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Globale Dimensionen des Krieges

Globale Dimensionen des Krieges

 Globale Dimensionen des Krieges - eine Darstellung
Geschichtsprojekt S. 317 2a +b
Die Aspekte des Zweiten Weltkrieges, denen Sönke Neitzel

Globale Dimensionen des Krieges

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Birte

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In diesem Aufsatz wird die Frage beantwortet, inwieweit der Zweite Weltkrieg globale Auswirkungen hatte und wie eine gemeinsame Erinnerungskultur an die Verbrechen des Krieges Aussehen könnte

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Globale Dimensionen des Krieges - eine Darstellung Geschichtsprojekt S. 317 2a +b Die Aspekte des Zweiten Weltkrieges, denen Sönke Neitzel eine globale Dimension zuschreibt: Überall findet man heute noch Schlachtfelder, die durch Kriege entstanden sind: Und nicht nur sichtbare, wie die auf dem Land oder die zweiten Weltkriegsbomben, die heute immer wieder bei Neubauten gefunden werden. Auch unsichtbar in den Ozeanen laueren die Überreste des Kriegs: Über 20.000 Schiffe sind in den beiden Weltkriegen versenkt worden und die Wracke liegen bis heute noch auf den Grund der Meere. Und auch die Menschen, die in den Kriegen ihr Leben gelassen haben, sind auf der ganzen Welt zu finden: Allein der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt in über 64 Ländern Friedhöfe. Jedes Land auf dieser Welt hat also Opfer in den beiden Weltkriegen gebracht. Und das hat auch Spuren in den Kulturen der Menschen und deren Lebensweisen hinterlassen. So lässt sich auch heute noch der Einfluss des Zweiten Weltkriegs auf die sogenannte „Nachkriegsgeneration" beobachten. Diese Generation hebt sich nämlich deutlich durch ihre Sparsamkeit und ihre Genügsamkeit von den späteren Generationen ab (auf Deutschland bezogen). Diese Beobachtung lässt sich jedoch nicht nur auf Europa finden, sondern in beinahe jedem Land dieser Welt. Von Grönland bis zu den Tropen Afrikas. Das Verhalten der Menschen, die Natur und die Kultur sind durch Kriege...

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gezeichnet worden und werden es immer noch. Und auch die politische und wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Welt wurde maßgeblich durch den Zweiten Weltkrieg beeinflusst, der auch weit in seiner geografischen Ausdehnung alle anderen Kriege in den Schatten stellt. Insgesamt beleuchten der Verfassertext und der Auszug aus dem Buch ,,Der Globale Krieg" von Sönke Neitzel drei globale Dimension des Zweiten Weltkriegs: 1. Der Krieg im Pazifik (Der Krieg gegen Japan): Im Pazifik entstand ein zweites Zentrum des Kriegs, indem insgesamt 40% der Kriegstoten ihr Leben ließen. Ein Grund dafür ist die amerikanische Kriegsoffensive am 15. Juni 1944, bei der Amerika mit einer gewaltigen Streitmacht auf den Marianen landeten und so die letzte Kriegsphase im Pazifik einleiteten. Infolgedessen wurde ein Großteil der japanischen Flotte zerstört. Und diese Dimension des Krieges endete nicht mit der Kapitulationsurkunde von Deutschland, sondern hielt noch Monate später an. Erst durch den amerikanischen Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945 wurde Japan zu einer Kapitulation gezwungen, woraufhin es am 2. September 1945 seine Kapitulation verkündete. Die Folgen dieses (letzten) Angriffs sind aber bis heute noch zu spüren. 