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10 Maxime Hurrelmann

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 1. Maxime: Geschlechtsentwicklung
Im Jugendalter wird sowohl durch die ,,innere
Die zehn Maxime des Jugendalters
4. Maxime: Identitäsentwic

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1. Maxime: Geschlechtsentwicklung Im Jugendalter wird sowohl durch die ,,innere Die zehn Maxime des Jugendalters 4. Maxime: Identitäsentwicklung Um die Lebensphase Jugend erfolgreich zu bewältigen, muss der Jugendliche eine Identität entwickeln. Dies geschieht durch eine Synthese von ,,Individuation" (Akteur) und „Integration" (Objekt). Zum einen baut er sich eine eigene Persönlichkeitsstruktur auf und macht subjektive Erfahrung. Er besitzt eine ,,personale Identität". Gleichzeitig versucht er, sich an gesellschaftliche Normen, Werte und Verhaltensweisen anzupassen, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Er erhält eine ,,soziale Identität". Um eine vollständige Identität zu bilden, müssen beide Identitäten in ein Gleichgewicht gebracht werden. Die geschieht durch Selbstreflexion und Hinterfragen der gesellschaftlichen Annahmen. Realität" (genetische Veranlagungen) und die äußere Realität" (soziales Umfeld) die Geschlechtsentwicklung geformt. (Wechselspiel) Einerseits entwickeln sich der Körper je nach angeborenem Geschlecht, andererseits bestimmt die Kultur, welche Körperideale es gibt und wie man mit seinem Geschlecht umgehen sollte, bzw. was ,,Frau sein" und ,,Mann sein" in der Gesellschaft bedeutet. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche hat sich biologisch zu einem Mann entwickelt und nimmt die sellschaftlichen Erwartungen an, welche sind, dass er eine Frau heiratet und mit dieser Kinder bekommt. 2. Der Jugendliche fühlt sich im Körper ,,Mann" nicht wohl und outet sich als trans. Er verliebt sich in einen Mann und zieht mit diesem zusammen. Eventuell kann er sogar eine Geschlechtsumwandlung machen. -In der heutigen Gesellschaft sind beide Dinge eine gelungene Sozialisation.- 2. Maxime: produktive Realitätsverarbeitung Der Jugendliche...

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muss sich mit der äußeren und inneren Realität auseinandersetzen. Dies geschieht in aktiven Prozessen, weshalb es ,,produktiv" wird. Der Jugendliche versucht dabei, die Aneignung der Realität nach seinen individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen auszurichten. Diese Verarbeitung erfolgt durch Entwicklungsaufgaben, die von der Gesellschaft gestellt werden. Der Jugendliche muss, um den Entwicklungsaufgaben gerecht zu werden, ständig an seiner Persönlichkeitsentwicklung und der Strukturierung dieser arbeiten. (Reflexion) Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche ist in einem Umfeld aufgewachsen, in dem sie sich um ihre kleinen Geschwister kümmern musste und Schule nicht wichtiger war. Sie entscheidet sich gegen den Willen ihrer Eltern dafür, eine Ausbildung zur Kauffrau zu machen. Trotzdem wird sie weiterhin auf ihre kleinen Geschwister aufpassen. Sie hat es geschafft, ihre eigenen Wünsche mit denen ihrer Kultur in Einklang zu bringen. 3. Maxime: Von Statusinkonsistenz zu selbständiger Lebensführung (schöpferische Konstrukteure): Der Jugendliche besitzt eine gewisse ,,Statusinkonsistenz" im Jugendalter, da er in manchen Lebensbereichen sehr früh erwachsen wird (siehe Entwicklungsaufgaben) und in anderen Bereichen erst sehr spät oder gar nicht. Dies hat zur Folge, dass er einen großen Spielraum in seinen Aktionen behält und lange ausprobieren kann, bis schließlich eine eigenständige Lebensführung eingetreten ist. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche hat lange Zeit gebraucht, um sich für einen Berufsweg zu entscheiden, da er keine Perspektive hatte. Letztendlich ist er mit 35 Jahren- nach einer Umschulung Erzieher geworden.. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche möchte ihren eigenen Kleidungsstyle tragen. Allerdings befürchtet sie, dass sie von Gleichaltrigen ausgelacht wird. Sie beschließt, diese Kleidung zunächst nur in Gegenwart ihrer besten Freunde zu tragen. Sie hat beide Identitäten in Einklang gebracht. 