Völkerwanderung - Klausur

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Völkerwanderung - Klausur

 GE/Q2/ GF
Die Völkerwanderung
Über die Wanderungen der Völker und Stämme
Der römische Philosoph und Schriftsteller Seneca der Jüngere (um 4

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Eine Übungsklausur zum Thema Völkerwanderung

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GE/Q2/ GF Die Völkerwanderung Über die Wanderungen der Völker und Stämme Der römische Philosoph und Schriftsteller Seneca der Jüngere (um 4 v. Chr. - 65 n. Chr.) berichtet über Migrationsbewegungen: Leicht entschlossen zogen die Menschen durch unwegsames, unbekanntes Gelände. Ihre Kinder und Frauen und ihre vom Alter gebeugten Eltern nahmen sie mit. Manche wählten sich, nachdem sie lange umhergeirrt waren, nicht nach reiflicher Überlegung einen Platz, sondern erschöpft besetzten sie den nächstliegenden; andere verschaff- ten sich auf fremder Erde mit Waffengewalt ihr Recht. Einige Stämme verschlang auf dem Marsch ins Ungewisse das Meer, und es gab welche, die ließen sich, weil sie über- haupt nichts mehr hatten, dort nieder, wo sie gerade waren. Auch hatten nicht alle denselben Grund, ihre alte Heimat zu verlassen und eine neue zu suchen. Die einen, die den Waffen der Feinde entkommen und des eigenen Landes beraubt waren, trieb die Zerstörung ihrer Wohnstätten in fremde Länder; andere verdrängte der innenpoli- tische Streit, dritte zwang das übermäßige Bevölkerungswachstum weg, damit die vor- handenen Ressourcen entlastet wurden; wieder andere verjagte die Pest oder häufige Erdbeben oder irgendwelche unerträglichen Missstände des armseligen Bodens; man- che lockte die Kunde von einem fruchtbaren und hochgepriesenen Landstrich fort. Den einen führte dieser, den anderen jener Grund aus seiner Heimat. Eines jedenfalls ist offenkundig. Ein Verbleib am Ort der Geburt gab...

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es nicht. Dauernder Wechsel gehört eben zum Menschengeschlecht. Täglich verändert sich etwas auf dem großen Erden- rund: Fundamente neuer Städte werden gelegt, neue Völkernamen kommen auf, nachdem die alten ausgelöscht oder in einem größeren Volk aufgegangen sind. 08.02.2021 Aufgabenstellung: a) Geben Sie die Gründe wieder, die laut Seneca zu Migrationsbewegungen führen. b) Ordnen Sie diese Hillmanns Dimensionen zur Beschreibung von Migration zu. c) Überprüfen Sie, inwieweit die von Seneca beschriebenen Ursachen und Anlässe auch auf Migrationsbewegungen der Gegenwart zutreffen. GE/Q2/ GF Kriterien Dimensionen von Migration Die Sozialgeografin Felicitas Hillmann (*1964) stellt wichtige Dimensionen zur Beschreibung von Mig- ration vor: räumlich zeitlich Motivation: Grad der Freiwilligkeit/ des Zwanges Migrations- auslösende Faktoren (i.d.R. Motiv- bündel) Rechtlicher Legal Status Umstände der Migranten Kurzfristig Distanz Richtung (= Unterscheidung nach Herkunfts- und Zielregion) Permanent, dauerhaft Merkmal Langfristig, aber nicht-permanent Illegal Die Völkerwanderung Freiwilligkeit Unfreiwilligkeit Ökonomische Faktoren Politische Faktoren Soziale Faktoren Psychologische Faktoren Kulturelle und religiöse Faktoren Ökologische Faktoren Individuelle Merkmale und Merkmale der Familie/ des Haushalts 08.02.2021 Ausprägung Peripherie-Zentrum, Land-Stadt/Stadt - Land