2. Der Krieg in Afrika: Zum einen kämpften Italien und Deutschland gegen alliierte Truppen in Afrika und zum anderen rekrutierten Frankreich und Großbritannien massenhaft Soldaten aus ihren afrikanischen Kolonien und verpflichteten die Einwohner dieser zu Zwangsarbeit. Außerdem benutzen Frankreich und Großbritannien die Finanzmittel, Rohstoffe und die industriellen und landwirtschaftlichen Produkte ihrer Kolonien, um sie im Krieg oder für den Krieg einzusetzen. So wurde der größtenteils friedliche und unbeteiligte Kontinent Afrika mit in den Krieg einbezogen und die Bevölkerung fiel dem Krieg schutzlos zum Opfer. 3. Der Krieg gegen China: Viel zu oft wird vergessen, wie sehr China unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten hat. China hat nach der Sowjetunion die höchst Anzahl an Kriegstoten zu beklagen. Eine besondere Bedeutung schreibt Neitzel dem Krieg im Pazifik zu: „Es war der Krieg im Pazifik, der die globale Dimension des Zweiten Weltkriegs unterstrich." Aus dem anfänglichen europäischen Krieg ist so ein Weltkrieg geworden, dessen Dimensionen kaum zu begreifen sind. Und obwohl er für jedes Land etwas anderes bedeutet hat und noch heute bedeutet, so ist man sich doch bei einem ganzen sicher: So etwas darf sich nie wieder wiederholen! Erörterung der Möglichkeit einer globalen Erinnerungs- und Gedenkkultur zum Zweiten Weltkrieg Die Länder dieser Welt sind sich heutzutage nicht mehr in vielen Dingen einig, in einem aber schon: So etwas, wie der Zweite Weltkrieg, darf sich niemals wieder wiederholen! Um dieses Ziel zu erreichen, wird oft über die Einführung einer globalen Erinnerungs- und Gedenkkultur diskutiert. Nicht nur, um durch Erinnern an die grausamen Kriegsverbrechen die zerstörerische und Leid bringende Kraft von Kriegen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, sondern auch, um den Opfern zu Gedenken und diese zu ehren. Und die Idee, dass wir Menschen aus unseren Fehlern lernen erscheint auch logisch. Doch wäre eine gemeinsame Gedenkkultur überhaupt möglich? Haben alle Länder auf der Erde den Zweiten Weltkrieg damals gleich wahrgenommen? Um diese Fragen zu klären, werde ich exemplarisch an Deutschland, Russland und Japan aufzeigen, wie unterschiedlich der Krieg von den verschiedenen Beteiligten wahrgenommen wurde und erörtern, ob so überhaupt eine gemeinsame Gedenkkultur möglich wäre. Zunächst wende ich mich dem Verursacher des wohl größten Leids in der Geschichte zu: Deutschland. Sein Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg gilt als Musterbeispiel: Seine Schuld hat es kompromisslos anerkannt und mit vielen verschiedenen Gedenkstätten, Musen und Veranstaltung ehrt und gedenkt es zum einen immer wieder den Kriegsopfern und vor allem den Holocaust opfern, zum anderen wird so aber auch immer wieder der Bevölkerung klar vor Augen geführt, was Fremdenfeindlichkeit, übermäßiger Nationalismus und Hass anrichten können: Deutschland hat seine Kriegsschuld restlos anerkannt und übernimmt die Verantwortung für diese und gleichzeitig auch die Verantwortung dafür, seine Bevölkerung so zu sensibilisieren, dass sich von deutscher Seite solch ein Krieg nie wieder wiederholen kann. Jedoch äußern sich seit den letzten sechs Jahren auch hier immer wieder kritische Stimmen von rechts, die fordern, dass aufgehört wird diesen Teil der Geschichte so viel Aufmerksamkeit zu schenken oder sogar seine bloße Existenz leugnen. Die wohl bekannteste Äußerung ist hierzu die von AfD-Politiker Björn Höcke, der das Holocaust-Denkmal in Berlin als ,,Denkmal der Schande" bezeichnet hat. Aber gerade diese Äußerung hat für einen Aufschrei in der deutschen Bevölkerung gesorgt und nur einmal viel mehr verdeutlicht, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung die Schuld von Deutschland im Zweiten Weltkrieg anerkennt und das Gedenken an die Opfer für mehr als wichtig erachtet. Ganz anders sieht der Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg