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Bela Bartok - Sein Leben

Bela Bartok - Sein Leben

 Béla Bartók
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Geburtsort: Rumänien; Grenzland zu Ungarn
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Béla Bartók Herkunft ● ● ↑↑↑↑ Geburtsort: Rumänien; Grenzland zu Ungarn wuchs im Dorf Nagyszentmiklós (Großsanktnikolaus) auf; kleine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde von 9.000 Einwohnern viele Nationalitäten und Sprachen: Ungarn, Deutschsprachige, Rumänen, Serben Vater: Béla Barók - Direktor der Landwirtschaftsschule - Publizist, Redakteur an Lokalzeitung - leidenschaftlicher Amateurmusiker (Musik spielt eine große Rolle!): -> spielt auf dem Klavier Polkas und Walzer -> komponiert zum Tanz -> organisiert ein Amateurorchester -> tritt als Cellist auf Mutter: Paula Bartók - Lehrerin aus Bratislava - Ausbildung im Klavierspiel - spielt Salonstücke und populäre Werke - war prägend für Bartóks Erziehung, da Vater früh verstarb landwirtschaftlich-dörfliche Umgebung multisprachliches und multikulturelles Umfeld musikalisch gebildetes Elternhaus ➡enger Kontakt zur Unterhaltungs- und Kunstmusik Kindheit (*25.03.1881) Musikalität - spielt mit 4 Jahren Melodien auf dem Klavier - entwickelt ästhetisches Empfinden - mit 5 Jahren erste Klavierstunde weitere Charaktereigenschaften - erste Jahre körperliches Leiden: Ekzeme und ständiges Jucken; Eltern verbergen ihn vor der Öffentlichkeit -> Bartók zieht sich oft zurück - entwickelt Akribie im Sammeln (Käfer, Insekten) Entwicklung der Musikalität und die Vorliebe für Sammeln und Systematisierung werden bestimmend für sein Leben Tätigkeit Pianist die ersten Lehrer - frühe Entdeckung des Talents in Budapest durch Prof. Károly Aggházy (Schüler Liszts & Bruckners); aber: Mutter verweigert allzu frühe Ausbildung zum Pianisten - mit 10 Jahren in Nagyvárd (Siebenbürgen) Unterricht bei Domkapellmeister Kersch Ferenc; Besuch des dortigen Internats mit Gymnasium - mit 11 Jahren erster öffentlicher Auftritt, auch schon mit eigenen Kompositionen - Umsiedlung nach Bratislava...

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(Preßburg) zur bestmöglichen Förderung Bartóks; Unterricht bei László Erkel und Ludwig Burger Aneignung eines großen Repertoires, Kennenlernen der „Klassiker" (Bach, Mozart, Beethoven, Schubert...) ● ● Lehrer u. a. fast 30 Jahre Professor für Klavier in Budapest verweigert sich Komponisten zu unterrichten (befürchtet, dass dies sein eigenes Schaffen beeinträchtigt) Klavier als Grundlage des kompositorischen Schaffens - vor allem Klavierkompositionen - wichtige Ausprägungen: Klavierminiaturen, mit bewusst differenziertem Schwierigkeitsgrad; Volksliedbearbeitungen, virtuose Klaviermusik (Klavierkonzerte) Pianistische Tätigkeit als Existenzgrundlage - zahlreiche Konzertengagements - Konzertreisen führen durch Europa und USA - ab 1939 gemeinsame Auftritte mit Pianisten und 2.Ehefrau Ditta Pásztory Klavierlehrer ● - unter anderem Professur in Budapest (fast 30 Jahre lang) - schrieb Klavierschulen sehe großer Wirkungsraum der Bartókschen Konzerttätigkeit - Debussy: Schlüsselstellung zw. Tradition und Moderne; soll jeder mal gespielt haben ➡ Hochschätzung des musikalischen Erbes ➡ Bartóks Interpretation ist autonom, unabhängig von Strömungen