Den Kaiser, den Kaiser zu schützen. Heinrich Heine: Buch der Lieder. Junge Leiden. Romanzen. Hamburg: Hoffmann und Campe 1827, S. 58 [. GESCHICHTE betrifft uns 3-2010 Text 3: Johann Peter Hebel, Kaiser Napoleon und die Obstfrau in Brienne Der große Kaiser Napoleon brachte seine Jugend als Zögling in der Kriegsschule zu Brienne zu [...]. Da er gerne Obst aß, wie die Jugend pflegt, so bekam eine Obsthändlerin daselbst manchen schönen Batzen von ihm zu lösen. [...] Als er die 45 Schule verließ, um nun als kenntnisreicher Soldat auszuüben, was er dort gelernt hatte, war er ihr doch einige, Taler schuldig. [...] Napoleon wird in kurzer Zeit General und er- obert Italien. Napoleon geht nach Ägypten, wo einst die Kin- der Israel das Zieglerhandwerk trieben, und lieferte ein Tref- 50 fen bei Nazareth, wo vor 1800 Jahren die hochgelobte Jung- frau wohnte. Napoleon kehrte mitten durch ein Meer voll feindlicher Schiffe nach Frankreich und Paris zurück und wird Erster Konsul. Napoleon stellt in seinem unglücklich gewordenen Vaterlande die Ruhe und Ordnung wieder her 55 und wird französischer Kaiser [...]. Denn als der Kaiser in Brienne einmal erwartet wurde, er war aber in der Stille schon dort [...], da blieb er auf der Gasse plötzlich stille ste- hen, [...] nannte bald darauf den Namen der Obstfrau, er- kundigte sich nach ihrer Wohnung, die ziemlich baufällig 60 war, und trat mit einem einzigen treuen Begleiter zu ihr hi- nein. Eine enge Tür führte ihn in ein kleines, aber reinliches Zimmer, wo die Frau mit zwei Kindern am Kamin knlete und ein sparsames Abendessen bereitete. [...] Kennt Ihr den Kaiser auch, der heute hier sein soll?" 65 fragte der eine. ,,Er ist noch nicht da", antwortete die Frau,. ,,er kommt erst. Warum soll ich ihn nicht kennen? Manchen Teller und manches Körbchen voll Obst hat er mir abgekauft, als er noch hier in der Schule war." - ,,Hat er denn auch al- les ordentlich bezahlt?" Ja freilich, er hat alles ordent- 70 lich bezahlt." Da sagte zu ihr der fremde Herr: „Frau, Ihr geht nicht mit der Wahrheit um oder Ihr müßt ein schlechtes Gedächtnis haben. Fürs erste, so kennt Ihr den Kaiser nicht. Denn ich bin's, Fürs andere hab ich Euch nicht so ordentlich bezahlt, als Ihr sagt, sondern ich bin Euch zwei Taler schul- 75 dig oder etwas"; und in diesem Augenblick zählte der Beglei- ter auf den Tisch eintausendundzweihundert Frank, Kapital und Zins. Die Frau, als sie den Kaiser erkannte und die Gold- stücke auf dem Tisch klingeln hörte, fiel ihm zu Füßen und war vor Freude und Schrecken und Dankbarkeit ganz außer 80 sich [...]. Der Kaiser aber befahl nachher, das Haus niederzu- reißen und der Frau ein anderes an den nämlichen Platz zu bauen. ,,In diesem Hause", sagte er, ,,will ich wohnen, sooft ich nach Brienne komme, und es soll meinen Namen führen." Der Frau aber versprach er, er wolle für ihre Kinder sorgen. 85 Wirklich hat er auch die Tochter derselben bereits ehrenvoll versorgt, und der Sohn wird auf kaiserliche Kosten in der nämlichen Schule erzogen, aus welcher der große Held sel- ber ausgegangen ist. - Johann Peter Hebel: Aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (Hrsg: Wilhelm Zentner), Stuttgart: Reclam 1950, Aufl. 2009, S. 31-33 Napoleon MATERIALIEN Text 4: Ein Offiziersbericht Napoleons Ordonnanzoffizier Josef Grabowski berichtet über den Aufenthalt in Brienne: Der Kaiser griff Brienne an, wo sich der Feind festgesetzt hat- 90 te. Die Stadt brannte nieder; man kämpfte in den Gärten, vor dem Palais, sogar in den Zimmern desselben. [...] Als ich die Stadt erreichte, wurde noch in dem Garten hinter dem inzwi- schen verlassenen Schlosse geschossen. Ich betrat dasselbe, über Leichen russischer Soldaten hinwegschreitend; die Fenster 95 waren zerbrochen, die Wände von Kugeln gespickt, alles ausge. raubt. [...] Als ich mir die Bescherung ansah und überlegte, wie es möglich sei, hier Ordnung zu schaffen, kam aus einer Ecke ein alter Mann hervorgekrochen [...]