auf der Seite eines ,,Gewinners" aus: Russland. Dadurch, dass sich Russland als klarer Gewinner des Zweiten Weltkriegs sieht, wird das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg nicht als Gedanken an die Opfer und die Erinnerung an die Grausamkeit des Krieges gesehen, sondern als Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion. Und dieses Denken wird vom Staat gefördert und zelebriert. So gibt es z.B. jedes Jahr am 9. Mai eine große Militärparade, die nicht den Anschein erweckt, vom Krieg abschrecken zu wollen, sondern eher das Gefühl vermittelt, ihn zu feiern. Natürlich hat die Sowjetunion ein Recht darauf, ihren Sieg über das damalige Deutschland anzuerkennen und zu würdigen, doch ist dieser Krieg weitaus komplizierter gewesen, als ihn nur in Besiegte und Sieger einteilen zu können. Aber kritische Meinungen zu dieser Thematik werden durch den öffentlichen Umgang in Russland mit dem Zweiten Weltkrieg praktisch „vernichtet“ oder „tot geschwiegen". So ist die Erinnerung und Gedenkkultur in Russland kein Erinnern an die Schattenseiten des Krieges, sondern nur eine Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion und es scheint, als ob den Opfern in Russland (wovon es auch Millionen auf russisch/sowjetischer Seite gab) keine wirkliche Bedeutung mehr zugeschrieben wird. Betrachtet man nun die letzte „Kategorie“ der Kriegsbeteiligten, so muss man sich einem ganz klaren Verlierer hinwenden: Japan. Japan ist wohl mit das Land, was auch nur heute am meisten von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs spürt. Durch den Abwurf der beiden Atombomben sind die beiden Städte Nagasaki und Hiroshima bis heute unbewohnbar und die Menschen, die nicht direkt durch die Detonation und die Folgen der Radioaktivität gestorben sind, haben oft im späteren Verlauf ihres Lebens mit den Folgen dieser Bomben zu kämpfen. Japan sieht sich deshalb selbst oft als eins der schlimmsten Opfer des Zweiten Weltkriegs und möchte dieses Bild auch durch seinen Umgang mit der Geschichte vermitteln: So fokussieren sich die meisten Gedenkstätten Japans auf das Jahr 1945, was als das „leidvollste Jahr“ in der japanischen Geschichte gilt. So gibt es auf der Insel Kyūshū mehrere Gedenkstätten, die die Erinnerung gezielt auf Japans okkōtai lenken, besser bekannt als "Kamikaze-Einheiten". Diese sehr jungen und schlecht ausgebildeten Piloten sind als letztes Mittel in den Krieg geschickt worden und starben insbesondere bei der Schlacht um Okinawa. Und auch das Museum ,,Peace Ōsaka" erinnert nicht an die Kriegsverbrechen von Japan, sondern an die US- amerikanischen Bombenangriffe zwischen Dezember 1944 und August 1945. Im Vordergrund der lokalen Gedenkorte zeigt sich also deutlich, dass der Verlust, das Leiden und Sterben der japanischen Bevölkerung und Soldaten während des Zweiten Weltkriegs in ihrer Erinnerungskultur dominiert. Und dieses Bild wird auch durch die japanische Filmindustrie aufrechterhalten, welche sich bei Filmen über den Zweiten Weltkrieg hauptsächlich den Themen des Atombombenabwurfs, die inzwischen ein eigenes Filmgenre einnehmen oder den heldenhaften und tapferen Einsätzen von jungen Tokkō- Piloten, wie z. B. im Film „Eternal Zero - Flight of No Return" widmet. Aber auch in der Schulbildung versucht Japan bewusst seine Schuld und Mitwirken am Zweiten Weltkrieg herunterzuspielen. So gab es immer wieder Diskussionen über die japanischen Schulbücher, die den Zweiten Weltkrieg behandeln. Die letzte Kontroverse war hierzu im Jahr 2007, als das Bildungsministerium in Lehrbüchern die Verantwortung des japanischen Militärs für Massenselbstmorde der Zivilbevölkerung während der Schlacht um