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 EMILIA SMECHOWSKI
,,Meine Güte, denken Sie jetzt, was bitte ist so
schlimm an Rosa? Es ist die Farbe der Puppen
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EMILIA SMECHOWSKI ,,Meine Güte, denken Sie jetzt, was bitte ist so schlimm an Rosa? Es ist die Farbe der Puppen und Prinzessinnen, der Bürsten und Kochlöffel. Es ist eine Rollenerwartung" 5 Mein Kind machte sich mal wieder bemerkbar, es rannte die Schlange bei Karstadt auf und ab. Das ist aber ein hübscher Junge! Möchte er vielleicht ein Stück Scho- kolade?", fragte die Kassiererin. Ich bezahlte, bekam zum Bon ein Pralinenherz, bedankte mich und verließ den Laden. Ich sagte nicht: Es ist ein Mädchen." Bis vor Kurzem habe ich diesen Satz noch hinterhergeschoben, lächelnd natür lich und doch etwas verwundert, warum die meisten davon ausgingen, dass mein Mädchen ein Junge war, und da kam er auch schon wieder, der Satz, der alles erklären sollte und es nur noch schlimmer machte: Ach so, ich dachte nur, weil 10 er Blau trägt. Ich meine: sie." [...] Seit meine Tochter auf der Welt ist wird sie für einen Jungen gehalten, wenn sie Blau trägt, und ich weiß nicht, warum sie mit rosa Schleifchen dekoriert werden soll, damit man sie als Mädchen erkennt. [...] Wer wissen will, wie es bestellt ist um die Gleichheit der Geschlechter, der 15 muss sich nicht die Mühe machen, Frauen in Dax-Unternehmen zu zählen. Der kann auch einfach auf den Spielplatz um die Ecke. „Pass auf, das ist zu gefährlich"! -...

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Die meisten Eltern, die 30 ich kenne, wählen für ihr Kind nicht nur bei der Kleidung Rosa, auch bei Tapeten, Fläschchen, Lätzchen, Rassel, Tupper-Box, Rucksack, Regenschirm. I...I Meine Güte, denken sie jetzt, was bitte ist so schlimm an Rosa? Sie haben recht: nichts. Wenn man die Freiheit hätte, in einem rosa Anzug Karate zu machen: wunderbar. Diese Freiheit existiert aber nur in unseren Köpfen, bei vielen nicht einmal dort. 35 Denn Rosa ist nicht nur eine Farbe, es ist die Farbe der Puppen und Prinzessinnen. der Bürsten und Kochlöffel. Es ist eine Rollenerwartung: Ich umsorge jemanden und mache es mir schön. L... Es geht schon bei den Föten los. Kaum eine Schwangere lässt ungeklärt, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommt. Weiß sie es, beschreibt sie die Kinds- 40 bewegungen anders als vorher, fand eine Soziologin in den USA heraus. Plötzlich treten Jungen eher ,kräftig" und „energisch", Mädchen dagegen weniger lebhaft. Forscher einer kanadischen Universität analysierten 400 Geburtsanzeigen: Bei Jungen formulieren Eltern ihren Stolz", bei Mädchen cher Glück". Sie sprechen mit weiblichen Säuglingen öfter, tragen sie vorsichtiger und schätzen ihre körper- 45 lichen Fähigkeiten weniger hoch ein als die von Jungen. Dabei unterscheiden sich die Gehirne von Mädchen und Jungen bei der Geburt kaum. Na ja, sagen Sie jetzt, wir müssen das als Eltern eben anders machen und gute Vorbilder sein. Ich weiß nicht so recht. Bei uns kocht Papa, und Mama kümmert sich ums Geld, wir beide gehen arbeiten und sind immer mal wieder weg, wie das 50 Kind sehr früh gelernt hat. Doch das Kind lernt eben nicht nur von uns's Es geht zu Karstadt und auf den Spielplatz, es sieht neun Mütter und einen Vater, auch wenn es noch nicht versteht, was die Mütter meinen, wenn sie sagen: Eigentlich wollten wir fifty-fifty machen, aber mein Mann hat nun mal die Firma, er kann da nicht einfach weg. Kinder sind Lernmaschinen, ihre Synapsen suchen ständig Verknüpfungen, 55 was gehört wozu und wer macht was? Mein Kind hat längst verstanden, dass der blaue