Nahwanderungen, Fernwanderungen, Binnenmigration grenz- überschreitend (international / interkontinental) Langfristige Verlagerung des Lebensmittelpunktes (i.d. R. länger als ein Jahr) Zeitlich begrenzter Aufenthalt mit Verlagerung des Lebensmittel- punktes Saisonal (wiederkehrend, episodisch), Tourismus (ohne Veränderung des Lebensmittelpunktes) Unterschiedliche Formen der Aufenthaltsberechtigung, Duldung (z. B. Familiennachzug, anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende, Gastarbeiter, Saisonarbeitnehmer, angeworbene Fachkräfte) Einwanderer ohne registrierten und gültigen Aufenthaltsstatus/ Visum z. B. Ruhesitzwanderung oder Bildungstourismus (Schüleraustausch, Praktika, Auslandsstudium) Gewaltmigration (z. B. Flucht, Vertreibung, Deportation) z. B. Einkommenseinbußen, Verarmung, Verschwinden lokaler und traditioneller Wirtschaftskreisläufe, Nahrungsunsicherheit z. B. politische Unruhen, Konflikte, Umsiedlungsmaßnahmen Migrationsnetzwerke, soziale Konflikte Migrationsmythen, Traum vom besseren Leben z. B. Verfolgung von Minderheiten, Diskriminierung, Veränderung traditioneller Lebensformen z. B. Landflucht, Umwelthavarien (z. B. Tschernobyl, Fukushima), Extremwetterlagen (z. B. Dürren, Überschwemmungen) Vermögen und Einkommen, Alter, Geschlecht und Familienstand, Bildung, soziale Vernetzung, Migrationserfahrungen (in der Familie), Gesundheit Die Völkerwanderung a) Der römische Philosoph und Schriftsteller Seneca berichtet in der vorliegenden Quelle über verschiedene Migrationsbewegungen und die Motive der Menschen damals. Zunächst betont Seneca, dass die Gründe für das ,,Auswandern" der Menschen sehr vielfältig gewesen seien (vgl. Z. 7f.). Er macht unter anderem auf die Zerstörung der Heimat durch Feinde aufmerksam (Z.8f.). Insgesamt nennt er vorwiegend externe Faktoren, die die Menschen veranlasste, ihre Heimat zu verlassen: innenpolitische Konflikte (vgl. Z. 10f.), starkes Wachstum der Bevölkerung (vgl. Z.11) sowie die daraus resultierende Ressourcenknappheit (vgl. Z. 11f.), sich schnell verbreitende Krankheiten wie die Pest (vgl. 12), verschiedenste Naturkatastrophen (vgl. Z. 13) und schließlich Lockung durch bessere Verhältnisse in anderen Gebieten (vgl. Z. 14). Grundsätzlich beschreibt Seneca das Siedeln und das Bewohnen von neuen Orten als für den Menschen unausweichlichen Prozess, da er stetigen Veränderungen ausgesetzt sei (vgl. Z. 16 ff.). b) Die Sozialgeografin Felicitas Hillmann stellt wichtige Dimensionen zur Beschreibung von Migration vor, die in verschiedene Kriterien, ihre Merkmale und Ausprägung unterteilt sind. Diese Dimensionen sollen im Folgenden Senecas Beschreibung von Migration zugeordnet werden. Wie Seneca es beschreibt, ,,zogen die Menschen durch unwegsames, unbekanntes Gelände" (Z. 1). Dies lässt darauf schließen, dass die Menschen auch über größere Distanz hinweg siedelten. Da die Menschen damals allerdings nicht über die technischen Möglichkeiten verfügten wie wir heutzutage, gilt es zu hinterfragen, wie weit sie letztendlich vordringen konnten. Seneca selbst weist auf das Scheitern einiger Stämme hin, die die Gefahr des Meeres unterschätzt hätten (vgl. Z. 5f.). Eine eindeutige Zuordnung zu Hillmanns Dimension der Distanz lässt sich aus diesem Grunde nicht treffen. Aufgrund der geschilderten mangelnden Möglichkeiten lässt sich allerdings vermuten, dass