. Ich hatte einige Soldaten Neufchâteler bei mir; mit diesen, der Hilfe des Alten und eini- 100 ger Dienstmädchen, wurde das Zimmer aufgeräumt, und ich fand auch für den Kaiser einen Raum mit unversehrten Fens- 135 tern. [...] Dann ging er [der Kaiser] durch das ganze Schloß und wählte ein kleines Stübchen, in dem nicht eine einzige Scheibe heil geblieben war; vielleicht knüpften sich für ihn manche Ju- 105 genderinnerungen an diesen bescheidenen Raum. [Napoleon hatte von 1779-1784 die Militärschule in Brienne besucht.] Zit. nach: Eckart Kleßmann (Hrsg): Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. München: dtv 1973, S. 228 ff. Text 5: Vaterunser (Flugblatt 1803) Vaterunser Napoleon, der du bist im Himmel zu Paris, entheiliget werde dein Name, wegkomme dein Reich, dein Wille geschehe in der Hölle, aber nicht auf Erden. Gib uns unser Brot, Geld, Blut und alles wieder, was wir dir 110 geben mußten. Bezahle uns unsere Kriegsschulden, dann vergeben wir auch unsern Schuldigern, führe uns nicht mehr in französische Versuchung, sondern erlöse uns von allem französischen Übel, Amen! Zit, nach: Eckart Kleßmann (Hrsg): Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. München: dtv 1973, S. 196 G GESCHICHTE betrifft uns Text 6: ,,Dankbares Andenken" Adolf Kußmaul, Arzt, geb. 1822. Er bezieht sich auf Äußerun- gen seines Vaters, der die Zeit Napoleons miterlebt hatte. 115 Wie gut ist es doch, daß du nicht vor 50 oder 60 Jahren zur Welt gekommen bist! Hättest du mit eigenen Augen das un- glaubliche politische und wirtschaftliche Elend gesehen, worin wir damals steckten, so würdest du über Napoleon an- ders urteilen. Das heilige römische Reich war aus tausend 120 Lappen und Läppchen zusammengeflickt [...]. Ich bin kein schlechterer Patriot als du, aber wir Alten be- wahren Napoleon ein dankbares Andenken. Nur seine eiserne Hand vermochte den Besen zu führen, der den Augiasstall des heiligen römischen Reiches ausfegte. Ich lasse mir ihn 125 nicht schelten, auch nicht die Franzosen; ohne sie gäbe es in Süddeutschland keine Verfassungen, auch die badische nicht, die Großherzog Karl mit klugem Verständnis 1818 sei- nen Untertanen verlieh. Adolf Kußmaul: Jugenderinnerungen eines alten Arztes. Stuttgart 1922, S. 73 1. Text 7: Er trägt das Böse in sich. François René de Chateaubriand, Schriftsteller, 1814: Bonaparte ist auf falsche Art und Weise ein großer Mann. Die 130 Großzügigkeit, welche die wahren Helden und Könige aus. zeichnet, fehlt ihm. Die Natur schuf ihn ohne Liebe und Mit- leid [...]. Geboren, um zu zerstören, trägt Bonaparte das Bö- se so natürlich in sich wie eine Mutter ihr Kind, mit Freuden und einem gewissen Stolz. Zit, nach: www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/ 3. 