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Romantik, Gedichtinterpretation „das zerbrochene Ringlein“

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 Das zerbrochene Ringlein
Joseph von Eichendorf um 1810
Die Epoche der Romantik
Die Romantik zählt zu den wichtigsten Literaturepochen des 1

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Das zerbrochene Ringlein Joseph von Eichendorf um 1810 Die Epoche der Romantik Die Romantik zählt zu den wichtigsten Literaturepochen des 19. Jahrhunderts. Sie dauerte von 1798 bis 1840. Die Romantik ist als Geistesbewegung zu verstehen wobei es Themen wie das innere Gefühlsleben des Individuum und seine Beziehung zu der Natur in den Fokus / Mittelpunkt stellt. Unterteilt wird die Epoche in drei Phasen: die Frühromantik (bis 1804), die Hochromantik (bis 1815) und die Spätromantik (bis 1840). Wie entstand die Romantik? Gerade beginnt die Industrialisierung im 18. Jahrhundert wodurch es immer weiter zur Verstädterung kommt. Menschen aus dem Land fliehen in die Stadt und suchen nach Arbeit. Dabei wird die Natur bedroht und das Bürgertum hat nur ein Arbeiterleben, deren Arbeit auch noch schlecht bezahlt wird. Auf diese Tatsachen antworten die Romantiker kritisch. Sie blenden die harte Wirklichkeit aus und kriechen sich in eine andere Traumwelt zurück. So können sie zumindest in ihrem Geist die unberührte Natur und die Freude am Leben genießen. Auch den Vernunftglauben der Aufklärung sowie die Ideale der Klassik lehnen sie ab. Die Motive der Romantik / die Romantik als Liebeskonzept: Die Themen der Romantik sind also die individuelle Fantasie, die durch die Sehnsucht nach Weltflucht bzw. der Wunsch nach dem Tod, einer anderen Welt, angeregt wird. Weiterhin die Reise- und Abenteuersehnsucht, die...

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Tiefe der Sinnlichkeit und die Religion bzw. der Glauben an das Vertrauen in das Wunderbare und die Liebe und Liebessehnsucht. Einfach gesagt will man mit der Romantik die kaputte Welt heilen und die Vereinigung von Natur und Geist erzielen. Als Liebeskonzept ist die Liebe eine geheimnisvolle Macht. Die Liebe ist die Voraussetzung für das Leben. Denn beide Liebenden vervollständigen sich gegenseitig und so bilden sie ihre Persönlichkeit aus. Sie verstehen sich auch ohne Worte und sind Therapie füreinander. Das heißt sie sind gleichgestellt in der Beziehung. Sie sind Seelenverwandte bis in alle Ewigkeit. Dabei sind die geistige und körperliche Liebe proportional präsent. Auch nach dem Tod bzw. genau nach dem Tod erfüllt sich erst ihre Liebe vollkommen. Kommt es zu einem Bruch der Liebe, geht der Verlassene durch eine tiefe Melancholie durch. Die Romantik in der Literatur: Die Konzepte der Romantik konnten besonders gut in der Lyrik und Epik widergespiegelt werden. Gedichte, Lieder und Märchen prägten so das romantische Zeitalter. Dramen waren unbeliebt, da die Gefühle der Menschen nur schlecht aufgeführt werden konnten. Bekannte Autoren waren Novalis, Joseph von Eichendorf, Heinrich Heine und Clemens Brentano. Strikte Vorgaben zu Form und Inhalt lehnten die Autoren ab. Sie wollen sich frei entfalten und ihre Gefühle auf Papier bringen. Dafür galt die so genannte Universalpoesie. Darunter kann man eine Dichtungsform verstehen, die weltoffen und unendlich ist, eine Mischform aus allerlei literarischer Gattungen. Die Dichter distanzieren sich selber und ironisieren das Geschriebene – das nennt man die romantische Ironie. Weitere romantische Merkmale sind die Ausdrucksstärke durch die Bildhaftigkeit mithilfe der Stilmittel. Besonders Metapher, Personifikationen und Symbole sorgen für Lebendigkeit und das Anregen der Gefühle des