Bindungstypen und ihre Auswirkungen
Die Bindungstheorie Bowlby unterscheidet verschiedene Bindungstypen, die sich auf das Verhalten und die Entwicklung des Kindes auswirken.
Sichere Bindung
Kinder mit einer sicheren Bindung:
- Suchen Nähe zur Bezugsperson
- Halten regelmäßig Blickkontakt
- Fühlen sich bei der Bezugsperson sicher (sicherer Hafen)
- Zeigen deutliches Vermissen, wenn die Bezugsperson den Raum verlässt
- Lassen sich von anderen Erziehern beruhigen
Highlight: Eine sichere Bindung ist die Voraussetzung für psychische Widerstandsfähigkeit und fördert die positive Persönlichkeitsentwicklung. Sie wirkt sich auch positiv auf das Erwachsenenalter aus.
Unsichere Bindungen
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Unsicher-vermeidende Bindung:
- Kinder suchen keine Nähe zur Bezugsperson
- Spielen oft alleine und zeigen kaum Gefühle
- Zeigen Misstrauen und Abneigung gegenüber der Bezugsperson
- Sind unbeeindruckt, wenn die Bezugsperson den Raum verlässt
- Spielen lebhaft mit Fremden in Abwesenheit der Bezugsperson
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Unsicher-ambivalente Bindung:
- Kinder zeigen widersprüchliches Verhalten (mal Nähe suchend, mal distanziert)
- Sind ängstlich und zurückhaltend
- Reagieren massiv verunsichert, wenn die Bezugsperson den Raum verlässt
- Zeigen bei Rückkehr der Bezugsperson abwechselnd anhängliches und abweisendes Verhalten
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Desorganisierte Bindung:
- Kinder zeigen desorganisiertes, nicht auf die Bezugsperson bezogenes Verhalten
- Verhalten ändert sich täglich und von Person zu Person
- Zeigen oft bizarre Verhaltensweisen wie Starren oder im Kreis drehen
Vocabulary: Unsicher-ambivalente Bindung bezeichnet ein Bindungsmuster, bei dem Kinder widersprüchliche Verhaltensweisen gegenüber ihrer Bezugsperson zeigen, was auf eine inkonsistente Betreuung hindeuten kann.
Folgen mangelhafter oder negativer Bindung
- Entwicklung von Urmisstrauen statt Urvertrauen
- Negative Einstellung zu sich selbst und anderen
- Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung
- Depressive Verstimmungen
- Passivität
- Angst vor dem Verlassenwerden
- Mögliche Aggressionen
Example: Ein Kind mit unsicher-ambivalenter Bindung könnte bei der Rückkehr der Mutter zunächst freudig auf sie zulaufen, sich dann aber abrupt abwenden und sie ignorieren, was die innere Zerrissenheit des Kindes widerspiegelt.
Konsequenzen für das Erzieherverhalten
Um eine sichere Bindung zu fördern, sollten Erzieher:
- Feinfühlig sein
- Eine anregende Umwelt schaffen
- Freiraum bieten
- Aktiv Bindung aufbauen
Quote: "Sichere Bindung = Exploration" - Dieser Satz verdeutlicht, dass Kinder mit einer sicheren Bindung eher bereit sind, ihre Umwelt zu erkunden und neue Erfahrungen zu machen.