2010 epochen/Neuzelt/index.page-2450688.html 7 Text 8: Goethe Johann Wolfgang Goethe an seinen Verleger Cotta, 1808 (Goethe hatte Orden von Frankreich und Russland verliehen bekommen.): [...] ich will gerne gestehen, daß mir in meinem Leben nichts Höheres und Erfreulicheres begegnen konnte, als vor dem französischen Kaiser, und zwar auf eine solche Weise zu ste- hen. Ohne mich auf das Detail der Unterredung einzulassen, so kann ich sagen, daß mich noch niemals ein Höherer derge- 140 stalt aufgenommen, indem er mit besonderem Zutrauen, mich, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, gleichsam gelten ließ, und nicht undeutlich ausdrückte, daß mein We- sen ihm gemäß sey; wie er mich denn auch mit besonderer Gewogenheit entließ, und das zweytemal in Weimar die Un- 145 terhaltung in gleichem Sinne fortsetzte, so daß ich in diesen seltsamen Zeitläufen wenigstens die persönliche Beruhigung habe, daß wo ich ihm auch irgend wieder begegne, ich ihn als meinen freundlichen und gnädigen Herrn finden werde. Wie werth muß mir in dieser Betrachtung das hinterlassene 150 Zeichen seyn, und wie höchst vergnüglich das demselben zu- gefügte Russische: denn wer möchte nicht gern ein Denkmal jener wichtigen Epoche besitzen, ein Zeichen der Vereini- gung zweyer so großen als entfernten Mächte, wenn es auch weniger schmeichelhaft wäre. Zit, nach: Rita Selfert: Goethe und Napolcon. Begegnungen und Gespräche. Weimar: Welmarer Taschenbuch Verlag 2008, S. 711. Leitfragen/Arbeitsaufträge 1. a) Zeigen Sie die Positionen auf, die die Verfasser Napoleon gegenüber einnehmen. b) Formulieren Sie erste Thesen für die Gründe die- ser Einschätzungen. 2. Untersuchen Sie die Quellen: Welche Intentionen und welchen tatsächlichen Informationswert können Sie herausarbeiten? 3. Erarbeiten Sie einen Katalog von a) Themen und b) offenen Fragen, die Sie im Laufe der Unterrichtsein- heit klären möchten. Verwenden Sie hierzu M 1.1 und M 1.2. 4. Was fällt Ihnen an den vorgelegten Quellen auf? Wel- che Quellen fehlen Ihrer Meinung nach? A1 Text 1 Text 2 Text 3 Text 4 A1/B Schink verabscheute Napoleon sehr er würde für Napoleon sterben, der Kaiser geht für ihn über alles andere sieht Napoleon als gütig und großzügig betrachtet Napoleon als brutal, er brennt Städte nieder -historischer Hintergrund •Volkerschlacht • bescheiden, konnte seine Herkunft nie wirklich ablegen Schichten hatten andere Sicht auf Napoleon •Goethe wurde vom Kaiser wertgeschätzt, er bewundert ihn A2 Napoleon als schlechten Mann darstellen -verhasst aufgrund des Kriegsteiben ∙war doch nicht all zu glanzvoll •war berechnend und egoistisch A4 •ganz differenzierte Meinungen •sehr emotionsgeladen -positive und negative Ansichten 1808 1810 1812 1813 1814 1815 1821 Stationen des Untergangs Napoleons Herrschaft Herrschaft Napoleons über West und Mitteleuropa Beschädigung der Kontinentalsperre durch Russland Fehlschlag der Strafexpedition Napoleons gegen Russland Sieg der neuen antinapoleonischen Koalition von England, Russland, Österreich, Preußen und Bayern in der Volkerschlacht bei Leipzig Verbannung Napoleons nach Elba Rückkehr Napoleons und seine Niederlage bei Waterloo Verbannung und Tod Napoleons auf St. Helena im Südatlantik Leistungskurs Geschichte (Sachsen): Abiturprüfung 2003 Ersttermin-Aufgabe A M 1: Bericht des Deputierten Laplanche im Jakobinerklub über seine Tätigkeit in einem französischen Departement 29. Vendemiaire im 2. Jahre der Republik Überall habe ich den Schrecken zur Tagesordnung gemacht, überall den Reichen und Aristokraten Steuern auferlegt. Orleans hat mir 50 000 Livre hergegeben und in Bour- ges genügten mir 2 Tage, um 2 Millionen einzutreiben. Da ich nicht überall sein konnte, 5 haben mich meine Abgesandten