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1. Formulieren Sie die Hauptaussage des Autors, fassen Sie den Inhalt des Textes zusam-
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Klausur zum Modell der Realitätsverarbeitung nach Hurrelmann (GK)

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Name: Aufgabenstellung: 1. Formulieren Sie die Hauptaussage des Autors, fassen Sie den Inhalt des Textes zusam- men und skizzieren Sie den Argumentationsaufbau des Textes. (18 Punkte) 2. Erläutern Sie die Ausführungen des Autors unter Berücksichtigung des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung nach Hurrelmann. (32 Punkte) 3. Entwickeln Sie vor dem Hintergrund Ihrer bisherigen Ausführungen und Ihrer Kennt- nisse zur Medienerziehung pädagogische Handlungsoptionen zur Stärkung eines reflek- tierten Umgangs mit ,,Social Media" für Kinder und Jugendliche. (30 Punkte) Q1 GK 10.06.21 Materialgrundlage: Philippe Wampfler: Wie Medien auf den Menschen einwirken. In: Ders.: Generation ,,Social Media" - Wie digitale Kommunikation Leben, Beziehungen und Lernen Jugend- licher verändert. Göttingen: Verlag Vandenhoeck & Ruprecht 2014, S. 45 ff. (Hinweise zu Quellen und Zwischenüberschriften wurden zugunsten einer besseren Lesbarkeit weg- gelassen. Die Kursivsetzung entspricht dem Original.) ● Zugelassene Hilfsmittel: ● Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Philippe Wampfler Wie Medien auf den Menschen einwirken In den 1970er-Jahren hat die Entwicklungspsychologin Emmy Werner auf der hawaiianischen Insel Kauai Kinder in einer Langzeitstudie begleitet. Dabei fiel ihr und ihrem Team etwas Erstaunliches auf: Einige Kinder erlebten enorme Belastungen durch Armut, fehlende fami- liäre Strukturen oder Probleme ihrer Bezugspersonen. Ungefähr ein Drittel dieser Kinder schien s davon nicht beeinflusst: Ihre Entwicklung verlief wie die der Kinder, die ohne Belastungen heranwuchsen. Werner untersuchte diesen Zusammenhang genauer und beschrieb ein psycho- logisches Konzept, das man heute Resilienz nennt: »die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen,...

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psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken<<. Resilienz ist keine feste Größe, sondern abhängig von Lebenssituationen, Erfahrungen und 10 einer Reihe von psychischen Faktoren (Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, Selbstvertrauen). Sie kann gefördert wie auch beeinträchtigt werden. Kinder werden durch verschiedene Schutz- und Risikofaktoren geprägt. zsmf. Q1 GK 10.06.21 Das wirkt sich auch auf ihren Umgang mit Medien aus. Auch wenn sich Social Media in wesentlichen Faktoren von Videospielen unterscheiden, kann dieses Beispiel verdeutlichen, was Resilienz meint: Viele, hauptsächlich männliche Teenager, spielen intensiv an Konsolen, am Computer oder auf mobilen Geräten. Sie verwenden dafür oft einen großen Teil ihrer Frei- zeit. Einige leiden darunter: Games sind für sie unter Umständen eine Flucht aus der sozialen Realität, in der sie wenig Anerkennung finden oder an Ausgrenzung leiden. Sie beginnen, im virtuellen Raum Beziehungen zu ebenfalls virtuellen Figuren aufzubauen, bei denen sie zufäl- 20 lige Ausschüttungen von Belohnungsreizen erfahren, an die sich ihr Hirn gewöhnt. Darunter leidet ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Sie erleben Beziehungen außer- halb der Spielwelten als wenig befriedigend und ziehen sich so noch stärker zurück. Für andere junge Männer ist das Spielen an Konsolen von Anfang an eine soziale Tätigkeit Sie tun es kaum allein, sondern immer mit Freunden zusammen, mit denen sie sich beim virtuellen Fuß- 25 ball ähnlich messen, wie sie das auf dem Bolzplatz tun. Ihre soziale Vernetzung wird durch die Games nicht geschwächt, sondern gestärkt. Sie fühlen sich selbstbewusster, kompetenter und stärker eingebunden. Eine dritte Kategorie widmet einen Teil ihrer Freizeit Computer- spielen, kann dieses Verhalten aber gut regulieren, so dass andere Freizeitaktivitäten nicht darunter leiden Diese letzten beiden Gruppen sind in Bezug auf die problematischen Auswir- 30 