und streng am Urtext ausgerichtet (Kriterium in der Interpretation: Notentext) ➡Bartók steht zur und in der Tradition der Musikentwicklung ● Wechsel von Lehr- & Kompositionstätigkeit Lehrtätigkeit als Ausgangspunkt kompositorischer Arbeit mit methodisch-didaktischer Konzeption Vermittler der traditionellen Musikliteratur; seine Meinungen: - Bach: als Fundament und Ausgangspunkt des Musizierens; puritanische Schlichtheit - Mozart: nirgends Rührseligkeit; keine Effekthascherei - Beethoven: entscheidende Bedeutung; Bartók als authentischster Beethoveninterpret -> Beethoven -> Czerny -> Liszt -> Thomán -> Bartók (Schülerlinie) - Chopin: seine Interpretation der romantischen Klavierwerke entsprach nicht der damals verbreiteten Auffassung (textgenau, nüchtern, leidenschaftslos); viel unterrichtet aber wenig gespielt - Liszt: mochte ihn; nicht aber seine virtuosen Klavierwerke Ziel (neben der Ausbildung pianistischer Fähigkeiten): Vermittlung einer neuen Ästhetik - ineinandergreifen versch. Disziplinen: singen, spielen, improvisieren, komponieren - Unterrichten und Komponieren in Wechselwirkung zueinander; geschehen gleichzeitig Forscher ● Volksmusikforschung hatte für ihn den allerhöchsten und einen sehr tiefgründigen Stellenwert (der sogar den des komponierens übertraf) Rangliste: Forschen - Komponieren - Spielen - Unterrichten Phonograph als wichtigstes Werkzeug seiner Volksmusikforschung -> hat damit über 3.000 Melodien und Texte eingefangen mit 25 Jahren erste Sammelreise (von Melodien und deren Texte) nach Ungarn Reisen nach Osteuropa (v.a. Rumänien und Slowakei), Nordafrika (Algerien, Ägypten) zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen ● letzte Reise in die Türkei mit 55 Jahren ● ● 介 die eigentliche Forschungstätigkeit - Aufnahmen in Dörfern; Sammlung - Material abhören und Melodien & Texte transkribieren (Niederschrift & Korrekturen) - Systematisierung und Katalogisierung - Arbeit durch Publikationen und Vorträge der Öffentlichkeit vorstellen ● Kulturgeschichtlicher Ausgangspunkt der Volksmusikforschung - Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert: starke patriotisch-nationale Bewegung als oppositionelle Haltung zur habsburgisch dominierten Doppelmonarchie - Bartók schloss sich dieser Bewegung leidenschaftlich an - Ziel: Schaffung einer originär ungarischen Musik ,,ungarisch" -> bis Bartók: = ,,Musik der Zigeuner“ ● - Liszts Meinung: Zigeunermusik als Ursprung und Bauermusik als minderwertig - Bartók bewies durch Forschung das Gegenteil: Zigeunermusik war lediglich eine neue Art der ungarischen Unterhaltungsmusik des bürgerlichen Mittelstandes Bedeutung für den Komponisten Erforschung alter Traditionen und Musiksysteme ermöglicht neuen Weg in die Musik ➡ Innovation als logische Konsequenz aus der Tradition - Befreiung vom erstarrten Dur-& Moll-System - mannigfaltigste und freiste rhythmische Gebilde und Taktwechsel möglich - neuartige harmonische Kombinationen (Tonarten haben nicht Lebensfähigkeit verloren) - vollkommen freie Verfügung über jeden einzelnen Ton unseres chromatischen Zwölftonsystems (nicht nur Dur-Moll-Skala) Komponist Typischer spätromantischer Duktus -> bis 1907: Romanische Phase (junger Bartók; begeistert von seinen Vorbildern) - ausladende, chromatisch geprägte Melodik - tonale, aber auch komplexe Harmonik, überreich