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Soziale Ungleichheit

Soziale Ungleichheit

 SoWi GK Q2.1.1
Definition
●
3 Voraussetzungen, um (un)vorteilhafte Lebensbedingungen als „soziale Ungleichheit" zu
bezeichnen:
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Definition, Dimensionen (v.a. Bildung + materieller Wohlstand), Bestimmung (v.a. Lorenzkurve + Gini–Koeffizient), Vermögen, Armut

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SoWi GK Q2.1.1 Definition ● 3 Voraussetzungen, um (un)vorteilhafte Lebensbedingungen als „soziale Ungleichheit" zu bezeichnen: wertvoll: nur knapp vorhandene + begehrte Güter (z.B. Einkommen, Bildung) nicht absolut gleich: ungleiche Verteilung dieser Güter wichtig: ungleich (Sachurteil, objektiv) ‡ ungerecht (Werturteil, subjektiv) gesellschaftliche Verteilungsmechanismen: sozial strukturierte (= in der Organisation der Gesellschaft verankerte) regelmäßige + über persönliche Verteilungsmechanismen (kein Einbezug von zufälligen (z.B. Lottogewinn), individuellen (z. B. schwieriger Charakter) oder natürlichen (z.B. Krankheit) Lebensbedingungen) Dimensionen + Indikatoren sozialer Ungleichheit ● ● Dimension: Bildung Bildung: Schlüsselfaktor für wirtschaftlichen Erfolg Prof. Baumert: „Die soziale Herkunft wirkt immer mit“: ● ● ,,Als soziale Ungleichheit bezeichnet man wertvolle, nicht absolut gleich und systematisch aufgrund von Positionen in gesellschaftlichen Beziehungsgefügen verteilte, vorteilhafte bzw. nachteilige Lebensbedingungen von Menschen." Dimensionen → Bildung Indikatoren soziale Herkunft (von Schülern + Studenten) ● Soziale Ungleichheit Soziale Ungleichheit 28%: Sozialschichtkomponente 50%: primäre Effekte → soz. Startunterschiede → Leistungsunterschiede materieller Wohlstand Macht Einkommen Vermögen Armut Einfluss + Herkunft von Machteliten Grundschulempfehlung + Übergangsentscheidung 50%: sekundäre Effekte → soz. Voreingenommenheit der Lehrkräfte Ursachen Ungleichheit herkunftsbedingter Bildungschancen: • Lebens-, Wohn- + Arbeitsbedingungen der Schichten mangelnde Erziehung (z.B. Motivation, Kommunikation, sprachliche Fertigkeiten, Vorbildfunktion) N. Brunsmann → sozialschichtabhängiges Entscheidungsverhalten der Eltern Prestige (= Ansehen) Berufsprestige 72% : Leistung → von Sozialschicht unabhängig Maßnahmen: Ausbau von Vor- + Ganztagsschulen zeitgemäße + die Lebenswelten unterer Schichten einbeziehende Lehrinhalte mehr Durchlässigkeit zwischen Schulen bzw. mehr Gesamtschulen Aktivierung außerschulischer Bildungsinstanzen (z.B. Deutschkurse für Migrantenkinder) SoWi GK Q2.1.1 Bildungstrichter Bild 3.27 Bildungstrichter 2009: Schematische Darstellung sozialer Selektion - Bildungsbeteiligung von Kindern nach Bildungs- status im Elternhaus in % Kinder von Akademiker(inne)n 100 Kinder berufl. Schule¹ 21 Kinder gymnasiale Oberstufe² 79 Kinder 52% Übergangsquoten 11 66 Kinder 77 Kinder 84% Bildungsherkuft (Studierende 2012 in %) niedrig (9%) mittel (41%) gehoben...