eine Großzahl der Wanderungsvorgänge über kurze Distanzen erfolgte (→Nahwanderungen). Laut Seneca liege es in der Natur des Menschen, seine Heimat regelmäßig zu wechseln (vgl. Z. 16f.), was auf die ständigen Veränderungen des „großen Erdenrund[s]" (Z. 17f.) zurückzuführen sei. Daraus lässt sich ableiten, dass ein permanenter Aufenthalt an einem Ort kaum möglich war, da die Menschen nach immer Besserem strebten. Der Verbleib an einem Ort war dementsprechend größtenteils eher kurzfristig, da der Lebensmittelpunkt zwar verlagert, aber nicht dauerhaft gewechselt wurde (siehe Hillmanns Dimensionen). Der rechtliche Status der Auswanderungen lässt sich aufgrund von fehlender Beschreibung Senecas nicht genau bestimmen. Indem er allerdings darauf hinweist, dass manche Siedler sich mit ,,Waffengewalt ihr Recht" (Z. 4f.) erkämpft hätten, kann angenommen werden, dass viele Siedler auch illegal ein Gebiet für sich erobert haben. Zudem sollte bedacht werden, dass es in der Antike keine so ausgereifte Rechtsordnung gab, wie wir sie heute haben. Dadurch lässt nicht eindeutig bestimmen, ob die Wanderungsvorgänge der damaligen Zeit legal oder illegal verlaufen sind. Die Dimension der Motivation der Aussiedlung lässt sich nach Hillmann in die Merkmale Freiwilligkeit und Unfreiwilligkeit unterteilen. Seneca schildert in seinen Ausführungen beide Arten der Motivation. Die Menschen, die ihre Heimat verlassen hätten, weil sie sich mehr Ressourcen und bessere Verhältnisse in anderen Gebieten erhofft hätten (vgl. Z. 11ff.), sind zu den freiwilligen Aussiedlern zu zählen, während die Menschen, die durch Bedrohung und Gewaltausübung der Feinde (vgl. Z. 8f.), durch politische Instabilität (vgl. Z. 10f.) sowie Zerstörung der Heimat durch natürliche Gegebenheiten (vgl. Z. 13) gezwungen worden seien, ihre Heimat zu verlassen, zu den unfreiwilligen Aussiedlern zu zählen sind. Wie Seneca in seinen Ausführungen betont, seien die Gründe für Migration vielfältig (vgl. Z. 7f.). Hillmann fasst diese Gründe als migrationsauslösende Faktoren zusammen und unterteilt diese zusätzlich in ökonomische, politische, soziale, psychologische, kulturelle und religiöse und ökologische Faktoren. Durch die von Seneca beschriebene Vielfalt an Gründen lässt sich für alle Faktoren eine Beschreibung finden. Die Ressourcenknappheit durch Überbevölkerung (vgl. Z. 11f.) kann als ökonomischer Faktor zusammengefasst werden. Da innenpolitische Konflikte (vgl. Z. 10f.) von Seneca explizit als Grund für die Aussiedlung genannt werden, lässt sich dies eindeutig den politischen Faktoren zuordnen. Ein sozialer Faktor wird zwar nicht eindeutig von Seneca angeführt, jedoch lassen die von ihm geschilderten Zustände der Feindlichkeit zwischen Siedlern und deren Zerwürfnisse (vgl. Z. 8f.) darauf schließen, dass auch soziale Faktoren schließlich zur Migration geführt haben. Da viele Menschen sich damals schon ein besseres Leben erträumt hätten und sich durch bessere Umstände wie z. B. fruchtbares Land hätten verlocken lassen, und das mit dem heutigen Traum vom besseren Leben in Verbindung gebracht werden kann, kann auch dieser Grund eindeutig einem von Hillmanns Faktoren zugeordnet werden, nämlich dem psychologischen Faktor. Ähnlich wie der soziale Faktor kann der kulturelle und religiöse Faktor aufgrund von fehlender Ausführung Senecas nicht exakt