kungen des exzessiven Computerspiels resilient, weil sie phasenweise enorm viel Zeit einem oder mehreren Spielen widmen können, ohne darunter in ihrer Entwicklung zu leiden. Diese Einsicht lässt sich direkt auf Social Media übertragen. Die alleinige Betrachtung von Nutzungsdauern ist kein Indiz dafür, wie Teenager oder junge Erwachsene durch die Aktivi- täten in sozialen Netzwerken beeinflusst werden. Genau so, wie seit Jahrzehnten in dieser 2 i GK 10.06.21 35 Lebensphase intensiv per Brief oder Telefon kommuniziert wird, geschieht das heute über Social Media. Daraus lässt sich direkt keine Schädigung ableiten. Das Konzept der Resilienz verneint negative Einflüsse nicht. Werner und ihr Team konnten auf Kauai nur bei einem Teil der Kinder Resilienz nachweisen; die Mehrheit litt unter den bestehenden Belastungen. Auf Medien bezogen ergibt sich daraus folgendes Modell: Eine 40 problematische Mediennutzung verstärkt psychische und soziale Probleme. Diese können wiederum medial kompensiert werden oder einfach zu einem Rückzug in virtuelle Welten führen und so noch einmal verschlimmert werden. [...] Resiliente Menschen verfügen über genügend Ressourcen, um potenzielle Schädigungen zu erkennen und abzuwenden, andere befinden sich unter Umständen bereits in einer Stresssituation, die 50 durch den Einbezug von Social Media zu einer stärkeren Belastung werden kann. Anmerkung: Philippe Wampfler unterrichtet an der Kantonsschule Wettingen in der Schweiz Deutsch, Philosophie und Medien- kunde. Er setzt sich publizistisch und mit seinem Blog intensiv mit Social Media auseinander. I formuliert die Hauptaussage des Autors, etwa: Der Einfluss von Medien auf die menschliche Entwicklung ist, auch bei intensiver Nutzung, nicht vorhersagbar. Resilienz kann Schädigungen verhindern, fehlende Resilienz kann Belastungen stärken. 2 Anforderungen Aufgabe 1 Der Prüfling fasst den Inhalt zusammen, etwa: Entwicklung des Konzepts der Resilienz durch Emmy Werner, Resilienz als psychische Widerstandsfähigkeit, Resilienz im Kontext von Computerspielen bei männlichen Teenagern: - sich stark zurückziehende Jugendliche ohne Resilienz, - sozial vernetzte und Medien selbstreguliert nutzende Jugendliche mit Resilienz, 1 3 skizziert den Argumentationsaufbau, etwa: Der Autor stellt den Begriff der Resilienz dar, verdeutlicht diesen an einem Beispiel, leitet daraus die nicht voraussagbare Wirkung von Social Media ab, formuliert ein Fazit. 4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2) unvorhersehbare Wirkungen von Mediennutzung: - mögliche Verstärkung psychosozialer Probleme, mögliche Förderung sozialer Kompetenzen, durch Medien Veränderung des Zugangs von Menschen zur Umwelt. Anforderungen Der Prüfling ermittelt aufgabenbezogen aus dem Text relevante Bezugspunkte bezüglich des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung, z. B.: Resilienz als individuelle Größe und Ressource, · ● Computerspiele als Flucht aus der sozialen Realität Auswirkungen problematischer Mediennutzung. Medien als Spiegel sozialer Strukturen, Social Media nicht als Auslöser von Mobbing, sondern als Verstärker, ggf. weitere Aspekte. stellt aufgabenbezogen die Grundannahmen des Modells der produktiven Realitätsver- arbeitung nach Hurrelmann dar. Hierbei werden einige der folgenden Aspekte spezi- fiziert, z. B.: Jugendliche als produktiv realitätsverarbeitende Subjekte mit zunehmend entschei- dungsoffenen, selbst herzustellenden Biografien, schöpferische Konstrukteure mit personalen und sozialen Ressourcen, Aufbau von Ich-Identität als Synthese aus der Verarbeitung innerer und äußerer Realität, Individuations- und Integrationsprozesse, , Entwicklungsdruck, geschlechts-, kultur- und schichtspezifische Bewältigung der Entwicklungsauf- gaben des Jugendalters, ggf. weitere Aspekte. 