Facharbeit Psychologie - Borderline

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Leonie

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Facharbeit Psychologie - Borderline

 Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition/ Begriffserklärung
3 Ausbruch der Krankheit
4 Verlustängste
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3.1 Die Wurzeln des Borderline-S

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Hier ist miene Facharbeit zu dem psychologischen Thema Borderline. Ich habe 15 Punkte bekommen. :)

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Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Definition/ Begriffserklärung 3 Ausbruch der Krankheit 4 Verlustängste 5 3.1 Die Wurzeln des Borderline-Syndroms 3.2 Ein Extrem: Marilyn Monroe 6 4.1 Vorstellung der Betroffenen 4.2 Was können Eltern dagegen tun? Borderline als Betroffener 5.1 Hauptkennzeichnen der Charakterzüge 5.2 Wie Elternteile die Erkrankung erkennen 5.3 Angemessene Reaktionen der Elternteile Praktischer Teil 6.1 Die Betroffene 6.2 Alltägliche Probleme der Bezugsperson 6.3 Folgen für Elternteile 7 Fazit 8 Bibliographie 9 Anhang 10 Eidesstattliche Erklärung 3 4 5 5 7 8 8 9 11 11 13 15 17 17 19 23 25 27 28 38 1 Einleitung Justin Bieber, Adolf Hitler, Britney Spears oder Marylin Monroe, diese 4 berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Musik und darstellender Kunst verbindet eine Gemeinsamkeit. Hinter dem prunkvollen Leben, das sie alle führten oder führen versteckt sich eine Fassade, die psychisch sehr instabil ist. In ihren Krankenakten steht eine Persönlichkeitsstörung, die auch unter BPS aufzuführen ist, die Borderline- Persönlichkeitsstörung. [Kreismann, 2000, S. 17f] Die Autorin beschäftigt sich schon seit über einem Jahr mit psychischen Krankheiten, die sie interessieren. Von Schizophrenie über Anorexia nervosa bis hin zu multiplen Persönlichkeiten fasziniert die Autorin die Vorgeschichte der Betroffenen. In ihrem persönlichen Umfeld ist sie vor einem halben Jahr auf die Thematik der Borderline- Persönlichkeitsstörung gestoßen, welche sie nach umfangreicher Recherche fesselte. Daraufhin entschied sie, dieses Thema für ihre Präsentationsleistung zu wählen. Jedoch fiel ihr auf, dass der Fokus der Krankheit in der Literatur fast ausschließlich auf die Betroffenen gerichtet wurde. Daraufhin wollte die Autorin auch die Gedankengänge, Gefühle und Sichtweisen der Elternteile verstehen, da...

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sich die Herausforderungen der Krankheit besonders im Jugendalter manifestieren. Dazu ist die Autorin wie folgt vorgegangen. Zu Beginn der Arbeit werden Möglichkeiten für den Ausbruch der Krankheit beschrieben, wobei Eltern einen erheblichen Einfluss haben können. Anschließend wird der Krankheitsverlauf charakterisiert, bei dem auf die Verhaltensweisen aufmerksam gemacht wird, die Angehörige erkennen können. Im Zusammenhang damit werden mögliche Reaktionen und Verhaltensweisen aufgezeigt, wie Bezugspersonen reagieren können, um dem Betroffenen zu helfen. Im letzten Drittel der Arbeit, wertet die Autorin ihre praktische Arbeit aus, bei der sie eine Mutter interviewte, die ein Kind erzog, welches an BPS erkrankte. Die Auswertung mündet zum Schluss in einem Fazit, welches die Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst und offene Fragen aufzeigt. 