5. Maxime: Identitätskrisen Der Jugendliche muss viele Entwicklungsaufgaben bewältigen und steht unter gesellschaftlichem und persönlichem Druck: Viele Jugendliche besitzen nicht genug Kompetenzen (personale Ressourcen), diese Aufgaben zu bewältigen. Daher kommt es schnell zu einer Krise, die sich in Drogenkonsum (evadiert), Gewalt (extrovertiert) oder einer psychosomatischen Störung (introvertiert) äußert. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche kommt aus einer armen Familie, die es ihm nicht ermöglichen kann, einen Taschenrechner für die Schule zu kaufen. Er schämt sich und bleibt immer öfter dem Unterricht fern. In der Zeit kommt er in den Genuss von Drogen und entwickelt eine Abhängigkeit. - Um die Krise zu bewältigen, muss ihm von außen geholfen werden.- 6. Maxime: soziale Unterstützungsleistungen Durch die vielen Anforderungen an den Jugendlichen, ist es notwendig, dass er eine soziale Hilfeleistung erhält, um seine eigenen Fähigkeiten zu stärken. Diese Hilfeleistungen werden von gesellschaftlichen Sozialisationsinstanzen gestellt. Dabei werden formelle Hilfen gegeben, die die Integration und Individuation fördern. Je nach Belastungsgrad können jedoch auch informelle Hilfen gegeben werden, die auf den Jugendlichen zugeschnitten sind. Durch die sozialen Hilfeimpulse (soziale Ressourcen) können Jugendliche besser mit dem Druck umgehen. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat Schwierigkeiten, den gesellschaftlichen Anforderungen an ihren Körper gerecht zu werden. Sie magert sich hinunter. Durch Hilfe von Lehrern und einer schulischen AG, die sich mit richtiger Ernährung beschäftigt, schafft sie es, ihr Denken umzustellen und sich zu akzeptieren. 7. Maxime: Prägung durch Sozialisationsinstanzen Der Jugendliche wird von verschiedenen Sozialisationsinstanzen begleitet (Elternhaus, Freunde, Gleichaltrige, Bildungseinrichtungen, Medien). Diese geben Sozialisationsimpulse an ihn weiter, wie er sich zu verhalten hat. Diese Impulse sollen den Jugendlichen dazu bringen, dass er die Gesellschaft weiterentwickelt und ihre Werte erhält. Ideal ist es, wenn keine Instanz ein großes Spannungsverhältnis zu einer Instanz anderen hat. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche darf in Maßen Alkohol konsumieren und auf Partys gehen, was seine Eltern ihm erlauben und gleichzeitig seine Freunde glücklich macht. Als Kompromiss soll er die Erwartungen der Schule, d. h. gute Noten, erfüllen und so seine Eltern ebenfalls zufrieden stellen. 8. Maxime: Lebensphase Jugend ist keine Übergangsphase mehr Durch die Veränderung der westlichen Gesellschaft, hat die Jugendphase an Bedeutung gewonnen und ist ein abgetrennter Abschnitt in einem Lebenslauf. Es wird zwischen ,,Moratorium" und Transition" unterschieden. Zum einen werden bestimmte Rollen früher übernommen, wonach der Jugendliche früher erwachsen ist. Andererseits kommt es durch lange Ausbildungs- und Studienzeiten zu einem späteren Erwachsensein in der Berufsrolle und darüber hinaus in der Familienrolle. Durch die individuelle Gestaltung von Transition und Moratorium wird die Jugendphase zu einem neuen Lebensabschnitt, der für jeden Jugendlichen individuell verläuft. Dennoch kann der Ablauf näherungsweise beschrieben werden. Die Adoleszenz findet vom 12. bis zum 18. Lebensjahr statt und beinhaltet die körperliche Reife und Ablösung der Eltern. Ab dem 18. Lebensjahr beginnt die ,,emerging adulthood", in welcher der Jugendliche sich auf die Berufsrolle und Familiengründung spezialisiert. Diese Phase ist zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr abgeschlossen. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat während ihrer Ausbildungszeit einen Partner gefunden und lässt sich in einem gemeinsamen Haus wieder. Sie sind beide Mitte 20 und planen Kinder. 2. Die Jugendliche hat nach ihrem 4-jährigen Studium einen festen Arbeitsplatz und beginnt nun, nach festen Partnern zu suchen. Sie ist mittlerweile 24. Ihre Familiengründung kann noch etwas dauern. 