Lesers. Zum Beispiel: °die blaue Blume sie steht für die Sehnsucht, das Streben nach Harmonie zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Endlichem und Unendlichem dieses Streben ist unendlich, da sie unerfüllbar ist in der Realität ºdie Nacht ist ein Sinnbild für das Mysteriöse und Unheimliche Seite der Romantik wie die Gespenster, Schuld für den Tod als Durchbrechen aller weltlichen Grenzen für die Grundlage für die Erweckung und Ausdruck der Emotionen, Sehnsucht, Kreativität ºder Tag / das Licht ist ein Symbol für die Vernunft, die Wissenschaft und die Aufklärung Gedichtsanalyse Das Gedicht „Das zerbrochene Ringlein", verfasst von Joseph von Eichendorf um das Jahr 1810, handelt von dem Bruch der Liebesbeziehung des lyrischen Ichs und seiner Geliebten. Die Geliebte hat den abgemachten Treuepakt gebrochen, weshalb das lyrische Ich in einen Teufelskreis der Verzweiflung gerät und seinen Fluchtwunsch von dieser ausdrückt. Zentral wird dabei die bedeutende Rolle der Geliebten im Leben des lyrischen Ichs thematisiert. Das lyrische Ich verliert sich selbst ohne die Präsenz seiner Geliebten und die Vervollständigung seiner selbst, die sie ihm zuvor gegeben hat. Nun existiert er ohne wirklich zu leben, weshalb er sich in seine geistige Traumwelt zurückzieht. In der ersten Strophe wird ein gehendes Mühlenrad beschrieben, wo die nun verschwundene Geliebte des lyrischen Ichs einst gelebt hat. In der zweiten Strophe geht es um die Geliebte, die den Treuepakt zwischen ihnen verletzt hat. Dadurch reißt der Ring des lyrischen Ichs in zwei Teile. Die dritte Strophe handelt von seiner Wunschäußerung als Spielmann weit weg zu verreisen. Die vierte Strophe ist auch eine Wunschäußerung, wo er als Reiter in einen Kampf gehen und nachts am Feuer liegen möchte. In der fünften und letzten Strophe findet sich das gehende Mühlenrad wieder. Hier drückt er seine Unsicherheit aus, was er mit seinem Leben anfangen sollte und wünscht sich am Ende den Tod. Das Gedicht ist in fünf Strophen mit jeweils vier Verse unterteilt. Das Reimschema ist ein Kreuzreim. In der ersten und letzten Strophe wird das Schema jedoch unterbrochen wobei sich nur der zweite und der vierte Vers reimt. In der ersten Strophe sind diese auch noch unsauber (abcb dede fgfg hihi jklk). Das Metrum liegt als dreihebiger Jambus vor mit durchgängig abwechselnder weiblicher und männlicher Kadenz. Für den dritten Vers der ersten Strophe gilt jedoch eine Ausnahme also ein Trochäus als Metrum. Somit ergibt sich auch eine Art Rhythmus, was das Gedicht als Volkslied identifizieren lässt. Zunächst wirkt dieser formale Aufbau ruhig und harmonisch. Durch die Unterbrechungen jedoch wird diese Eigenschaft wieder aufgehoben, was auf die schon im Titel andeutende Melancholie und Unruhe der lyrischen Figur anspielt. Bereits mit dem Titel „Das zerbrochene Ringlein“ beginnt die negative Stimmung, die sich im ganzen Gedicht fortsetzt. Das es sich hier um ein männliches lyrisches Ich handelt, wird auch schon in der ersten Strophe deutlich, da dieser von einer „Liebste(n) (V. 3) schwärmt. Der „kühle() Grunde" im ersten Vers kann als Metapher für den kalten und tauben Körper der lyrischen Ichs verstanden werden. Die Metapher des gehenden „Mühlenrad(s) kann dementsprechend damit verbunden werden, dass die Geliebte des lyrischen Ichs sein Herz verlässt, nach dem sie in der Vergangenheit einen Platz dort hatte. Diese Tatsache wird auch durch die Alliteration „Die dort..