zugeordnet werden, die bereits erwähnten Feindseligkeiten zwischen Siedlern (vgl. Z. 8f.) sprechen jedoch für Auseinandersetzungen jeglicher Art, wobei die Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten nicht auszuschließen ist. „Erdbeben oder irgendwelche unerträglichen Missstände des armseligen Bodens" (Z. 13) seien laut Seneca weitere Gründe für die Aussiedlung, was eindeutig als ökologischer Faktor nach Hillmann zu beschrieben ist. Die Umstände der Migranten wie beispielsweise das Alter, die Bildung, das Einkommen etc. erwähnt Seneca in seinen Ausführungen nicht. Dass die Migranten ihre Kinder und Frauen und ihre vom Alter gebeugten Eltern [mitnahmen]" (Z. 2), gibt jedoch zumindest Auskunft "" darüber, dass die ganze Familie zusammen ausgesiedelt und dass die Entscheidung zum Aussiedeln meist von dem Ehemann getroffen worden sei. Letztendlich lässt sich feststellen, dass trotz der weit zurückliegenden Entstehung der Quelle alle Dimensionen zur Beschreibung von Migration nach Hillmann auf die Völkerwanderung der Antike anzuwenden sind. c) Durch die Auseinandersetzung mit Senecas Ausführungen sind die Gründe für Migration in der Antike nun bekannt. Doch auch in unserer heutigen Gesellschaft ist das Thema der Migration kaum mehr wegzudenken. Insbesondere die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hat bewirkt, dass sich fast jeder zwangsläufig Gedanken zu diesem Thema machen musste. Nun wäre es interessiert zu wissen, inwiefern diese von Seneca geschilderten Ursachen und Anlässe auch auf die Gegenwart zu beziehen sind. Im Folgenden gilt es dies zu überprüfen. Gründe für Migration werden heutzutage meist in sogenannte Push- und Pull-Faktoren unterteilt. Diese Migrationstheorie, die in den 1960er Jahren von Everett S. Lee aufgestellt wurde, geht davon aus, dass Menschen aus ihrem ursprünglichen Aufenthaltsort ,,weggedrückt" (-> to push) und von einem anderen Ort ,,angezogen" (-> to pull) werden. Es werden dementsprechend negative Auslöser, die Heimat zu verlassen, und positive, die einen anderen Ort ansprechend erscheinen lassen, präsentiert. Die heutzutage wichtigsten Gründe, seine Heimat zu verlassen, sind ein prekärer Arbeitsmarkt, mangelnde Ressourcen, niedrige Löhne, Gefahr eines Umsturzes des politischen Systems, mangelhaftes Bildungs- und Gesundheitssystem und starke soziale Gefälle (Push- Faktoren). Die Gründe, weshalb ein anderes Land für einen ansprechend erscheint, sind heutzutage größtenteils eine bessere humanitäre Versorgung, ein sicherer Arbeitsplatz, höhere Löhne, ein besseres Bildungs- und Gesundheitssystem, Chancen für sozialen Aufstieg, ein sicheres politisches System, finanzielle Unterstützung und bessere Perspektiven für Kinder (Pull- Faktoren). Trotz der großen Zeitspanne, die zwischen der Antike und der Gegenwart liegt, gibt es viele Gemeinsamkeiten in den Ursachen und Anlässen zur Migration. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass in der Antike noch kein so ausgereiftes Rechtssystem bestand wie heutzutage und dass aus diesem Grunde manche Aspekte nicht explizit zugeordnet werden können, da es in manchen Fällen keinen Vergleichswert gibt. Untersucht man die von Seneca genannten Gründe zum Aussiedeln, wird deutlich, dass es sich bei den meisten um Push-Faktoren handelt. Somit beschreibt er hauptsächlich Faktoren, die die Menschen aus ihrem Gebiet gedrängt haben. Er führt beispielsweise Feindseligkeiten mit anderen Siedlern, politische Instabilität, Ressourcenknappheit und Naturkatastrophen als Gründe an. Dabei fällt auf, dass das politische System und der Mangel an Ressourcen auch heutzutage elementare Beweggründe darstellt. Heutzutage entscheiden sich insbesondere Menschen aus Entwicklungsländern, ihren Wohnsitz permanent zu ändern. Dies rührt daher, dass die Mehrheit der Bevölkerung eines Entwicklungslandes hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen einen messbar niedrigen

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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GE/Q2/ GF Die Völkerwanderung Über die Wanderungen der Völker und Stämme Der römische Philosoph und Schriftsteller Seneca der Jüngere (um 4 v. Chr. - 65 n. Chr.) berichtet über Migrationsbewegungen: Leicht entschlossen zogen die Menschen durch unwegsames, unbekanntes Gelände. Ihre Kinder und Frauen und ihre vom Alter gebeugten Eltern nahmen sie mit. Manche wählten sich, nachdem sie lange umhergeirrt waren, nicht nach reiflicher Überlegung einen Platz, sondern erschöpft besetzten sie den nächstliegenden; andere verschaff- ten sich auf fremder Erde mit Waffengewalt ihr Recht. Einige Stämme verschlang auf dem Marsch ins Ungewisse das Meer, und es gab welche, die ließen sich, weil sie über- haupt nichts mehr hatten, dort nieder, wo sie gerade waren. Auch hatten nicht alle denselben Grund, ihre alte Heimat zu verlassen und eine neue zu suchen. Die einen, die den Waffen der Feinde entkommen und des eigenen Landes beraubt waren, trieb die Zerstörung ihrer Wohnstätten in fremde Länder; andere verdrängte der innenpoli- tische Streit, dritte zwang das übermäßige Bevölkerungswachstum weg, damit die vor- handenen Ressourcen entlastet wurden; wieder andere verjagte die Pest oder häufige Erdbeben oder irgendwelche unerträglichen Missstände des armseligen Bodens; man- che lockte die Kunde von einem fruchtbaren und hochgepriesenen Landstrich fort. Den einen führte dieser, den anderen jener Grund aus seiner Heimat. Eines jedenfalls ist offenkundig. Ein Verbleib am Ort der Geburt gab...

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Motiv- bündel) Rechtlicher Legal Status Umstände der Migranten Kurzfristig Distanz Richtung (= Unterscheidung nach Herkunfts- und Zielregion) Permanent, dauerhaft Merkmal Langfristig, aber nicht-permanent Illegal Die Völkerwanderung Freiwilligkeit Unfreiwilligkeit Ökonomische Faktoren Politische Faktoren Soziale Faktoren Psychologische Faktoren Kulturelle und religiöse Faktoren Ökologische Faktoren Individuelle Merkmale und Merkmale der Familie/ des Haushalts 08.02.2021 Ausprägung Peripherie-Zentrum, Land-Stadt/Stadt - Land Nahwanderungen, Fernwanderungen, Binnenmigration grenz- überschreitend (international / interkontinental) Langfristige Verlagerung des Lebensmittelpunktes (i.d. R. länger als ein Jahr) Zeitlich begrenzter Aufenthalt mit Verlagerung des Lebensmittel- punktes Saisonal (wiederkehrend, episodisch), Tourismus (ohne Veränderung des Lebensmittelpunktes) Unterschiedliche Formen der Aufenthaltsberechtigung, Duldung (z. B. Familiennachzug, anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende, Gastarbeiter, Saisonarbeitnehmer, angeworbene Fachkräfte) Einwanderer ohne registrierten