4 8 6 10 3 verknüpft differenziert Teilleistungen aus den vorausgegangenen Erarbeitungen. Hier- bei werden mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: • Nutzung von PC-Spielen und Social Media als Teil der Entwicklungsaufgaben, je nach Intensität und sozialen Rückmeldungen können PC-Spiele als einzige, haupt- sächliche oder nebensächliche Stimulierung der Individuations- und Integrations- bemühungen verstanden werden, Auswirkungen der Verarbeitung von PC-Spiel-Realitäten können positive wie nega- tive Ausmaße annehmen, sozialer Rückzug und Flucht in die PC-Spielwelt können soziale Ressourcen blo- ckieren und realistische soziale Rückmeldungen mit der Folge eines weiteren Rück- zugs verhindern, Wirkung der Social Media-Nutzung abhängig von verschiedenen Faktoren (per- sonalen und sozialen Ressourcen, Verarbeitung der inneren und äußeren Realität, Geschlechtsspezifik u. a.), Social Media als Verstärker von Mobbing: Rückmeldungen zu den eigenen Individuations- und Integrationsbemühungen werden durchgängig, vor und von einem großen Publikum empfangen, - Wahrnehmung der äußeren Realität fortwährend negativ, Resilienz als mögliche Begünstigung einer gelingenden Auseinandersetzung mit innerer und äußerer Realität, jedoch nicht als Garantie, Resilienz als möglicher Ausgleich eines Mangels an personalen und sozialen Ressourcen, ggf. weitere Aspekte. 4 resümiert zuvor festgestellte Ergebnisse in einem Fazit, indem er zu einer abstrakteren Ebene wechselt. 5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) 10 6 1 5 6 2 3 4 Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW Teilaufgabe 3 Der Prüfling formuliert unter Rückgriff auf bisherige Ausführungen die Notwendigkeit pädagogi- scher Konsequenzen, etwa: Angesichts der Unvorhersehbarkeit der Medienwirkungen - insbesondere bei geringer Resilienz- stellt sich die Frage nach einer möglichen pädagogischen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Social Media. ermittelt aufgabenbezogen Kriterien für pädagogische Handlungsoptionen, ggf. unter Rückgriff auf Aufgabe 2, z. B.: Nutzung digitaler Medien, Problematisierung von Social Media, • Wissen über digitale Medien, ggf. weitere Aspekte. PA LK NT 3 Seite 5 von 8 arbeitet Bezüge zwischen den bisherigen Ausführungen einerseits und dem Ansatz der Medienerziehung hinsichtlich der Aufgabenstellung andererseits heraus. Hierbei wer- den mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: Medienerziehung als eine spezifische Form medienpädagogischen bzw. erzieheri- schen Handelns, Medienerziehung mit dem Ziel des Aufbaus einer umfassenden Medienkompetenz, Vermittlung von Wissen, Bewusstsein und Fähigkeiten, ggf. weitere Aspekte (entsprechend der unterrichteten medienerzieherischen Ansätze nach z. B. Baacke, Tulodziecki, Aufenanger, Spanhel u.ä.). leitet aus den vorangegangenen Teilleistungen und aus dem Bezugsrahmen pädago- gisch relevante Schlussfolgerungen ab. Hierbei werden mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: Verarbeitung von Social Media-Erlebnissen zur Stärkung der medialen Reflektions- fähigkeit, Aufklärung über Entstehung und Verflechtungen von Social Media-Angeboten und der Bedeutung privater Daten zur Gewinnung eines Bewusstseins über die ökono- mische Bedeutung von Social Media, ● - ● Gelegenheiten zur Thematisierung veränderter Sozialisationsbedingungen und herr- schaftsbezogener, manipulativer Mechanismen durch digitale Medien, Vereinbarung von Nutzungsweisen und -dauern zur Entwicklung einer Haltung im Umgang mit Social Media, Einrichtung fester Hilfesysteme zur Kompensierung der Gefährdung durch Social Media und z. B. der Entwicklung einer Resistenz gegenüber diesen, Erstellung und Gestaltung von Medienprodukten zur Erkenntnisgewinnung der Möglichkeiten eigener Einflussnahme, Prävention und Reflexion von pathologischem Social Media-Verhalten zur Entwicklung einer Immunität gegenüber schädlichen, medialen Verlockungen, ggf. weitere Aspekte. formuliert abwägend und gewichtend ein eigenständiges, kriteriengeleitetes pädagogi- sches Urteil zur aufgeworfenen Frage nach den erzieherischen Möglichkeiten bezüg- lich der Stärkung eines reflektierten Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit ,,Social Media". erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) 4 8 4 4 1 0 Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW 1 Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) Für die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: Note 4 sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend ausreichend minus Anforderungen Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Erreichte Punktzahl 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 59-55 54-50 49-45 44-40 39-33 32-27 26-20 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich dabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 19-0 3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). PA LK NT 3 Seite 6 von 8 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie syntaktisch und stilistisch sicher. S 4 3 4 4