Okinawa leugnen wollte. Japan scheint also, sich zwar in ihrer Gedenkkultur den Opfern zu widmen, jedoch ausschließlich denen eigenen. Sie sehen sich selbst einzig und allein in der Opferrolle und wollen dahingegen ihre eigenen Kriegsverbrechen nicht anerkennen. Durch diese drei verschiedenen Länder erkennt man schon, wie unterschiedlich die Erinnerungs- und Gedenkkulturen sind, je nachdem, wie der Zweite Weltkrieg selbst von den Ländern wahrgenommen wurde. Deutschland muss sich als einziges Land seiner Verantwortung stellen, da es als Verursacher des Zweiten Weltkriegs keine andere Wahl hat, ohne mit internationalen Sanktionen zu rechnen. Und auch die deutsche Bevölkerung hat den Krieg am Ende einzig und allein als Niederlage wahrgenommen, ein anderer ,,Interpretationsraum" war gar nicht gegeben. Bei Russland und Japan sieht der Umgang jedoch deutlich anders aus. Was aber bei beiden auffällt: Beide Umgänge mit der Vergangenheit sind sehr nationalistisch geprägt. Es steht nicht im Vordergrund, an den Krieg zu erinnern, davor abzuschrecken und ALLEN Opfern zu gedenken. Vielmehr probieren beide Länder, ihre Beteiligung am Krieg so positiv wie möglich auszulegen und keine Fehler oder Verbrechen anzuerkennen. Aber genau dies ist es, was eine Erinnerungskultur ausmacht. Eine Erinnerungskultur soll nicht „Spaß machen“ oder ein Land gut „dastehen lassen“. Eine Erinnerungskultur ist viel mehr ein Mahnmal und ein Mahnmal kann nicht nur positive Seiten haben. Damit es eine globale Erinnerungskultur geben kann, müssten alle Länder von ihrer ,,geschönten" Geschichtsschreibung Abschied nehmen und ihre nationalistischen Denkweisen zurücklassen. Es kann nämlich nicht nur Sieger und Besiegte geben, so eindimensional ist kein Krieg dieser Welt. Damit dies aber gelingt müssen wir die verschiedenen Geschichtsauffassungen mehr achten, einen Diskurs über diese führen und unsere gemeinsame Vergangenheit anerkennen. Es wird niemals zu einer einheitlichen Geschichtsschreibung kommen, doch damit eine globale Erinnerungs- und Gedenkkultur entstehen kann, ist es notwendig über die verschiedenen Geschichtsauffassungen zu reden, sich anzunähern und Gräben zu überwinden. Denn in einer Zeit, in der sich Länder immer weiter politisch voneinander entfernen, der Rechtsruck beinahe alle Regierungen der Welt betrifft und in der Rassismus wieder auf der Tagesordnung eht, ist ein gemeinsames Gedenken und Erinnern den Zweiten Weltkrieg mehr als nötig! Quellen für die Erörterung: https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39863/erinnern-global https://www.bpb.de/apuz/303641/das-leid-der-eigenen-1945-in-der-japanischen-erinnerungskultur https://www.boell.de/de/2020/05/06/streit-der-erinnerungen-75-jahre-nach-ende-des-2-weltkriegs- europa Russland und 9. Mai: Stalins makabres Spiel mit den Toten des Zweiten Weltkriegs (t-online.de)

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Erst durch den amerikanischen Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945 wurde Japan zu einer Kapitulation gezwungen, woraufhin es am 2. September 1945 seine Kapitulation verkündete. Die Folgen dieses (letzten) Angriffs sind aber bis heute noch zu spüren. 2. Der Krieg in Afrika: Zum einen kämpften Italien und Deutschland gegen alliierte Truppen in Afrika und zum anderen rekrutierten Frankreich und Großbritannien massenhaft Soldaten aus ihren afrikanischen Kolonien und verpflichteten die Einwohner dieser zu Zwangsarbeit. Außerdem benutzen Frankreich und Großbritannien die Finanzmittel, Rohstoffe und die industriellen und landwirtschaftlichen Produkte ihrer Kolonien, um sie im Krieg oder für den Krieg einzusetzen. So wurde der größtenteils friedliche und unbeteiligte Kontinent Afrika mit in den Krieg einbezogen und die Bevölkerung fiel dem Krieg schutzlos zum Opfer. 