Soziale Risikofaktoren für Internetabhängigkeit
Unsere frühesten sozialen Erfahrungen prägen unsere Persönlichkeit tiefgreifend. Besonders die Familie als erste Umgebung beeinflusst unsere seelische Gesundheit nachhaltig, gefolgt von Erlebnissen in Kindergarten, Schule und mit Freunden.
Menschen, die sich aus der realen Welt in die digitale zurückziehen, haben oft negative soziale Erfahrungen gemacht. Studien aus asiatischen Ländern zeigen, dass elterliche Erziehungsstile ein Risikofaktor für Internetsucht sein können. Besonders problematisch: Eltern, die zwar erzieherisch stark involviert sind, aber wenig emotionale Wärme zeigen.
Diese frühe Nähe-Distanz-Problematik erklärt, warum sich Heranwachsende ins Internet flüchten. Einerseits entziehen sie sich einem übermäßig fordernden autoritären Erziehungsstil, andererseits suchen sie nach den entbehrten positiven emotionalen Erfahrungen. Im Netz finden sie Bestätigung und Befriedigung ihrer ungestillten emotionalen Wünsche.
Achtung: Wenn wir als Kinder keine Geborgenheit erfahren und nicht wir selbst sein können, begegnen wir der realen Welt oft mit Skepsis und suchen nach alternativen Welten - wie dem Internet.
Auch außerhalb der Familie können negative Erfahrungen in Kindergarten oder Schule dazu führen, dass Kinder die Welt als unfreundlich erleben. Besonders überbehütete Kinder sind manchmal nicht ausreichend auf Schwierigkeiten vorbereitet - ein Hinweis auf die möglichen Folgen eines permissiven Erziehungsstils.