an Modulation - Klaviersatz: begleitende Arpeggien, zum Teil oktavierende Melodieführung - klare formale Strukturierung - Vorbilder: Schumann, Brahms, Strauss Radikale Abkehr, antiromantische Haltung -> bis 1925: Expressiv-antiromantische Phase - Zentralklänge ersetzen Dur-Moll-System - Dissonanzen und scharfe Artikulation als Mittel des Ausdrucks - freue, oft ausgeprägte vitale Rhythmik (,,Vitalismus") - Einbildung von Volksmelodien ● Verbindung von Innovation und Tradition -> ab 1926: Art „Neoklassizismus" - Melodik greift auf diatonische Muster zurück -Verbindung Dur-Moll-Harmonik und Modi osteuropäischer Volksmusik Klassisch- romantisches Erbe: Bach, Beethoven, Brahms, Strauss T R Pianist Lehrer Lehrtätigkeit, Publikationen, Vorträge, Unterrichtswerke Einflüsse u.a. von: Igor Stravinsky, Debussy, Schönberg Kom- ponist Forscher Erforschung v.a. osteuropäischer Volkskultur INOVATION ,,Konzert für Orchester“ – entstehungsgeschichtliche Hintergründe Lebensumstände Bartóks im Vorfeld Bartóks Situation in Ungarn (1920-er - 1930er) - wachsende Anerkennung m Ausland vs. wenig bis keine Anerkennung in Ungarn - Erfolg lediglich als Pianist des klassischen Repertoires, vor allem auch als Begleiter berühmter Künstler ● - kaum Resonanz seiner volksmusikkundlichen Arbeiten - zunehmender Nationalismus verhindert wissenschaftliches Arbeiten - Ausbreitung von Faschismus und Nationalsozialismus in Europa -> macht jegliche kulturelle Arbeit zunichte - 19.12.1939: Tod der Mutter (letzte Bindung an Ungarn) - März 1940: Ausreise in die USA (endgültig dann ab Oktober 1940) Emigration in die USA als Folge fehlender Anerkennung in Ungarn und des sich ausbreitenden Nationalsozialismus in Europa ● Bartóks Situation in den USA - trotz Ernennung zum Ehrendoktor und Konzertreise Verschlechterung der materiellen Lage -> sieht Laufbahn als Komponist als beendet Wirtschaftliche Sorgen wegen mangelndem Interesse an Werk und Person Bartóks in den USA Erkrankung - seit April 1942 deutliche Anzeichen ernsthafter Erkrankung (allabendliches hohes Fieber, chronische Erschöpfung, Schwächeanfälle) - Diagnose (vor Bartók bis zuletzt verheimlicht): Leukämie ➡ zunehmende gesundheitliche Beeinträchtigung durch Leukämie Bartóks erfährt Unterstützung ● Hilfsangebot der American Society of Composes für einen Sanatoriumsaufenthalt ● Dirigent Fritz Reiner und Geiger Joseph Szigeti bewirken einen Kompositionsauftrag bei Sergeij Kussewitzky und seiner Kussewitzky-Stiftung für ein Orchesterstück deutliche Verbesserung von Bartóks Gesundheitszustand Komposition des „Konzerts für Orchester" in 55 Tage Aufführung am 1.12.1944 in Boston; begeisterte Aufnahme bei Musikern und Publikum Art Wiederentdeckung Bartóks in den USA mit gewinnbringenden Kompositionsaufträgen Bartóks Tod 26.09.1945 erliegt Bartók in New York seiner schweren Erkrankung ● macht in seinem letzten Brief deutlich, wie sehr er doch an seiner ungarischen Heimat hing ● Beisetzung in New York ● erst das politische Tauwetter nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs macht es möglich, dem Wunsch Bartóks zu entsprechen und die sterblichen Überreste nach Budapest zu verlegen Quelle: WAGNER, Christoph. Vortrag zur ,,Bartók Sprengeltagung"