“ in dem vierten Vers unterstützt. Sein Körper ist somit taub von der Kälte, da die Wärme seiner Geliebten nicht mehr in seinem Herz vorhanden ist. Das Adjektiv „kühl()“ (V. 1) und das Verb ,,verschwunden“ (V. 3) erwecken eine traurige Stimmung. In der zweiten Strophe wird die Ursache für das Verlassen seines Herzens erklärt. Die Geliebte hat, nach dem sie ihm Treue „versprochen“ (V. 5) hat, diesen Pakt „gebrochen“ (V. 7). Dies wird durch die Antithese auch nochmals betont. Dabei symbolisiert das „Ringlein“ (V. 8), den sie ihm gegeben hat, die angesprochene Treue, die Ewigkeit der Liebe. Auch wird dadurch klar, dass sie in der Vergangenheit in einer Ehebeziehung waren. Dieser Ring reist in zwei Teile und verdeutlicht den Bruch ihrer Beziehung. Gleichzeitig könnte das ,,Ringlein" auch für sein Herz stehen, dass damit zerbrochen worden ist. In der dritten Strophe befindet sich das lyrische Ich nicht mehr in der Gegenwart, sondern in seiner geistigen Traumwelt. Hier äußert er seine wahrscheinlich unrealisierbaren Wünsche, das durch das schwache Modalverb ,,möcht“ (V. 9) ausgedrückt werden. Die Stimmung wirkt hier etwas lebensfröhlicher. Er sehnt sich als Spielmann sein gegenwärtigen Standort zurückzulassen und eine Reise nach weit weg anzutreten. Damit möchte er allen Erinnerungen der Vergangenheit mit seiner Geliebten entfliehen und sich von seinem Liebeskummer befreien. Er möchte wieder singen und Lebensfreude haben. Veranschaulicht und verstärkt werden seine dringende Sehnsucht nach Glück und Ruhe durch die Alliterationen „weit“ und „Welt“ (V. 10) und die Anapher die auch eine Aufzählung ist „Und“ und „Und“ in den Versen 11 und 12. Sein Schmerz und die Enttäuschung durch den Verlust seiner Geliebten ist nämlich so extrem, dass er von seinen Gedanken und Gefühlen eingeholt wird, sodass er sich in andere friedliche unrealistische Welt begeben muss. Auch die vierte Strophe ist als Wunschäußerung zu verstehen. Hier ist die Stimmung jedoch unheimlicher, da er sich zunächst etwas unrealistischeres wünscht, nämlich als furchtloser Reiter weit über die Erde hinaus zu fliegen (V. 13). Damit will er die weltlichen Grenzen brechen und von seiner Planlosigkeit und Hoffnungslosigkeit zu fliehen. Er strebt also die größtmögliche Distanz zur Erde an. Sein Fantasieren nimmt einen Höhepunkt an. Doch dabei landet er in einen blutigen Kampf mit sich selbst. Ihm scheint es nun egal zu sein was ihm zustößt und deutet so in den letzten beiden Versen der Strophe auf den Wunsch nach Tod hin, welches durch das Symbol der dunklen Nacht beschrieben wird. Er möchte dabei doch nur wieder Wärme und Geborgenheit spüren, was jedoch unerfüllbar für ihn scheint. Dies drückt das stille Feuer aus. In der letzten Strophe ist er wieder in der harten Realität angekommen und denkt wieder an die Abwesenheit seiner Geliebten. Er spürt das Mühlenrad (V. 17) also seine Geliebte aus seinem Herzen verfliegen. Diese Personifikation und gleichzeitige Inversion heben erneut die Intensität dieser schmerzlichen Tatsache für das lyrische Ich hervor. Seine Frust und seine innere Leere, die er verspürt, sind so tiefgründig, dass er nicht weiß was er will. Er hat keinen Zugriff auf seinen Verstand und kann nicht vernünftig handeln, da seine Gefühle ihn beherrschen. Seine Verzweiflung wird nochmals durch die Anapher „Ich“ und „Ich“ im 18. und 19. Vers verdeutlicht. Er steckt in einer Identitätskrise, da er nicht weiß wie er ohne sie auskommt. Nur ihre Liebe gibt ihm Lebenssinn. So macht er sich abhängig von ihr. Nach dem Gedankenstrich im 18. Vers kommt seine Wunschäußerung nach dem Tod, da er keinen anderen Ausweg mehr sieht sich je von diesen Schmerzen zu erholen. Nur der Tod würde ihn die langersehnte Ruhe von seinem Kummer und seiner Perspektivlosigkeit ermöglichen. Zusammenfassend lässt dich durch den Entstehungszeitraum und die Eigenschaften der Form und des Inhalts auf das romantische