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(28%) hoch (22%) Sek. II Einkommen Kinder von Nicht-Akademiker(inne)n Soziale Herkunft der Studierenden Soziale Ungleichheit Hochschulzugang berufliche Schule ¹ 57 Kinder 100 Kinder 12% Übergangsquoten 37% DSW/HIS-HF 20. Sozialerhebung 1 Fachoberschule, Berufsoberschule, technische Oberschule, Berufs(fach)schule, Fachakademie (Bayern), Berufsakademie, Schule des Gesundheitswesens, Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr. 2 Allgemeinbildende Gymnasien, Gesamtschulen, Fachgymnasien. 7 16 Bildung der Eltern Dimension: materieller Wohlstand gymn. Oberstufe² 43 Kinder Kinder 23 Kinder Summe der Personengewichte 1 Elternteil akademischer Abschluss Hochschulstudium Einkommen = Einnahmen eines Privathaushaltes Netto-Haushaltseinkommen - Gegenüberstellung der Chancen auf Bildungsbeteiligung von 100 Kindern von Akademiker*innen + 100 Kindern von Nicht- Akademiker*innen N. Brunsmann - 4 Bildungsschwellen • Primarstufe • Sek. I (im Trichter dargestellt:) • Sek. II • Studienaufnahme kein beruflicher Abschluss / 1 Elternteil max. 1 nicht-akademische Berufsausbildung nicht-akademische Berufsausbildung Übergangsquote → Besuch gymnasialer Oberstufe 1,8-mal wahrscheinlicher bei A. als bei N.-A. N.A. → Besuch beruflicher Schule 2,7- mal wahrscheinlicher bei N.-A. als bei A. → Studium 3,3-mal wahrscheinlicher bei A. als bei = + Besitzeinkommen (Mieteinnahmen, Kapitalgewinne, Zinsen etc.) + Transfereinkommen (Kindergeld, Wohngeld, Sozialhilfe etc.) Steuern + Sozialversicherungsbeiträge alle Einkommen der Erwerbstätigkeit der Haushaltsmitglieder Äquivalenzeinkommen (= bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Nettohaushaltseinkommen) = ,,Personengewicht" für jedes Haushaltsmitglied (Erwachsener = 1; Kind ab 15 J. = 0,7 ; Kind <15 J. = 0,3) → präziser (denn z.B. ein 5-P.-Haushalt braucht nicht 5 Kühlschränke) Netto-Haushaltseinkommen SoWi GK Q2.1.1 Bestimmung der Ungleichverteilung Lorenz-Kurve + Gini-Koeffizient Abb. 1: Lorenzkurve (nach M.(. Lorenz) Einkommen (kumuliert) % 100 75 50 25 0 ● Kurve der Gleich- verteilung (immer Anteile du Haushatte = Volliseinkommer ● ● 45°-Hine. 50 Lorenz-Kurve i → bradydyr Ungleichheit der Einhomphensverteilung 1 25 Einkommensbezieher (kumuliert) 25mgerechnet Haushalte einer Volkswirtschaft werden nach ihrer Einkommenshöhe geordnet 75 100 % Soziale Ungleichheit Abb. 2: Gini-Koeffizient (Corrado Gini) % 100 75 50 25 Einkommen (kumuliert) Kurve der Gleich- verteilung Fläche A (zw. 45°-Linie to Lorenz-Kerne) 50 25 Einkommensbezieher (kumuliert) Kritik: Gini-Koeffizient gibt nur Ungleichverteilung an, nicht, wo diese liegt • nur Erkenntnisse auf nationaler Ebene (z.B. kein Unterschied West/Ost) Lorenz-Kurvei ungenaue Definition von Einkommen kein Wohlstandsindikator (→ Wohlfahrtsindex besser) Fläche A Fläche B = Gini- 1 (244.45° liner Fläche B koeffizient 1 X-Achse) 2.B.: 45=0,3 (307) 1 75 100 % Konzentrationsmaß, mit dessen Hilfe die Abweichung der tatsächlichen Verteilung von der Gleichverteilung in einer Kennziffer ausgedrücht werden kann → je ,,bauchiger" die Lorenzkurve, desto ungleichmäßiger ist das Einkommen verteilt Gini-Koeffizient 0,78 (2012) (laut Hans-Böckler-Stiftung seit 1990er Jahre um 19% gestiegen) N. Brunsmann →je größer der