Pulli für Verwirrung sorgt. L... Etwa mit zwei Jahren entdeckt meine Tochter, dass sie ein Mädchen ist. Inte- ressanterweise aber nicht, weil sie merkt, dass sie eine Vagina hat. Sondern weil sie verstanden hat, welche Accessoires zu ihrem Leben gehören. Es ist seltsam. Auf Facebook kann man heute zwischen 60 Geschlechtern wählen und Barack Obama kündigt an, Unisex-Toiletten in Schulen einzuführen. Gleich- zeitig fallen Frauen meiner Generation wieder zurück in alte Klischees. Planen monatelang ihre Hochzeit in Weiß. Nehmen wie selbstverständlich den Namen des Mannes an. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung erleben vor allem 65 Paare, die eine Familie gründen, diese Retraditionalisierung". Am stärksten aber, sagen Pädagoginnen, trifft der Backlash die Kinder. In den siebziger Jahren habe es nicht so eine klare Farbaufteilung gegeben. Auch die Klischees, wie Jungen und Mädchen zu sein haben, nähmen zu. 60 Die Welt wirkt von Tag zu Tag unsicherer. Terror, Kriege, Krisen. „Da sollen 70 wenigstens die Geschlechter Halt hieten", sagt die Psychologieprofessorin Ilka Quindeau. Vielleicht sind wir auch einfach müde geworden. Unser Job ist schließlich schon anstrengend genug. Wer gleichberechtigt Kinder erzieht, muss auch zu Hause jede Entscheidung aushandeln, muss ausdiskutieren, wer zum Impftermin geht und 75 wer den Elternabend wahrnimmt. Wer die Rollen dagegen klar verteilt, mag nicht immer glücklich sein. Aber er hat seine Ruhe. Wir lassen uns in die alten Muster sinken wie in ein bequemes Sofa. Aux: DIE ZEIT. Nr. 35 vom 18.08.2016, 5.52. Aufgaben: 1) Arbeite heraus, wodurch Kinder- der Autorin zufolge - geschlechtsspezifische Rollenerwartungen erlernen. 2) Setze die Textaussage in Beziehung zu Meads Verständnis von Sozialisation und Identitätsbildung. gathe, play, Me, 1, self 3) Erörtere Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten. Beziehe dich dabei auf deine vorherigen Ausführungen. Symbolische Interaktionismus Ich wünsche euch viel Erfolg! Handeln aygrund allgemein Anerkennter Symbole seinem Umfeld akzeptiert zu werden. -Antizipierte Erwartungen von Eltern in Abhängigkeit vom Geschlecht des Kindes (vgl. Z. 47ff) prägen die Erweiterung des ME. -Auch Beobachtungen von Verhaltensweisen andere Männer und Frauen bzw. Jungen und Mädchen führen zu einer männlichen oder weiblichen Rollenübernahme (Modelllernen). ...formuliert ein adéquates Fazit, welches die Ergebnisse dezidiert und pointiert zusammenfasst. Aufgabe 3 Der Prüfling... ...verfasst eine aufgabenbezogene Überleitung. ...erörtert Möglichkeiten pädagogischer Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten. Etwa: -Der Prozess muss von den Kindern selber aktiv bewältigt werden können um sich zu einem mündigen Erwachsenen zu entwickeln. -Kindem sollte die Möglichkeit geboten werden, zahlreiche Rollen spielerisch einzuüben, d.h. zunächst probehalber zu übernehmen und schrittweise die entstehenden Anforderungen des generalisierten Anderen zu internalisieren. -Voraussetzung für diese Übernahme: zeitlicher, sozialer und räumlich adäquater Rahmen. - möglicherweise auch durch Provokation kognitiver Konflikte zur Anregung der kognitiven Entwicklung im Bereich von Rollenerwartungen. -Durch eine stimulierende Umwelt und entwicklungsadäquate Herausforderungen werden elementare Bildungsprozesse angebahnt und damit auch eine Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen. -Ausgangspunkt für entwicklungsadäquate Herausforderungen sollten der Leistungsstand, persönliche Präferenzen und Fantasien des Kindes sein und eben keine geschlechtsspezifischen Pauschalisierungen. Die probeweise Übernahme verschiedener