3 | Seite 2 Definition/ Begriffserklärung Persönlichkeitsstörungen (PS) Die PS stellen eine Klasse von psychischen Störungen dar. Sie beschreiben die Besonderheit einiger Merkmale der Persönlichkeitsstruktur mit unflexiblen, starren und unzweckmäßigen Persönlichkeitszügen. Diese Charakterzüge können zu Problemen wie subjektivem Leid oder häufigen Konflikten mit der Umwelt führen. Je nach artspezifischer Persönlichkeitsstörung weiß der Betroffene, dass er eine Störung besitzt oder nicht. Im Fall der Borderline- Persönlichkeitsstörung trifft die Unwissenheit einer Störung zu. Der Betroffene ist sich seiner Störung nicht bewusst, weil er sich als normal wahrnimmt. [Niedermayr, 2019, Min. 5-7] Borderline- Persönlichkeitsstörung (BPS) Die Erkrankung an Borderline zählt häufig zu einer Begleitstörung neben beispielsweise Depression, Hypochondrie (zwanghafte Kontrolle über Gesundheitszustand), Anorexia nervosa (Magersucht) oder Schizophrenie. Aufgrund der Vielfältigkeit und Individualität der Krankheit gibt es keine einheitliche Definition. Die Betroffenen berichten jedoch alle von Widersprüchlichkeit, innerer Leere, Impulsivität und selbstzerstörerischem Verhalten. [Kreismann, 2000, S. 24f] Angehörige/Bezugspersonen Zu den nächsten Angehörigen zählen grundsätzlich die Familienmitglieder des eigenen Haushalts. Durch den Kontakt im alltäglichen Leben ist es fast unmöglich, den damit verbundenen Problemen einer Persönlichkeitsstörung aus dem Weg zu gehen. Weiterhin zählen Freunde, der oder die Partner*in oder Familie außerhalb des eigenen Haushalts dazu. Wenn der Betroffene noch im Schulalter ist, so zählen ggf. auch Lehrer oder Schulpsychologen zu den Bezugspersonen. Das hängt jedoch davon ab, ob der Betroffene eine tiefe, mentale Bindung zu diesen Personen aufbauen will. Wenn der Betroffene zu einem Patient in einer psychischen Praxis wird, so ist zwangsläufig der Psychotherapeut eine weitere Bezugsperson des Patienten. [Förderkreis, 2009, Borderline verstehen] 4 | Seite 3 Ausbruch der Krankheit 3.1 Die Wurzeln des Borderline-Syndroms Wie bei vielen psychischen Krankheiten kann der Ursprung in der Individualentwicklung der ersten Lebensjahre liegen. Entwicklungstheorien beziehen sich in der Psychologie häufig auf die empfindlichen Interaktionen zwischen Bezugsperson und Kind, weil diese in den ersten Monaten die entscheidende Rolle spielen, ob das Kind eine eigene Identität entwickeln kann oder nicht. [Kreismann, 2000, S. 79] Eine dieser Entwicklungstheorien bezeichnet die Objektbeziehungstheorie. Diese entscheidet in den meisten Fällen darüber, ob eine BPS ausgebildet wird oder nicht. In der ersten Phase, welche sich über die ersten 5 bis 8 Monate erstreckt, wird dem Kind bewusst, dass es neben seiner Bezugsperson (meist die Mutter) eine andere, getrennte Welt gibt. In dieser Phase wird das Kind von seiner Bezugsperson so beeinflusst, dass es darüber entscheidet, ob das Kind Fremden gegenüber neugierig oder ängstlich auftritt. [Kreismann, 2000, S.81] In der zweiten Phase, der Übungsphase, geht es um die zunehmende Ambivalenz (Zwiespältigkeit) des Kindes. Es lernt zusätzlich zu krabbeln oder zu laufen. Diese Phase charakterisiert sich durch die kurzen Trennungen und Wiedervereinigungen der Bezugsperson. Nach dem 16. Monat erreicht das Kleinkind ein Entwicklungsstadium, welches sehr bedeutend für die spätere psychische Gesundheit ist; die Phase der Wiederannäherung. Bei der normalen Entwicklung der nächsten 9 Monate erhält das Kind die Erkenntnis, dass es eine eigene personalisierte Identität besitzt, welche getrennt von seiner Umgebung existiert. Die Aufgabe der Bezugsperson ist es, das Kind zu Experimenten mit seiner Individuation (Persönlichkeitsreifung) anzuregen. Auf der anderen Seite soll sie trotzdem unterstützend Hilfe bieten können, sodass sich das Kind auf den Angehörigen