Bildungstrichter und soziale Selektion
Der Bildungstrichter veranschaulicht die soziale Ungleichheit im Bildungssystem anhand der Bildungsbeteiligung von Kindern nach dem Bildungsstatus im Elternhaus. Er zeigt deutlich, wie sich die Chancen auf höhere Bildung zwischen Akademiker- und Nicht-Akademiker-Kindern unterscheiden.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Bildungstrichter:
- Kinder von Akademikerinnen haben eine 1,8-mal höhere Wahrscheinlichkeit, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, als Kinder von Nicht-Akademikerinnen.
- Der Besuch einer beruflichen Schule ist für Kinder von Nicht-Akademiker*innen 2,7-mal wahrscheinlicher.
- Die Wahrscheinlichkeit ein Studium aufzunehmen ist für Akademiker-Kinder 3,3-mal höher.
Highlight: Der Bildungstrichter zeigt vier kritische Bildungsschwellen: Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Studienaufnahme.
Die soziale Herkunft der Studierenden (2012) zeigt folgende Verteilung:
- 9% niedrige Bildungsherkunft
- 41% mittlere Bildungsherkunft
- 28% gehobene Bildungsherkunft
- 22% hohe Bildungsherkunft
Diese Zahlen verdeutlichen die Bildungsungleichheit und den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg.
Vocabulary: Äquivalenzeinkommen = bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Nettohaushaltseinkommen. Es berücksichtigt die Haushaltsgröße und -zusammensetzung und ermöglicht einen präziseren Vergleich von Einkommen verschiedener Haushaltstypen.