Rollen setzt voraus, dass auch unterschiedliche Auslegungen von Rollen und Rollenerwartungen beobachtet werden können (z.B.: Mädchen müssen nicht immer rosa tragen, Jungen dürfen auch Schwäche zeigen, Männer können auch in der Pflege und Frauen auch im Handwerk arbeiten etc.). ...formuliert ein adäquates Fazit, welches die Ergebnisse dezidiert und pointiert zusammenfasst. Darstellungsleistung Der Prüfling..... strukturiert seinen Text stringent und gedanklich klar und bezieht sich genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. ...bezicht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. ...belegt die Aussagen durch angemessene und konkrete Nachweise (Zitate u.a.) ...formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert schreibt sprachlich richtig, sowie syntaktisch und stilistisch sicher. Gesamtbewertung Summe inhaltliche Leistung Summe Darstellungsleistung Insgesamt 4 31 Max. Pkt. 2 24 Erreichte Pkt. 21 14 5 2 3 27 19 Max. Erreichte Pkt. Pkt. لا 4 3 41 3 SJMMM 4 3 3 20 18 MA 80 63 20 100 AP Inhaltliche Leistung Aufgabe i Der Prüfling... ..verfasst einen adäquaten Einleitungssatz (Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsdatum, Quelle, Thema). ...arbeitet heraus, wodurch Kinder geschlechtsspezifische Rollenerwartungen erlernen. Etwa: -Die Wahmehmungen von Verhaltensweisen des Kindes werden von Müttern schon vor der Geburt (pränatal) in Abhängigkeit zum Geschlecht des Kindes unterschiedlich beschrieben (Z. 138ff). Die Erwartungshaltung, was seinem eigenen Kind zuzutrauen ist, hängt nicht von dessen individueller Leistungsfähigkeit, sondern viel mehr von seinem Geschlecht ab und führt zu unterschiedlichen Reaktionen dem Kind gegenüber: Mädchen werden vor potenziellen gefahren gewarnt, Jungen wird Mut zugesprochen. Dabei existieren keine gravierenden Unterschiede zwischen den Gehirnen von Jungen und Mädchen (Z. 17ff). -Rollenerwartungen sind demnach Genderfragen (Z. 26ff). -Geschlechterzugehörigkeit wird heute primär durch Kleidung, Frisuren und Accessoires markiert, genau das Erlernen Kinder durch Reaktionen auf ihr Äußeres (Z. 26ff). - Prilgung des kindlichen Gehirns durch Wahrnehmung aktueller Verhältnisse der Geschlechter beispielsweise im Hinblick auf Berufstätigkeit (Z. 47). -Beobachtung der gesellschaftlichen Tendenz zur ,,Retraditionalisierung" (Z. 65), mit der allerdings eine deutliche Zunahme an Klischees, wie Jungen und Mädchen zu sein haben", einhergeht. -Mögliche Gründe: In Zeiten von Terror, Krieg und Krisen sollen wenigstens die Rollenerwartungen an die Geschlechter Halt bieten. Eine klare Rollenverteilung erleichtert unter Umständen den stressigen Alltag, wenn Zuständigkeiten nicht immer wieder neu ausgehandelt werden müssen (Z. 69ff). Aufgabe 2 Der Prüfling... ...verfasst eine aufgabenbezogene Überleitung. ...setzt die Aussagen der Autorin in Beziehung zu Meads Verständnis von Sozialisation und stellt dabei zunächst die wesentlichen Merkmale der Theorie vor (1, ME, SELF, Sozialisation als Rollenlernen, signifikanter und generalisierter Anderer, play &game). Verknüpfung: -Mead erhebt den Anspruch auf eine generelle Theorie des Handelns und bezieht sich dabei nicht lediglich auf spezifische Umstände wie die geschlechtsspezifische Sozialisation. -Nach Mead verlangt jede Art der Kommunikation eine Art Rollenübernahme - Interaktion kann nur gelingen, wenn beide Parteien in der Lage sind, die Perspektive/Rolle des Gegentibers einzunehmen - Klarheit über eigene und fremde Erwartungen (ich erwarte, dass du erwartest, dass...) Kinder lernen im play und im game Verhalten und Verhaltenserwartungen zu antizipieren und ins Selbstbild zu interieren. Diese Erwartungshaltungen leren Kinder Eltern trauen Jungs wesentlich mehr zu als Mädchen, auch wenn sie gleich stark und gleich groß sind..."(Z. 22ff). -Neue Entwicklungen des Selbst finden in Aktionen des," statt. Dadurch integriert man die Erwartungen (auch die geschlechtsspezifischen) der Gesellschaft automatisch in seine Identitä und versucht sich dementsprechend zu verhalten weil der Mensch die Tendenz dazu hat, von Max. Pkt. 4 18 22 Max. Pkt. 2 8 Erreichte Pkt. 4. 16 20 Erreichte Pkt. 2 6 17 14