Gini- koeffizient, umso größer ist die Ungleichverteilung Fahl zu. 0-1 ✓ ungleich ergleich Quintil-/Dezilanteile Hilfsmittel, um Aussagen über das Einkommen bestimmter Anteile der Bevölkerung zu machen (z. B. 5 Quintile = die ärmsten 20%, die reichsten 20% usw.) Vermögen Vermögen = Summe aller Güter, die sich im Eigentum einer Person befinden oder dieser zustehen Beurteilung der Vermögensverteilung: Durchschnittsvermögen (arithmetisches Mittel) mittleres Vermögen (Median) Nettovermögen privater Haushalte: 6,3 Billionen € wäre Gesamtvermögen gleichmäßig aufgeteilt, hätte jeder Erwachsene ein Nettovermögen von c.a 83.000 € Medianwert: 16.000 € (große Differenz) 28% ohne persönliches Vermögen bzw. Schulden OECD-Studie: starke Konzentration des Vermögens: reichsten 10% besitzen fast 60% des gesamten Nettohaushaltsvermögens SoWi GK Q2.1.1 Funktionen Einkommensfunktion Nutzungsfunktion Sicherungsfunktion Machtfunktion Soziale Mobilitäts- / Statuserhaltungsfunktion Sozialisationsfunktion Vererbungsfunktion Soziale Ungleichheit ● Vermögensarten 1. Selbst genutztes Wohneigentum 2. Sonstiger Immobilienbesitz (z.B. Grundstücke) Erklärung Erwirtschaftung weiteren Einkommens (z.B. Vermietung) Eigennutzung von Sachvermögen (z.B. Wohneigentum) Sicherung des Konsums bei Einkommensausfällen (z.B. Krankheit) Verleihung wirtschaftlicher + politischer Macht Erreichung/Bewahrung eines hohen Status 3. Geldvermögen (z.B. Sparguthaben, Aktien) 4. Vermögen aus privaten Versicherungen (z.B. Lebens- + Rentenversicherung) Erziehung + Ausbildung von Kindern eigene Alterssicherung + als Instrument intergenerational Übertragung 5. Bausparverträge 6. Betriebsvermögen (z.B. Besitz von Einzelunternehmen) 7. Sachvermögen in Form wertvoller Sammlungen (z.B. Gold) 8. Schulden N. Brunsmann Wird nicht erfasst: Gebrauchsvermögen (Wert von Fahrzeugen, Bargeld, Anwartschaften an Alterssicherungssysteme) Zukunftsperspektiven Armut Finanzielle Ungleichheiten werden weiterhin wachsen aufgrund z.B. Globalisierung der Arbeits- + Kapitalmärkte, neue Qualifikationen Umverteilung schwierig, ohne Arbeitsplatzrisiken für gering Qualifizierte + Auswanderungen von Qualifizierten und Kapitaleignern zu riskieren Maßnahmen: mehr Durchlässigkeit von Schichtgrenzen in Bildungseinrichtungen, Städten + im Alltagsleben eine auf mehr Chancengleichheit ausgerichtete Bildungspolitik absolute Armut = physiologische Bedrohung durch Unterernährung, Obdachlosigkeit + Krankheit → pro Tag weniger als 1,75$ (UN- Norm) relative Armut = Verlust von Teilhabemöglichkeiten an der Gesellschaft 60% des Medians des Nettoäquivalenzeinkommens (,,strenge Armut": 40%) → in moderner Gesellschaft vorherrschende Armutsform → ,,relativ", da sie sich an Maßstäben der jeweiligen Gesellschaft bemisst → psychologische Konsequenzen (z.B. Depressionen) gefühlte Armut = subjektives Gefühl, wenn sich ein Mensch wegen seiner wirtschaftlichen Situation gesellschaftlich ausgegrenzt/ diskriminiert fühlt SoWi GK Q2.1.1 ● · Rentner • junge Erwerbstätige/ Studenten Kranke ● Kritik ● ● ● ● Statistiken zu Armutsgefährdung in Deutschland ● ● ● Risikogruppen Erwerbslose Alleinerziehende Großfamilien ● ● Kinderarmut ● ● 60%-Messlatte willkürlich (sagt nur etwas über bestimmten Abstand zur Mitte aus) Menschen gehen verschieden wirtschaftlich mit Geld