9. Maxime: Spaltung der Jugendlichen Aufgrund der Zuwanderung von Menschen mit Migrationshintergrund und der Verarmung eines großen Teils der Gesellschaft, spaltet sich die Gesellschaft. Jugendliche, deren Familien einheimisch und wohlverdienend sind, haben bessere Chancen, den Anforderungen der Lebensphase Jugend gerecht zu werden. Die anderen Jugendlichen brechen unter dem Druck zusammen, die komplexen Entwicklungsaufgaben erfüllen zu müssen und entwicklen sich stattdessen negativ. So spaltet sich die Generation Jugend. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche stammt aus einer reichen, deutschen Familie und kann dementsprechend alle Entwicklungsaufgaben bewältigen. Er hat eine gesicherte Zukunft. 2. Der Jugendliche stammt aus einer armen, ,,ausländischen" Familie und wird den Erwartungen nicht gerecht. Seine Zukunft ist ungewiss und mit viel Leid verbunden. -Um ihm zu helfen, sollte es eine bessere Integration in der Schule geben, die ihm zeigt, welche Möglichkeiten es für ihn gibt. Die sozialen Unterstützungsleistungen müssen besser sein. - 10 Maxime: Geschlecht hat Auswirkungen auf die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben Im Laufe der Jahre hat sich herausgestellt, dass junge Frauen ihre Entwicklungsaufgaben besser bewältigen, als junge Männer. Die Männer konzentrierten sich nur auf den traditionellen Lebensbereich Beruf, während junge Frauen in jedem Teilbereich engagiert wären, um ihre Erwartungen zu erfüllen. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen häufiger und bessere Schulabschlüsse machen. Beispiele für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat ihr Abitur mit 1.1 bestanden und ist an der Universität für ihr Jurastudium angenommen worden. Die drei Monate bis zum Studienanfang verbringt sie, indem sie an ein paar Tagen in der Woche bei der Tafel Essen ausschenkt. 2. Der Jugendliche hat mit 16 die Schule abgebrochen. Er arbeitet in einem Teilzeitjob an einer Supermarkt Kasse und hofft, dass er irgendwann befördert wird. -Um ihm zu helfen, sollten die Eltern und sein soziales Umfeld darauf drängen, dass er sein Abitur nachholt oder eine Ausbildung anfängt. -

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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1. Maxime: Geschlechtsentwicklung Im Jugendalter wird sowohl durch die ,,innere Die zehn Maxime des Jugendalters 4. Maxime: Identitäsentwicklung Um die Lebensphase Jugend erfolgreich zu bewältigen, muss der Jugendliche eine Identität entwickeln. Dies geschieht durch eine Synthese von ,,Individuation" (Akteur) und „Integration" (Objekt). Zum einen baut er sich eine eigene Persönlichkeitsstruktur auf und macht subjektive Erfahrung. Er besitzt eine ,,personale Identität". Gleichzeitig versucht er, sich an gesellschaftliche Normen, Werte und Verhaltensweisen anzupassen, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Er erhält eine ,,soziale Identität". Um eine vollständige Identität zu bilden, müssen beide Identitäten in ein Gleichgewicht gebracht werden. Die geschieht durch Selbstreflexion und Hinterfragen der gesellschaftlichen Annahmen. Realität" (genetische Veranlagungen) und die äußere Realität" (soziales Umfeld) die Geschlechtsentwicklung geformt. (Wechselspiel) Einerseits entwickeln sich der Körper je nach angeborenem Geschlecht, andererseits bestimmt die Kultur, welche Körperideale es gibt und wie man mit seinem Geschlecht umgehen sollte, bzw. was ,,Frau sein" und ,,Mann sein" in der Gesellschaft bedeutet. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche hat sich biologisch zu einem Mann entwickelt und nimmt die sellschaftlichen Erwartungen an, welche sind, dass er eine Frau heiratet und mit dieser Kinder bekommt. 2. Der Jugendliche fühlt sich im Körper ,,Mann" nicht wohl und outet sich als trans. Er verliebt sich in einen Mann und zieht mit diesem zusammen. Eventuell kann er sogar eine Geschlechtsumwandlung machen. -In der heutigen Gesellschaft sind beide Dinge eine gelungene Sozialisation.- 2. Maxime: produktive Realitätsverarbeitung Der Jugendliche...