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Name: Aufgabenstellung: 1. Formulieren Sie die Hauptaussage des Autors, fassen Sie den Inhalt des Textes zusam- men und skizzieren Sie den Argumentationsaufbau des Textes. (18 Punkte) 2. Erläutern Sie die Ausführungen des Autors unter Berücksichtigung des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung nach Hurrelmann. (32 Punkte) 3. Entwickeln Sie vor dem Hintergrund Ihrer bisherigen Ausführungen und Ihrer Kennt- nisse zur Medienerziehung pädagogische Handlungsoptionen zur Stärkung eines reflek- tierten Umgangs mit ,,Social Media" für Kinder und Jugendliche. (30 Punkte) Q1 GK 10.06.21 Materialgrundlage: Philippe Wampfler: Wie Medien auf den Menschen einwirken. In: Ders.: Generation ,,Social Media" - Wie digitale Kommunikation Leben, Beziehungen und Lernen Jugend- licher verändert. Göttingen: Verlag Vandenhoeck & Ruprecht 2014, S. 45 ff. (Hinweise zu Quellen und Zwischenüberschriften wurden zugunsten einer besseren Lesbarkeit weg- gelassen. Die Kursivsetzung entspricht dem Original.) ● Zugelassene Hilfsmittel: ● Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Philippe Wampfler Wie Medien auf den Menschen einwirken In den 1970er-Jahren hat die Entwicklungspsychologin Emmy Werner auf der hawaiianischen Insel Kauai Kinder in einer Langzeitstudie begleitet. Dabei fiel ihr und ihrem Team etwas Erstaunliches auf: Einige Kinder erlebten enorme Belastungen durch Armut, fehlende fami- liäre Strukturen oder Probleme ihrer Bezugspersonen. Ungefähr ein Drittel dieser Kinder schien s davon nicht beeinflusst: Ihre Entwicklung verlief wie die der Kinder, die ohne Belastungen heranwuchsen. Werner untersuchte diesen Zusammenhang genauer und beschrieb ein psycho- logisches Konzept, das man heute Resilienz nennt: »die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen,...

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Sie beginnen, im virtuellen Raum Beziehungen zu ebenfalls virtuellen Figuren aufzubauen, bei denen sie zufäl- 20 lige Ausschüttungen von Belohnungsreizen erfahren, an die sich ihr Hirn gewöhnt. Darunter leidet ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Sie erleben Beziehungen außer- halb der Spielwelten als wenig befriedigend und ziehen sich so noch stärker zurück. Für andere junge Männer ist das Spielen an Konsolen von Anfang an eine soziale Tätigkeit Sie tun es kaum allein, sondern immer mit Freunden zusammen, mit denen sie sich beim virtuellen Fuß- 25 ball ähnlich messen, wie sie das auf dem Bolzplatz tun. Ihre soziale Vernetzung wird durch die Games nicht geschwächt, sondern gestärkt. Sie fühlen sich selbstbewusster, kompetenter und stärker eingebunden. Eine dritte Kategorie widmet einen Teil ihrer Freizeit Computer- spielen, kann dieses Verhalten aber gut regulieren, so dass andere Freizeitaktivitäten nicht darunter leiden Diese letzten beiden Gruppen sind in Bezug auf die problematischen Auswir- 30 kungen des exzessiven Computerspiels resilient, weil sie phasenweise enorm viel Zeit einem oder mehreren Spielen widmen können, ohne darunter in ihrer Entwicklung zu leiden. Diese Einsicht lässt sich direkt auf Social Media übertragen. Die alleinige Betrachtung von Nutzungsdauern ist kein Indiz dafür, wie Teenager oder junge Erwachsene durch die Aktivi- täten in sozialen Netzwerken beeinflusst werden. Genau so, wie seit Jahrzehnten in dieser 2 i GK 10.06.21 35 Lebensphase intensiv per Brief oder Telefon kommuniziert wird, geschieht das heute über Social Media. Daraus lässt sich direkt keine Schädigung