vertreten. Ein gewisser Mamin, der 7 Millionen hat, und den einer von ihnen auf 40 000 Livres taxierte, hat sich beim Konvent beklagt, der jedoch mein Verfahren gebilligt. Hätte ich ihn selbst besteuert, so hätte er 2 Milli- onen zahlen müssen. In Orleans ließ ich meine Abgesandten in der Volksgesellschaft Rechnung ablegen, und das Volk hat sie genehmigt. Überall habe ich die Glocken ein- 10 schmelzen lassen und mehrere Kirchspiele vereinigt. Die Föderalisten habe ich sämt- lich abgesetzt, die Verdächtigen eingesperrt und die Sansculotten in Thätigkeit gesetzt. Die Priester hatten in den Hafthäusern alle ihre Bequemlichkeiten, während die Sans- culotten in den Gefängnissen auf Stroh schlafen mußten; die ersteren haben mir Betten für die letzteren hergegeben. Überall habe ich die Priester heiraten lassen, 15 überall die Herzen und die Geister elektrisiert. Ich habe Waffenfabriken eingerichtet, die Werkstätten, die Spitäler und die Gefängnisse besucht. Ich habe mehrere Bataillone von der Aushebung in Masse einrücken lassen, einen Teil Nationalgarden gemustert, um sie republikanisch zu machen, und mehrere Royalisten guillotinieren lassen; kurz ich bin ganz und gar meinem entschieden befehlenden Auftrage nachgekommen und 20 habe überall als ein eifriger Jünger des Berges und der Revolution ergebener Volks- vertreter gehandelt. Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen der Vorlage Aus: Übersetzungen zu dem Quellenbuch zur Geschichte der Neuzeit, Max Schilling, Berlin 1890, S. 53 M 2: Auszug aus einem Artikel der Freien Presse (Bezirksleitung der SED) anlässlich der 200-Jahrfeier der Französischen Revolution: ,,Aus revolutionärer Verhei- Bung wurde gesellschaftliche Praxis" Vom 20. bis 26. August 1789 nahm die Verfassungsgebende Nationalversammlung (Konstituante) die ,,Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" an. Das ,,Ancien re- gime" (die alte Gesellschaft) erhielt seinen Totenschein. [...] Den Grenzen der neuen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft entsprach, daß das 5 Eigentum für unverletzlich und heilig erklärt wurde. Nicht entsprochen wurde der Vorstellung [...] den Benachteiligten und Schwachen zu helfen. Erst im Ergebnis des Volkskampfes erklärte die Verfassung 1791 die Abschaffung einiger Privilegien. Weiter ging die radikale Demokratie während der Jakobinerdiktatur, als sie soziale Gleichheit durchzusetzen versuchte. 10 Zu Gegnern der Menschenrechte erklärten sich viele Adlige, der Papst mit seinem Anhang und die Sklavenhalter in den Kolonien. Das damals noch revolutionäre Bür- gertum begrüßte die revolutionäre Verheißung. Dagegen bezeichnete Karl Marx die 2003-1 1 2 Aufgaben: Teilen Sie die Französische Revolution in Etappen ein. Berücksichtigen Sie dabei grundlegende politische und soziale Veränderungen, welche die jeweilige Staatsform hervorbrachten und bestimmten. 3 Menschenrecinte vun 1789 als ,,nichts anderes als Rechte des egoistischen Menschen“, für den die Gesellschaft nur äußerer Rahmen ist, der ihn behindere. 15 Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft vergrößerte den Widerspruch zwischen verkündeten Menschenrechten und Wirklichkeit. Zugleich wurden die in der Realität oft verkümmerten Menschenrechte dort ,,verchromt": Das Recht zur Mitwirkung bei der Gesetzbildung schrumpfte auf das Wahlrecht ein. Das Recht zur Meinungs- und Überzeugungsfreiheit reduzierte sich auf Redefreiheit ohne Veränderungswirkung, 20 das Recht zum Widerstand zum Recht auf Konservatismus. 