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Maxime: Von Statusinkonsistenz zu selbständiger Lebensführung (schöpferische Konstrukteure): Der Jugendliche besitzt eine gewisse ,,Statusinkonsistenz" im Jugendalter, da er in manchen Lebensbereichen sehr früh erwachsen wird (siehe Entwicklungsaufgaben) und in anderen Bereichen erst sehr spät oder gar nicht. Dies hat zur Folge, dass er einen großen Spielraum in seinen Aktionen behält und lange ausprobieren kann, bis schließlich eine eigenständige Lebensführung eingetreten ist. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche hat lange Zeit gebraucht, um sich für einen Berufsweg zu entscheiden, da er keine Perspektive hatte. Letztendlich ist er mit 35 Jahren- nach einer Umschulung Erzieher geworden.. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche möchte ihren eigenen Kleidungsstyle tragen. Allerdings befürchtet sie, dass sie von Gleichaltrigen ausgelacht wird. Sie beschließt, diese Kleidung zunächst nur in Gegenwart ihrer besten Freunde zu tragen. Sie hat beide Identitäten in Einklang gebracht. 5. Maxime: Identitätskrisen Der Jugendliche muss viele Entwicklungsaufgaben bewältigen und steht unter gesellschaftlichem und persönlichem Druck: Viele Jugendliche besitzen nicht genug Kompetenzen (personale Ressourcen), diese Aufgaben zu bewältigen. Daher kommt es schnell zu einer Krise, die sich in Drogenkonsum (evadiert), Gewalt (extrovertiert) oder einer psychosomatischen Störung (introvertiert) äußert. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche kommt aus einer armen Familie, die es ihm nicht ermöglichen kann, einen Taschenrechner für die Schule zu kaufen. Er schämt sich und bleibt immer öfter dem Unterricht fern. In der Zeit kommt er in den Genuss von Drogen und entwickelt eine Abhängigkeit. - Um die Krise zu bewältigen, muss ihm von außen geholfen werden.- 6. Maxime: soziale Unterstützungsleistungen Durch die vielen Anforderungen an den Jugendlichen, ist es notwendig, dass er eine soziale Hilfeleistung erhält, um seine eigenen Fähigkeiten zu stärken. Diese Hilfeleistungen werden von gesellschaftlichen Sozialisationsinstanzen gestellt. Dabei werden formelle Hilfen gegeben, die die Integration und Individuation fördern. Je nach Belastungsgrad können jedoch auch informelle Hilfen gegeben werden, die auf den Jugendlichen zugeschnitten sind. Durch die sozialen Hilfeimpulse (soziale Ressourcen) können Jugendliche besser mit dem Druck umgehen. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat Schwierigkeiten, den gesellschaftlichen Anforderungen an ihren Körper gerecht zu werden. Sie magert sich hinunter. Durch Hilfe von Lehrern und einer schulischen AG, die sich mit richtiger Ernährung beschäftigt, schafft sie es, ihr Denken umzustellen und sich zu akzeptieren. 7. Maxime: Prägung durch Sozialisationsinstanzen Der Jugendliche wird von verschiedenen Sozialisationsinstanzen begleitet (Elternhaus, Freunde, Gleichaltrige, Bildungseinrichtungen, Medien). Diese geben Sozialisationsimpulse an ihn weiter, wie er sich zu verhalten hat. Diese Impulse sollen den Jugendlichen dazu bringen, dass er die Gesellschaft weiterentwickelt und ihre Werte erhält. Ideal ist es, wenn keine Instanz ein großes Spannungsverhältnis zu einer Instanz anderen hat. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche darf in Maßen Alkohol konsumieren und auf Partys gehen, was seine Eltern ihm erlauben und gleichzeitig seine Freunde glücklich macht. Als Kompromiss soll er die Erwartungen der Schule, d. h. gute Noten, erfüllen und so seine Eltern ebenfalls zufrieden stellen. 