verlassen kann, sobald es Hilfe braucht. [Kreisman, 2000, S. 82] Bei der Erziehung eines Borderliners sind häufig einer von zwei Extremen der Auslöser für den Ausbruch der Krankheit im Folgealter. Entweder die Mutter lässt keine Nähe zu, sodass die Wiedervereinigung nicht möglich ist oder sie besteht auf eine zwanghafte Kontrolle des Kindes, sodass eine klammernde Symbiose entsteht. Wenn einer dieser Fälle eintritt und im Jugendalter 5 | Seite eine BPS ausgebildet wird, so zeigt sich das in zwei verschiedenen Symptomen. Wenn der Angehörige seinem Kind nicht genug Aufmerksamkeit schenken konnte (weil er vielleicht selbst Angst vor Nähe hatte), so zeigt sich das Verhalten in späteren Jahren als Verlustangst. Der Borderliner versetzt sich in gewohnte Verhaltensmuster aus seiner Kleinkindzeit. Die andere Seite handelt von der Angst erdrückt zu werden, welches eine grundlegende Schwierigkeit bei Borderlinern darstellt. Dadurch, dass dem Kind in seiner Jugend kein Raum gegeben wurde sich unabhängig zu entwickeln, hat der Borderliner später Angst, dass sich das Verhalten wiederholt. [Kreismann, 2000,S. 83] Das Aufhalten der Entwicklung durch Abweisung oder Kontrolle kann ein Grund für den Ausbruch der BPS sein. Aber auch schwere Traumata in den ersten Lebensjahren können Wirkung zeigen. Diese können z. den Verlust eines Elternteils darstellen. Weiterhin kommen sexueller und körperlicher Missbrauch dazu, die tiefe Wunden in der Psyche hinterlassen. Ähnlich wie bei emotionaler Vernachlässigung entsteht durch diese psychische Gewalt eine erhebliche Störung der emotionalen Bindung an die Bezugspersonen. Im weiteren Entwicklungsverlauf entsteht ängstliches Verhalten und/oder Misstrauen, d. h. allgemeine Schwierigkeiten in Beziehungen. [Kreisman, 2000, S. 87-92] Darüber hinaus ist in Studien festgestellt worden, dass es bei vielen Patienten Parallelen zur Mutter gibt. Dort wirft sich die Frage auf, ob die Krankheit vererbbar ist. Bis heute sind keine biologischen oder genetischen Kennzeichen gefunden worden. Diese wurden beispielsweise in Bluttests oder identifizierbaren Genen gesucht. Dennoch zeigen einige Studien Ergebnisse, die eine Vererbungsmöglichkeit vermuten lassen. [Kreisman, 2000, S. 89] Vorab ist zu sagen, dass die untersuchten Patienten zu ca. 75 % weiblich waren, was daran liegt, dass durchschnittlich 3 von 4 Borderlinern Frauen bzw. Mädchen sind. [Dulz Schneider, Borderline Störungen, 1999] Da Borderline in den meisten Fällen mit Begleitstörungen auftritt, werden erbliche Krankheiten wie Lernschwächen, Hyperaktivität, Epilepsie oder Kopftrauma häufig als Grund genannt, wenn es um die Vererbung der BPS geht. Solche Verbindungen zwischen Mutter und Kind können laut Studien dazu führen, dass die Chance an einer BPS zu erkranken höher ist. Eine weitere Parallele zu depressiven Müttern wird in der Hirnaktivität vermutet. Bei der Mutter sowie dem Kind wurden in dieser Studie die einzelnen Teile des Gehirns an Hand der Hirnwellenaktivität gemessen. 6 | Seite

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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sich die Herausforderungen der Krankheit besonders im Jugendalter manifestieren. Dazu ist die Autorin wie folgt vorgegangen. Zu Beginn der Arbeit werden Möglichkeiten für den Ausbruch der Krankheit beschrieben, wobei Eltern einen erheblichen Einfluss haben können. Anschließend wird der Krankheitsverlauf charakterisiert, bei dem auf die Verhaltensweisen aufmerksam gemacht wird, die Angehörige erkennen können. Im Zusammenhang damit werden mögliche Reaktionen und Verhaltensweisen aufgezeigt, wie Bezugspersonen reagieren können, um dem Betroffenen zu helfen. Im letzten Drittel der Arbeit, wertet die Autorin ihre praktische Arbeit aus, bei der sie eine Mutter interviewte, die ein Kind erzog, welches an BPS erkrankte. Die Auswertung mündet zum Schluss in einem Fazit, welches die Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst und offene Fragen aufzeigt. 