5 Erst viel später, mit dem Kampf um eine sozialistische Gesellschaftsordnung, wurde die Kluft zwischen politischem Anspruch und sozialer Wirklichkeit überwunden. So schuf der einheitliche revolutionäre Umwälzungsprozeß in der DDR die ökonomischen, sozialen und politischen Garantien für die Menschenrechte und erweiterte sie um die 25 gesellschaftlichen und persönlichen Rechte auf Frieden, Arbeit, soziale Sicherheit, Persönlichkeitsentfaltung, Wohnung. Im Sozialismus gelten Menschenrechte in der Gesamtheit, nicht nur einige und nicht nur für einige. Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen der Vorlage Aus: Helmut Biering, Aus revolutionärer Verheißung wurde gesellschaftliche Praxis; In: freie Presse (Bezirkszeitung der SED) ,,Heute für Morgen", 07. Juli 1989, S. 2 Erarbeiten Sie aus M 1 die Maßnahmen, die der Deputierte Laplanche durchführen ließ, und erläutern Sie, welche Überlegungen bzw. Ideen diesen zu Grunde lagen. Legen Sie anhand von M 2 dar, wie der Verfasser die Französische Revo- lution anlässlich ihrer 200-Jahrfeier beurteilt. 4 In M 2 geht der Verfasser auf die Menschenrechte im Sozialismus ein (Z. 26/27) und stellt abschließend die These auf: ,,Im Sozialismus gelten Menschenrechte in der Gesamtheit, nicht nur einige und nicht nur für einige." Nehmen Sie vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund in der DDR zu dieser Behauptung Stellung. Erläutern Sie die Bedeutung der Französischen Revolution für eine mo- derne und demokratische Staatsordnung. 2003-2 12 BE 12 BE 10 BE 14 BE 12 BE 60 BE Innenpolitik Napoleons -Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung • Verwaltung: Bekämpfung der Korruption • Zensur von Presse, Theater und Büchern • Rechtssicherheit durch den Code Civil: Gleichheit vor dem Gesetz • neuer Adel: Verdiente Heerführer • Aussohnung mit der katholischen kirche durch das Konkordat • glanzvolle Selbstdarstellung des Staates - Kaiserkrönung -Bauwerke -Kunst des Empire -Glorie durch immer neue Siege - Nachahmung des römischen Kaisertums • Napoleon: -hatte einen unbeschreiblicher Stil -war von starkem Charakter geprägt -hatte keine dummen Angewohnheiten - er arbeitete und traf Entscheidungen, statt nur zu sprechen und zu spekulieren -bekräftigte die Garantie für Eigentum und Ordnung -militärische Erfolge -Despotismus • jemand, der nur sehr schwer kontrollierbar und nicht durchschaubar ist die Grundpfeiler Napoleons Herrschaft Armee und militärische Erfolge Code Civil, ein Rechtssystem der Lebensstil Napoleons -Bischofe waren ihm gegenüber positiv gesinnt • Menschen sehnten sich nach Ruhe, Ordnung und Sicherheit •wer könnte das besser geben, als ein aufstrebender Feldheer, der mit Erfolgen in der Außenpolitik das Land schützte und Selbiges für Innen versprach? • Menschen setzten ihre Hoffnung in die Religion dadurch ertragen sie bestimme Dinge leichter Herrschafts-und Vertröstungselement Kirche • Stabilisierung der Gesellschaftsordnung Garantie der Besitzverhältnisse das Konkordat, die Kirchenversöhnung Gewinner des napoleonischen Systems: • alter Adel •Besitzbürgertum •Militär • Zensur, starke Polizei und scharfe Propaganda steuerten das Meinungsbild massiv Verlierer des napoleonischen Systems: •Bauern •Lohnarbeiter • Heiratspolitik in europäische Königs und Standeshäuser sich selbst und seine Familie •Beeinflussung und Gewinn an Einfluss Ein Ohr an der Basis" • zentralistische Verwaltung der erste und letzte, der Gesetze erlässt