3. Der Krieg gegen China: Viel zu oft wird vergessen, wie sehr China unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten hat. China hat nach der Sowjetunion die höchst Anzahl an Kriegstoten zu beklagen. Eine besondere Bedeutung schreibt Neitzel dem Krieg im Pazifik zu: „Es war der Krieg im Pazifik, der die globale Dimension des Zweiten Weltkriegs unterstrich." Aus dem anfänglichen europäischen Krieg ist so ein Weltkrieg geworden, dessen Dimensionen kaum zu begreifen sind. Und obwohl er für jedes Land etwas anderes bedeutet hat und noch heute bedeutet, so ist man sich doch bei einem ganzen sicher: So etwas darf sich nie wieder wiederholen! Erörterung der Möglichkeit einer globalen Erinnerungs- und Gedenkkultur zum Zweiten Weltkrieg Die Länder dieser Welt sind sich heutzutage nicht mehr in vielen Dingen einig, in einem aber schon: So etwas, wie der Zweite Weltkrieg, darf sich niemals wieder wiederholen! Um dieses Ziel zu erreichen, wird oft über die Einführung einer globalen Erinnerungs- und Gedenkkultur diskutiert. Nicht nur, um durch Erinnern an die grausamen Kriegsverbrechen die zerstörerische und Leid bringende Kraft von Kriegen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, sondern auch, um den Opfern zu Gedenken und diese zu ehren. Und die Idee, dass wir Menschen aus unseren Fehlern lernen erscheint auch logisch. Doch wäre eine gemeinsame Gedenkkultur überhaupt möglich? Haben alle Länder auf der Erde den Zweiten Weltkrieg damals gleich wahrgenommen? Um diese Fragen zu klären, werde ich exemplarisch an Deutschland, Russland und Japan aufzeigen, wie unterschiedlich der Krieg von den verschiedenen Beteiligten wahrgenommen wurde und erörtern, ob so überhaupt eine gemeinsame Gedenkkultur möglich wäre. Zunächst wende ich mich dem Verursacher des wohl größten Leids in der Geschichte zu: Deutschland. 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Mai eine große Militärparade, die nicht den Anschein erweckt, vom Krieg abschrecken zu wollen, sondern eher das Gefühl vermittelt, ihn zu feiern. Natürlich hat die Sowjetunion ein Recht darauf, ihren Sieg über das damalige Deutschland anzuerkennen und zu würdigen, doch ist dieser Krieg weitaus komplizierter gewesen, als ihn nur in Besiegte und Sieger einteilen zu können. Aber kritische Meinungen zu dieser Thematik werden durch den öffentlichen Umgang in Russland mit dem Zweiten Weltkrieg praktisch „vernichtet“ oder „tot geschwiegen". So ist die Erinnerung und Gedenkkultur in Russland kein Erinnern an die Schattenseiten des Krieges, sondern nur eine Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion und es scheint, als ob den Opfern in Russland (wovon es auch Millionen auf russisch/sowjetischer Seite gab) keine wirkliche Bedeutung mehr zugeschrieben wird. Betrachtet man nun die letzte „Kategorie“ der Kriegsbeteiligten, so muss man sich einem ganz klaren Verlierer hinwenden: Japan. Japan ist wohl mit das Land, was auch nur heute am meisten von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs spürt. Durch den Abwurf der beiden Atombomben sind die beiden Städte Nagasaki und Hiroshima bis heute unbewohnbar und die Menschen, die nicht direkt durch die Detonation und die Folgen der Radioaktivität gestorben sind, haben oft im späteren Verlauf ihres Lebens mit den Folgen dieser Bomben zu kämpfen. Japan sieht sich deshalb selbst oft als eins der schlimmsten Opfer des Zweiten Weltkriegs und möchte dieses Bild auch durch seinen Umgang mit der Geschichte vermitteln: So fokussieren sich die meisten Gedenkstätten Japans auf