8. Maxime: Lebensphase Jugend ist keine Übergangsphase mehr Durch die Veränderung der westlichen Gesellschaft, hat die Jugendphase an Bedeutung gewonnen und ist ein abgetrennter Abschnitt in einem Lebenslauf. Es wird zwischen ,,Moratorium" und Transition" unterschieden. Zum einen werden bestimmte Rollen früher übernommen, wonach der Jugendliche früher erwachsen ist. Andererseits kommt es durch lange Ausbildungs- und Studienzeiten zu einem späteren Erwachsensein in der Berufsrolle und darüber hinaus in der Familienrolle. Durch die individuelle Gestaltung von Transition und Moratorium wird die Jugendphase zu einem neuen Lebensabschnitt, der für jeden Jugendlichen individuell verläuft. Dennoch kann der Ablauf näherungsweise beschrieben werden. Die Adoleszenz findet vom 12. bis zum 18. Lebensjahr statt und beinhaltet die körperliche Reife und Ablösung der Eltern. Ab dem 18. Lebensjahr beginnt die ,,emerging adulthood", in welcher der Jugendliche sich auf die Berufsrolle und Familiengründung spezialisiert. Diese Phase ist zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr abgeschlossen. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat während ihrer Ausbildungszeit einen Partner gefunden und lässt sich in einem gemeinsamen Haus wieder. Sie sind beide Mitte 20 und planen Kinder. 2. Die Jugendliche hat nach ihrem 4-jährigen Studium einen festen Arbeitsplatz und beginnt nun, nach festen Partnern zu suchen. Sie ist mittlerweile 24. Ihre Familiengründung kann noch etwas dauern. 9. Maxime: Spaltung der Jugendlichen Aufgrund der Zuwanderung von Menschen mit Migrationshintergrund und der Verarmung eines großen Teils der Gesellschaft, spaltet sich die Gesellschaft. Jugendliche, deren Familien einheimisch und wohlverdienend sind, haben bessere Chancen, den Anforderungen der Lebensphase Jugend gerecht zu werden. Die anderen Jugendlichen brechen unter dem Druck zusammen, die komplexen Entwicklungsaufgaben erfüllen zu müssen und entwicklen sich stattdessen negativ. So spaltet sich die Generation Jugend. Beispiel für eine gelungene Sozialisation: 1. Der Jugendliche stammt aus einer reichen, deutschen Familie und kann dementsprechend alle Entwicklungsaufgaben bewältigen. Er hat eine gesicherte Zukunft. 2. Der Jugendliche stammt aus einer armen, ,,ausländischen" Familie und wird den Erwartungen nicht gerecht. Seine Zukunft ist ungewiss und mit viel Leid verbunden. -Um ihm zu helfen, sollte es eine bessere Integration in der Schule geben, die ihm zeigt, welche Möglichkeiten es für ihn gibt. Die sozialen Unterstützungsleistungen müssen besser sein. - 10 Maxime: Geschlecht hat Auswirkungen auf die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben Im Laufe der Jahre hat sich herausgestellt, dass junge Frauen ihre Entwicklungsaufgaben besser bewältigen, als junge Männer. Die Männer konzentrierten sich nur auf den traditionellen Lebensbereich Beruf, während junge Frauen in jedem Teilbereich engagiert wären, um ihre Erwartungen zu erfüllen. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen häufiger und bessere Schulabschlüsse machen. Beispiele für eine gelungene Sozialisation: 1. Die Jugendliche hat ihr Abitur mit 1.1 bestanden und ist an der Universität für ihr Jurastudium angenommen worden. Die drei Monate bis zum Studienanfang verbringt sie, indem sie an ein paar Tagen in der Woche bei der Tafel Essen ausschenkt. 2. Der Jugendliche hat mit 16 die Schule abgebrochen. Er arbeitet in einem Teilzeitjob an einer Supermarkt Kasse und hofft, dass er irgendwann befördert wird. -Um ihm zu helfen, sollten die Eltern und sein soziales Umfeld darauf drängen, dass er sein Abitur nachholt oder eine Ausbildung anfängt. -