ableiten. Das Konzept der Resilienz verneint negative Einflüsse nicht. Werner und ihr Team konnten auf Kauai nur bei einem Teil der Kinder Resilienz nachweisen; die Mehrheit litt unter den bestehenden Belastungen. Auf Medien bezogen ergibt sich daraus folgendes Modell: Eine 40 problematische Mediennutzung verstärkt psychische und soziale Probleme. Diese können wiederum medial kompensiert werden oder einfach zu einem Rückzug in virtuelle Welten führen und so noch einmal verschlimmert werden. [...] Resiliente Menschen verfügen über genügend Ressourcen, um potenzielle Schädigungen zu erkennen und abzuwenden, andere befinden sich unter Umständen bereits in einer Stresssituation, die 50 durch den Einbezug von Social Media zu einer stärkeren Belastung werden kann. Anmerkung: Philippe Wampfler unterrichtet an der Kantonsschule Wettingen in der Schweiz Deutsch, Philosophie und Medien- kunde. Er setzt sich publizistisch und mit seinem Blog intensiv mit Social Media auseinander. I formuliert die Hauptaussage des Autors, etwa: Der Einfluss von Medien auf die menschliche Entwicklung ist, auch bei intensiver Nutzung, nicht vorhersagbar. Resilienz kann Schädigungen verhindern, fehlende Resilienz kann Belastungen stärken. 2 Anforderungen Aufgabe 1 Der Prüfling fasst den Inhalt zusammen, etwa: Entwicklung des Konzepts der Resilienz durch Emmy Werner, Resilienz als psychische Widerstandsfähigkeit, Resilienz im Kontext von Computerspielen bei männlichen Teenagern: - sich stark zurückziehende Jugendliche ohne Resilienz, - sozial vernetzte und Medien selbstreguliert nutzende Jugendliche mit Resilienz, 1 3 skizziert den Argumentationsaufbau, etwa: Der Autor stellt den Begriff der Resilienz dar, verdeutlicht diesen an einem Beispiel, leitet daraus die nicht voraussagbare Wirkung von Social Media ab, formuliert ein Fazit. 4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (2) unvorhersehbare Wirkungen von Mediennutzung: - mögliche Verstärkung psychosozialer Probleme, mögliche Förderung sozialer Kompetenzen, durch Medien Veränderung des Zugangs von Menschen zur Umwelt. Anforderungen Der Prüfling ermittelt aufgabenbezogen aus dem Text relevante Bezugspunkte bezüglich des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung, z. B.: Resilienz als individuelle Größe und Ressource, · ● Computerspiele als Flucht aus der sozialen Realität Auswirkungen problematischer Mediennutzung. Medien als Spiegel sozialer Strukturen, Social Media nicht als Auslöser von Mobbing, sondern als Verstärker, ggf. weitere Aspekte. stellt aufgabenbezogen die Grundannahmen des Modells der produktiven Realitätsver- arbeitung nach Hurrelmann dar. Hierbei werden einige der folgenden Aspekte spezi- fiziert, z. B.: Jugendliche als produktiv realitätsverarbeitende Subjekte mit zunehmend entschei- dungsoffenen, selbst herzustellenden Biografien, schöpferische Konstrukteure mit personalen und sozialen Ressourcen, Aufbau von Ich-Identität als Synthese aus der Verarbeitung innerer und äußerer Realität, Individuations- und Integrationsprozesse, , Entwicklungsdruck, geschlechts-, kultur- und schichtspezifische Bewältigung der Entwicklungsauf- gaben des Jugendalters, ggf. weitere Aspekte. 4 8 6 10 3 verknüpft differenziert Teilleistungen aus den vorausgegangenen Erarbeitungen. Hier- bei werden mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: • Nutzung von PC-Spielen und Social Media als Teil der Entwicklungsaufgaben, je nach Intensität und sozialen Rückmeldungen können PC-Spiele als einzige, haupt- sächliche oder nebensächliche Stimulierung der Individuations- und Integrations- bemühungen verstanden werden, Auswirkungen der Verarbeitung von PC-Spiel-Realitäten können positive wie nega- tive Ausmaße annehmen, sozialer Rückzug und Flucht in die PC-Spielwelt können soziale Ressourcen blo- ckieren und realistische soziale Rückmeldungen mit der Folge eines weiteren Rück- zugs verhindern, Wirkung der Social Media-Nutzung abhängig von verschiedenen Faktoren (per- sonalen und sozialen Ressourcen, Verarbeitung der inneren und äußeren Realität, Geschlechtsspezifik u. a.), Social Media als Verstärker von Mobbing: Rückmeldungen zu den eigenen Individuations- und Integrationsbemühungen werden durchgängig, vor und von einem großen Publikum empfangen, - Wahrnehmung der äußeren Realität fortwährend negativ, Resilienz als mögliche Begünstigung einer gelingenden Auseinandersetzung mit innerer und äußerer Realität, jedoch nicht als Garantie, Resilienz als möglicher Ausgleich eines Mangels an personalen und sozialen Ressourcen, ggf. weitere Aspekte. 