3 | Seite 2 Definition/ Begriffserklärung Persönlichkeitsstörungen (PS) Die PS stellen eine Klasse von psychischen Störungen dar. Sie beschreiben die Besonderheit einiger Merkmale der Persönlichkeitsstruktur mit unflexiblen, starren und unzweckmäßigen Persönlichkeitszügen. Diese Charakterzüge können zu Problemen wie subjektivem Leid oder häufigen Konflikten mit der Umwelt führen. Je nach artspezifischer Persönlichkeitsstörung weiß der Betroffene, dass er eine Störung besitzt oder nicht. Im Fall der Borderline- Persönlichkeitsstörung trifft die Unwissenheit einer Störung zu. Der Betroffene ist sich seiner Störung nicht bewusst, weil er sich als normal wahrnimmt. [Niedermayr, 2019, Min. 5-7] Borderline- Persönlichkeitsstörung (BPS) Die Erkrankung an Borderline zählt häufig zu einer Begleitstörung neben beispielsweise Depression, Hypochondrie (zwanghafte Kontrolle über Gesundheitszustand), Anorexia nervosa (Magersucht) oder Schizophrenie. Aufgrund der Vielfältigkeit und Individualität der Krankheit gibt es keine einheitliche Definition. Die Betroffenen berichten jedoch alle von Widersprüchlichkeit, innerer Leere, Impulsivität und selbstzerstörerischem Verhalten. [Kreismann, 2000, S. 24f] Angehörige/Bezugspersonen Zu den nächsten Angehörigen zählen grundsätzlich die Familienmitglieder des eigenen Haushalts. Durch den Kontakt im alltäglichen Leben ist es fast unmöglich, den damit verbundenen Problemen einer Persönlichkeitsstörung aus dem Weg zu gehen. Weiterhin zählen Freunde, der oder die Partner*in oder Familie außerhalb des eigenen Haushalts dazu. Wenn der Betroffene noch im Schulalter ist, so zählen ggf. auch Lehrer oder Schulpsychologen zu den Bezugspersonen. Das hängt jedoch davon ab, ob der Betroffene eine tiefe, mentale Bindung zu diesen Personen aufbauen will. Wenn der Betroffene zu einem Patient in einer psychischen Praxis wird, so ist zwangsläufig der Psychotherapeut eine weitere Bezugsperson des Patienten. [Förderkreis, 2009, Borderline verstehen] 4 | Seite 3 Ausbruch der Krankheit 3.1 Die Wurzeln des Borderline-Syndroms Wie bei vielen psychischen Krankheiten kann der Ursprung in der Individualentwicklung der ersten Lebensjahre liegen. Entwicklungstheorien beziehen sich in der Psychologie häufig auf die empfindlichen Interaktionen zwischen Bezugsperson und Kind, weil diese in den ersten Monaten die entscheidende Rolle spielen, ob das Kind eine eigene Identität entwickeln kann oder nicht. [Kreismann, 2000, S. 79] Eine dieser Entwicklungstheorien bezeichnet die Objektbeziehungstheorie. Diese entscheidet in den meisten Fällen darüber, ob eine BPS ausgebildet wird oder nicht. In der ersten Phase, welche sich über die ersten 5 bis 8 Monate erstreckt, wird dem Kind bewusst, dass es neben seiner Bezugsperson (meist die Mutter) eine andere, getrennte Welt gibt. In dieser Phase wird das Kind von seiner Bezugsperson so beeinflusst, dass es darüber entscheidet, ob das Kind Fremden gegenüber neugierig oder ängstlich auftritt. [Kreismann, 2000, S.81] In der zweiten Phase, der Übungsphase, geht es um die zunehmende Ambivalenz (Zwiespältigkeit) des Kindes. Es lernt zusätzlich zu krabbeln oder zu laufen. Diese Phase charakterisiert sich durch die kurzen Trennungen und Wiedervereinigungen