Gewaltformen und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Heitmeyers Gewalt Theorie unterscheidet verschiedene Formen von Gewalt:
- Expressive Gewalt: Zielt darauf ab, einzigartig zu sein und Aufmerksamkeit zu erregen, ohne Rücksicht auf die Umwelt.
- Instrumentelle Gewalt: Kalkulierbarer und zielgerichteter, um Probleme zu lösen oder Positionen zu sichern.
- Autoaggressive Gewalt: Richtet sich gegen sich selbst.
- Regressive Gewalt: Hat politische Motive und richtet sich gegen Minderheiten.
Definition: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) bezeichnet abwertende Einstellungen gegenüber bestimmten Gruppen, die auf Vorurteilen und Stereotypen basieren.
Das GMF-Konzept hängt eng mit Desintegration zusammen. Wenn Desintegrationsbefürchtungen zunehmen, kann dies zu einer Zunahme von GMF führen. Menschen suchen nach Anerkennung in verschiedenen Bereichen:
- Berufliche Anerkennung
- Öffentliche Teilhabe und moralische Anerkennung
- Emotionale Anerkennung in Gemeinschaften
Highlight: Mangelnde Anerkennung kann zu einem "Teufelskreis" führen, in dem Menschen versuchen, sich selbst durch die Abwertung anderer aufzuwerten.
Der "doppelte Kontrollverlust" ist ein weiteres wichtiges Konzept in Heitmeyers Theorie:
- Verlust der Kontrolle über das eigene Leben durch Anerkennungsverlust
- Verlust der Bindung zur Gesellschaft
Example: Ein Jugendlicher, der in der Schule keine Anerkennung findet und sich von der Familie entfremdet, könnte versuchen, durch gewalttätiges Verhalten in einer Peergroup Anerkennung zu gewinnen.