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Tradition und Moderne; soll jeder mal gespielt haben ➡ Hochschätzung des musikalischen Erbes ➡ Bartóks Interpretation ist autonom, unabhängig von Strömungen und streng am Urtext ausgerichtet (Kriterium in der Interpretation: Notentext) ➡Bartók steht zur und in der Tradition der Musikentwicklung ● Wechsel von Lehr- & Kompositionstätigkeit Lehrtätigkeit als Ausgangspunkt kompositorischer Arbeit mit methodisch-didaktischer Konzeption Vermittler der traditionellen Musikliteratur; seine Meinungen: - Bach: als Fundament und Ausgangspunkt des Musizierens; puritanische Schlichtheit - Mozart: nirgends Rührseligkeit; keine Effekthascherei - Beethoven: entscheidende Bedeutung; Bartók als authentischster Beethoveninterpret -> Beethoven -> Czerny -> Liszt -> Thomán -> Bartók (Schülerlinie) - Chopin: seine Interpretation der romantischen Klavierwerke entsprach nicht der damals verbreiteten Auffassung (textgenau, nüchtern, leidenschaftslos); viel unterrichtet aber wenig gespielt - Liszt: mochte ihn; nicht aber seine virtuosen Klavierwerke Ziel (neben der Ausbildung pianistischer Fähigkeiten): Vermittlung einer neuen Ästhetik - ineinandergreifen versch. Disziplinen: singen, spielen, improvisieren, komponieren - Unterrichten und Komponieren in Wechselwirkung zueinander; geschehen gleichzeitig Forscher ● Volksmusikforschung hatte für ihn den allerhöchsten und einen sehr tiefgründigen Stellenwert (der sogar den des komponierens übertraf) Rangliste: Forschen - Komponieren - Spielen - Unterrichten Phonograph als wichtigstes Werkzeug seiner Volksmusikforschung -> hat damit über 3.000 Melodien und Texte eingefangen mit 25 Jahren erste Sammelreise (von Melodien und deren Texte) nach Ungarn Reisen nach Osteuropa (v.a. Rumänien und Slowakei), Nordafrika (Algerien, Ägypten) zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen ● letzte Reise in die Türkei mit 55 Jahren ● ● 介 die eigentliche Forschungstätigkeit - Aufnahmen in Dörfern; Sammlung - Material abhören und Melodien & Texte transkribieren (Niederschrift & Korrekturen) - Systematisierung und Katalogisierung - Arbeit durch Publikationen und Vorträge der Öffentlichkeit vorstellen ● Kulturgeschichtlicher Ausgangspunkt der Volksmusikforschung - Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert: starke patriotisch-nationale Bewegung als oppositionelle Haltung zur habsburgisch dominierten Doppelmonarchie - Bartók schloss sich dieser Bewegung leidenschaftlich an - Ziel: Schaffung einer originär ungarischen Musik ,,ungarisch" -> bis Bartók: = ,,Musik der Zigeuner“ ● - Liszts Meinung: Zigeunermusik als Ursprung und Bauermusik als minderwertig - Bartók bewies durch Forschung das Gegenteil: Zigeunermusik war lediglich eine neue Art der ungarischen Unterhaltungsmusik des bürgerlichen Mittelstandes Bedeutung für den Komponisten Erforschung alter Traditionen und Musiksysteme ermöglicht neuen Weg in die Musik ➡ Innovation als logische Konsequenz aus der Tradition - Befreiung vom erstarrten Dur-& Moll-System - mannigfaltigste und freiste rhythmische Gebilde und Taktwechsel möglich - neuartige harmonische Kombinationen (Tonarten haben nicht Lebensfähigkeit verloren) - vollkommen freie Verfügung über jeden einzelnen Ton unseres chromatischen Zwölftonsystems (nicht nur Dur-Moll-Skala) Komponist Typischer spätromantischer Duktus -> bis 1907: Romanische Phase (junger Bartók; begeistert von