der Bezugsperson. Nach dem 16. Monat erreicht das Kleinkind ein Entwicklungsstadium, welches sehr bedeutend für die spätere psychische Gesundheit ist; die Phase der Wiederannäherung. Bei der normalen Entwicklung der nächsten 9 Monate erhält das Kind die Erkenntnis, dass es eine eigene personalisierte Identität besitzt, welche getrennt von seiner Umgebung existiert. Die Aufgabe der Bezugsperson ist es, das Kind zu Experimenten mit seiner Individuation (Persönlichkeitsreifung) anzuregen. Auf der anderen Seite soll sie trotzdem unterstützend Hilfe bieten können, sodass sich das Kind auf den Angehörigen verlassen kann, sobald es Hilfe braucht. [Kreisman, 2000, S. 82] Bei der Erziehung eines Borderliners sind häufig einer von zwei Extremen der Auslöser für den Ausbruch der Krankheit im Folgealter. Entweder die Mutter lässt keine Nähe zu, sodass die Wiedervereinigung nicht möglich ist oder sie besteht auf eine zwanghafte Kontrolle des Kindes, sodass eine klammernde Symbiose entsteht. Wenn einer dieser Fälle eintritt und im Jugendalter 5 | Seite eine BPS ausgebildet wird, so zeigt sich das in zwei verschiedenen Symptomen. Wenn der Angehörige seinem Kind nicht genug Aufmerksamkeit schenken konnte (weil er vielleicht selbst Angst vor Nähe hatte), so zeigt sich das Verhalten in späteren Jahren als Verlustangst. Der Borderliner versetzt sich in gewohnte Verhaltensmuster aus seiner Kleinkindzeit. Die andere Seite handelt von der Angst erdrückt zu werden, welches eine grundlegende Schwierigkeit bei Borderlinern darstellt. Dadurch, dass dem Kind in seiner Jugend kein Raum gegeben wurde sich unabhängig zu entwickeln, hat der Borderliner später Angst, dass sich das Verhalten wiederholt. [Kreismann, 2000,S. 83] Das Aufhalten der Entwicklung durch Abweisung oder Kontrolle kann ein Grund für den Ausbruch der BPS sein. Aber auch schwere Traumata in den ersten Lebensjahren können Wirkung zeigen. Diese können z. den Verlust eines Elternteils darstellen. Weiterhin kommen sexueller und körperlicher Missbrauch dazu, die tiefe Wunden in der Psyche hinterlassen. Ähnlich wie bei emotionaler Vernachlässigung entsteht durch diese psychische Gewalt eine erhebliche Störung der emotionalen Bindung an die Bezugspersonen. Im weiteren Entwicklungsverlauf entsteht ängstliches Verhalten und/oder Misstrauen, d. h. allgemeine Schwierigkeiten in Beziehungen. [Kreisman, 2000, S. 87-92] Darüber hinaus ist in Studien festgestellt worden, dass es bei vielen Patienten Parallelen zur Mutter gibt. Dort wirft sich die Frage auf, ob die Krankheit vererbbar ist. Bis heute sind keine biologischen oder genetischen Kennzeichen gefunden worden. Diese wurden beispielsweise in Bluttests oder identifizierbaren Genen gesucht. Dennoch zeigen einige Studien Ergebnisse, die eine Vererbungsmöglichkeit vermuten lassen. [Kreisman, 2000, S. 89] Vorab ist zu sagen, dass die untersuchten Patienten zu ca. 75 % weiblich waren, was daran liegt, dass durchschnittlich 3 von 4 Borderlinern Frauen bzw. Mädchen sind. [Dulz Schneider, Borderline Störungen, 1999] Da Borderline in den meisten Fällen mit Begleitstörungen auftritt, werden erbliche Krankheiten wie Lernschwächen, Hyperaktivität, Epilepsie oder Kopftrauma häufig als Grund genannt, wenn es um die Vererbung der BPS geht. Solche Verbindungen zwischen Mutter und Kind können laut Studien dazu führen, dass die Chance an einer BPS zu erkranken höher ist. Eine weitere Parallele zu depressiven Müttern wird in der Hirnaktivität vermutet. Bei der Mutter sowie dem Kind wurden in dieser Studie die einzelnen Teile des Gehirns an Hand der Hirnwellenaktivität gemessen. 6 | Seite