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Inventur - Günter Eich

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 Gedichtinterpretation zu „Inventur” von Günter Eich
Im folgenden Text werde ich das Gedicht „Inventur” von Günter Eich interpretieren. Das

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Eine Gedichtinterpretation zu dem Gedicht ,,Inventur" von Günter Eich.

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Gedichtinterpretation zu „Inventur” von Günter Eich Im folgenden Text werde ich das Gedicht „Inventur” von Günter Eich interpretieren. Das Gedicht wurde 1945 veröffentlicht. In dem Gedicht beschreibt ein unbenanntes lyrisches Ich seine wenigen Habseligkeiten und gibt diesen eine große Bedeutung. Das lyrische Ich benennt in der ersten Strophe seine Kleidung und sein Rasierzeug. Darauf folgt eine Strophe, in der Essensgegenstände benannt werden. In der anschließenden dritten Strophe geht es um einen Nagel und dessen hohe Bedeutung, da das lyrische Ich diesen begehrt. Die vierte Strophe handelt von Socken und Gegenständen welche das lyrische Ich nicht benennen möchte. Darauf folgt eine Strophe in der von Pappe erzählt wird, welche als Kissen dient. In der vorletzten Strophe des Gedichtes wird von einer Bleistiftmiene erzählt, welche zum Aufschreiben von Texten verwendet wird. Im siebten und letzten Teil des Gedichts geht es um ein paar weitere Alltagsgegenstände welche auch hier benannt werden. Das vorliegende Gedicht besteht aus 7 Strophen mit jeweils 4 Versen, woraus sich insgesamt 28 Verse ergeben. Es lässt sich kein spezifisches Versmaß identifizieren und es gibt kein erkennbares Reimschema. Jeder Vers besteht hierbei aus zwei Hebungen in einem Trochäus, Jambus oder Daktylus. Die Verse sind durch häufige Enjambements offen (Vgl. V.9-10). Der Satzbau ist einfach, paratax und gleichbleibend. Es gibt ein lyrisches Ich, welches jedoch nicht genauer...

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benannt wird. Trotzdem werden die einfachen und ärmlichen Lebensumstände des lyrischen Ich deutlich. Die Thematik des Besitzes wird durch das Possessivpronomen ,,mein" (Vgl. V.1-3) verstärkt und hervorgehoben. Hauptsächlich werden Substantive verwendet und kaum Adjektive. Die einfachen Verben benennen lediglich die Funktion der Gegenstände. Der Superlativ ,,am meisten" (V.22) ist eine Besonderheit und sticht aus der ansonsten sehr ähnlichen Wortwahl heraus. Daraus lässt sich erkennen, dass das Gedicht kaum rhetorische Stilmittel enthält. Bedeutend ist zudem die Tatsache, dass das Gedicht sehr nüchtern und sachlich verfasst wurde. Es gibt weder positiv konnotierte noch negativ konnotierte Wörter, wodurch sich keine spezifische Stimmung herausarbeiten lässt und das Gedicht neutral und berichtend wirkt. Es wirkt durch die karge und schmucklose Sprache wie eine einfache Aufzählung. In dem beschriebenen Gedicht bekommen alltägliche Dinge eine große Bedeutung. Der karge Besitz definiert sich über den funktionalen Nutzen. Andere Menschen mit „begehrlichen Augen“ (V.11) werden als eine Bedrohung empfunden. Durch die Zeitgeschichtliche Einordnung lässt sich darauf schließen, dass es sich hierbei um einen Kriegsgefangenen handelt, welcher seine wenigen aber kostbaren Habseligkeiten benennt. Das Gedicht wurde 1945 veröffentlicht und steht damit unter dem Einfluss des Zweiten Weltkrieges. Das vorliegende Werk lässt sich in die Epoche der Nachkriegsliteratur einordnen. Typisch für die Epoche ist die realitätsnahe, einfache und sachliche Sprache. Zudem entstanden viele Werke dieser Epoche aus den persönlichen Erfahrungen der Autoren, was sich auch auf Günter Eich übertragen lässt, da er selbst ein Kriegsgefangener war. Nennenswert ist zudem der Aspekt, dass das lyrische Ich eine Liebe zu seiner Bleistiftmiene hat (,,Die Bleistiftmiene lieb ich am meisten” (V.21-22)). Die Bleistiftmiene ist hierbei eine Metapher für die Literatur, wodurch das lyrische Ich seine Erfahrungen mit dem Krieg verarbeiten kann. Abschließend lässt sich sagen, dass das lyrische Ich in dem Gedicht mit einfachen Worten seine geringen Habseligkeiten aufzählt. Diese bekommen jedoch eine große Bedeutung zugeschrieben, wodurch Alltaggegenstände für ihn zu kostbaren esitztümern werden. Eine Bleistiftmine, mit der er Gedichte schreibt, ist dabei sein wertvollstes Gut. Der Inhalt ist realistisch und zeitbezogen und es gibt eine schmucklose, karge Sprache.

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