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fast jedes Mädchen wird vom Klettergerüst heruntergeholt. „Super, du schaffst das!" - das bekommen meist Jungen zu hö- ren. Es klingt wie ausgedacht und ich wünschte, das wäre es. Prüfen Sie es nach! 20 Setzen Sie sich auf eine Bank, gucken Sie zu. Das taten kanadische Forscher. Sie beobachteten Väter und Mütter, deren Kinder an einer Feuerwehrstange auf einem Spielplatz turnten, und stellten fest: Eltern trauen Jungs wesentlich mehr zu als Mädchen, auch wenn sie gleich stark sind und gleich groß. Während Mädchen vor der potenziellen Gefahr gewarnt werden, wird den Jungen Mut zugesprochen, mit 25 Tipps, wie sie es am besten nach oben schaffen. [...] Soll es für einen Jungen oder für ein Mädchen sein?, fragen Verkäuferinnen allen Ernstes. Laut einer Studie der US-Soziologin Elisabeth Sweet sind die Produkte heute stärker nach Geschlecht aufgeteilt. Es gibt neuerdings sogar Mineralwasser für Mädchen und Jungen. Das alles verkauft sich prima. Die meisten Eltern, die 30 ich kenne, wählen für ihr Kind nicht nur bei der Kleidung Rosa, auch bei Tapeten, Fläschchen, Lätzchen, Rassel, Tupper-Box, Rucksack, Regenschirm. I...I Meine Güte, denken sie jetzt, was bitte ist so schlimm an Rosa? Sie haben recht: nichts. Wenn man die Freiheit hätte, in einem rosa Anzug Karate zu machen: wunderbar. Diese Freiheit existiert aber nur in unseren Köpfen, bei vielen nicht einmal dort. 35 Denn Rosa ist nicht nur eine Farbe, es ist die Farbe der Puppen und Prinzessinnen. der Bürsten und Kochlöffel. Es ist eine Rollenerwartung: Ich umsorge jemanden und mache es mir schön. L... Es geht schon bei den Föten los. Kaum eine Schwangere lässt ungeklärt, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommt. Weiß sie es, beschreibt sie die Kinds- 40 bewegungen anders als vorher, fand eine Soziologin in den USA heraus. Plötzlich treten Jungen eher ,kräftig" und „energisch", Mädchen dagegen weniger lebhaft. Forscher einer kanadischen Universität analysierten 400 Geburtsanzeigen: Bei Jungen formulieren Eltern ihren Stolz", bei Mädchen cher Glück". Sie sprechen mit weiblichen Säuglingen öfter, tragen sie vorsichtiger und schätzen ihre körper- 45 lichen Fähigkeiten weniger hoch ein als die von Jungen. Dabei unterscheiden sich die Gehirne von Mädchen und Jungen bei der Geburt kaum. Na ja, sagen Sie jetzt, wir müssen das als Eltern eben anders machen und gute Vorbilder sein. Ich weiß nicht so recht. Bei uns kocht Papa, und Mama kümmert sich ums Geld, wir beide gehen arbeiten und sind immer mal wieder weg, wie das 50 Kind sehr früh gelernt hat. Doch das Kind lernt eben nicht nur von uns's Es geht zu Karstadt und auf den Spielplatz, es sieht neun Mütter und einen Vater, auch wenn es noch nicht versteht, was die Mütter meinen, wenn sie sagen: Eigentlich wollten wir fifty-fifty machen, aber mein Mann hat nun mal die Firma, er kann da nicht einfach weg. Kinder sind Lernmaschinen, ihre Synapsen suchen ständig Verknüpfungen, 55 was gehört wozu und wer macht was? Mein Kind hat längst verstanden, dass der blaue Pulli für Verwirrung sorgt. L... Etwa mit zwei Jahren entdeckt meine Tochter, dass sie ein Mädchen ist. Inte- ressanterweise aber nicht, weil sie merkt, dass sie eine Vagina hat. Sondern weil sie verstanden hat, welche Accessoires zu ihrem Leben gehören. Es ist seltsam. Auf Facebook kann man heute zwischen 60 Geschlechtern wählen und Barack Obama kündigt an, Unisex-Toiletten in Schulen einzuführen. Gleich- zeitig fallen Frauen meiner Generation wieder zurück in alte Klischees. Planen monatelang ihre Hochzeit in Weiß. Nehmen wie selbstverständlich den Namen des Mannes an. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung erleben vor allem 65 Paare, die eine Familie gründen, diese Retraditionalisierung". Am stärksten aber, sagen Pädagoginnen, trifft der Backlash die Kinder. In den siebziger Jahren habe es nicht so eine klare Farbaufteilung gegeben. Auch die Klischees, wie Jungen und Mädchen zu sein haben, nähmen zu. 60 Die Welt wirkt von Tag zu Tag unsicherer. Terror, Kriege, Krisen. „Da sollen 70 wenigstens die Geschlechter Halt hieten", sagt die Psychologieprofessorin Ilka Quindeau. Vielleicht sind wir auch einfach müde geworden. Unser Job ist schließlich schon anstrengend genug. Wer gleichberechtigt Kinder erzieht, muss auch zu Hause jede Entscheidung aushandeln, muss ausdiskutieren, wer zum Impftermin geht und 75 wer den Elternabend wahrnimmt. Wer die Rollen dagegen klar verteilt, mag nicht immer glücklich sein. Aber er hat seine Ruhe. Wir lassen uns in die alten Muster sinken wie in ein bequemes Sofa. Aux: DIE ZEIT. Nr. 35 vom 18.08.2016, 5.52. Aufgaben: 1) Arbeite heraus, wodurch Kinder- der Autorin zufolge - geschlechtsspezifische Rollenerwartungen erlernen. 2) Setze die Textaussage in Beziehung zu Meads Verständnis von Sozialisation und Identitätsbildung. gathe, play, Me, 1, self 3) Erörtere Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten. Beziehe dich dabei auf deine vorherigen Ausführungen. Symbolische Interaktionismus Ich wünsche euch viel Erfolg! Handeln aygrund allgemein Anerkennter Symbole seinem Umfeld akzeptiert zu werden. -Antizipierte Erwartungen von Eltern in Abhängigkeit vom Geschlecht des Kindes (vgl. Z. 47ff) prägen die Erweiterung des ME. -Auch Beobachtungen von Verhaltensweisen andere Männer und Frauen bzw. Jungen und Mädchen führen zu einer männlichen oder weiblichen Rollenübernahme (Modelllernen). ...formuliert ein adéquates Fazit, welches die Ergebnisse dezidiert und pointiert zusammenfasst. Aufgabe 3 Der Prüfling... ...verfasst eine aufgabenbezogene Überleitung. ...erörtert Möglichkeiten pädagogischer Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten. Etwa: -Der Prozess muss von den Kindern selber aktiv bewältigt werden können um sich zu einem mündigen Erwachsenen zu entwickeln. -Kindem sollte die Möglichkeit geboten werden, zahlreiche Rollen spielerisch einzuüben, d.h. zunächst probehalber zu übernehmen und schrittweise die entstehenden Anforderungen des generalisierten Anderen zu internalisieren. -Voraussetzung für diese Übernahme: zeitlicher, sozialer und räumlich adäquater Rahmen. - möglicherweise auch durch Provokation kognitiver Konflikte zur Anregung der kognitiven Entwicklung im Bereich von Rollenerwartungen. -Durch eine stimulierende Umwelt und entwicklungsadäquate Herausforderungen werden elementare Bildungsprozesse angebahnt und damit auch eine Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen. -Ausgangspunkt für entwicklungsadäquate Herausforderungen sollten der Leistungsstand, persönliche Präferenzen und Fantasien des Kindes sein und eben keine geschlechtsspezifischen Pauschalisierungen. Die probeweise Übernahme verschiedener Rollen setzt voraus, dass auch unterschiedliche Auslegungen