Die Verfassung von 1791 und die Radikalisierung der Revolution
Die Nationalversammlung arbeitete eine Verfassung aus, die 1791 in Kraft trat. Sie sah eine konstitutionelle Monarchie vor, in der die Macht zwischen König und gewählter Nationalversammlung aufgeteilt war. Wichtige Merkmale waren:
- Wahlrecht für Männer über 25 Jahren mit einem bestimmten Steueraufkommen
- Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative
- Der König behielt ein Vetorecht gegen Gesetze der Nationalversammlung
Trotz dieser Reformen verschärfte sich die politische Lage. 1792 wurde der König abgesetzt und Frankreich zur Republik erklärt. Es folgte eine Phase der Radikalisierung, die in der Schreckensherrschaft der Jakobiner 1793/94 gipfelte.
Definition: Die Jakobiner waren eine einflussreiche politische Gruppierung während der Französischen Revolution, die für radikale Reformen und die Beseitigung aller "Feinde der Revolution" eintrat.
Unter Führung von Maximilien Robespierre wurden tausende vermeintliche Gegner der Revolution hingerichtet, darunter auch König Ludwig XVI. Robespierre rechtfertigte den Terror als notwendig für den Sieg der Revolution:
Quote: "Der Despotismus der Freiheit, um den Despotismus der Tyrannen zu zermalmen." - Maximilien Robespierre
Die Schreckensherrschaft endete am 28. Juli 1794 mit der Hinrichtung Robespierres selbst.
Example: Das "Gesetz über die Verdächtigen" ermöglichte die Verhaftung und Hinrichtung aller als Feinde der Freiheit eingestuften Personen. In nur 17 Monaten wurden etwa 14.000 Menschen hingerichtet.