seinen Vorbildern) - ausladende, chromatisch geprägte Melodik - tonale, aber auch komplexe Harmonik, überreich an Modulation - Klaviersatz: begleitende Arpeggien, zum Teil oktavierende Melodieführung - klare formale Strukturierung - Vorbilder: Schumann, Brahms, Strauss Radikale Abkehr, antiromantische Haltung -> bis 1925: Expressiv-antiromantische Phase - Zentralklänge ersetzen Dur-Moll-System - Dissonanzen und scharfe Artikulation als Mittel des Ausdrucks - freue, oft ausgeprägte vitale Rhythmik (,,Vitalismus") - Einbildung von Volksmelodien ● Verbindung von Innovation und Tradition -> ab 1926: Art „Neoklassizismus" - Melodik greift auf diatonische Muster zurück -Verbindung Dur-Moll-Harmonik und Modi osteuropäischer Volksmusik Klassisch- romantisches Erbe: Bach, Beethoven, Brahms, Strauss T R Pianist Lehrer Lehrtätigkeit, Publikationen, Vorträge, Unterrichtswerke Einflüsse u.a. von: Igor Stravinsky, Debussy, Schönberg Kom- ponist Forscher Erforschung v.a. osteuropäischer Volkskultur INOVATION ,,Konzert für Orchester“ – entstehungsgeschichtliche Hintergründe Lebensumstände Bartóks im Vorfeld Bartóks Situation in Ungarn (1920-er - 1930er) - wachsende Anerkennung m Ausland vs. wenig bis keine Anerkennung in Ungarn - Erfolg lediglich als Pianist des klassischen Repertoires, vor allem auch als Begleiter berühmter Künstler ● - kaum Resonanz seiner volksmusikkundlichen Arbeiten - zunehmender Nationalismus verhindert wissenschaftliches Arbeiten - Ausbreitung von Faschismus und Nationalsozialismus in Europa -> macht jegliche kulturelle Arbeit zunichte - 19.12.1939: Tod der Mutter (letzte Bindung an Ungarn) - März 1940: Ausreise in die USA (endgültig dann ab Oktober 1940) Emigration in die USA als Folge fehlender Anerkennung in Ungarn und des sich ausbreitenden Nationalsozialismus in Europa ● Bartóks Situation in den USA - trotz Ernennung zum Ehrendoktor und Konzertreise Verschlechterung der materiellen Lage -> sieht Laufbahn als Komponist als beendet Wirtschaftliche Sorgen wegen mangelndem Interesse an Werk und Person Bartóks in den USA Erkrankung - seit April 1942 deutliche Anzeichen ernsthafter Erkrankung (allabendliches hohes Fieber, chronische Erschöpfung, Schwächeanfälle) - Diagnose (vor Bartók bis zuletzt verheimlicht): Leukämie ➡ zunehmende gesundheitliche Beeinträchtigung durch Leukämie Bartóks erfährt Unterstützung ● Hilfsangebot der American Society of Composes für einen Sanatoriumsaufenthalt ● Dirigent Fritz Reiner und Geiger Joseph Szigeti bewirken einen Kompositionsauftrag bei Sergeij Kussewitzky und seiner Kussewitzky-Stiftung für ein Orchesterstück deutliche Verbesserung von Bartóks Gesundheitszustand Komposition des „Konzerts für Orchester" in 55 Tage Aufführung am 1.12.1944 in Boston; begeisterte Aufnahme bei Musikern und Publikum Art Wiederentdeckung Bartóks in den USA mit gewinnbringenden Kompositionsaufträgen Bartóks Tod 26.09.1945 erliegt Bartók in New York seiner schweren Erkrankung ● macht in seinem letzten Brief deutlich, wie sehr er doch an seiner ungarischen Heimat hing ● Beisetzung in New York ● erst das politische Tauwetter nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs macht es möglich, dem Wunsch Bartóks zu entsprechen und die sterblichen Überreste nach Budapest zu verlegen Quelle: WAGNER, Christoph. Vortrag zur ,,Bartók Sprengeltagung"