Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft und Gesellschaftsmodelle
Die Theorie der nivellierten Mittelstandsgesellschaft, entwickelt vom konservativen Soziologen Helmut Schelsky, beschreibt eine hochmobile Sozialstruktur mit ständigen Auf- und Abstiegsprozessen.
Definition: Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft zeichnet sich durch eine soziale Nivellierung in einer relativ einheitlichen Gesellschaftsschicht aus.
Charakteristika dieser Gesellschaft sind:
- Aufgestiegene Industriearbeiterschaft, Verwaltungsangestellte und technische Angestellte
- Deklassierung ehemaliger Besitz- und Bildungsbürgertum-Schichten
- Entstehung einer breiten Mittelschicht mit gleichen politischen Rechten und ähnlichen materiellen Lebensbedingungen
Highlight: Laut Schelsky war der Massenkonsum die Hauptursache für die Angleichung der Lebensstile, was zu einem Entschichtungsvorgang führte.
Das Zwiebel-Modell von Karl Martin Bolte beschreibt die Gesellschaft der 1960er Jahre:
- Kriterien: Beruf, Schulbildung, Einkommen
- 60% der Bevölkerung in der bauchigen Mitte mit kaum Prestige-Unterschieden
- Deutliche Abweichungen vor allem bei den "sozial Verachteten" und der "Oberschicht"
Das "Hausmodell" von Ralf Dahrendorf, erschienen 1965, teilt die Gesellschaft in sieben Schichten ein:
Vocabulary: Statuszone - Ein Bereich, in dem jemand im Statusaufbau liegt, nicht starr definiert.
- Elite (1%)
- Dienstklasse (12%)
- Falscher Mittelstand (12%)
- Mittelstand (20%)
- Arbeiterschicht (45%)
- Unterschicht (5%)
- Sozial Verachtete (5%)
Highlight: Die Hauswände in Dahrendorfs Modell sind teilweise durchlässig, was die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs für bestimmte Schichten symbolisiert.