Zeitalter folgern. Das lyrische Ich ist stark eingeschränkt und verunsichert durch den Verlust seiner ehemaligen Geliebten. In der Romantik lässt sich dieses Konzept wiederfinden. Denn die Voraussetzung für das Leben ist die Liebe. Die Liebenden erfüllen und vervollständigen sich gegenseitig. Sie dienen sich also gegenseitig als Therapie. Ohne den jeweils anderen ist man nicht man selbst, da der Partner bei er Persönlichkeitsentwicklung mitwirkt. Bei Bruch der Liebe, kommt es zu extremer Melancholie. Vor allem legten die Romantiker Wert auf die Gefühle und stritten die Nutzung der Vernunft ab. Hier kann die lyrische Figur auch nicht funktionieren und trifft unvernünftige Entscheidungen, da er sich von seinen Gefühlen leiten lässt. Als Mittel die harte Wirklichkeit auszublenden, begeben sich die Romantiker in eine individuelle Traumwelt, wo sie mit der Natur eins werden und zumindest da glücklich sind. Formelle Konzepte wie die Bildhaftigkeit findet man auch dem Gedicht wieder. Die Motive der Liebes- und Reisesehnsucht sowie die Nacht sind ebenso vorhanden. Im Endeffekt hat sich meine Hypothese als wahr erwiesen. Die Liebe ist der Motor des Lebens. Die Rolle des Motors in dem Herzen des lyrischen Ichs nimmt seine Geliebte ein. Da er es für unerfüllbar sieht sich je wieder mit ihr vereinen zu können, entscheidet er sich für den Tod - für die Flucht in einen andere Welt.

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Tiefe der Sinnlichkeit und die Religion bzw. der Glauben an das Vertrauen in das Wunderbare und die Liebe und Liebessehnsucht. Einfach gesagt will man mit der Romantik die kaputte Welt heilen und die Vereinigung von Natur und Geist erzielen. Als Liebeskonzept ist die Liebe eine geheimnisvolle Macht. Die Liebe ist die Voraussetzung für das Leben. Denn beide Liebenden vervollständigen sich gegenseitig und so bilden sie ihre Persönlichkeit aus. Sie verstehen sich auch ohne Worte und sind Therapie füreinander. Das heißt sie sind gleichgestellt in der Beziehung. Sie sind Seelenverwandte bis in alle Ewigkeit. Dabei sind die geistige und körperliche Liebe proportional präsent. Auch nach dem Tod bzw. genau nach dem Tod erfüllt sich erst ihre Liebe vollkommen. Kommt es zu einem Bruch der Liebe, geht der Verlassene durch eine tiefe Melancholie durch. Die Romantik in der Literatur: Die Konzepte der Romantik konnten besonders gut in der Lyrik und Epik widergespiegelt werden. Gedichte, Lieder und Märchen prägten so das romantische Zeitalter. Dramen waren unbeliebt, da die Gefühle der Menschen nur schlecht aufgeführt werden konnten. Bekannte Autoren waren Novalis, Joseph von Eichendorf, Heinrich Heine und Clemens Brentano. Strikte Vorgaben zu Form und Inhalt lehnten die Autoren ab. Sie wollen sich frei entfalten und ihre Gefühle auf Papier bringen. Dafür galt die so genannte Universalpoesie. Darunter kann man eine Dichtungsform verstehen, die weltoffen und unendlich ist, eine Mischform aus allerlei literarischer Gattungen. Die Dichter distanzieren sich selber und ironisieren das Geschriebene – das nennt man die romantische Ironie. Weitere romantische Merkmale sind die Ausdrucksstärke durch die Bildhaftigkeit mithilfe der Stilmittel. Besonders Metapher, Personifikationen und Symbole sorgen für Lebendigkeit und das Anregen der Gefühle des Lesers. Zum Beispiel: °die blaue Blume sie steht für die Sehnsucht, das Streben nach Harmonie zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Endlichem und Unendlichem dieses Streben ist unendlich, da sie unerfüllbar ist in der Realität ºdie Nacht ist ein Sinnbild für das Mysteriöse und Unheimliche Seite der Romantik wie die Gespenster, Schuld für den Tod als Durchbrechen aller