und gültigen Aufenthaltsstatus/ Visum z. B. Ruhesitzwanderung oder Bildungstourismus (Schüleraustausch, Praktika, Auslandsstudium) Gewaltmigration (z. B. Flucht, Vertreibung, Deportation) z. B. Einkommenseinbußen, Verarmung, Verschwinden lokaler und traditioneller Wirtschaftskreisläufe, Nahrungsunsicherheit z. B. politische Unruhen, Konflikte, Umsiedlungsmaßnahmen Migrationsnetzwerke, soziale Konflikte Migrationsmythen, Traum vom besseren Leben z. B. Verfolgung von Minderheiten, Diskriminierung, Veränderung traditioneller Lebensformen z. B. Landflucht, Umwelthavarien (z. B. Tschernobyl, Fukushima), Extremwetterlagen (z. B. Dürren, Überschwemmungen) Vermögen und Einkommen, Alter, Geschlecht und Familienstand, Bildung, soziale Vernetzung, Migrationserfahrungen (in der Familie), Gesundheit Die Völkerwanderung a) Der römische Philosoph und Schriftsteller Seneca berichtet in der vorliegenden Quelle über verschiedene Migrationsbewegungen und die Motive der Menschen damals. Zunächst betont Seneca, dass die Gründe für das ,,Auswandern" der Menschen sehr vielfältig gewesen seien (vgl. Z. 7f.). Er macht unter anderem auf die Zerstörung der Heimat durch Feinde aufmerksam (Z.8f.). Insgesamt nennt er vorwiegend externe Faktoren, die die Menschen veranlasste, ihre Heimat zu verlassen: innenpolitische Konflikte (vgl. Z. 10f.), starkes Wachstum der Bevölkerung (vgl. Z.11) sowie die daraus resultierende Ressourcenknappheit (vgl. Z. 11f.), sich schnell verbreitende Krankheiten wie die Pest (vgl. 12), verschiedenste Naturkatastrophen (vgl. Z. 13) und schließlich Lockung durch bessere Verhältnisse in anderen Gebieten (vgl. Z. 14). Grundsätzlich beschreibt Seneca das Siedeln und das Bewohnen von neuen Orten als für den Menschen unausweichlichen Prozess, da er stetigen Veränderungen ausgesetzt sei (vgl. Z. 16 ff.). b) Die Sozialgeografin Felicitas Hillmann stellt wichtige Dimensionen zur Beschreibung von Migration vor, die in verschiedene Kriterien, ihre Merkmale und Ausprägung unterteilt sind. Diese Dimensionen sollen im Folgenden Senecas Beschreibung von Migration zugeordnet werden. Wie Seneca es beschreibt, ,,zogen die Menschen durch unwegsames, unbekanntes Gelände" (Z. 1). Dies lässt darauf schließen, dass die Menschen auch über größere Distanz hinweg siedelten. Da die Menschen damals allerdings nicht über die technischen Möglichkeiten verfügten wie wir heutzutage, gilt es zu hinterfragen, wie weit sie letztendlich vordringen konnten. Seneca selbst weist auf das Scheitern einiger Stämme hin, die die Gefahr des Meeres unterschätzt hätten (vgl. Z. 5f.). Eine eindeutige Zuordnung zu Hillmanns Dimension der Distanz lässt sich aus diesem Grunde nicht treffen. Aufgrund der geschilderten mangelnden Möglichkeiten lässt sich allerdings vermuten, dass eine Großzahl der Wanderungsvorgänge über kurze Distanzen erfolgte (→Nahwanderungen). Laut Seneca liege es in der Natur des Menschen, seine Heimat regelmäßig zu wechseln (vgl. Z. 16f.), was auf die ständigen Veränderungen des „großen Erdenrund[s]" (Z. 17f.) zurückzuführen sei. Daraus lässt sich ableiten, dass ein permanenter Aufenthalt an einem Ort kaum möglich war, da die Menschen nach immer Besserem strebten. Der Verbleib an einem Ort war dementsprechend größtenteils eher kurzfristig, da der Lebensmittelpunkt zwar verlagert, aber nicht dauerhaft gewechselt wurde (siehe Hillmanns Dimensionen). Der rechtliche Status der Auswanderungen lässt sich aufgrund von fehlender Beschreibung Senecas nicht genau bestimmen. Indem er allerdings darauf hinweist, dass manche Siedler sich mit ,,Waffengewalt ihr Recht" (Z. 4f.) erkämpft hätten, kann angenommen werden, dass viele Siedler auch illegal ein Gebiet für sich erobert haben. Zudem sollte bedacht werden, dass es in der Antike keine so ausgereifte Rechtsordnung gab, wie wir sie heute haben. Dadurch lässt nicht eindeutig bestimmen, ob die Wanderungsvorgänge der damaligen Zeit legal oder illegal verlaufen sind. Die Dimension der Motivation der Aussiedlung lässt sich nach Hillmann in die Merkmale Freiwilligkeit und Unfreiwilligkeit unterteilen. Seneca schildert in seinen Ausführungen beide Arten der Motivation. Die Menschen, die ihre Heimat verlassen hätten, weil sie sich mehr Ressourcen und bessere Verhältnisse in anderen Gebieten erhofft hätten (vgl. Z. 11ff.), sind zu den freiwilligen Aussiedlern zu zählen, während die Menschen, die durch Bedrohung und Gewaltausübung der Feinde (vgl. Z. 8f.), durch politische Instabilität (vgl. Z. 10f.) sowie Zerstörung der Heimat durch natürliche Gegebenheiten (vgl. Z. 13) gezwungen worden seien, ihre Heimat zu verlassen, zu den unfreiwilligen Aussiedlern zu zählen sind. Wie Seneca in seinen Ausführungen betont, seien die Gründe für Migration vielfältig (vgl. Z. 7f.). Hillmann fasst diese Gründe als migrationsauslösende Faktoren zusammen und unterteilt diese zusätzlich in ökonomische, politische, soziale, psychologische, kulturelle und religiöse und ökologische Faktoren. Durch die von Seneca beschriebene Vielfalt an Gründen lässt sich für alle Faktoren eine Beschreibung finden. Die Ressourcenknappheit durch Überbevölkerung (vgl. Z. 11f.) kann als ökonomischer Faktor zusammengefasst werden. Da innenpolitische Konflikte (vgl. Z. 10f.) von Seneca explizit als Grund für die Aussiedlung genannt werden, lässt sich dies eindeutig den politischen Faktoren zuordnen. Ein sozialer Faktor wird zwar nicht eindeutig von Seneca angeführt, jedoch lassen die von ihm geschilderten Zustände der Feindlichkeit zwischen Siedlern und deren Zerwürfnisse (vgl. Z. 8f.) darauf schließen, dass auch soziale Faktoren schließlich zur Migration geführt haben. Da viele Menschen sich damals schon ein besseres Leben erträumt hätten und sich durch bessere Umstände wie z. B. fruchtbares Land hätten verlocken lassen, und das mit dem heutigen Traum vom besseren Leben in Verbindung gebracht werden kann, kann auch dieser Grund eindeutig einem von Hillmanns Faktoren zugeordnet werden, nämlich dem psychologischen Faktor. Ähnlich wie der soziale Faktor kann der kulturelle und religiöse Faktor aufgrund von fehlender Ausführung Senecas nicht exakt zugeordnet werden, die bereits erwähnten Feindseligkeiten zwischen Siedlern (vgl. Z. 8f.) sprechen jedoch für Auseinandersetzungen jeglicher Art, wobei die Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten nicht auszuschließen ist. „Erdbeben oder irgendwelche unerträglichen Missstände des armseligen Bodens" (Z. 13) seien laut Seneca weitere Gründe für die Aussiedlung, was eindeutig als ökologischer Faktor nach Hillmann zu beschrieben ist. Die Umstände der Migranten wie beispielsweise das Alter, die Bildung, das Einkommen etc. erwähnt Seneca in seinen Ausführungen