um (z.B. Alkoholkonsum) Relativ Armen in Europa geht es besser als absolut Armen in z. B. Afrika → jedoch: Ausgrenzung der Armen in reichen Gesellschaften stärker spürbar ,,Armutsrisikoschwelle" für Einpersonenhaushalt: 1074€ (2019) 2017: 15,7%; 2002: 12,7% → Armut nimmt zu Armutsgefährdungsquoten 2005-2012: → relativ konstant Soziale Ungleichheit jeder 8. Mensch (10 Mio in DE) → alte BL weniger armutsgefährdet als neue → regionale Unterschiede: Stadt-Land-Gefälle Nord-Süd-Gefälle Ost-West-Gefälle Kriminalität Auslöser (u.a.): Trennungen/Scheidungen → Alleinerziehung Armut durch Corona (nach Butterwegge) ● Erwerbslosigkeit Zunehmende Polarisierung in Arm + Reich Globalisierung ● ● - N. Brunsmann Risiken: Insolvenz von Start-Ups Einkommensschwächere am stärksten gefährdet US-Amerikanisierung der Sozialstruktur (Gini- Koeffizient: DE: 0,83; USA: 0,85) Chancen: Eindämmung der Spaltung von Arm + Reich aufgrund Bewusstseins des Risikos Maßnahmen: c.a 2 Mio. Kinder leben in Armut jedes 6. Kind lebt in einem Haushalt, der Hartz IV bezieht besonders Alleinerziehende (50,2%), Großfamilien (36,4%) + Familien mit Migrationshintergrund ,,Vererbung" von Armut: soziale Ausgrenzung bei Bildung, Kultur + Sport (psychische Instabilität) Bildungsnachteile mit schlechteren Abschlüssen schlechtere Bezahlung, geringere Chancen am Arbeitsmarkt → Armutsrisiko 300€ Kinderbonus + Kurzarbeitergeld Vorschläge: Ernährungszuschlag + Corona- Solidaritätszuschlag regionale Unterschiede (s.o.) 6/10 am stärksten betroffene Städte im Ruhrgebiet (z.B. Gelsenkirchen 40,5%, Duisburg 35,1%) → >1/3 betroffen Mangel persönlicher Entfaltungs- + Entwicklungsmöglichkeiten Unterversorgung → Zunahme an Besuchern von Kindertafeln Bedeutungsverlust von Normalarbeitsverhältnissen (stattdessen: Leiharbeit, Minijobs..) Bekämpfung: bessere Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen (kostenlos) Erhöhung staatlicher Transferleistungen (z.B. Hartz IV) um z.B. gesunde Ernährung zu gewährleisten Unterstützung der Erziehungsarbeit der Eltern Abbau der Arbeitslosigkeit Ganztagskonzept (z.B. Trainingsgruppen), um höhere Einkommen zu gewährleisten

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II • Studienaufnahme kein beruflicher Abschluss / 1 Elternteil max. 1 nicht-akademische Berufsausbildung nicht-akademische Berufsausbildung Übergangsquote → Besuch gymnasialer Oberstufe 1,8-mal wahrscheinlicher bei A. als bei N.-A. N.A. → Besuch beruflicher Schule 2,7- mal wahrscheinlicher bei N.-A. als bei A. → Studium 3,3-mal wahrscheinlicher bei A. als bei = + Besitzeinkommen (Mieteinnahmen, Kapitalgewinne, Zinsen etc.) + Transfereinkommen (Kindergeld, Wohngeld, Sozialhilfe etc.) Steuern + Sozialversicherungsbeiträge alle Einkommen der Erwerbstätigkeit der Haushaltsmitglieder Äquivalenzeinkommen (= bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Nettohaushaltseinkommen) = ,,Personengewicht" für jedes Haushaltsmitglied (Erwachsener = 1; Kind ab 15 J. = 0,7 ; Kind <15 J. = 0,3) → präziser (denn z.B. ein 5-P.-Haushalt braucht nicht 5 Kühlschränke) Netto-Haushaltseinkommen SoWi GK Q2.1.1 Bestimmung der Ungleichverteilung Lorenz-Kurve + Gini-Koeffizient Abb. 1: Lorenzkurve (nach M.