4 resümiert zuvor festgestellte Ergebnisse in einem Fazit, indem er zu einer abstrakteren Ebene wechselt. 5 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) 10 6 1 5 6 2 3 4 Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW Teilaufgabe 3 Der Prüfling formuliert unter Rückgriff auf bisherige Ausführungen die Notwendigkeit pädagogi- scher Konsequenzen, etwa: Angesichts der Unvorhersehbarkeit der Medienwirkungen - insbesondere bei geringer Resilienz- stellt sich die Frage nach einer möglichen pädagogischen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Social Media. ermittelt aufgabenbezogen Kriterien für pädagogische Handlungsoptionen, ggf. unter Rückgriff auf Aufgabe 2, z. B.: Nutzung digitaler Medien, Problematisierung von Social Media, • Wissen über digitale Medien, ggf. weitere Aspekte. PA LK NT 3 Seite 5 von 8 arbeitet Bezüge zwischen den bisherigen Ausführungen einerseits und dem Ansatz der Medienerziehung hinsichtlich der Aufgabenstellung andererseits heraus. Hierbei wer- den mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: Medienerziehung als eine spezifische Form medienpädagogischen bzw. erzieheri- schen Handelns, Medienerziehung mit dem Ziel des Aufbaus einer umfassenden Medienkompetenz, Vermittlung von Wissen, Bewusstsein und Fähigkeiten, ggf. weitere Aspekte (entsprechend der unterrichteten medienerzieherischen Ansätze nach z. B. Baacke, Tulodziecki, Aufenanger, Spanhel u.ä.). leitet aus den vorangegangenen Teilleistungen und aus dem Bezugsrahmen pädago- gisch relevante Schlussfolgerungen ab. Hierbei werden mehrere der folgenden Aspekte spezifiziert, z. B.: Verarbeitung von Social Media-Erlebnissen zur Stärkung der medialen Reflektions- fähigkeit, Aufklärung über Entstehung und Verflechtungen von Social Media-Angeboten und der Bedeutung privater Daten zur Gewinnung eines Bewusstseins über die ökono- mische Bedeutung von Social Media, ● - ● Gelegenheiten zur Thematisierung veränderter Sozialisationsbedingungen und herr- schaftsbezogener, manipulativer Mechanismen durch digitale Medien, Vereinbarung von Nutzungsweisen und -dauern zur Entwicklung einer Haltung im Umgang mit Social Media, Einrichtung fester Hilfesysteme zur Kompensierung der Gefährdung durch Social Media und z. B. der Entwicklung einer Resistenz gegenüber diesen, Erstellung und Gestaltung von Medienprodukten zur Erkenntnisgewinnung der Möglichkeiten eigener Einflussnahme, Prävention und Reflexion von pathologischem Social Media-Verhalten zur Entwicklung einer Immunität gegenüber schädlichen, medialen Verlockungen, ggf. weitere Aspekte. formuliert abwägend und gewichtend ein eigenständiges, kriteriengeleitetes pädagogi- sches Urteil zur aufgeworfenen Frage nach den erzieherischen Möglichkeiten bezüg- lich der Stärkung eines reflektierten Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit ,,Social Media". erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) 4 8 4 4 1 0 Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW 1 Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) Für die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: Note 4 sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend ausreichend minus Anforderungen Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Erreichte Punktzahl 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 59-55 54-50 49-45 44-40 39-33 32-27 26-20 strukturiert seinen Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich dabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 19-0 3 belegt seine Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). PA LK NT 3 Seite 6 von 8 formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie syntaktisch und stilistisch sicher. S 4 3 4 4