weltlichen Grenzen für die Grundlage für die Erweckung und Ausdruck der Emotionen, Sehnsucht, Kreativität ºder Tag / das Licht ist ein Symbol für die Vernunft, die Wissenschaft und die Aufklärung Gedichtsanalyse Das Gedicht „Das zerbrochene Ringlein", verfasst von Joseph von Eichendorf um das Jahr 1810, handelt von dem Bruch der Liebesbeziehung des lyrischen Ichs und seiner Geliebten. Die Geliebte hat den abgemachten Treuepakt gebrochen, weshalb das lyrische Ich in einen Teufelskreis der Verzweiflung gerät und seinen Fluchtwunsch von dieser ausdrückt. 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Er strebt also die größtmögliche Distanz zur Erde an. Sein Fantasieren nimmt einen Höhepunkt an. Doch dabei landet er in einen blutigen Kampf mit sich selbst. Ihm scheint es nun egal zu sein was ihm zustößt und deutet so in den letzten beiden Versen der Strophe auf den Wunsch nach Tod hin, welches durch das Symbol der dunklen Nacht beschrieben wird. Er möchte dabei doch nur wieder Wärme und Geborgenheit spüren, was jedoch unerfüllbar für ihn scheint. Dies drückt das stille Feuer aus. In der letzten Strophe ist er wieder in der harten Realität angekommen und denkt wieder an die Abwesenheit seiner Geliebten. Er spürt das Mühlenrad (V. 17) also seine Geliebte aus seinem Herzen verfliegen. Diese Personifikation und gleichzeitige Inversion heben erneut die Intensität dieser schmerzlichen Tatsache für das lyrische Ich hervor. Seine Frust und seine innere Leere, die er verspürt, sind so tiefgründig, dass er nicht weiß was er will. Er hat keinen Zugriff auf seinen Verstand und kann nicht vernünftig handeln, da seine Gefühle ihn beherrschen. Seine Verzweiflung wird nochmals durch die Anapher „Ich“ und „Ich“ im 18. und 19. Vers verdeutlicht. Er steckt in einer Identitätskrise, da er nicht weiß wie er ohne sie auskommt. Nur ihre Liebe gibt ihm Lebenssinn. So macht er sich abhängig von ihr. Nach dem Gedankenstrich im 18. Vers kommt seine Wunschäußerung nach dem Tod, da er keinen anderen Ausweg mehr sieht sich je von diesen Schmerzen zu erholen. Nur der Tod würde ihn die langersehnte Ruhe von seinem Kummer und seiner Perspektivlosigkeit ermöglichen. Zusammenfassend lässt dich durch den Entstehungszeitraum und die Eigenschaften der Form und des Inhalts auf das romantische Zeitalter folgern. Das lyrische Ich ist stark eingeschränkt und verunsichert durch den Verlust seiner ehemaligen Geliebten. In der Romantik lässt sich dieses Konzept wiederfinden. Denn die Voraussetzung für das Leben ist die Liebe. Die Liebenden erfüllen und vervollständigen sich gegenseitig. Sie dienen sich also gegenseitig als Therapie. Ohne den jeweils anderen ist man nicht man selbst, da der Partner bei er Persönlichkeitsentwicklung mitwirkt. Bei Bruch der Liebe, kommt es zu extremer Melancholie. Vor allem legten die Romantiker Wert auf die Gefühle und stritten die Nutzung der Vernunft ab. Hier kann die lyrische Figur auch nicht funktionieren und trifft unvernünftige Entscheidungen, da er sich von seinen Gefühlen leiten lässt. Als Mittel die harte Wirklichkeit auszublenden, begeben sich die Romantiker in eine individuelle Traumwelt, wo sie mit der Natur eins werden und zumindest da glücklich sind. Formelle Konzepte wie die Bildhaftigkeit findet man auch dem Gedicht wieder. Die Motive der Liebes- und Reisesehnsucht sowie die Nacht sind ebenso vorhanden. Im Endeffekt hat sich meine Hypothese als wahr erwiesen. Die Liebe ist der Motor des Lebens. Die Rolle des Motors in dem Herzen des lyrischen Ichs nimmt seine Geliebte ein. Da er es für unerfüllbar sieht sich je wieder mit ihr vereinen zu können, entscheidet er sich für den Tod - für die Flucht in einen andere Welt.