(. Lorenz) Einkommen (kumuliert) % 100 75 50 25 0 ● Kurve der Gleich- verteilung (immer Anteile du Haushatte = Volliseinkommer ● ● 45°-Hine. 50 Lorenz-Kurve i → bradydyr Ungleichheit der Einhomphensverteilung 1 25 Einkommensbezieher (kumuliert) 25mgerechnet Haushalte einer Volkswirtschaft werden nach ihrer Einkommenshöhe geordnet 75 100 % Soziale Ungleichheit Abb. 2: Gini-Koeffizient (Corrado Gini) % 100 75 50 25 Einkommen (kumuliert) Kurve der Gleich- verteilung Fläche A (zw. 45°-Linie to Lorenz-Kerne) 50 25 Einkommensbezieher (kumuliert) Kritik: Gini-Koeffizient gibt nur Ungleichverteilung an, nicht, wo diese liegt • nur Erkenntnisse auf nationaler Ebene (z.B. kein Unterschied West/Ost) Lorenz-Kurvei ungenaue Definition von Einkommen kein Wohlstandsindikator (→ Wohlfahrtsindex besser) Fläche A Fläche B = Gini- 1 (244.45° liner Fläche B koeffizient 1 X-Achse) 2.B.: 45=0,3 (307) 1 75 100 % Konzentrationsmaß, mit dessen Hilfe die Abweichung der tatsächlichen Verteilung von der Gleichverteilung in einer Kennziffer ausgedrücht werden kann → je ,,bauchiger" die Lorenzkurve, desto ungleichmäßiger ist das Einkommen verteilt Gini-Koeffizient 0,78 (2012) (laut Hans-Böckler-Stiftung seit 1990er Jahre um 19% gestiegen) N. Brunsmann →je größer der Gini- koeffizient, umso größer ist die Ungleichverteilung Fahl zu. 0-1 ✓ ungleich ergleich Quintil-/Dezilanteile Hilfsmittel, um Aussagen über das Einkommen bestimmter Anteile der Bevölkerung zu machen (z. B. 5 Quintile = die ärmsten 20%, die reichsten 20% usw.) Vermögen Vermögen = Summe aller Güter, die sich im Eigentum einer Person befinden oder dieser zustehen Beurteilung der Vermögensverteilung: Durchschnittsvermögen (arithmetisches Mittel) mittleres Vermögen (Median) Nettovermögen privater Haushalte: 6,3 Billionen € wäre Gesamtvermögen gleichmäßig aufgeteilt, hätte jeder Erwachsene ein Nettovermögen von c.a 83.000 € Medianwert: 16.000 € (große Differenz) 28% ohne persönliches Vermögen bzw. Schulden OECD-Studie: starke Konzentration des Vermögens: reichsten 10% besitzen fast 60% des gesamten Nettohaushaltsvermögens SoWi GK Q2.1.1 Funktionen Einkommensfunktion Nutzungsfunktion Sicherungsfunktion Machtfunktion Soziale Mobilitäts- / Statuserhaltungsfunktion Sozialisationsfunktion Vererbungsfunktion Soziale Ungleichheit ● Vermögensarten 1. Selbst genutztes Wohneigentum 2. Sonstiger Immobilienbesitz (z.B. Grundstücke) Erklärung Erwirtschaftung weiteren Einkommens (z.B. Vermietung) Eigennutzung von Sachvermögen (z.B. Wohneigentum) Sicherung des Konsums bei Einkommensausfällen (z.B. Krankheit) Verleihung wirtschaftlicher + politischer Macht Erreichung/Bewahrung eines hohen Status 3. Geldvermögen (z.B. Sparguthaben, Aktien) 4. Vermögen aus privaten Versicherungen (z.B. Lebens- + Rentenversicherung) Erziehung + Ausbildung von Kindern eigene Alterssicherung + als Instrument intergenerational Übertragung 5. Bausparverträge 6. Betriebsvermögen (z.B. Besitz von Einzelunternehmen) 7. Sachvermögen in Form wertvoller Sammlungen (z.B. Gold) 8. Schulden N. Brunsmann Wird nicht erfasst: Gebrauchsvermögen (Wert von Fahrzeugen, Bargeld, Anwartschaften an Alterssicherungssysteme) Zukunftsperspektiven Armut Finanzielle Ungleichheiten werden weiterhin wachsen aufgrund z.B. Globalisierung der Arbeits- + Kapitalmärkte, neue Qualifikationen Umverteilung schwierig, ohne Arbeitsplatzrisiken für gering Qualifizierte + Auswanderungen