das Jahr 1945, was als das „leidvollste Jahr“ in der japanischen Geschichte gilt. So gibt es auf der Insel Kyūshū mehrere Gedenkstätten, die die Erinnerung gezielt auf Japans okkōtai lenken, besser bekannt als "Kamikaze-Einheiten". Diese sehr jungen und schlecht ausgebildeten Piloten sind als letztes Mittel in den Krieg geschickt worden und starben insbesondere bei der Schlacht um Okinawa. Und auch das Museum ,,Peace Ōsaka" erinnert nicht an die Kriegsverbrechen von Japan, sondern an die US- amerikanischen Bombenangriffe zwischen Dezember 1944 und August 1945. Im Vordergrund der lokalen Gedenkorte zeigt sich also deutlich, dass der Verlust, das Leiden und Sterben der japanischen Bevölkerung und Soldaten während des Zweiten Weltkriegs in ihrer Erinnerungskultur dominiert. Und dieses Bild wird auch durch die japanische Filmindustrie aufrechterhalten, welche sich bei Filmen über den Zweiten Weltkrieg hauptsächlich den Themen des Atombombenabwurfs, die inzwischen ein eigenes Filmgenre einnehmen oder den heldenhaften und tapferen Einsätzen von jungen Tokkō- Piloten, wie z. B. im Film „Eternal Zero - Flight of No Return" widmet. Aber auch in der Schulbildung versucht Japan bewusst seine Schuld und Mitwirken am Zweiten Weltkrieg herunterzuspielen. So gab es immer wieder Diskussionen über die japanischen Schulbücher, die den Zweiten Weltkrieg behandeln. Die letzte Kontroverse war hierzu im Jahr 2007, als das Bildungsministerium in Lehrbüchern die Verantwortung des japanischen Militärs für Massenselbstmorde der Zivilbevölkerung während der Schlacht um Okinawa leugnen wollte. Japan scheint also, sich zwar in ihrer Gedenkkultur den Opfern zu widmen, jedoch ausschließlich denen eigenen. Sie sehen sich selbst einzig und allein in der Opferrolle und wollen dahingegen ihre eigenen Kriegsverbrechen nicht anerkennen. Durch diese drei verschiedenen Länder erkennt man schon, wie unterschiedlich die Erinnerungs- und Gedenkkulturen sind, je nachdem, wie der Zweite Weltkrieg selbst von den Ländern wahrgenommen wurde. Deutschland muss sich als einziges Land seiner Verantwortung stellen, da es als Verursacher des Zweiten Weltkriegs keine andere Wahl hat, ohne mit internationalen Sanktionen zu rechnen. Und auch die deutsche Bevölkerung hat den Krieg am Ende einzig und allein als Niederlage wahrgenommen, ein anderer ,,Interpretationsraum" war gar nicht gegeben. Bei Russland und Japan sieht der Umgang jedoch deutlich anders aus. Was aber bei beiden auffällt: Beide Umgänge mit der Vergangenheit sind sehr nationalistisch geprägt. Es steht nicht im Vordergrund, an den Krieg zu erinnern, davor abzuschrecken und ALLEN Opfern zu gedenken. Vielmehr probieren beide Länder, ihre Beteiligung am Krieg so positiv wie möglich auszulegen und keine Fehler oder Verbrechen anzuerkennen. Aber genau dies ist es, was eine Erinnerungskultur ausmacht. Eine Erinnerungskultur soll nicht „Spaß machen“ oder ein Land gut „dastehen lassen“. 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Denn in einer Zeit, in der sich Länder immer weiter politisch voneinander entfernen, der Rechtsruck beinahe alle Regierungen der Welt betrifft und in der Rassismus wieder auf der Tagesordnung eht, ist ein gemeinsames Gedenken und Erinnern den Zweiten Weltkrieg mehr als nötig! Quellen für die Erörterung: https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39863/erinnern-global https://www.bpb.de/apuz/303641/das-leid-der-eigenen-1945-in-der-japanischen-erinnerungskultur https://www.boell.de/de/2020/05/06/streit-der-erinnerungen-75-jahre-nach-ende-des-2-weltkriegs- europa Russland und 9. Mai: Stalins makabres Spiel mit den Toten des Zweiten Weltkriegs (t-online.de)