von Rollen und Rollenerwartungen beobachtet werden können (z.B.: Mädchen müssen nicht immer rosa tragen, Jungen dürfen auch Schwäche zeigen, Männer können auch in der Pflege und Frauen auch im Handwerk arbeiten etc.). ...formuliert ein adäquates Fazit, welches die Ergebnisse dezidiert und pointiert zusammenfasst. Darstellungsleistung Der Prüfling..... strukturiert seinen Text stringent und gedanklich klar und bezieht sich genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. ...bezicht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. ...belegt die Aussagen durch angemessene und konkrete Nachweise (Zitate u.a.) ...formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert schreibt sprachlich richtig, sowie syntaktisch und stilistisch sicher. Gesamtbewertung Summe inhaltliche Leistung Summe Darstellungsleistung Insgesamt 4 31 Max. Pkt. 2 24 Erreichte Pkt. 21 14 5 2 3 27 19 Max. Erreichte Pkt. Pkt. لا 4 3 41 3 SJMMM 4 3 3 20 18 MA 80 63 20 100 AP Inhaltliche Leistung Aufgabe i Der Prüfling... ..verfasst einen adäquaten Einleitungssatz (Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsdatum, Quelle, Thema). ...arbeitet heraus, wodurch Kinder geschlechtsspezifische Rollenerwartungen erlernen. Etwa: -Die Wahmehmungen von Verhaltensweisen des Kindes werden von Müttern schon vor der Geburt (pränatal) in Abhängigkeit zum Geschlecht des Kindes unterschiedlich beschrieben (Z. 138ff). Die Erwartungshaltung, was seinem eigenen Kind zuzutrauen ist, hängt nicht von dessen individueller Leistungsfähigkeit, sondern viel mehr von seinem Geschlecht ab und führt zu unterschiedlichen Reaktionen dem Kind gegenüber: Mädchen werden vor potenziellen gefahren gewarnt, Jungen wird Mut zugesprochen. Dabei existieren keine gravierenden Unterschiede zwischen den Gehirnen von Jungen und Mädchen (Z. 17ff). -Rollenerwartungen sind demnach Genderfragen (Z. 26ff). -Geschlechterzugehörigkeit wird heute primär durch Kleidung, Frisuren und Accessoires markiert, genau das Erlernen Kinder durch Reaktionen auf ihr Äußeres (Z. 26ff). - Prilgung des kindlichen Gehirns durch Wahrnehmung aktueller Verhältnisse der Geschlechter beispielsweise im Hinblick auf Berufstätigkeit (Z. 47). -Beobachtung der gesellschaftlichen Tendenz zur ,,Retraditionalisierung" (Z. 65), mit der allerdings eine deutliche Zunahme an Klischees, wie Jungen und Mädchen zu sein haben", einhergeht. -Mögliche Gründe: In Zeiten von Terror, Krieg und Krisen sollen wenigstens die Rollenerwartungen an die Geschlechter Halt bieten. Eine klare Rollenverteilung erleichtert unter Umständen den stressigen Alltag, wenn Zuständigkeiten nicht immer wieder neu ausgehandelt werden müssen (Z. 69ff). Aufgabe 2 Der Prüfling... ...verfasst eine aufgabenbezogene Überleitung. ...setzt die Aussagen der Autorin in Beziehung zu Meads Verständnis von Sozialisation und stellt dabei zunächst die wesentlichen Merkmale der Theorie vor (1, ME, SELF, Sozialisation als Rollenlernen, signifikanter und generalisierter Anderer, play &game). Verknüpfung: -Mead erhebt den Anspruch auf eine generelle Theorie des Handelns und bezieht sich dabei nicht lediglich auf spezifische Umstände wie die geschlechtsspezifische Sozialisation. -Nach Mead verlangt jede Art der Kommunikation eine Art Rollenübernahme - Interaktion kann nur gelingen, wenn beide Parteien in der Lage sind, die Perspektive/Rolle des Gegentibers einzunehmen - Klarheit über eigene und fremde Erwartungen (ich erwarte, dass du erwartest, dass...) Kinder lernen im play und im game Verhalten und Verhaltenserwartungen zu antizipieren und ins Selbstbild zu interieren. 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