von Qualifizierten und Kapitaleignern zu riskieren Maßnahmen: mehr Durchlässigkeit von Schichtgrenzen in Bildungseinrichtungen, Städten + im Alltagsleben eine auf mehr Chancengleichheit ausgerichtete Bildungspolitik absolute Armut = physiologische Bedrohung durch Unterernährung, Obdachlosigkeit + Krankheit → pro Tag weniger als 1,75$ (UN- Norm) relative Armut = Verlust von Teilhabemöglichkeiten an der Gesellschaft 60% des Medians des Nettoäquivalenzeinkommens (,,strenge Armut": 40%) → in moderner Gesellschaft vorherrschende Armutsform → ,,relativ", da sie sich an Maßstäben der jeweiligen Gesellschaft bemisst → psychologische Konsequenzen (z.B. Depressionen) gefühlte Armut = subjektives Gefühl, wenn sich ein Mensch wegen seiner wirtschaftlichen Situation gesellschaftlich ausgegrenzt/ diskriminiert fühlt SoWi GK Q2.1.1 ● · Rentner • junge Erwerbstätige/ Studenten Kranke ● Kritik ● ● ● ● Statistiken zu Armutsgefährdung in Deutschland ● ● ● Risikogruppen Erwerbslose Alleinerziehende Großfamilien ● ● Kinderarmut ● ● 60%-Messlatte willkürlich (sagt nur etwas über bestimmten Abstand zur Mitte aus) Menschen gehen verschieden wirtschaftlich mit Geld um (z.B. Alkoholkonsum) Relativ Armen in Europa geht es besser als absolut Armen in z. B. Afrika → jedoch: Ausgrenzung der Armen in reichen Gesellschaften stärker spürbar ,,Armutsrisikoschwelle" für Einpersonenhaushalt: 1074€ (2019) 2017: 15,7%; 2002: 12,7% → Armut nimmt zu Armutsgefährdungsquoten 2005-2012: → relativ konstant Soziale Ungleichheit jeder 8. Mensch (10 Mio in DE) → alte BL weniger armutsgefährdet als neue → regionale Unterschiede: Stadt-Land-Gefälle Nord-Süd-Gefälle Ost-West-Gefälle Kriminalität Auslöser (u.a.): Trennungen/Scheidungen → Alleinerziehung Armut durch Corona (nach Butterwegge) ● Erwerbslosigkeit Zunehmende Polarisierung in Arm + Reich Globalisierung ● ● - N. Brunsmann Risiken: Insolvenz von Start-Ups Einkommensschwächere am stärksten gefährdet US-Amerikanisierung der Sozialstruktur (Gini- Koeffizient: DE: 0,83; USA: 0,85) Chancen: Eindämmung der Spaltung von Arm + Reich aufgrund Bewusstseins des Risikos Maßnahmen: c.a 2 Mio. Kinder leben in Armut jedes 6. Kind lebt in einem Haushalt, der Hartz IV bezieht besonders Alleinerziehende (50,2%), Großfamilien (36,4%) + Familien mit Migrationshintergrund ,,Vererbung" von Armut: soziale Ausgrenzung bei Bildung, Kultur + Sport (psychische Instabilität) Bildungsnachteile mit schlechteren Abschlüssen schlechtere Bezahlung, geringere Chancen am Arbeitsmarkt → Armutsrisiko 300€ Kinderbonus + Kurzarbeitergeld Vorschläge: Ernährungszuschlag + Corona- Solidaritätszuschlag regionale Unterschiede (s.o.) 6/10 am stärksten betroffene Städte im Ruhrgebiet (z.B. Gelsenkirchen 40,5%, Duisburg 35,1%) → >1/3 betroffen Mangel persönlicher Entfaltungs- + Entwicklungsmöglichkeiten Unterversorgung → Zunahme an Besuchern von Kindertafeln Bedeutungsverlust von Normalarbeitsverhältnissen (stattdessen: Leiharbeit, Minijobs..) Bekämpfung: bessere Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen (kostenlos) Erhöhung staatlicher Transferleistungen (z.B. Hartz IV) um z.B. gesunde Ernährung zu gewährleisten Unterstützung der Erziehungsarbeit der Eltern Abbau der Arbeitslosigkeit Ganztagskonzept (z.B. Trainingsgruppen), um höhere Einkommen zu gewährleisten