nicht. Dass die Migranten ihre Kinder und Frauen und ihre vom Alter gebeugten Eltern [mitnahmen]" (Z. 2), gibt jedoch zumindest Auskunft "" darüber, dass die ganze Familie zusammen ausgesiedelt und dass die Entscheidung zum Aussiedeln meist von dem Ehemann getroffen worden sei. Letztendlich lässt sich feststellen, dass trotz der weit zurückliegenden Entstehung der Quelle alle Dimensionen zur Beschreibung von Migration nach Hillmann auf die Völkerwanderung der Antike anzuwenden sind. c) Durch die Auseinandersetzung mit Senecas Ausführungen sind die Gründe für Migration in der Antike nun bekannt. Doch auch in unserer heutigen Gesellschaft ist das Thema der Migration kaum mehr wegzudenken. Insbesondere die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hat bewirkt, dass sich fast jeder zwangsläufig Gedanken zu diesem Thema machen musste. Nun wäre es interessiert zu wissen, inwiefern diese von Seneca geschilderten Ursachen und Anlässe auch auf die Gegenwart zu beziehen sind. Im Folgenden gilt es dies zu überprüfen. Gründe für Migration werden heutzutage meist in sogenannte Push- und Pull-Faktoren unterteilt. Diese Migrationstheorie, die in den 1960er Jahren von Everett S. Lee aufgestellt wurde, geht davon aus, dass Menschen aus ihrem ursprünglichen Aufenthaltsort ,,weggedrückt" (-> to push) und von einem anderen Ort ,,angezogen" (-> to pull) werden. Es werden dementsprechend negative Auslöser, die Heimat zu verlassen, und positive, die einen anderen Ort ansprechend erscheinen lassen, präsentiert. Die heutzutage wichtigsten Gründe, seine Heimat zu verlassen, sind ein prekärer Arbeitsmarkt, mangelnde Ressourcen, niedrige Löhne, Gefahr eines Umsturzes des politischen Systems, mangelhaftes Bildungs- und Gesundheitssystem und starke soziale Gefälle (Push- Faktoren). Die Gründe, weshalb ein anderes Land für einen ansprechend erscheint, sind heutzutage größtenteils eine bessere humanitäre Versorgung, ein sicherer Arbeitsplatz, höhere Löhne, ein besseres Bildungs- und Gesundheitssystem, Chancen für sozialen Aufstieg, ein sicheres politisches System, finanzielle Unterstützung und bessere Perspektiven für Kinder (Pull- Faktoren). Trotz der großen Zeitspanne, die zwischen der Antike und der Gegenwart liegt, gibt es viele Gemeinsamkeiten in den Ursachen und Anlässen zur Migration. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass in der Antike noch kein so ausgereiftes Rechtssystem bestand wie heutzutage und dass aus diesem Grunde manche Aspekte nicht explizit zugeordnet werden können, da es in manchen Fällen keinen Vergleichswert gibt. Untersucht man die von Seneca genannten Gründe zum Aussiedeln, wird deutlich, dass es sich bei den meisten um Push-Faktoren handelt. Somit beschreibt er hauptsächlich Faktoren, die die Menschen aus ihrem Gebiet gedrängt haben. Er führt beispielsweise Feindseligkeiten mit anderen Siedlern, politische Instabilität, Ressourcenknappheit und Naturkatastrophen als Gründe an. Dabei fällt auf, dass das politische System und der Mangel an Ressourcen auch heutzutage elementare Beweggründe darstellt. Heutzutage entscheiden sich insbesondere Menschen aus Entwicklungsländern, ihren Wohnsitz permanent zu ändern. Dies rührt daher, dass die Mehrheit der Bevölkerung eines Entwicklungslandes hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen einen messbar niedrigen